Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
558.409
Registrierte
Nutzer

Fahrtkostenerstattung bei Kinderbetreuung durch Oma & Opa

 Von 
bowflow
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Fahrtkostenerstattung bei Kinderbetreuung durch Oma & Opa

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage bzgl. steuerlicher Absetzung der Kinderbetreuungskosten durch die Oma/Opa unseres Kindes.

Situation:
- Oma und Opa wohnen 561 KM weit weg (einfache Strecke).
- Ungefähr 5-10 mal im Jahr werden sie zu uns kommen und unsere Enkelkinder betreuen mit Übernachtungen, meist, dabei teilweise auch an Wochenenden.
- Es erfolgt zum Teil auch eine Abholung und zurückbringen der Kinder. so dass die Kinder dann bei den Großeltern sind. Dadurch erhöht sich die Wegstrecke auf 4 Fahrten der Einzelwegstrecke.
- Die Fahrtkosten erstatten wir gemäß eines vorher geschlossenen Betreuungsvertrags mit 0,3 cent/km
- Über die Fahrten wird eine Liste geführt (Datum wann welche Fahrt stattgefunden hat)
- Die Überweisung von Rechnungen erfolgt unregelmäßig, spätestens gesammelt zum Jahresende bzw. Beginn des Folgejahres.


Meine Fragen:

1) Sind dafür bereits die Voraussetzungen geschaffen, um die von uns erstatteten Fahrtkosten (30 Cent pro Kilometer) von der Steuer abzusetzen?

2) Bei Betreuung im haus der Großeltern erfolgt eine Abholung und zurückbringen der Kinder und somit 4 Fahrtwege. Ist das zulässig? Es kommen somit 2244 km zusammen (2244*0,3= 673,2€ ;) , was natürlich sehr viel ist, aufgrund der Kilometer, aber ca. 1-2 mal im Jahr wird das so sein. Und sofern das zulässig ist, würden wir es auch angeben wollen.

3) Was für Belege gelten als Nachweis?
Als Finanzamt würde ich die Fahrten natürlich gerne nachgewiesen haben.


Tankbelege sind da aber so eine Sache. Was sagt ein Tankbeleg vom Zielort oder Ankunftsort schon darüber aus, ob wirklich eine betreuungsfahrt stattgefunden hat aus? Unterwegs wurde und wird nur selten getankt. Es gibt also nicht immer einen Tankbeleg und wenn ja wird ja z.T. auch erst 2-3 Tage später nach Ankunft getankt.... (in der Praxis sind die Tankbelege daher leider wenig aussagekräftig).
Sind Fotos vom Kind mit Oma im Garten besser geeignet und überhaupt gültig?
Ich suche nach einer guten praktikablen Lösung , die vom Finanzamt auch anerkannt wird.

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Steuer Kind Fahrtkosten Nachweis


16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37700 Beiträge, 13527x hilfreich)

Zitat:
Als Finanzamt würde ich die Fahrten natürlich gerne nachgewiesen haben.

Vor allem wird das Finanzamt den Nachweis fordern, dass überhaupt eine Betreuung stattgefunden hat und dass es sich nicht um den Versuch handelt, Besuchsfahrten abzusetzen.

Außerdem würde ich davon ausgehen, dass die Anerkennung des Vertrages mit den Großeltern daran scheitert, dass dieser einem Drittvergleich nicht standhält.

-- Editiert von hh am 29.07.2020 22:07

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Zitat (von bowflow):
Sind Fotos vom Kind mit Oma im Garten besser geeignet und überhaupt gültig?

Sind auch kein wirklicher Beweis.

Ich frage mich, inwieweit der Sachverhalt der Intention des Gesetzgebers entspricht.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
bowflow
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja, wenn man z.B. danach googelt:
"betreuung durch großeltern steuer"
so findet man sehr viele Quellen, die zumindest sagen, dass das alles überhaupt kein problem sei.
Vertrag mit den Eltern machen, per Banküberweisung zahlen usw.

