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Ex- Arbeitgeber hat Abfindungssteuer nicht abgeführt aber abgezogen!

13.6.2021 Thema abonnieren
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)
Ex- Arbeitgeber hat Abfindungssteuer nicht abgeführt aber abgezogen!

Hallo,
Ende 2018 müsste mir der Ex-Arbeitgeber 10000€ Abfindung per Gerichtsbeschluss zahlen. Ich bekam ca. 6400 davon Netto auf meinem Konto und der Rest ist anscheinend in die dunklen Kanäle versickert! Ich kann diese Summe bei der Steuererklärung nicht berücksichtigen da es keine Daten diesbezüglich bei dem Finanzamt existiert, dennoch schreibt mir das Finanzamt: "eine Abrechnung konnte uns die Firma XY nicht übersenden. Somit ist aus Sicht des Finanzamts keine weitere Veranlassung vorhanden, in diesem Sachverhalt weiter zu ermitteln, da an der Zahlung der Steuerabzugsbeträge durch die Firma XY keine ernsthaften Zweifel bestehen. Sie müssten etwaige Ansprüche auf dem zivilrechtlichen Weg geltend machen. Der Sachverhalt wird somit geschlossen!!?. Wie widersprüchlich kann eine Aussage sein? Entweder hat die Firma die Steuern bezahlt aber wieso Finanzamt keine bekommen hat ist die Frage oder haben sie nicht bezahlt aber warum dennoch keine ernsthafte Zweifeln daran?
Ich habe schon damals über 2000€ Anwaltskosten gehabt aber die Sache mit der Abfindungssteuer fiel mir später bei der Steuererklärung auf! Die Anwältin wollte sich zwar darum kümmern aber sehr motiviert scheint sie nicht mehr zu sein da das Honorar schon geflossen ist! Alle paar Monate verlangt sie nach Rechnung die dann unbeantwortet bleibt! Muss ich jetzt wirklich selber einen Anwalt nehmen damit eine Firma seine gesetzliche Verpflichtungen nach kommt? Ist das nicht die Aufgabe des Finanzamts sich um solche Fälle zu kümmern!?
Gruß


-- Editiert von arses am 13.06.2021 19:56

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32 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Es hat sich seit Januar eigentlich nichts an der Rechtslage geändert!

Ich verstehe jetzt im Moment nur nicht, was eigentlich begehrt wird? Will das FA jetzt die Steuer wegen fehlender elektronischer Übermittlung "nochmal" erheben?



taxpert

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40408 Beiträge, 14508x hilfreich)

https://www.123recht.de/Forum-__f583084.html

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#3
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Ich verstehe jetzt im Moment nur nicht, was eigentlich begehrt wird? Will das FA jetzt die Steuer wegen fehlender elektronischer Übermittlung "nochmal" erheben?

Hallo,
Sorry habe es nicht erwähnt. Ich möchte diese Summe (Abfindung) bei der Steuererklärung geltend machen. Ich gehe davon aus, dass bei ca. 4000€ Steuern nicht wenig zurück kommt.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

taxpert hatte im Januar doch schon geschrieben, wie es funktioniert und darauf hingewiesen, dass du gegenüber deinem ehemaligen Arbeitgeber einen Anspruch auf Übermittlung der steuerrelevanten Daten besteht. Eine weitere Alternative wäre doch, die aus dem gerichtlichen Vergleich einbehaltenen Gelder beim ehemaligen Arbeitgeber zu vollstrecken. Dazu braucht es keinen Anwalt.

Hat Du denn die steuerrelevanten Daten ansonsten erhalten?

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 14.06.2021 16:49

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#5
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von arses):
Ich möchte diese Summe (Abfindung) bei der Steuererklärung geltend machen.
Du kannst die Steuer nicht geltend machen, sondern sie wird im Normalfall automatisch angerechnet!

Bevor Du dich nicht bei elster.de angemeldet hast und Dir die von deinem ArbG elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelten Daten dort abgerufen hast, brauchen wir hier gar nicht weiter über irgendwelche ungelegten Eier diskutieren!

taxpert

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#6
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
taxpert hatte im Januar doch schon geschrieben, wie es funktioniert und darauf hingewiesen, dass du gegenüber deinem ehemaligen Arbeitgeber einen Anspruch auf Übermittlung der steuerrelevanten Daten besteht. Eine weitere Alternative wäre doch, die aus dem gerichtlichen Vergleich einbehaltenen Gelder beim ehemaligen Arbeitgeber zu vollstrecken. Dazu braucht es keinen Anwalt.

