Erfahrungen mit nicht angegebenen Airbnb Vermietungen (Steuerhinterziehung, Kulturförderabgabe)

27. Juni 2024 Thema abonnieren
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)
Erfahrungen mit nicht angegebenen Airbnb Vermietungen (Steuerhinterziehung, Kulturförderabgabe)

Hallo zusammen,

ein bekannter hat vor ca. 7 Jahren, innerhalb seines Studiums, sein Stundentenzimmer regelmäßig bei Airbnb eingestellt (1 Jahr lan). Dabei hat er monatlich ca 300 Euro Gewinn gemacht und diese nicht angegeben, bzw. keine Steuererklärung gemacht. Ansonsten hatte er nur einen Minijob (400 Euro Basis). Nun ist er mitten im Leben mit einem normalen Job und Familie. Er hat nun Post bekommen von der Stadt, dass er über Jahre Beherbergungen angeboten hat und dazu Stellung nehmen soll. Es geht um die Kulturbeherbergungssteuer. Allerdings hat er keine Daten und keinen Zugriff mehr auf seine Airbnb Daten. Er weiß nicht was er antworten soll und wie er was nachweisen kann. Wenn er nicht reagiert, dann wird er geschätzt für das Jahr 2017 bis heute.

Was soll er tun und was sollte er nicht tun?

Er hat nun große Angst, dass ihm auch eine Strafanzeige droht wegen Steuerhinterziehung. Vom Finanzamt kam bisher nicht, aber die Stadt hat anscheinend Meldung vom Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität erhalten. Demnach geht er davon aus, dass die auch anderen Ämtern was gemeldet haben.

Wovon kann er ausgehen? Soll er sich selber schnell melden oder erstmal abwarten? Wie sieht es mit Verjährung aus?
Und was für Daten gibt Airbnb weiter? Nur Name und Anschrift?
Airbnb selber hat er schon angefragt, nach seinen alten Daten. Die meinten aber, dass die keine Daten nachträglich nachreichen können oder sogar gelöscht sind.

Wir wären für jede HILFE und Erfahrungen sehr sehr dankbar.

Wie gesagt war das total Dumm und er hätte eine Erklärung abgeben müssen. Er war aber unwissend und nicht informiert. Natürlich schützt das nicht vor Strafe. Aber er ging aber davon aus, dass es so wenig ist, dass er nichts anmelden muss. Aber wie ich es sehe, ist er knapp über der Grenze, dass eine Meldung notwendig gewesen war.

BITTE HELFT uns!

-- Editiert von User am 27. Juni 2024 14:32

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21 Antworten
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#1
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5033 Beiträge, 1207x hilfreich)

Wenn er keine weiteren Einkünfte hatte, dürfte keine Hinterziehung von Einkommen- und Umsatzsteuern vorliegen.
Verjährt wäre es jedenfalls nicht.

Wegen der lokalen Steuer bleibt wohl nur die Schätzung, die ggf. nachteilig sein kann.

Evtl. liegt aber noch eine Straftat bei Sozialversicherungen oder BAföG vor.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33421 Beiträge, 5805x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
Wenn er nicht reagiert, dann wird er geschätzt für das Jahr 2017 bis heute.
ICH würde jetzt reagieren.
ICH würde erklären, dass ich im Zeitraum von-bis monatlich durch die Vermietung 300,- als Einnahme hatte.
(wenn man das zumindest selbst so genau weiß, kann man dazu Stellung nehmen).
Dann wird erstmal nicht für 7 Jahre laufende Vermietung geschätzt.
ICH würde auch erklären, dass ich aus Unkenntnis wohl versäumt hätte, eine solche Steuer an die Stadt zu zahlen.
ICH würde dann abwarten, was die Stadt antwortet.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#3
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5033 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von Anami):
dass ich im Zeitraum von-bis monatlich durch die Vermietung 300,- als Einnahme hatte.

Laut TO war das der Überschuss!

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#4
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmals Danke für die Rückmeldungen!

Einkünfte hatte er nur 400 Euro aus einen Minijob (Kellner währet des Studiums). Sonst kein Bafög etc, lediglich Unterstützung durch die Eltern (Miete).

