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Erbengemeinschaft möchte landwirtschaftlichen Besitz verkaufen

1. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
Juli123123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Erbengemeinschaft möchte landwirtschaftlichen Besitz verkaufen

Hallo,
ich habe einige Fragen und ich hoffe ihr könnt mir dazu helfen. Meine Schwester und ich haben einen Hof geerbt. Das Anwesen ist schon sehr lange in Besitz unserer Familie. (nun 3. Generation) Wir möchten nun aber verkaufen. Uns ist klar, dass erst einmal die Erbschaftssteuer anfällt. (die genaue Erbschaftssteuer ist von der Verkehrswertermittlung zu errechnen..) Spekulationssteuer können wir als Erben auch ausschließen. Grunderwerbssteuer ist prinzipiell auf den Käufer umzulegen!? Kann mir dazu jemand was sagen?
Nun aber zu meiner eigentlichen Frage:
Wenn ich diese Erbschaftssteuer mit meiner Schwester bezahlt habe, fallen dann nochmal Steuern beim Verkauf eines Ackers z.B. an?

Liebe Grüße Julia

-- Editiert von Juli123123 am 01.08.2022 19:54

-- Editiert von Moderator topic am 01.08.2022 20:13

-- Thema wurde verschoben am 01.08.2022 20:13

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
amz529033-63
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 26x hilfreich)

Wurde der landwirtschaftliche Betrieb im einkommensteuerrechtlicgen Sinn aufgegeben?

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
amz529033-63
Status:
Beginner
(135 Beiträge, 26x hilfreich)

Wurde der landwirtschaftliche Betrieb im einkommensteuerrechtlicgen Sinn aufgegeben?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Juli123123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von amz529033-63):
Wurde der landwirtschaftliche Betrieb im einkommensteuerrechtlicgen Sinn aufgegeben?

Das weiss ich nicht genau, meines Wissens wurde der Betrieb aus gesundheitlichen Gründen schon vor Jahren abgemeldet. (Wie kann ich das rausfinden?) Achja, der Acker ist verpachtet an den Käufer, falls das auch damit zutun hat.
Danke vielmals!!
Gruß Juli

-- Editiert von Juli123123 am 01.08.2022 23:08

-- Editiert von Juli123123 am 01.08.2022 23:09

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43150 Beiträge, 15389x hilfreich)

Ich vermute, dass die Betriebsaufgabe nicht eine Betriebsaufgabe im steuerrechtlichen Sinn war. Das scheuen Betriebsinhaber, das eine Betriebsaufgabe im steuerrechtlichen Sinn hohe Einkommensteuern auslösen.

Daher dürfte es sich bei den zu verkaufenden Flächen um Betriebsvermögen handeln. Die Veräußerung von Betriebsvermögen unterliegt in vollem Umfang der Einkommensteuer.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Juli123123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

das würde dann konkret bedeuten, ca die hälfte vom Besitz an den tollen Staat abzutreten?

-- Editiert von Juli123123 am 02.08.2022 06:36

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Erich Tango
Status:
Beginner
(127 Beiträge, 25x hilfreich)

Landwirtschaftliche Flächen im Privatvermögen sind eher die Ausnahme. Also müssten die Einnahmen dann versteuert werden.
Ein ersten Hinweis ist die Einkommensteuererklärung des Erblassers. Oft wurden die Pachteinnahmen (richtigerweise, weil ruhender Betrieb) als Einfünfte aus Land- und Forstwirtschaft versteuert. Aber selbs wenn Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erklärt wurden hat man meistens keine wirksame Betriebsaufgabe gegenüber dem Finanzamt erklärt.
Ich empfehle in jedem Fall vor Verkauf einen Gang zum Steuerberater. Am besten einen, der mehr als einen Landwirt berät.

Zitat:
das würde dann konkret bedeuten, ca die hälfte vom Besitz an den tollen Staat abzutreten?


Nein. Einnahmen sind zu versteuern, ABER Anschaffungskosten können gegengerechnet werden. Entweder tatsächliche Kaufkosten der Vorfahren (wenn nach 1970 gekauft) ODER ein fiktiver Buchwert nach § 55 EStG. Dieser beträgt (stark vereinfacht) ca. 1-3 € je qm.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Juli123123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

danke euch zwei, hat mir sehr weitergeholfen. Sonnige Grüße Julia

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1878 Beiträge, 503x hilfreich)

Zitat (von Juli123123):
Spekulationssteuer können wir als Erben auch ausschließen
Zitat (von Juli123123):
Das weiss ich nicht genau, meines Wissens wurde der Betrieb aus gesundheitlichen Gründen schon vor Jahren abgemeldet.
Auch bei einer wirksamen, aber dem FA nicht gemeldeten Betriebsaufgabe kann die Sache für die Erben teuer werden!

§23 Abs.1 S.2 EStG, BFH vom 06.12.2021, AZ.: IX R 3/21

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Juli123123
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Das weiss ich nicht genau, meines Wissens wurde der Betrieb aus gesundheitlichen Gründen schon vor Jahren abgemeldet.

Auch bei einer wirksamen, aber dem FA nicht gemeldeten Betriebsaufgabe kann die Sache für die Erben teuer werden!

§23 Abs.1 S.2 EStG, BFH vom 06.12.2021, AZ.: IX R 3/21


Also da ich mit meinem Steuerberater geredet habe, weil es eine grössere Sache ist, wurde das ganze bis auf die Wohnhäuser als Betriebsvermögen schon immer bis heute auch in der Steuer deklariert. Nun habe ich mir sagen lassen dass auf diese landwirtschaftlichen Grundstücke eine Gewinnsteuer von uns als Verkäufer zu erbringen ist.
Bei den Wohnhäusern sieht es anders aus, da diese unter Privatvermögen gelten.

Kann es sein dass durch die zu erbringende Gewinnsteuer die Erbschaftssteuer garnicht mehr so schlimm aussehen wird, zudem sind 400.000 davon nicht anzurechnen? wie ist das denn genau?

Viele Grüße
Julia

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43150 Beiträge, 15389x hilfreich)

Zitat (von Juli123123):
Kann es sein dass durch die zu erbringende Gewinnsteuer die Erbschaftssteuer garnicht mehr so schlimm aussehen wird,


Nein

Zitat (von Juli123123):
zudem sind 400.000 davon nicht anzurechnen?


Das ist natürlich richtig.

Zitat (von Juli123123):
wie ist das denn genau?


Bei der Einkommensteuer kann es aufgrund der vorangegangenen Erbschaft eine Steuerermäßigung nach § 35b EStG geben.

0x Hilfreiche Antwort

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