Hat Du denn die steuerrelevanten Daten ansonsten erhalten?


Ja ich habe jetzt bemerkt was Sie meinen. Ich hatte nicht mehr aufm Schirm, dass ich das schon mal hier Thematisiert hatte. Muss die Abfindung denn nicht versteuert werden? Falls es mit Vollstreckung klappen sollte muss ich denn die Steuer selbst an das FA abführen? Das Problem ist, dass ich Mitte 2018 gekündigt wurde und am Ende des Jahres die Lohnsteuerbescheinigung bekam. Die Abfindung bekam ich aber im Januar 2019 und seit dem reagiert di4e Firma nicht und ignoriert die Anfragen vom FA und Anwalt!

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#7
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Bevor Du dich nicht bei elster.de angemeldet hast und Dir die von deinem ArbG elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelten Daten dort abgerufen hast, brauchen wir hier gar nicht weiter über irgendwelche ungelegten Eier diskutieren!

Ich habe mich bei Elster angemeldet und die Daten abgerufen da ist aber nichts verzeichnet. Das hat auch das FA telefonisch und schriftlich bestätigt. Sie wissen nichts über diese Abfindung. Ich sollte alle Dokumente wie Gerichtsbeschluss, Kontoauszug etc. hinschicken aber dann kam das Schreiben, in dem sie den Fall als abgeschlossen deklariert haben.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

Bist Du denn über Elster angemeldet. Da sieht man das doch dann. Hast Du dort die Daten überprüft?

wirdwerden

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#9
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Bist Du denn über Elster angemeldet. Da sieht man das doch dann. Hast Du dort die Daten überprüft?

ja, wie bereits gesagt, es gibt nichts über diese Abfindung. Ich habe auch diverse Telefonate mit FA Mitarbeiter die das bestätigen. Ich habe es auch schriftlich, dass da keine Daten über diese Abfindung existiert!

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

Wenn dem wirklich so ist, was mir bei einem Konzern sehr unwahrscheinlich vorkommt, dann gibt es die zivilrechtliche Vollstreckung. Es kann natürlich auch sein, dass eine Verrechnung mit anderen möglichen Forderungen erfolgte.

wirdwerden

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#11
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
dann gibt es die zivilrechtliche Vollstreckung. Es kann natürlich auch sein, dass eine Verrechnung mit anderen möglichen Forderungen erfolgte.
Ich verstehe nicht ganz, was Du damit ausdrücken willst?

Der ArbG hat doch vollkommen zu recht die Steuer einebehalten und wahrscheinlich auch an das Betriebsstätten-FA abgeführt. D.h. die einbehaltene Steuer selber kann nicht vom ArbG eingeklagt werden oder mit irgendetwas verrechnet worden sein.

Zitat (von arses):
dass ich Mitte 2018 gekündigt wurde und am Ende des Jahres die Lohnsteuerbescheinigung bekam. Die Abfindung bekam ich aber im Januar 2019
Zitat (von arses):
Ende 2018 müsste mir der Ex-Arbeitgeber 10000€ Abfindung per Gerichtsbeschluss zahlen.
Nur um das auszuschließen: Wurden BEIDE Jahre darauf überprüft, ob die Zahlung und die Steuer hier irgendwo erfasst wurden?

Um den Ablauf nochmals zu verdeutlichen:
Dein ArbG führt die LSt als Gesamtbetrag an das für ihn zuständige Betriebsstätten-FA ab. Von dieser tatsächlichen Zahlung bekommt dein Wohnsitz-FA nichts mit!

Du persönlich hast einen Anspruch gegenüber deinem ehemaligen ArbG, dass er Dir die elektronische Lohnsteuerbescheinigung in angemessener Frist als Ausdruck auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen, §41b Abs.1 Satz 3 EStG. Diesen Anspruch kannst Du und auch nur Du gegenüber deinem ehemaligen ArbG zivilrechtlich durchsetzen! Weder ist das FA hier dein Ansprechpartner, noch ist hier der finanzgerichtliche Weg gegeben!

taxpert

-- Editiert von taxpert am 15.06.2021 08:47

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#12
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40408 Beiträge, 14508x hilfreich)

Zitat (von arses):
Muss die Abfindung denn nicht versteuert werden?


Doch, die Abfindung muss versteuert werden.

Zitat (von arses):
Die Abfindung bekam ich aber im Januar 2019


Dann muss die Abfindung in 2019 vertsteuert werden.

