Energetische Sanierung oder Handwerkerleistung?

29. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Herbert321
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Energetische Sanierung oder Handwerkerleistung?

Hallo zusammen!
Ich besitze zwei Häuser in NRW, auf deren Dächern ich in 2023 jeweils eine PV-Anlage habe installieren lassen. Das erste Haus bewohne ich selbst mit meiner Familie. Es ist im Jahr 2016 gebaut worden. Das zweite Haus wurde mir von meinen Eltern geschenkt, sie bewohnen es mietfrei und zahlen lediglich die Nebenkosten. Das Baujahr ist 1977.

Kann ich in der Steuererklärung die entstandenen Kosten für eines der Häuser oder am besten sogar für beide Häuser auf irgendeine Art („energetische Sanierung" oder „Haushaltsnahe Dienstleistungen") geltend machen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

-- Editiert von User am 29. März 2024 08:26

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47526 Beiträge, 16813x hilfreich)

Nach meiner Auffassung handelt es sich bei der Installation einer OV-Anlage nicht um eine energetische Sanierung.

Um eine Handwerkerleistung im Sinne des § 35a Abs. 3 EStG handelt es sich ebenfalls nicht, da es keine Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahme ist, sondern eine Herstellung so einer Anlage.

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#2
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13726 Beiträge, 4359x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Um eine Handwerkerleistung im Sinne des § 35a Abs. 3 EStG handelt es sich ebenfalls nicht, da es keine Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahme ist, sondern eine Herstellung so einer Anlage.
Das sehe ich anders.
Imho sind die das selbst bewohnte Haus betreffenden Lohnkosten als Handwerkerleistungen absetzbar.

Bei dem anderen Haus aber natürlich nicht, da hätten die Eltern die Auftraggeber sein müssen (ich gehe davon aus, dass die Eltern keine Kosten übernommen haben).

Stefan

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47526 Beiträge, 16813x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Das sehe ich anders.
Imho sind die das selbst bewohnte Haus betreffenden Lohnkosten als Handwerkerleistungen absetzbar.

Es handelt sich um eine Herstellung der PV-Anlage. Daher sind Handwerkerkosten auch dann nicht absetzbar, wenn die PV-Anlage auf dem Dach des selbstbewohnten Hauses installiert wurde.

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#4
 Von 
amz529033-63
Status:
Schüler
(310 Beiträge, 61x hilfreich)

D

Zitat (von hh):
Daher sind Handwerkerkosten auch dann nicht absetzbar, wenn die PV-Anlage auf dem Dach des selbstbewohnten Hauses installiert wurde.


Doch, sind sie, zumindest, wenn auch die restlichen Voraussetzungen erfüllt sind - siehe TZ 28 des BMF-Schreibens vom 17.07.2023
(IV C 6 – S 2121/23/10001 :001)

-- Editiert von User am 2. April 2024 20:13

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47526 Beiträge, 16813x hilfreich)

Zitat (von amz529033-63):
Doch, sind sie, zumindest, wenn auch die restlichen Voraussetzungen erfüllt sind - siehe TZ 28 des BMF-Schreibens vom 17.07.2023
(IV C 6 – S 2121/23/10001 :001)


Ja, für Wartungskosten oder Reparaturkosten.

Kosten der erstmaligen Herstellung fallen jedoch nicht unter den § 35a EStG.

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13726 Beiträge, 4359x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Kosten der erstmaligen Herstellung fallen jedoch nicht unter den § 35a EStG.
Wie gesagt, das sehe ich anders.
1. ist eine Solaranlage nur eine Änderung der elektrischen Versorgung (vergleichbar mit einer anderen Heizung, und da wären die Lohnkosten ja auch absetzbar).
2. wollte der Gesetzgeber imho ausdrücklich vor allem Neubauten ausnehmen.

In dem Anwendungsschreiben ist auch mehrfach von Neubaumaßnahmen die Rede, und dabei ist imho der Neubau des Gebäudes selbst oder nennenswerte Wohnraumerweiterung gemeint (z.B. Dachgeschossausbau). Nicht aber muss die Anlage zwingend alt sein oder eine bestehende ersetzen.

Vergleichbar ist das mit dem Bau eines Carports. Das ist zwar auch eine neue Anlage, aber eben auch nur eine Umgestaltung/Verbesserung eines Parkplatzes. Die Grenze würde ich bei Garagen ziehen, und zwar weil das richtige Gebäude sind.

Hier noch ein Link (und haufe ist sicher eine ernstzunehmende Quelle): https://www.haufe.de/steuern/steuerwissen-tipps/bei-handwerkerleistungen-nicht-nur-erhaltungsmassnahmen-abziehbar_170_203688.html

Stefan

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
amz529033-63
Status:
Schüler
(310 Beiträge, 61x hilfreich)

"Kosten der erstmaligen Herstellung fallen jedoch nicht unter den § 35a EStG."

Die Finanzverwaltung NRW sieht das auch anders:
https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/unternehmen/ihre-photovoltaikanlage-und-das-finanzamt

-- Editiert von User am 2. April 2024 22:01

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#8
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2352 Beiträge, 631x hilfreich)

Zitat (von hh):
Kosten der erstmaligen Herstellung fallen jedoch nicht unter den § 35a EStG.
Und genau hier liegt die Krux!

Bereits vor Einführung des §3 Nr.72 EStG hat die Verwaltung PV-Anlagen, die wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht Liebhabereibetriebe waren, nicht als eigenständige Wirtschaftsgüter gesehen, sondern als Gebäudebestandteil. Insoweit war auch früher schon die Montage der PV-Anlage in diesen Fällen nach §35a EStG begünstigt, außer in Falle des Neubaus des Gebäudes an sich.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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