Ich habe ihm auch geraten, einfach eine Steuererklärung für das besagte Jahr nachzureichen, da er ja auch seine Ausgaben etc. angeben kann und dann wird da nicht viel Steuer nachzuzahlen sein. Das Problem ist, dass er an keine Daten rankommt. Die alte Bank ist gekündigt und löscht alle Kontoauszüge nach 7 Jahren und das Airbnb Konto gibt es auch nicht mehr. Airbnb konnte ihm da nicht helfen. Er hat nur einen groben Wert im Kopf und vermutet, dass es ca. 900 Euro Umsatz war und davon hat er 600 Miete bezahlt. Zeitraum war, wenn es hochkommt 10-11 Monate.

Von dem Finanzamt kam noch nichts, lediglich von der Stadt. Angst macht ihm der Satz, dass das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität der Stadt Köln eine Meldung gegeben hat.

Soll er auf diesen "maschinell erstellten" Brief einfach erstmal nicht antworten? Oder soll er der Stadt erstmal schreiben, dass er die Wohnung nur ein Jahr gemietet hat und dafür gerne die Kulturbeherbergungssteuer zahlt. Er hat Angst, dass dann eine Akte erstellt ist und das Ding ins Rollen gebracht wird.

Die größte Frage ist,, womit muss er jetzt rechnen, wenn er nicht reagiert?

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33421 Beiträge, 5805x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
Einkünfte hatte er nur 400 Euro aus einen Minijob
UND die 300,- Überschuss/Gewinn aus der Vermietung für die Zeit von-bis.
Zitat (von TimSchieber88):
einfach eine Steuererklärung für das besagte Jahr nachzureichen
Welches Jahr ist das? Davon schreibt die Stadt Köln jetzt nichts. Du hattest gefragt-->
Zitat (von TimSchieber88):
Wenn er nicht reagiert, dann wird er geschätzt für das Jahr 2017 bis heute. Was soll er tun und was sollte er nicht tun?
Ich hatte empfohlen, zunächst der Stadt auf ihr Schreiben zu antworten, um zu verhindern, dass für 7 Jahre geschätzt wird.

Der Stadt dürfte egal sein, ob und wann er selbst Steuererklärungen beim Finanzamt eingereicht hat oder ob er nachzahlen muss.--- jetzt geht es um die städtische Kulturförderabgabe.
Zitat (von TimSchieber88):
Von dem Finanzamt kam noch nichts, lediglich von der Stadt.
Genau. Deshalb hatte ich so geantwortet.

Zitat (von TimSchieber88):
Die größte Frage ist,, womit muss er jetzt rechnen, wenn er nicht reagiert?
Dass die Stadt schätzt und zwar für die letzten 7 Jahre.

https://www.stadt-koeln.de/artikel/06845/index.html
https://www.airbnb.de/help/article/852
https://www.finanzverwaltung.nrw.de/dienststellen/lbf-nrw

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Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Also soll er erstmal der Stadt Antworten und den Zeitraum nennen. Die würden dann wahrscheinlich schätzen (nachteilig für ihn) und das soll er einfach zahlen.

Leitet die Stadt das dann automatisch an das Finanzamt weiter? Oder haben die wahrscheinlich schon längst eine Info?

Was kann er denn hier befürchten? Evtl kommt ja nichts mehr vom Finanzamt, da es so wenig war und nicht im öffentlichen Interesse ist. Oder doch lieber Einach schnell nachreichen?
Das Problem ist nur, dass er keine Nachweise hat. Wenn er sich beim Finanzamt meldet, ohne Nachweise, dann werden die ihn wahrscheinlich total hoch schätzen. Den einzigen Nachweis den er hat, ist die Kündigung aus der Wohnung. Daran könnte man erkennen, dass er nur ca. 12 Monate Mieter war.

Hat jemand hier auch so Erfahrungen gemacht oder so einen Brief erhalten? Der Brief zielt auf das Jahr 2017-2019 ab.