Zitat (von arses):
Ich sollte alle Dokumente wie Gerichtsbeschluss, Kontoauszug etc. hinschicken aber dann kam das Schreiben, in dem sie den Fall als abgeschlossen deklariert haben.


Dann mache das doch.

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#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

@ taxpert: ich glaube, wir sind gar nicht so weit auseinander. Ich rätsele ja immer noch, wieso die Abgaben nicht erfasst sein sollen. Aber, das habe ich jetzt mal vorausgesetzt. Dann haben wir nachfolgende Situation: es gibt einen austitulierten Anspruch auf 10.000 €. Wenn nur 6500 € ausgezahlt wurden und weder Steuern abgeführt wurden, noch sonst wie verrechnet wurde, dann besteht ein Anspruch auf Auszahlung. Er kann den Gerichtsvollzieher mit Vollstreckungsauftrag los schicken, das bringt jedenfalls Klärung. Und, Vollstreckungsaufträge sind ja gar nicht so teuer. Das kann der Fragesteller auch ohne Anwalt wuppen.

wirdwerden

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#14
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
dann besteht ein Anspruch auf Auszahlung.
Der Fiskus hat einen Anspruch auf Abführung! Nur wenn die LSt TATSÄCHLICH zu niedrig einbehalten wurde UND der ArbN nicht mehr bei dem Arbeitgeber beschäfftigt ist, holt sich der Fiskus das Geld beim Stpfl.!

Zitat (von hh):
Dann muss die Abfindung in 2019 vertsteuert werden.
Auf Grund des nicht vollständig vorliegenden Sachverhaltes bin ich mir da nicht so sicher! Deshalb die Frage nach 2018er Daten! Ebenso könnte es sein, dass Abfluß beim ehemaligen ArbG bereits 2018 erfolgte und daher aus Sicht des ArbG folgerichtig in der elektronischen Mitteilung 2018 erfasst wurde. Andere Möglichkeit ist, dass der ArbG -ggf. rechtsirrtümlich- von laufenden Arbeitslohn ausgegangen ist und es deshalb in der 2018er-Abrechnung enthalten ist.

taxpert

-- Editiert von taxpert am 15.06.2021 13:08

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#15
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19417 Beiträge, 3586x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wenn nur 6500 € ausgezahlt wurden und weder Steuern abgeführt wurden,
Das ist doch nicht so. Das FA hat dem TE mitgeteilt, dass man von ordnungsgemäßer Steuerzahlung des AG ausgeht und keine Zweifel daran hat.

Der TE unterliegt vermutlich noch immer der irrigen Annahme, dass eine Abfindung, die vom Gericht auf 10.000,- gesetzt wird, auch mit 10.000,- beim TE aufs Konto fließen müsste.
Sein Einkommen ist u.a. der Zufluss aufs Konto, hier die genannten 6.400,-

Das ist alles richtig und nur in den *dunklen Kanälen der Finanzämter* verschwunden... :grins:

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#16
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Nur um das auszuschließen: Wurden BEIDE Jahre darauf überprüft, ob die Zahlung und die Steuer hier irgendwo erfasst wurden?

Nein ich wurde zum 09.2018 gekündigt und danach gibt es keine Einträge beim FA.

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#17
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Ich sollte alle Dokumente wie Gerichtsbeschluss, Kontoauszug etc. hinschicken aber dann kam das Schreiben, in dem sie den Fall als abgeschlossen deklariert haben.

Das habe ich auch. Danach kam das Schreiben vom Finanzamt, dass sie den Fall einstellen!

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#18
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Er kann den Gerichtsvollzieher mit Vollstreckungsauftrag los schicken, das bringt jedenfalls Klärung. Und, Vollstreckungsaufträge sind ja gar nicht so teuer. Das kann der Fragesteller auch ohne Anwalt wuppen.

geht das auch wenn der Firmensitz in Deutschland in Frankfurt ist? Muss ich denn ein Gerichtsvollzieher in Frankfurt beauftragen?

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#19
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Das ist doch nicht so. Das FA hat dem TE mitgeteilt, dass man von ordnungsgemäßer Steuerzahlung des AG ausgeht und keine Zweifel daran hat.

Ich kann natürlich FA fragen warum ich denn diese Summe nicht bei der Steuererklärung nicht geltend machen kann wenn die Steuern geflossen sind!? Aber ich denke da wird nichts gescheites kommen!

