Erbschaftssteuerklasse

30. Januar 2011 Thema abonnieren
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)
Erbschaftssteuerklasse

Hallo,
ich versuche meine Frage so kurz und präzise wie möglich zu formulieren.

meine eltern sind bei einem unfall ums leben gekommen als ich noch sehr klein war, daraufhin bin ich bei den eltern meiner leiblichen mutter aufgewachsen. also bei meinen grosseltern.

als mein grossvater, also der vater meiner leiblichen mutter, vor einigen jahren verstorben ist, wurde mir gesagt, das ich rechtlich an die stelle meiner mutter rutsche und somit bezüglich der erbschaft in die steuerklasse meiner verstorbenen mutter.

jetzt von meinem grossvater die schwägerin verstorben. diese hatte ein gemeinschaftstestament mit ihrem bereits verstorbenen mann, dem bruder meines grossvaters.

ich bin als erbin eingesetzt.

deswegen meine frage:
gelte ich jetzt rechtlich gesehen als nichte? oder gehöre ich in die nächste steuerklasse der "restlichen"?

ich wäre sehr dankbar wenn mirjemand helfen könnte.

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15 Antworten
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#1
 Von 
guest-12302.03.2011 15:57:58
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo

bist du nur bei deinen Großeltern aufgewachsen oder haben die dich adoptiert?

Wie du das hier dargestellt hast, dann zählst du zu den Restlichen.


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"Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durc"

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

Als Dein Großvater gestorben ist, bist Du zwar erbrechtlich an die Stelle Deine Mutter gerutscht, nicht jedoch hinsichtlich der Erbschaftsteuerklasse.

Vielmehr gilt für Enkel ebenfalls die Erbschaftsteuerklasse I (§ 15 Abs. 1 ErbStG ). Für Kinder verstorbener Kinder gilt auch der gleiche Freibetrag wie für die Kinder (§ 16 ErbStG ).

Kinder von bereits verstorbenen Kindern werden also ausdrücklich gesetzlich in die gleiche Steuerklase eingeordnet und erhalten die gleichen Freibeträge wie der schon verstorbene Elternteil.

Für Kinder bereits verstorbener Nichten gilt das jedoch nicht, so dass Du im konkreten Fall in die Steuerklasse III eingeordnet wirst.

Außerdem wäre auch Deine Mutter in die Steuerklasse III eingeordnet worden, da die Verstorbene keine Schwester des Großvaters war, sondern nur seine Schwägerin.

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-- Editiert am 30.01.2011 18:41

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#3
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)

ersteinmal danke schön für die antworten.

also verstehe ich das richtig das ich dann 30% steuern zahlen darf?

adoptiert wurde ich nicht, damals hiess das "bestallung", diese endete mit meinem 18. Lebensjahr.

Die Schwägerin meines Grossvaters hatte ein notariell aufgesetzt und beglaubigtes Gemeinschaftstestament mit dem Bruder meines Grossvaters.

Der Bruder ist als erstes gestorben, dann ging das komplette erbe an die schwägerin meines grossvaters. dann eigentlich an meinen grossvater, da dieser verstorben ist, dann folglich an meine tante und mich. mein grossvater war im falle des ablebens des längerlebendes, also des bruders oder der schwägerin meines grossvaters, als alleinerbe eingesetzt. dies wurde gemeinschaftlich notariell von beiden, also schwägerin und bruder, beglaubigt.

aber ich denke das spielt dann so keine rolle, oder? sprich, an der steuerklasse ändert sich nichts?



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-- Editiert am 31.01.2011 00:07

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

quote:
also verstehe ich das richtig das ich dann 30% steuern zahlen darf?


Ja, das siehst Du richtig und das gilt auch für Deine Tante.

quote:
aber ich denke das spielt dann so keine rolle, oder?


Ich frage mich gerade, wie Du darauf kommst, dass Du überhaupt Erbe geworden bist.

quote:
mein grossvater war im falle des ablebens des längerlebendes, also des bruders oder der schwägerin meines grossvaters, als alleinerbe eingesetzt.


Wenn keine Ersatzerben bestimmt wurden, dann ist es jedenfalls fraglich, dass Du und Deine Tante jetzt erben.