Z.B:
https://www.lohnsteuerhilfe.net/familie/kinderbetreuungskosten-absetzen-so-koennen-eltern-mit-der-kinderbetreuung-steuern-sparen/

Also im vergangenen Jahr haben wir es erstmal so gemacht und es wurde zunächst einmal pauschal abgelehnt.
Begründung: "..., da ein Fahrtkostenersatz für Familienmitglieder nicht nachvollziehbar ist".

Dagegen läuft nun erstmal ein Einspruch, auch mit dem Verweis auf diverse Internetquellen.

Aber unabhängig davon, wollen wir es ja nun auch wirklich alles richtig machen,d damit es auch wirklich durchgeht bei der nächsten Erklärung.
Und das natürlich sauber, transparent und so dass der Prüfer keine Zweifel haben muss bzw. wir das eben auch sauber belegen können.



Die Intention des Gesetzgebers muss und ist soweit ich das weiß, dass man Familien auch bei der Kinderbetreuung mit bis zu 4000 Euro entlasten will. Wir können das auch gut gebrauchen, denn es ist wirklich immens, was Kita-Gebühren und leider auch Fahrtkosten verschlucken.
Wenn Oma vorbeikommt, weil man einfach mal Gartenarbeiten machen will, Homeoffice, Haus renovieren, auch mal ins Kino mit der Partnerin und das alles unendgeldlich macht, wo andere sich einen Babysitter leisten (können), ist es denke ich zumindest auch nur fair, wenn wenigstens die Fahrtkosten beglichen werden.
Der Betrag ist ja immerhin auch gedeckelt.
Aber ob man das nun gut findet oder nicht, tut ja auch nichts zur Sache. Wenn andere es scheinbar erfolgreich absetzen können und dürfen (so die Internetquellen), wollen wir das natürlich auch.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1267 Beiträge, 321x hilfreich)

Die alles entscheidende Antwort hat @hh bereits gegeben ...

Zitat (von hh):
dass es sich nicht um den Versuch handelt, Besuchsfahrten abzusetzen.

Wenn Oma und Opa im Laufe des Jahres noch 30 mal zu Besuch kommen oder besucht werden, dann kann man sicherlich unterstellen, die geltend gemachten Aufwendungen für Fahrten "on top" ausschließlich der Betreuung gedient haben!

So sieht das Ganze danach aus, dass es sich um reine Besuchsfahrten -hin oder her- handelt, bei denen dann die Kinder etwas mit den Großeltern unternehmen und die Eltern natürlich diese Zeit für Home Office, Gartenarbeit, Kionbesuche oder auch wilden Sex nutzen! Das zu begünstigen ist aber nicht Intention des Gesetzgebers!

Knackpunkt ist hier also weniger, dass die fahrten durchgeführt wurden, sondern dass es sich nicht um reine "Besuchsfahrten" handelt!

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Zitat (von bowflow):
Wenn Oma vorbeikommt, weil man einfach mal Gartenarbeiten machen will, Homeoffice, Haus renovieren, auch mal ins Kino mit der Partnerin und das alles unendgeldlich macht, wo andere sich einen Babysitter leisten (können),

Ein Babysitter kostet also mehr als die bis zu 673,20 EUR, die oben allein für Fahrten je Betreuung genannt wurden???
Ich glaube, das Entgeltliche wäre günstigere als das vermeintlich Unentgeltliche.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
bowflow
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Die alles entscheidende Antwort hat @hh bereits gegeben ...
Zitat (von hh):
dass es sich nicht um den Versuch handelt, Besuchsfahrten abzusetzen.