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#20
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Meine Anwältin hat die Firma 2 mal angeschrieben und Frist angesetzt und sie haben einfach nicht reagiert. Wie gesagt die Anwältin hat irgendwie keine Lust sich darum zu kümmern und ist kaum erreichbar und ich bin es leid hinter ihr zu rennen!

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#21
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von arses):
Nein ich wurde zum 09.2018 gekündigt und danach gibt es keine Einträge beim FA.
Die elektronische LSt-Bescheinigung wird immer nur den Zeitraum 01.01.-30.09.2018 betreffen! Von daher bitte -nur um das auszuschließen!- die Beträge überprüfen, ob die Abfindung vielleicht bereits darin enthalten ist!

Zitat (von arses):
geht das auch wenn der Firmensitz in Deutschland in Frankfurt ist? Muss ich denn ein Gerichtsvollzieher in Frankfurt beauftragen?
Nochmal: Wa soll der Gerichtsvollzieher vollstrecken? Du hast in Bezug auf die einzubehaltende Steuerbeträge keinen Rechtsanspruch gegen deinen ehemaligen Arbeitgeber! Dieser ist/war gesetzlich verpflichtet diese Beträge einzubehalten und an das Betriebsstätten-FA (was eben nicht dein Wohnsitz-FA ist!) abzuführen! Dabei spielt es zunächst keinerlei Rolle, ob die Abführung an das FA tatsächlich durchgeführt wurde oder nicht! Das kannst weder Du, noch dein Wohnsitz-FA erkennen.

Worauf Du einen Anspruch hast, ist die entsprechende Bescheinigung deines ehemaligen Arbeitgebers über die einbehaltenen Steuern. Diese wirkt wie eine Art Scheck gegenüber dem FA.

Zitat (von arses):
Meine Anwältin hat die Firma 2 mal angeschrieben und Frist angesetzt und sie haben einfach nicht reagiert. Wie gesagt die Anwältin hat irgendwie keine Lust sich darum zu kümmern und ist kaum erreichbar und ich bin es leid hinter ihr zu rennen!
Darauf antworte ich zunächst mit einem Zitat von Ludwig Thoma: "... war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande."

Deine RAin hat arbeitsrechtlich vertreten! Das heißt nicht, dass sie von dem was Du jetzt möchtest Ahnung hat, den hier geht es um Steuerrecht! Niemand hindert dich, dir eine/n neue/n RA/in für die Durchsetzung deiner Interessen zu suchen!

Du kannst auch jederzeit selber deinen ehemaligen ArbG anschreiben und unter Benennung der Rechtsgrundlage §41b Abs.1 Satz 3 EStG die Bescheinigung fordern und entsprechenden Schadensersatz (Pflichtveranlagung! Es werden ggf. Verspätungszuschläge erhoben!) ankündigen.

Hast Du dir das ...
Zitat (von arses):
Ich gehe davon aus, dass bei ca. 4000€ Steuern nicht wenig zurück kommt.
... übrigens schon mal durchgerechnet? Wenn Du in 2019 das ganze Jahr gearbeitet hast, würde ich mir nicht allzuviel versprechen!

taxpert

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#22
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

Das Mandat der Anwältin ist beendet. Warum sollte sie noch was tun?

So, nun zu meiner Idee mit dem Gerichtsvollzieher. Da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder das Unternehmen hat wirklich nichts abgeführt, dann hat die Zwangsvollstreckung Erfolg. Wie der Fragesteller das dann mit dem FA auseinander klabeustert, interessiert den GV gar nicht. Oder aber das Unternehmen dokumentiert, dass Geld ans FA abgeführt hat. Auch das hilft ja dem Fragesteller schnell und unkompliziert weiter. Und - den GV interessiert die steuerrechtliche Seite gar nicht. Wirklich nicht, geht ihn auch nichts an. Ein Titel ist ein Titel. Ein Vollstreckungsauftrag ist zu erfüllen.

wirdwerden

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#23
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Wie kann man etwas vollstrecken lassen auf das man gesetzlich gar keinen Anspruch hat?

taxpert

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#24
 Von 
Anami
Status:
Legende
(19417 Beiträge, 3586x hilfreich)

Zitat (von arses):
Ich kann natürlich FA fragen warum ich denn diese Summe nicht bei der Steuererklärung nicht geltend machen kann wenn die Steuern geflossen sind!? Aber ich denke da wird nichts gescheites kommen!
(Editiert by Mod - Ihre völlige Ahnungslosigkeit ist wirklich erschreckend!)

