Eigenheimzulage nach Vermietung - Welche?

13. November 2004 Thema abonnieren
 Von 
bartmann
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Eigenheimzulage nach Vermietung - Welche?

Hallo,

ich (verh, 3 Kinder) habe 1994 ein gebrauchtes Einfamilienhaus gekauft ohne Förderung und einfach seither vermietet. 2002 habe ich einen Bauantrag gestellt. Januar 2003 die Genehmigung erhalten. Mai 2004 angefangen umbauen (zu 90% alles neu, nur Keller noch teilweise alt) und jetzt ist es fast fertig.

Jetzt will ich mir keinen Stress machen und frage mich, ob ich überhaupt EHZ würdig bin? Das geht nur mit Einkommensverhältnissen 2003 + 2004. aber welche EHZ gilt für mich eigentlich?

Kann man den Antrag (nach Einzug 2004) in Ruhe erst 2005 stellen, oder ist der auch noch in 2004 fällig?

Danke!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
efilor
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo bartmann,

1. Die EigZul sollten Sie noch in 2004 stellen, um nichts zu verschenken. Der Anspruch der EigZul beginnt bei Selbstnutzung, also hier ab Einzug 2004. §10 und §11 (1) S. 3 EigZulG

2. So wie ich das Gesetz lese, kommt hier nur die 2004 EigZul in Frage.
a) Die erstmalige Anschaffung ist zwar 1994, aber die erstmalige Nutzung zu eigenen Wohnzwecken erst 2004. Aber es gilt §11 (1) S. 3: Es sind die Verhältnisse maßgegebend, ab denen die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme vorliegen.
b) Der Bauantrag ist zwar in 2003 erteilt, aber die Baumaßnahmen beginnen erst 2004 (§19 (8) EigZul)
Sofern der gesamte Umbau überhaupt in 2004 noch relevant ist (§2 (2) mit Gesetz v. 29.12.2003 aufgehoben). Somit der Kaufvertrag aus 1994 für den Antrag relevant ist.

Also 2004'er EigZul mit dem Kaufvertrag 1994.

Mfg
efilor

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47917 Beiträge, 16935x hilfreich)

Die Aussagen von Efilor sind gleich in mehrfacher Hinsicht falsch.

Der 8-jährige Förderzeitraum für den Kauf eines Hauses beginnt mit dem Datum der Anschaffung. Das war in 1994. Da gab es das Eigenheimzulagengesetz noch gar nicht, sondern den § 10e EStG . Selbst, wenn es daws EigZulG gegeben hätte, dann wäre der Förderzeitraum schon längst abgelaufen.

Die 2004er Eigenheimzulage kommt schon gar nicht in Frage, da dann Kaufvertrag oder Bauantrag in 2004 gestellt werden müssten. Außerdem gibt es bei der 2004er Eigenheimzulage für Umbauten nichts mehr.

Für die Baumaßnahmen gilt ganz klar das Recht aus dem Jahr 2002, da für die Frage, welche Variante des Eigenheimzulagengesetzes angewendet werden muss, das Datum des Bauantrages entscheidend ist. Aber auch im Jahr 2002 gab es nur für Anbauten die Eigenheimzulage, nicht jedoch für reine Umbauten. In der aktuellen Variante des EigZulG gibt es auch für Anbauten keine Eigenheimzulage mehr.

Jetzt stellt sich noch die Frage, ob es sich um einen Umbau handelt (= Keine Eigenheimzulage), einen Anbau mit Schaffung neuer Wohnfläche (= Eigenheimzulage wie Altbau und nur für den Anbau) oder einen Neubau (= Eigenheimzulage wie Neubau). Das geht leider aus Deiner Frage nicht so genau hervor.

Wenn Du dieses Jahr eingezogen bist, dann zählt die Einkommenssituation 2003+2004.

-- Editiert von hh am 15.11.2004 10:08:58

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#3
 Von 
efilor
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 1x hilfreich)

Ui, da habe ich wohl ein wenig daneben gelegen. War ein bißchen früh heute morgen ;)

Danke hh, an §10e hatte ich nicht mehr gedacht.

efilor

-- Editiert von efilor am 15.11.2004 11:38:26

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
bartmann
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Hinweise.

Jetzt ist mir die Lage klarer. Wie bei allen Themen ist jede neue Erkenntnis gleich mit neuen Fragen verbunden. Nun natürlich in Richtung: Ist es ein An- oder Neubau?

Das EFH war ein Bungalow Flachdach, nur EG, halb unterkellert, 111 qm, BJ 1961, gekauft 1994.

Nun wurde bis auf die Kellerdecke alles abgerissen, alle Installationen, Heizung etc. nur noch Rohmauern. Ab da haben wir alles aufgebaut. Sogar der Keller wurde komplett freigelegt mit einer neuen Schale versehen und isoliert.

Das Haus hat nur 190 qm und 1,5 Geschosse. Die Außenmaße aus der Vogelperspektive sind aber gleich. Nur höher ist es halt.

Der Bauantrag lautet (leider) auf Umbau. Der Architekt wird aber sicherlich bestätigen, dass es hier tatsächlich um einen Neubau handelt (technisch und kostenmäßig).

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ab 50% Neuanteil (mit meinen Worten) die Maßnahme als Neubau gilt. Da gab es Gerichtsurteile-

Wie kann ich das Finanzamt von meiner Position überzeugen, die ich spätestes jetzt habe
;-)
dass es kein Umbau, sondern ein Anbau oder Neubau war? Oder ist das chancenlos?

Danke im Voraus für Eure Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47917 Beiträge, 16935x hilfreich)

Wenn Du alles, bis auf den keller abgerissen hast, dann hast Du gute Chance, das ganze als Neubau durchzubekommen.

Schaue Dir doch mal folgendes Urteil an:
BFH Urteil vom 25.5.2004, VIII R 6/01

(zu finden auf der Homepage vom Bundesfinanzhof)
Dort wird auch noch auf weitere relevante Urteile verwiesen.

Es geht da zwar um die Abschreibung nach § 7 Abs. 5 EStG . Das dürfte aber auf Deinen Fall übertragbar sein.

Danach würde ichsagen, dass es sich bei Deinem Fall um einen Neubau handelt

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