Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
527.802
Registrierte
Nutzer

Ein paar Fragen zur Steuererklärung

8.10.2019 Thema abonnieren
 Von 
Steve34
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 22x hilfreich)
Ein paar Fragen zur Steuererklärung

Hallo zusammen,

ich sitze an den Steuererklärungen für 2017 und 2018 und habe ein paar Fragen hierzu.

Auswärtstätigkeiten

Für meinen Arbeitgeber habe ich in den beiden Steuerjahren viele Auswärtstätigkeiten übernommen. Interessant ist, dass ich meines Erachtens sämtliche Kosten (Kilometerpauschale mit eigenem PKW, Verpflegungspauschale abzgl. vom AG übernommener Verpflegung) vollständig zurückerhalten habe. Im Jahr 2017 ist dies überhaupt nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkt. Im Jahr 2018 ist ein Betrag vermerkt, der exakt den Reisekosten aus 2017 entspricht. Kann es sein, dass die Reisekosten um ein Jahr zeitversetzt in der LSt-Bescheinigung auftauchen? Ich würde die Kosten gern in dem Jahr angeben, in welchem sie mir tatsächlich entstanden sind.

Handwerkerleistungen

Es bestand in beiden Jahren ein ganzjähriger gemeinsamer Haushalt mit meiner Freundin. Diese hat es in ihrer Steuererklärung allerdings versäumt, Handwerkerleistungen anzugeben. Ich habe nun gelesen, dass der Höchstbetrag nach § 35a Abs. 3 EStG auf Antrag mit 100% bei mir berücksichtigt werden kann. Wie hat der Antrag auszusehen? Genügt ein Hinweis in der Anlage der Steuererklärung, bedarf es hier einer zusätzlichen Erklärung meiner Freundin (ihre Steuererklärung liegt dem Finanzamt ja bereits vor) oder gar eines förmlichen Antrags?

Anlage SO

Ich habe für einen Verein, in dem ich viele Leute kenne, eine kleine Feier inkl. Musik organisiert, wofür ich eine Aufwandsentschädigung/Entlohnung i.H.v. 260,- Euro erhalten habe. Damit der Verein "safe" ist, habe ich ihm eine Rechnung geschrieben, auf der ich gem. § 19 UStG keine Umsatzsteuer ausweise. Nun möchte ich diese Einnahme in meiner Steuererklärung angeben. Bin ich auf Anlage SO richtig? Darf ich die Kosten für die Anfahrt zum Ort der Feier in Abzug bringen?

Danke und Gruß!

Verstoß melden



6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Eugenie
Status:
Student
(2956 Beiträge, 1028x hilfreich)

1. abwarten, was FA macht - und/oder schon mal beim Arbeitgeber nachfragen, warum 2018 die Reisekosten 2017 vermerkt sind!

2. wer hat überwiesen, auf wen laufen die Rechnungen?

3. Einnahmen minus Fahrtkosten: kann man in Anlage SO oder G eintragen . ggf. kleiner Hinweis, dass einmalige Sache ( bei Gewinn unter 410,-- greift der Härteausgleich. d.h. zu versteuern 0,--, aber es muss angegeben werden!)

E.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9385 Beiträge, 3596x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Darf ich die Kosten für die Anfahrt zum Ort der Feier in Abzug bringen?
Ja, darfst du, und damit kommst du doch sicher unter 256 Euro. Fazit: Steuerfrei, gib es gar nicht an (ein kleiner Hinweis, dass es diese Einnahme gab und das sie unter der Freigrenze lag kann aber Nachfragen vermeiden).

Zitat:
2. wer hat überwiesen, auf wen laufen die Rechnungen?
Beides ist unbedeutend.
Und der Antrag ist in der Einkommensteuererklärung zu stellen, es gibt doch extra Felder dafür (wer ist Mitbewohner, und wie viel Prozent).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Steve34
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 22x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Zitat:
Darf ich die Kosten für die Anfahrt zum Ort der Feier in Abzug bringen?
Ja, darfst du, und damit kommst du doch sicher unter 256 Euro. Fazit: Steuerfrei, gib es gar nicht an (ein kleiner Hinweis, dass es diese Einnahme gab und das sie unter der Freigrenze lag kann aber Nachfragen vermeiden).

OK. Was unterscheidet denn einen Hinweis von einem Eintrag in der Anlage SO? Habe es mal in Elster ausprobiert, Einnahmen abzgl. Fahrtkosten liegen unter 256 Euro und haben keinen Einfluss auf die Erstattung.

Mit weiteren Einnahmen dieser Art rechne ich in Zukunft nicht. Macht die Anlage SO also mehr Sinn, wenn dies nun häufiger vorkommt?

Nochmals vielen Dank und Gruß!

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Cybert.
Status:
Lehrling
(1791 Beiträge, 419x hilfreich)

Zitat (von Steve34):
Macht die Anlage SO also mehr Sinn, wenn dies nun häufiger vorkommt?

Nein, dann ist es gewerblich und gehört in die Anlage G.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Steve34
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 22x hilfreich)

Zitat (von Eugenie):
1. abwarten, was FA macht - und/oder schon mal beim Arbeitgeber nachfragen, warum 2018 die Reisekosten 2017 vermerkt sind!

Ich habe noch einmal alles nachgerechnet, ich habe von meinem AG die korrekten Beträge erstattet bekommen. Durch den Verzug erhalte ich ja jetzt im ersten Jahr viel zu viel zurück, hingegen wird es sich im letzten Jahr der Auswärtstätigkeit negativ auswirken. Kann es unter diesem Umstand cleverer sein, das Thema ganz herauszulassen?

Oder anders gefragt: Kann es mir irgendwie nachteilig ausgelegt werden, dass sich alles um ein Jahr verzögert, oder ist das ein "Abrechnungs-Thema" meines AG? Ich werde es dort auf jeden Fall mal ansprechen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9385 Beiträge, 3596x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
OK. Was unterscheidet denn einen Hinweis von einem Eintrag in der Anlage SO?
Imho gar nichts.
Ich handhabe es auch immer so, dass ich in der Anlage SO alles angebe obwohl ich unter der Freigrenze bleibe (mach ich wegen der Kontrollmitteilungen die da kommen könnten).

Bei mir sind das übrigens meist Prämien und Provisionen (etwa für Freundschaftwerbungen oder Depotüberträge), und ich achte sehr genau darauf, dass es weniger als 256 Euro sind (nehmen wir an es wären aus Versehen mal 270 Euro, dann müsste ich für diese 15 Euro zuviel vielleicht 100 Euro mehr Steuern zahlen, ein sehr schlechtes Geschäft).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 181.962 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
77.053 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.