Zitat (von arses):
Ende 2018 müsste mir der Ex-Arbeitgeber 10000€ Abfindung per Gerichtsbeschluss zahlen.
Du denkst, du müsstest 10.000,- als Einkommen aufs Konto bekommen haben. Als Brutto-Auszahlung?
Dein Einkommen aus dieser Abfindung war aber 6.400,-... das kannst du geltend machen bei deiner EK-Steuererklärung. Für 2019. Da floss die Abfindung. Das war Einkommen.

Zitat (von arses):
Meine Anwältin hat die Firma 2 mal angeschrieben und Frist angesetzt
Was sollte denn die Anwältin schreiben und was sollte die Fa. in der Frist bringen? Welchen Nachweis?

Hast du schon mal einen sog. Abfindungsrechner bemüht?
https://www.steuern.de/abfindungsrechner.html
Zitat (von arses):
Ich bekam ca. 6400 davon Netto auf meinem Konto
Kommt etwa hin...
----------------------------------------------

Zitat (von wirdwerden):
entweder das Unternehmen hat wirklich nichts abgeführt, dann hat die Zwangsvollstreckung Erfolg.
Wie bitte?

-- Editiert von Moderator am 18.06.2021 18:32

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#25
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(33070 Beiträge, 12862x hilfreich)

taxpert, weil ein Titel existiert und der Gerichtsvollzieher keine materiell-rechtliche Überprüfung vornehmen kann und auch nicht darf. Wenn dann nachgewiesen wird, dass der Konzern seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, dann wird der GV natürlich nicht vollstrecken. Aber dann weiss der Fragesteller auch, was Sache ist.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 18.06.2021 18:59

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#26
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Was sollte denn die Anwältin schreiben und was sollte die Fa. in der Frist bringen? Welchen Nachweis?
§41b Abs.1 Satz 3 EStG!
„Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer die elektronische Lohnsteuerbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Muster binnen angemessener Frist als Ausdruck auszuhändigen oder elektronisch bereitzustellen."

Zitat (von wirdwerden):
taxpert, weil ein Titel existiert und der Gerichtsvollzieher keine materiell-rechtliche Überprüfung vornehmen kann und auch nicht darf.
Wenn das zutrifft, kann das ...
Zitat (von wirdwerden):
Wenn dann nachgewiesen wird, dass der Konzern seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, dann wird der GV natürlich nicht vollstrecken.
... nicht zutreffen! Entweder er hat deiner Meinung nach einen Titel über die vollen 10.000 €, die vom GV nicht in Frage gestellt werden dürfen, oder doch nur über den Nettobetrag! Du wirst dich für eins entscheiden müssen!

Zitat (von wirdwerden):
Aber dann weiss der Fragesteller auch, was Sache ist.
Und was nutzt das dann? Das die Steuer angeführt wurde bestreitet das Wohnsitz-FA doch garnicht!

taxpert

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#27
 Von 
arses
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Editiert by Mod - Ihre völlige Ahnungslosigkeit ist wirklich erschreckend!)

Zitat (von arses):
Ende 2018 müsste mir der Ex-Arbeitgeber 10000€ Abfindung per Gerichtsbeschluss zahlen.
Du denkst, du müsstest 10.000,- als Einkommen aufs Konto bekommen haben. Als Brutto-Auszahlung?
Dein Einkommen aus dieser Abfindung war aber 6.400,-... das kannst du geltend machen bei deiner EK-Steuererklärung. Für 2019. Da floss die Abfindung. Das war Einkommen.

Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte doch wiederholt, dass ich diese Summe bei der Steuererklärung 2019 abgeben wollte. Ihre Vorwurf finde ich eher erschreckend^^
Und danke wegen Abfindungsrechner. Der sagt aber nur was ich von der Abfindung als Netto kriege, was von der Summe was ich bekommen habe abweicht und auch nicht die Frage ist. Ich war übrigens von 09.2018 bis ca. Mitte 2019 arbeitslos! Diese Abfindung war 3 Monatslöhne und wird wahrscheinlich wie eine normales Gehalt versteuert worden sein! Ich dachte FA will eine Rechnung um zu sehen wie viele Steuern von dieser Summe bezahlt wurden aber wenn es wie normales Gehalt versteuert wurden dann ist es klar! Ehrlich gesagt ich verstehe nichts mehr, und Ahnungslos bin ich auch sonst wäre ich Steuerberater :P .FA hat keinen Zweifeln darüber, dass die Steuern geflossen sind aber hat angeblich nichts bekommen (Ich gehe davon aus, dass die FA's vernetzt sind und wenn es anderswo bezahlt wurde, dann müsste mein FA es wissen) .Naja die Einzige Alternative was mit aktuell bleibt ist, weiter Druck auszuüben und die Rechnung fordern! Danke für eure Mühen und Erklärungen.
Gruß