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#7
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2099 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
Leitet die Stadt das dann automatisch an das Finanzamt weiter? Oder haben die wahrscheinlich schon längst eine Info?
Da sowohl das LBF wie auch die Finanzämter Behörden der Landesfinanzverwaltung NRW sind, eindeutig letzteres.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14064 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

was willst du denn immer mit dem Finanzamt? Bisher ist nicht zu erkenen, dass da Einkommensteuern angefallen wären bzw. hinterzogen wurden. Wenn was vom Finanzamt kommt dürfte das recht leicht zu klären sein.

Die Kulturförderabgabe ist hingegen das Problem, Verjährung ist noch nicht eingetreten (für 2017 wird das imho erst Ende 2025 sein).
Soweit ich weiß ist das ein Massenverfahren, man hört dass es um mehrere tausend Fälle geht. Daher könnte die Behörde durch konstruktive Mitarbeit vielleicht etwas milde gestimmt werden.

Ich würde erstmal einräumen, dass in der Zeit von bis solche Einnahmen vorlagen (der Zeitraum sollte dabei unbedingt stimmen, im Zweifel lieber etwas großzügiger angeben), und auch, dass es ausschließlich über AirBNB lief (war doch so?).
Und dann der Behörde erlauben, aufgrund der ihnen vorliegenden Daten zu schätzen. Mir scheint das nämlich die konkret beste Möglichkeit zu sein zu einem einigermaßen realistischen Ergebnis zu kommen (so ist das halt, wenn man absolut keine Unterlagen mehr hat, dann muss man eben mit Schätzungszuschlägen leben).

Ich weiß nicht, wie sich die Kulturförderabgabe berechnet. Aber wenn es nur um den Gewinn geht, dann würde ich die eigenen Kosten (insbesondere also die Miete) auch noch mitteilen.
Die vergleichbare Kurtaxe ist aber ein Festpreis pro Person und Tag - falls es hier auch so ist sind die Kosten egal.

Stefan

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#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33421 Beiträge, 5805x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
Die würden dann wahrscheinlich schätzen (nachteilig für ihn) und das soll er einfach zahlen.
Lies doch das Schreiben nochmal:
Wenn er nicht reagiert, dann wird er geschätzt für das Jahr 2017 bis heute.
Also sollte er reagieren und schriftlich erklären, was Fakt und Wahrheit ist

Liest du die Antworten denn nicht?
Dann lass sie deinen Freund lesen, der verstehts evtl. besser?
Zitat (von TimSchieber88):
Was kann er denn hier befürchten?
Eine Antwort von der Stadt. Dann liest man diese und dann weiß man vielleicht, was man zu befürchten hat.
Zitat (von TimSchieber88):
Leitet die Stadt das dann automatisch an das Finanzamt weiter?
Die Stadt will diese Steuer haben... schon seit 10 Jahren ist die Stadt dabei.
Zitat (von TimSchieber88):
Das Problem ist nur, dass er keine Nachweise hat.
Du brauchst dich nicht wiederholen, denn das wurde sogar von mir verstanden.
Das Finanzamt ist jetzt nicht auf der Bühne.
Zitat (von TimSchieber88):
Hat jemand hier auch so Erfahrungen gemacht oder so einen Brief erhalten?
Mehrere vermutlich, nicht nur in Köln, aber die sind hier evtl. nicht in diesem Forum.
Zitat (von TimSchieber88):
Der Brief zielt auf das Jahr 2017-2019 ab.
Und woher kommt dann das:...dann wird er geschätzt für das Jahr 2017 bis heute.

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#10
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zunächst einmal auch von meiner Seite: Vom FA ist definitiv nichts zu befürchten!

Sowohl bei der ESt als auch bei der USt liegen die Zahlwn in einem Bereich, der zu exakt 0 (in Worten: Null) € Steuern führen würde! Also kann garkeine Steuer hinterzogen worden sein!

Das heißt NICHT, dass nicht noch Pist vom FA kommt, aber darum kann man sich kümmern wenn es soweit ist!

Auch bei der Kulturbeherbergungsabgabe kann man eher entspannt heran gehen!

Ja, natürlich muss man die zahlen!! Und ja, ganz billig wird es nicht, denn sie beträgt 5% vom Beherbergungspreis! Und ja, oben drauf kommt auch noch ein Verspätungszuschlag, §10 der entsprechenden Satzung.