Knackpunkt ist hier also weniger, dass die fahrten durchgeführt wurden, sondern dass es sich nicht um reine "Besuchsfahrten" handelt!

taxpert

Tja und nun?
Liegen die Internetquellen alle falsch und es geht nicht? Oder es ist nur ein theoretisches Konstrukt, was in der Praxis niemand durchbekommt?
Wenn das so ist werde ich das auch hinnehmen, wenn es aber tausende erfolgreich so machen, dann ist es denke ich auch mein gutes Recht.
Nebenbei ist es denke ich auch total egal, ob wir dann, während Oma und Opa die Kids betreuen wilden Sex haben, arbeiten gehen oder das Haus streichen. Betreuungskosten sind betreuungskosten.

Wie gesagt, ich möchte hier eigentlich weniger darüber diskutieren, wie man das ganze findet und was für Intensionen Politiker so hatten und haben, das können dann ja Gerichte und Anwälte diskutieren.
Ich wollte einfach wissen, wie man es macht praktisch, denn ich gehe gerade aufgrund der zahlreichen Quellen davon aus, dass man das wohl machen kann. Nur will ich dass dann eben auch richtig machen.

Vielleicht findet sich ja jemand, der erfolgreich berichten kann.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37700 Beiträge, 13527x hilfreich)

Zitat:
Liegen die Internetquellen alle falsch und es geht nicht?

Die Internetquellen gehen vom Normalfall aus, dass die Großeltern tatsächlich mal die Betreuung übernehmen, z.B. damit die Eltern sich einen schönen Abend gönnen können. Dann übernehmen die Großeltern den gleichen Job wie ein Babysitter, d.h. sie kommen z.B. um 19 Uhr und fahren um 23 Uhr wieder nach Hause, meist nur ein paar Kilometer, vielleicht 10-20km.

Zitat:
Wenn das so ist werde ich das auch hinnehmen, wenn es aber tausende erfolgreich so machen, dann ist es denke ich auch mein gutes Recht.

Es machen aber nicht Tausende so. Dass Eltern bereits sind, einen Betrag von 673,20€ für die Betreuung zu zahlen, obwohl es ein Leichtes wäre einen Babysitter zu finden, den den gleichen Job für 50€ macht ist völlig lebensfremd.

Es bleibt dabei, dass Verträge mit nahen Angehörigen nur dann anerkannt werden, wenn sie einem Drittvergleich standhalten. Wenn man nahen Angehörigen jedoch mehr als das 10-fache des Betrages zahlt, den ein Dritter für die gleiche Aufgabe erhalten würde, dann hält das einem Drittvergleich nicht stand.

Zitat:
denn ich gehe gerade aufgrund der zahlreichen Quellen davon aus, dass man das wohl machen kann.

Dann benenne doch bitte mal so eine Quelle. Ich fange dabei schon Mal mit einer Quelle an, die das Gegenteil besagt:

FG Nürnberg, Urteil vom 30.5.2018 (Az.: 3 K 1382/17)
Voraussetzung für die Anerkennung von Fahrtkosten der Großeltern als Kinderbetreuungskosten ist jedoch eine klare und eindeutige Vereinbarung, die zivilrechtlich wirksam zustande gekommen ist, inhaltlich dem zwischen fremden Dritten entspricht und tatsächlich so durchgeführt wird.

In dem Fall wurde die Anerkennung von Fahrtkosten als Kinderbetreuungskosten verweigert bei Großeltern, die "nur" 277km entfernt gewohnt haben.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Vermutlich allgemein gehaltene Infos wie hier:
https://www.vlh.de/familie-leben/kinder/kinderbetreuungskosten-was-kann-ich-absetzen.html#:~:text=Seither%20gilt%3A%20Bis%20zum%2014,Sonderausgaben%20von%20der%20Steuer%20absetzen.&text=Der%20Fiskus%20akzeptiert%20bis%20zu,Euro%20pro%20Kind%20und%20Jahr.

In dem darin genannten älteren Urteil zu § 4f EStG ging es ab er auch nur um eine Entfernung von 30 km.