-- Editiert von arses am 19.06.2021 00:50

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#28
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von arses):
Ich war übrigens von 09.2018 bis ca. Mitte 2019 arbeitslos! Diese Abfindung war 3 Monatslöhne und wird wahrscheinlich wie eine normales Gehalt versteuert worden sein!
Dann dürfte es zu einer Erstattung kommen.

Zitat (von arses):
FA hat keinen Zweifeln darüber, dass die Steuern geflossen sind aber hat angeblich nichts bekommen (Ich gehe davon aus, dass die FA's vernetzt sind und wenn es anderswo bezahlt wurde, dann müsste mein FA es wissen)
Ich erkläre es gerne nochmal! Das Betriebsstätten-FA deines ehemaligen ArbG bekommt von diesem die monatliche LSt in einer Summe überwiesen! Auch in der entsprechenden Anmeldung der LSt steht nur eine Summe! Das Betriebsstätten -FA weiß also gar nicht, für welche Stpfl. oder StNr die LSt einbehalten und abgeführt wird! Es meldet deswegen auch nichts weiter und erst recht wird nichts an dein Wohnsitz-FA „auf dein Steuerkonto" (o.Ä.) überwiesen! Das Steuergeheimnis gilt auch innerhalb der Finanzverwaltung und es geht das Betriebsstätten-FA nun einmal nichts an, was der einzelne Stpfl. an LSt zu zahlen hat!

Dein Wohnsitz-FA bekommt ausschließlich von deinem ehem. ArbG elektronisch die Mitteilung über dein Gehalt und die einbehaltenen Steuerabzugsbeträge. Also genau das, auf das auch Du Anspruch gegenüber deinem ehemaligen ArbG hast. Das ist im Endeffekt wie eine Art „Scheck" für dich, den Du im Rahmen der Steuererklärung einlöst.

Zitat (von arses):
Naja die Einzige Alternative was mit aktuell bleibt ist, weiter Druck auszuüben und die Rechnung fordern!
Soweit Du dir wirklich sicher bist, dass die Abfindung nicht vielleicht doch bereits in die 2018er-Bescheinigung deines ehemaligen ArbG eingeflossen ist, sollt e Dir bewusst sein, dass „nur" weitere Schreiben der RAin wohl kaum hilfreich sind! Warum sollte die Firma auf das dritte bis achte Schreiben der RAin reagieren, wenn es doch schon auf die ersten Schreiben nicht reagiert hat?

Alles wa setzt noch kommen sollte, wäre die Aufforderung innerhalb von 14 Tagen die Bescheinigung auszustellen (Rechtsgrundlage ist dabei -wie schon genannt, §41b Abs1 Satz 3 EStG, nicht vergessen anzugeben!) ansonsten wird Verpflichtungsklage erhoben. Diese Klage sollte dann aber auch folgen und kein weiterer Schriftverkehr mehr!

Alles andere ist „Das sag ich meiner Mami!"

Nur so nebenbei ...
Soweit Du während der Arbeitslosigkeit ALG bezogen hast, bist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet! Wenn Du die 2018 und/oder 2019 Erklärung erst jetzt abgibst KANN es zur Festsetzung von Verspätungszuschlägen kommen.

taxpert

-- Editiert von taxpert am 19.06.2021 15:41

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#29
 Von 
wirdwerden
Status:
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taxpert, meine Hoffnung war ja, dass das Unternehmen die Unterlagen dem Gerichtsvollzieher gibt, das kommt doch öfters vor, und der die dann an den Betroffenen weiter leitet. Ich kann mir eigentlich nur schwer vorstellen, dass ein größeres Unternehmen das mit der Abwicklung einer Abfindung nicht kann.

wirdwerden

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#30
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1594 Beiträge, 415x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich kann mir eigentlich nur schwer vorstellen, dass ein größeres Unternehmen das mit der Abwicklung einer Abfindung nicht kann.
Da bin ich bei Dir! Meine Vermutung ist daher immer noch, dass die 2018 er Bescheinigung die Abfindung enthält.

taxpert

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