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#5
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)

danke für die antwort.

dann habe ich mich nicht klar genug formuliert :-) meine tante und ich sind als gleichanteilige ersatzerben eingesetzt für meinen grossvater eingesetzt.

können sie mir vielleicht auch noch sagen ob ein geerbtes haus anders versteuert wird? ertragswertverfahren usw. ist mir geläufig, allerdings ist mir nicht ganz klar ob der errechnete verkehrswert zu 100% mit in die komplette erbsumme, also inklusive geldvermögen, fliesst und somit komplett mit 30 % versteuert wird. oder wird von dem verkehrswert noch ein betrag abgezogen?

nette grüsse
pocket sun

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#6
 Von 
guest-12302.03.2011 15:57:58
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo

Ein geerbtes Haus oder eine Wohnung ist steuerfrei, soweit das Haus mind. 10 Jahren zu eignen Wohnzwecken dient. d.h. wenn du es selbst benutzt und nicht vermietet wird.

Die Steuerbefreiung gilt jedoch nur an Kindern, Ehepartnern und an eingetragene Lebenspartnern. bei Kindern ist die Steuerbefreiung möglich, wenn die Größe des Hauses 200 qm nicht übersteigt.

ist deine tante die Tochter vom Erblasser?
was ich bis jetzt nicht beurteilen kann, ob du als Nichte oder Enkelkind einzustufen ist. und das kann auch eine große Rolle spielen.

Für das Haus wird der Marktwert zugrunde gelegt. Hier sind aber die Schulden sowie die lasten des Erblassers von der Summe abzuziehen.

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#7
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)

aber das mit dem marktwert hat sich doch durch die steuerreform ab 01.01.2010 geändert, und ab der reform wird der verkehrswert zu grunde gelegt, oder nicht?

also irgendwie bin ich jetzt selbst verwirrt.

nochmal zur erbfolge.

gemeinschaftstestament von dem bruder meines grossvaters und dessen ehefrau. als alleinerbe war mein grossvater eingesetzt. meine tante, ist die tochter meines grossvaters,die schwester meiner leiblichen mutter.
zu letzt verstorben ist die schwägerin meines grossvaters.
meine tante und ich sind als ersatzerben für meinen grossvater eingesetzt. notariell beglaubigt und bereits eröffnet. gleichanteilig an geldvermögen und immobilie.

enkelin bin ich ja vom alleinerben, der aber bereits verstorben ist.

besser erklären kann ich es leider nicht.

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

Das Haus geht mit dem vollen Verkehrswert in die Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer ein. Es ist lediglich ein Freibetrag in Höhe von 20.000€ zu berücksichtigen.

@leonardou
Die Verwandschaftsverhältnisse wurden doch klar dargestellt.

quote:
ist deine tante die Tochter vom Erblasser?


Offensichtlich nicht bei den beschriebenen Verwandtschaftsverhältnissen

quote:
was ich bis jetzt nicht beurteilen kann, ob du als Nichte oder Enkelkind einzustufen ist. und das kann auch eine große Rolle spielen.


Sie/Er ist die/der Großnichte/neffe des vorverstorbenen Ehemannes der Verstorbenen. Es bestehen also gar keine Verwandtschaftsverhältnisse zur Verstorbenen, sondern nur eine entfernte Schwägerschaft.

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#9
 Von 
guest-12302.03.2011 15:57:58
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo

jetzt ist aber die Sache ganz anders. Du bist hier als Enkelkind und deshalb fällst du in die Steuerklasse I § 15 Abs.1 Nr. 3 ErbStG

Für dich gibt es auch einen Freibetrag von 400.000€. § 16 Abs.1 Nr.2 ErbStG .

Für die Ermittlung des Hauswertes wird vom Finanzamt einen Gutachter beauftragt, der der wert des Hauses ermittelt. Alternativ kann auch von dir einen Gutachter beauftragt. sein Gutachten wird auch akzeptiert.


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"Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durc"

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

@leonardou

quote:<hr size=1 noshade>Hallo

jetzt ist aber die Sache ganz anders. Du bist hier als Enkelkind und deshalb fällst du in die Steuerklasse I § 15 Abs.1 Nr. 3 ErbStG

Für dich gibt es auch einen Freibetrag von 400.000€. § 16 Abs.1 Nr.2 ErbStG .

Für die Ermittlung des Hauswertes wird vom Finanzamt einen Gutachter beauftragt, der der wert des Hauses ermittelt. Alternativ kann auch von dir einen Gutachter beauftragt. sein Gutachten wird auch akzeptiert. <hr size=1 noshade>


Bitte die Frage noch einmal genau lesen und dann die Antwort überdenken. Der Fragesteller ist nicht der Enkel der Verstorbenen!!