Zitat (von bowflow):
Wie gesagt, ich möchte hier eigentlich weniger darüber diskutieren, wie man das ganze findet und was für Intensionen Politiker so hatten und haben, das können dann ja Gerichte und Anwälte diskutieren.

Sie haben das Recht, gegen die Entscheidung des FA zu klagen. Wir leben glücklicherweise in einem Rechtsstaat,in dem Entscheidungen der Behörden durch die Judikative überprüft werden können.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1267 Beiträge, 321x hilfreich)

Zitat (von bowflow):
Nebenbei ist es denke ich auch total egal, ob wir dann, während Oma und Opa die Kids betreuen wilden Sex haben, arbeiten gehen oder das Haus streichen. Betreuungskosten sind betreuungskosten.
Das ist es grundsätzlich seit 2012 auch, aber es sist -so blöd das auch klingen mag!- ein Unterschied, ob Oma und Opa anlässlich des Geburtstages des Enkels vor Ort sind und mit ihm in den Zoo gehen und Sie DANN Sex haben ODER ob Sie Oma und Opa anrufen und sie bitten die Kinder zu betreuen weil Sie in den Swingerclub gehen wollen!

Zitat (von bowflow):
was für Intensionen Politiker so hatten
Doch das ist wichtig, denn danach wäre das gesetz auszulegen, wenn es strittig ist! Nicht umsonst ziehen die FG's und der BFH deshalb auch ggf. die entsprechenden Bundestagsdrucksachen bei ihren Entscheidungen zu Rate, da hier steht, was mit dem Gesetz erreicht werden soll! Und der Gesetzgeber hat NICHT gewollt, dass aufeinmal jede Besuchsfahrt steuerlich geltend gemacht werden kann!

Gerne nochmals!
Auf Grund der gemachten Angaben über Entfernung und Häufigkeit erscheinen die Fahrten nach der Gesetzmäßigkeit des Beweises des ersten Anscheines nach um reine "Besuchsfahrten". Es ist zwar nicht unglaubwürdig, dass diese Fahrten tatsächlich durchgeführt wurden (nur mal so als Rechenbeispiel: Geburtstage Großeltern, Geburtstage Eltern, Geburtstage Enkelkinder, Weihnachten, Ostern ... schon bin ich bei acht Besuchsfahrten!) und auch nicht, dass während der BESUCHE ggf. auch eine Bertreuung stattfindet, aber überwiegende Grund dürfte hier beim Besuch liegen, der halt unter §12 Nr.1 EStG fällt.

Es handelt sich hier um einen steuermindernden Sachverhalt, für den der Stpfl. die Nachweislast trägt. Der Anspruch an den Nachweis steigt dabei in dem Maße, wie der verwirklichte Sachverhalt vom normalen Lebensachverhalt abweicht. Es liegt daher allein bei Ihnen diesen nachweis in geeigneter Form zu erbringen. Weder der Gesetzgeber, noch die Verwaltung schreibt Ihnen dabei vor wie der Nachweis/Beweis zu erbringen ist.

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Das ist es grundsätzlich seit 2012 auch, aber es sist -so blöd das auch klingen mag!- ein Unterschied, ob Oma und Opa anlässlich des Geburtstages des Enkels vor Ort sind und mit ihm in den Zoo gehen und Sie DANN Sex haben ODER ob Sie Oma und Opa anrufen und sie bitten die Kinder zu betreuen weil Sie in den Swingerclub gehen wollen!

Danke für die sehr lehrreiche Illustration! :crazy:

Mit großem Interesse würde ich der evtl. mündlichen Verhandlung und der anschließenden Urteilsbegründung folgen... :grins:

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
bowflow
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
FG Nürnberg, Urteil vom 30.5.2018 (Az.: 3 K 1382/17)
Voraussetzung für die Anerkennung von Fahrtkosten der Großeltern als Kinderbetreuungskosten ist jedoch eine klare und eindeutige Vereinbarung, die zivilrechtlich wirksam zustande gekommen ist, inhaltlich dem zwischen fremden Dritten entspricht und tatsächlich so durchgeführt wird.