Eine Strafe nach §17 KAG halte ich für sehr unwahrscheinlich, da kaum Vorsatz nachgewiesen werden kann. Ein Bußgeld nach §20 KAG wäre natürlich denkbar.


taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#11
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank erstmals! Also er hat jetzt bei seiner Bank nach die alten Kontoauszüge angefragt und dann soll er mal rechnen.

Aber nochmal kurz zusammenfassend, ob ich das richtig verstanden habe.
1. Die Stadt und Finanzamt sind zwei separate Dinge und nur, weil jetzt Post von der Stadt kam, heißt das erstmals nicht, dass vom FA was kommt. Und wenn, soll er erstmal warten und dann darauf reagieren.

2. Wenn er mit seinen Gewinn bzw. Einnahmen unter der Einkommenssteuergrenze (9000 Euro) liegt, sollte er keine Sorge haben und muss es im worst Case einfach beweisen. Also z.B. hat er 12 000 eingenommen, davon könnte er 5000 Euro Miete abziehen und wäre somit mit den 7000 Gewinn unter den 9000 Euro.


3. Was aber wenn er z.B. 15000 eingenommen hat und nach Abzug der Miete knapp über den 9000 ist? Was würde er dann befürchten müssen, wenn er knapp mit 1000 oder 2000 über der Grenze ist und eigentlich eine Steuererklärung gemacht haben müsste? Wird hier hart mit Strafanzeige bestraft oder bekommt er erstmal die Chance Nachzuzahlen ?
Macht es in diesem Fall Sinn, einfach nachträglich eine Steuererklärung für das besagte Jahr nachzureichen und die eventuell angefallen Einkommensteuer zu zahlen?
Das wäre jetzt mein Rat gewesen, da er dann keine Sorgen mehr haben muss und es wahrscheinlich auch nicht viel sein wird.
Er hat aber Angst, dass er dann schlafende Hunde weckt und noch mehr Ärger bekommt, weil ihm evtl Nachweise fehlen und dann irgendwelche Schätzungen und Strafen auf ihn zu kommen.


Ich weiß, dass sind für einige etwas unverständliche Fragen. Aber wir sind nicht Fit in dem Thema und wollen jetzt bloß nichts falsch machen und eine reine Weste haben.

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#12
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5033 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
1. Die Stadt und Finanzamt sind zwei separate Dinge und nur, weil jetzt Post von der Stadt kam, heißt das erstmals nicht, dass vom FA was kommt. Und wenn, soll er erstmal warten und dann darauf reagieren.

Richtig.

Zitat (von TimSchieber88):
2. Wenn er mit seinen Gewinn bzw. Einnahmen unter der Einkommenssteuergrenze (9000 Euro) liegt, sollte er keine Sorge haben und muss es im worst Case einfach beweisen. Also z.B. hat er 12 000 eingenommen, davon könnte er 5000 Euro Miete abziehen und wäre somit mit den 7000 Gewinn unter den 9000 Euro.

Richtig.

Zitat (von TimSchieber88):
3. Was aber wenn er z.B. 15000 eingenommen hat und nach Abzug der Miete knapp über den 9000 ist? Was würde er dann befürchten müssen, wenn er knapp mit 1000 oder 2000 über der Grenze ist und eigentlich eine Steuererklärung gemacht haben müsste? Wird hier hart mit Strafanzeige bestraft oder bekommt er erstmal die Chance Nachzuzahlen ?
Macht es in diesem Fall Sinn, einfach nachträglich eine Steuererklärung für das besagte Jahr nachzureichen und die eventuell angefallen Einkommensteuer zu zahlen?
Das wäre jetzt mein Rat gewesen, da er dann keine Sorgen mehr haben muss und es wahrscheinlich auch nicht viel sein wird.

Steuererklärung als strafbefreiende Selbstanzeige abgeben.

Zitat (von TimSchieber88):
Er hat aber Angst, dass er dann schlafende Hunde weckt und noch mehr Ärger bekommt, weil ihm evtl Nachweise fehlen und dann irgendwelche Schätzungen und Strafen auf ihn zu kommen.