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#11
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)

@ leonardou200: ich glaube sie haben mich nicht richtig verstanden. mein grossvater ist als alleinerbe eingesetzt, dieser ist aber bereits vor jahren verstorben. jetzt ist die schwägerin meines grossvaters gestorben.

ich denke nicht das ich als enkelin angerechnet werden darf, da ja die schwägerin den alleinerben überlebt hat.

einen gutachter wollen meine tante auf jedenfall beauftragen, weil wir der festen überzeugung sind das das haus viel zu hoch angegeben ist. wieso bereits mal angegeben kann ich bei interesse oder ähnlichem gern erklären, ansonsten wärs jetzt zu lang.
auf jedenfall wurde dieser angegebene wert auf der grundlage der versicherung getätigt. der wert ist unserer meinung nach aber utopisch. da wir glauben das sie die wertminderung schon ziemlich hoch sein kann, wird dementsprechend ja dann auch die steuerpflicht für uns geringer.
das das finanzamt freiwillig einen gutachter schickt ist mir neu. eigentlich sollte man meinen das die soweit zufrieden sind mit dem bekannten wert, so gesehen ist es ja fürs finanzamt von vorteil wenn der wert des hauses hoch ist.



@tao: ich glaube sie haben mich verstanden :-) das verwandtschaftsverhältnis müsste ich als grossnichte oder ähnlichem titulieren.

danke danke nochmal für die antworten!

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#12
 Von 
guest-12302.03.2011 15:57:58
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 235x hilfreich)

quote:
Der Bruder ist als erstes gestorben, dann ging das komplette erbe an die schwägerin meines grossvaters. dann eigentlich an meinen grossvater, da dieser verstorben ist, dann folglich an meine tante und mich


D.H. Der Vater deines Mutters hat seinen Bruder und Ehefrau geerbt. und weil er gestorben war, hast du ihn und deine Tante geerbt. Habe ich das so richtig verstanden?

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#13
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

quote:
D.H. Der Vater deines Mutters hat seinen Bruder und Ehefrau geerbt. und weil er gestorben war, hast du ihn und deine Tante geerbt. Habe ich das so richtig verstanden?


Nein, die Personen sind in folgender Reihenfolge gestorben:
1. Mutter und Vater
2. Bruder des Großvaters
3. Großvater
4. Ehefrau des Bruders des Großvaters

2.+ 4. hatten ein gemeinsames Testament, in dem sie sich gegenseitig als Alleinerben und 3. als Schlusserben, sowie die Fragestellerin sowie die Tante als Ersatzerben eingesetzt haben.

Es geht hier um den direkten Erbanspruch der Fragestellerin und ihrer Tante (Tochter von 3.) nach dem Tod von 4.

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#14
 Von 
PocketSun
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 13x hilfreich)

@ tao: Danke schön für Ihre präzise und richtige Erläuterung!

:-)

können sie mir sogar eventuell noch weiterhelfen mit folgenden zwei fragen?

1. Der Steuerbescheid, muss der von beiden Ersatzerben selbstständig ausgefüllt werden, oder obliegt es einem der Erben diesen Bescheid mit den komplettwerten für beide Parteien auszufüllen? Oder ist es so das man anteilig angeben muss? Eine vielleicht naiv klingende Frage, aber ich konnt mir selbst noch keine Antwort darauf geben.

2.der vom gutachter errechnete wert der immobilie, wird der seit dem 01.01.2010 zu 100% versteuert? ich habe irgendwie im Hinterkopf das das nicht immer so gewesen ist, sondern zu einem früheren Zeitpunkt der Immobilienwert, bzw. Verkehrswert zu jediglich zu 60% des Verkehrswertes.

Oder fällt das sogar schon ehr in den Bereich Steuerberater?



-- Editiert am 01.02.2011 22:14

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47963 Beiträge, 16946x hilfreich)

zu 1.: Es wird eine gemeinsame Erbschaftsteuererklärung abgegeben.

zu 2.: Die Bewertung von Immobilien hat sich zum 01.01.2009 geändert. Relevant für die Frage welches Recht angewendet werden muss, ist der Todestag der Erblasserin. Nach neuem Recht wird die Immobilie zu 100% versteuert, es sei denn, sie war vermietet.

Über die Einschaltung eines Steuerberaters für die Erstellung der Erbschaftsteuererklärung sollte man durchaus nachdenken.

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-- Editiert am 03.02.2011 09:24

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