Joa, hab mir das mal durchgelesen.
Klingt aber nicht so im Urteil, als wäre das alles prinzipiell nicht möglich und es wurde sich auch nicht an der Kilometerzahl gestört, sondern mehr an Dingen wie:
- Kein richtiger Vertrag
- Zahlung erfolgte erst Jahre später
- betreeung 2 mal pro Monat für jeweils eine halbe Woche klang unglaubwürdig
- In der Summe >11.000€ Betreuungskosten.....
....

Naja, ich hab gerade auch keine Zeit und Lust sowas nun vor Gericht zu klären, aber prinzipiell ist es doch so:
Na klar finden Oma und Opa es schön auch mal auf die Kids aufzupassen. Aber irgendwie ist es doch auch nicht ganz in Ordnung wenn man sagt: 30km sind absetzbar 500km aber nicht und deshalb gibt's dann auch nix zurück. Macht keinen Sinn. Wenn jemand der Oma und Opa 30km entfernt sitzten hat 4x im Monat angibt. Dann sind das 864 Euro (2/3 davon =576 Euro). Aber da wo Oma und Opa 570km entfernt sind und wo dann tatsächlich wirklich ordentlich spritkosten zusammenkommen soll man leer ausgehen, weil das unglaubwürdig ist?
Vielleicht sollte man das deckeln und sagen, ok maximal 100km und maximal 2 mal pro Monat. Keine Ahnung, aber wie gesagt, das wäre dann ja auch etwas womit wir arbeiten könnten bei der nächsten Steuererklärung. Aber einfach nichts davon halte ich für absolut unfair.
Meine Eltern hatten z.B. letztes Jahr 13.000 km (kein Witz, wirklich gefahren!).
Also reine Spritkosten von über 1200 Euro (ohne Verschleiß). Bei einre Fahrt gabs ein leck an der Gasanlage (Feuerwehreinsatz kosten über 2000€ ;) , bei einer anderen war was an der Bremse und reifen (knapp 1300 Euro Reparatur)........ Letzteres zeigt, dass die reinen Spritkosten eben überhaupt nicht ausreichen und selbst die 0,3 Euro/km nicht.
Es erscheint natürlich viel wenn man 4000€ (13.000km *0,3 cent/km) angibt, aber meine Eltern hatten neben den Spritkosten, eben auch zwei sehr teuere Reparaturen dabei, was in der Summe die 4000€ bereits deutlich überstiegen hat. Das ist halt in den 4000€ mit drin.....
Und auch wenn sie mal einen Kaffee hier trinken und die Zeit sicher auch mal genießen, sie wären die Strecke eben nicht einfach so gefahren, wenn wir sie nicht auch gebraucht hätten. Zum reinen Besuchen sollen nämlich wir nach oben fahren, denn wir sind einfach noch jünger und fitter. Die langen Fahrten sind schon auch Stress......

Vielleicht sollte man beim nächsten mal in der Summe vielleicht 1000€ Euro nicht überschreiten oder so. Mir scheint, als wäre am Ende doch entscheidend, dass es einfach nciht zuviel wird. Finde ich prinzipiell auch ok und richtig, nur würde ich mir wünschen, wenn dann auch eine Zahl genannt wird.

Naja ab nächsten Monat zahlen wir für die zwei Kids eh 7680€ pro Jahr Kita-Gebühren. Da ist der Rahmen sowieso schon fast ausgeschöpft und wir pleite.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Zitat (von bowflow):
Wenn jemand der Oma und Opa 30km entfernt sitzten hat 4x im Monat angibt. Dann sind das 864 Euro (2/3 davon =576 Euro).

Bitte mal den Rechenweg erklären.
Ich komme auf einen anderen Wert.

Zitat (von bowflow):
Da ist der Rahmen sowieso schon fast ausgeschöpft und wir pleite.