Die sind schon wach. Für nachfolgende Jahre dürfte alles zu beschaffen sein.
Anleitungen zur Steuerhinterziehung gibt's hier nicht.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#13
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok... also auf Post vom FA warten soll er lieber nicht, da dies dann direkt mit Strafanzeige kommt?

Dann soll er jetzt direkt reagieren, Kontobelege besorgen und damit die Steuererklärung einreichen. Die Kontobelege mit ersichtlicher Angabe sollte dann doch als Nachweis reichen?

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#14
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16999 Beiträge, 9452x hilfreich)

Ungemach könnte noch von einer ganz anderen Seite kommen, was ein größeres Problem ist als das Finanzamt werden könnte:
Nämlich von der Krankenversicherung.
Sollte die Person nämlich noch kostenlos bei den Eltern mitversichert gewesen sein, steht Betrug zu Lasten der Krankenversicherung im Raum.
Bei Minijob plus 300€ monatlichen Einnahmen aus Vermietung dürfte die Grenze zur kostenlosen Mitversicherung überschritten gewesen sein.
Und jede Krankenversicherung schickt an Familien mit kostenlos mitversicherten Kindern jährlich einmal einen Fragebogen, auf dem man alle Einkünfte der Kinder angeben muss. Ich hoffe mal, dass da keine falschen Angaben gemacht wurden ...

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5033 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
Dann soll er jetzt direkt reagieren, Kontobelege besorgen und damit die Steuererklärung einreichen. Die Kontobelege mit ersichtlicher Angabe sollte dann doch als Nachweis reichen?

Richtig.

Zitat (von drkabo):
Ungemach könnte noch von einer ganz anderen Seite kommen, was ein größeres Problem ist als das Finanzamt werden könnte:

Siehe Antwort 1.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von TimSchieber88):
3. Was aber wenn er z.B. 15000 eingenommen hat und nach Abzug der Miete knapp über den 9000 ist? Was würde er dann befürchten müssen, wenn er knapp mit 1000 oder 2000 über der Grenze ist und eigentlich eine Steuererklärung gemacht haben müsste?
Selbst bei einem zu versteuernden Einkommen von 12.000 € würde die Steuer nur etwa 550 € betragen (2017)!

Zitat (von TimSchieber88):
Wird hier hart mit Strafanzeige bestraft oder bekommt er erstmal die Chance Nachzuzahlen ?
Auf Grund der Mitteilung besteht seitens des FA noch kein ausreichender Anfangsverdacht, der sofort die Einleitung eines Strafverfahrens eingeleitet rechtfertigen würde! Auch wegen der geringen Höhe, der Schwierigkeit den Vorsatz nachzuweisen und der Verjährungsproblematik wird die Buß- und Strafsachenstelle hier mit gefühlt 113,8%-iger Wahrscheinlichkeit NICHT einsteigen. Wenn wider Erwarten doch, würde das normalerweise gegen eine geringe Auflage eingestellt.

Der strafrechtlichen Seite kann man -wie schon von @Cybert gesagt- auch durch die Abgabe der Erklärung entgehen, denn diese wäre dann eine strafbefreiende Selbstanzeige.

Der Besteuerung kann man damit natürlich nicht entgehen und dort kämen aller Wahrscheinlichkeit zu der festgesetzten Steuer auch noch ein Verspätungszuschlag wegen verspäteter Abgabe der Steuererklärung dazu und die festgesetzte Steuer würde verzinst werden.

taxpert

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#17
 Von 
rightreft
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei mir ein ähnlicher Fall.

Jeweils knapp 3.000€ Einnahmen verteilt auf 2 Jahre. Ich hatte die Airbnb-Auszahlungs-E-Mails noch und da war das Zusammenrechnen einfach.

Laut Anruf beim Kölner Steueramt (für die Kulturförderabgabe) wird *kein* Verspätungszuschlag nach § 10 erhoben, zumindest nicht für die Jahre mit Einnahmen bis 2018. Für andere Jahre hatte ich nicht gefragt.

In meinem Fall in beiden betroffenen Jahren unter dem Grundfreibetrag geblieben. Aber Gewerbe nicht angemeldet und daher keine Kleinunternehmerregelung beantragt. Auf einigen Anwaltsseiten steht, dass es daher eine Umsatzsteuerhinterziehung war, die noch nicht verjährt ist.

Aber ich hoffe mal, dass wie geschrieben bei solch geringen Beträgen kein Fass beim FA aufgemacht wird. Oder gibt es in diesem Fall einen überzeugten Rat zur Selbstanzeige? Im Falle einer Selbstanzeige müsste die Umsatzsteuer + Zinsen auf jeden Fall nachgezahlt werden?

-- Editiert von User am 11. Juli 2024 02:12

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#18
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat:
daher keine Kleinunternehmerregelung beantragt.
Man kann die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG nicht beantragen! Man IST Kleinunternehmer Kraft Gesetzes!

taxpert

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#19
 Von 
TimSchieber88
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hast du das ganze mit der Stadt Köln schon geklärt? Was wollten die als Nachweis? Hat da eine Auskunft mit den email Auszahlungen ausgereicht? Vielleicht kannst du mir nochmal was zum Ablauf sagen.

Wir haben nun auch alte Kontoauszüge beantragt und alte emails geprüft. Anscheinend hat er pro Jahr doch mehr eingenommen. Aber nach Abzug der Miete und dem Steuerfreibetrag, blieb ca 3-5k an zu versteuerten Gewinn über. Ich habe geraten, einfach eine Steuererklärung nachzureichen.

Ich kann mir nicht vorstellen, das da nichts von dem FA kommt. Ich bin mir auch sicher, dass wenn etwas kommt, dann direkt mit Anzeige. Die Höhe ist dann wschl egal.

Einige sagen, dass erstmal nur ein Brief kommt mit der Aufforderung die Steuer zu zahlen und man dann die Erklärung nachreichen kann. Vielleicht kommt auch nichts mehr, da es so eine kleine Summe ist und schon 7 Jahren rum sind und es bald verjährt ist. Das FA hat natürlich ganz andere Fälle und hier geht es nur um eine Nachzahlung von 500-1000 Euro. Aber gerade deswegen sollte man einfach nachträglich die Erklärung machen. Die Frage ist nur, ob die emails mit den Auszahlungen von airbnb ausreichen. Oder ob das FA einem dann Stress macht, weil die mehr Infos brauchen.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
rightreft
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Man kann die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG nicht beantragen! Man IST Kleinunternehmer Kraft Gesetzes!


So steht es im § 19 UStG.

Stutzig gemacht haben mich nur diese Formulierungen hier (https://www.rudolph-recht.de/steuerhinterziehung-bei-vermietung-von-privaten-wohnungen-ueber-airbnb/):

"Problematisch kann die Umsatzsteuer jedoch dann werden, wenn die Umsätze dem Finanzamt bisher überhaupt nicht mitgeteilt wurden. Auf jeder Rechnung eines Kleinunternehmers muss außerdem vermerkt sein, dass die Umsatzsteuer gem. § 19 Umsatzsteuergesetz nicht ausgewiesen wird. Liegen diese formalen Voraussetzungen der Kleinunternehmer-Regelung nicht vor, ist auch bezüglich der Umsatzsteuer an eine Selbstanzeige zu denken"

Könnte jemand sagen, ob das in meinem Fall zutrifft? Ich hatte nur Gäste, die privat gebucht hatten. Keine Businessgäste, die eine Umsatzsteuer-Rechnung haben wollten. Eine Rechnung mit "Gemäß § 19 UStG enthält der Rechnungsbetrag keine Umsatzsteuer" hatte ich nie ausgestellt.

Zitat (von TimSchieber88):
Hast du das ganze mit der Stadt Köln schon geklärt?


Vor genau einer Woche habe ich die Abgabenerklärung per Mail (Kulturfoerderabgabe[at]Stadt-Koeln.de) abgeschickt. Bis jetzt noch keine Reaktion.

Wichtig: Für jedes betroffene Kalenderjahr jeweils einzeln das ausgefüllte Formular einreichen. Für Beherbergungen bis zum 31. Dezember 2019 heißt das Formular "Abgabenerklärung. Für Beherbergungen nach dem 31.Dezember 2019 heißt das richtige Formular dann "Steueranmeldung". Im Formular beim Erhebungszeitraum hatte ich dann "abweichender Zeitraum" ausgewählt und meinen konkreten Beherbergungszeitraum vom Kalenderjahr angegeben.

Um es ganz korrekt zu machen: Die Airbnb-Auszahlungen pro Kalenderjahr müssen noch mit 1,03 multipliziert werden, weil die Kölner Kulturförderabgabe auf den Bruttoübernachtungspreis erhoben wird. (Die Auszahlungen von Airbnb sind Bruttoübernachtungspreis minus 3%-Gebühr)

Am Telefon wurde ich gebeten, ein handschriftlich unterschriebenes Schreiben mit zu senden, wo drinsteht, an welchem Datum ich mit dem Vermieten angefangen hatte und seit welchem Datum ich nicht mehr vermiete, damit keine Zeiträume geschätzt werden. Ich hatte da einfach das Datum von der allerersten Auszahlung und das Datum von der allerletzten Auszahlung angegeben.

Zitat (von TimSchieber88):
Was wollten die als Nachweis? Hat da eine Auskunft mit den email Auszahlungen ausgereicht?


Laut Auskunft am Telefon bezieht sich das Wort "Belege" ausschließlich auf eventuelle Langzeitmietverträge. Hat man nur kurzzeitig vermietet, müssen *keine* Belege/Nachweise eingereicht werden. Das Amt für die Kulturförderabgabe weiß bereits deine jährlichen Einnahmen von dem Datensatz aus Irland. Das Amt vergleicht deine Angaben mit denen aus dem Datensatz. Sollten deine gemachten Angaben erheblich niedriger sein als das was im Datensatz steht, wird die Stadt nochmal Kontakt deswegen mit dir aufnehmen. "Dann müssen wir nochmal reden" so die wörtliche Antwort.

Auf dem erhaltenen Schreiben steht eine Telefonnummer. Dort konnte man mir allerdings nicht wirklich weiterhelfen. Mir wurde dann eine Telefonnummer von der Fachabteilung gegeben, wo ich die ganzen Antworten herhabe.

Zitat (von TimSchieber88):
Aber nach Abzug der Miete und dem Steuerfreibetrag, blieb ca 3-5k an zu versteuerten Gewinn über.

Bzgl. der Umsatzsteuer/Kleinunternehmerregelung ist nur der Umsatz relevant, nicht der Gewinn oder Grundfreibetrag.

Auch für die Kulturförderabgabe ist dein Gewinn irrelevant. Relevant ist nur die Summe der Bruttoübernachtungspreise pro Kalenderjahr! Darauf wird dann 5% nacherhoben.

Zitat (von TimSchieber88):
Ich kann mir nicht vorstellen, das da nichts von dem FA kommt. Ich bin mir auch sicher, dass wenn etwas kommt, dann direkt mit Anzeige. Die Höhe ist dann wschl egal.[...]Vielleicht kommt auch nichts mehr, da es so eine kleine Summe ist und schon 7 Jahren rum sind und es bald verjährt ist. Das FA hat natürlich ganz andere Fälle und hier geht es nur um eine Nachzahlung von 500-1000 Euro. Aber gerade deswegen sollte man einfach nachträglich die Erklärung machen.


etwas widersprüchlich. Auf Basis welcher Daten und Fakten kommst du zu den Einschätzungen?

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Cybert.
Status:
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Zitat (von rightreft):
Aber Gewerbe nicht angemeldet und daher keine Kleinunternehmerregelung beantragt.

Da besteht kein Zusammenhang. Außerdem: s. Antwort von taxpert.

Zitat (von TimSchieber88):
Vielleicht kommt auch nichts mehr, da es so eine kleine Summe ist und schon 7 Jahren rum sind und es bald verjährt ist.

Es ist dann strafrechtlich verjährt, aber nicht steuerrechtlich.

Zitat (von rightreft):
Liegen diese formalen Voraussetzungen der Kleinunternehmer-Regelung nicht vor, ist auch bezüglich der Umsatzsteuer an eine Selbstanzeige zu denken"

Anwälte und Steuerrecht sind oftmals keine Freunde. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.

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