So lange sich mehrere tausend Euro erwünschte Steuerersparnis noch auswirken, dürfte es bis zur Pleite noch weit sein.
Aber es ist natürlich sehr ärgerlich, dass man Kinder hat und die Allgemeinheit nicht sämtliche Kosten trägt. Und dass der Staat schon die Betreuungskosten abziehbar macht und dann solche Konstrukte nicht berücksichtigt.

Sie schreiben, dass andere sich einen Babysitter leisten können.
Ihre Aufwendungen wären deutlich höher. Also geht es entweder weniger um die Betreuung oder das Geld fließt zurück, sodass i.E. keine Aufwendungen entstehen.
Ansonsten wäre der Hinweis wohl obsolet.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1267 Beiträge, 321x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Bitte mal den Rechenweg erklären.
30 Entfernungs-km X 2 X 4 X 12 Monate X 0,30 €.

Zitat (von bowflow):
sie wären die Strecke eben nicht einfach so gefahren, wenn wir sie nicht auch gebraucht hätten.
Und genau hier liegt der Knackpunkt!

Ich versuche es Ihnen nochmals mit einem sehr krassen Beispiel vor Augen zu halten.

Oma und Opa laden anlässlich des Geburtstages eines Enkels Sie und die Kinder in einen Zoo ein. Damit die Sache nicht so anstrengend für die Senioren wird, wird der Zoo in X-Stadt besucht, der nur 150 km vom Wohnort der Großeltern entfernt ist.

Nachdem es für Sie natürlich auch ein langer Tag ist, überkommt Sie im Zoo ein menschliches Bedürfnis und Sie suchen für einige Minuten die Toilette auf. Natürlich BETREUEN in dieser zeit Oma und Opa die Kiddies absolut alleinverantwortlich!

Wird deshalb die Fahrt von Oma und Opa zu einer fahrt, die man im Rahmen der Kinderbetreuungskosten ansetzen kann? Wohl kaum!

Aber im übertragenen Sinne stellt sich der von Ihnen erklärte Sachverhalt dem Bearbeiter im FA und auch den meisten Foristen hier dar. Natürlich nicht ganz so krass!

Und damit sind wir wieder bei ...

Zitat (von bowflow):
sie wären die Strecke eben nicht einfach so gefahren, wenn wir sie nicht auch gebraucht hätten
... denn offenbar bestand ja jedes Mal mehr oder weniger akuter Betreuungsbedarf, den man sicher benennen kann.
Zitat (von bowflow):
weil man einfach mal Gartenarbeiten machen will, ... , auch mal ins Kino mit der Partnerin
... halte ich auf Grund der Entfernung jedoch als Begründung für kontraproduktiv. Oder sind Oma und Opa wirklich die Strecke gefahren um drei Stunden auf die Enkel aufzupassen und dann mehr oder weniger sofort wieder nach Hause gefahren?

Die Gesetzesänderung soll sicherlich eine Steuervereinfachung für Familien bringen. Nicht Sinn und Zweck der Vorschrift ist es, jetzt familiäre Fahrt unter dem Deckmäntelchen der "Betreuung" zu sponsern.

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
Cybert.
Status:
Student
(2384 Beiträge, 563x hilfreich)

Danke für den Hinweis. Kam zwar auf einen erforderlichen Faktor von 24, bin aber beim Monat hängengeblieben und habe es nicht annualisiert.

Signatur:"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb." Bert Rürup
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#15
 Von 
bowflow
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Also mal einfach direkt beim Finanzamt nachgefragt:
Ich habe nun einfach mal direkt nachgefragt und auch dabei ehrlich gesagt wie's ist.
Hab auch einfach gesagt, dass ich selbst 4000€ viel empfinde, aber nichts, genauso ungerechtfertigt.
Hab dann gefragt, wie wir es denn nun richtig machen sollen, so dass es auch anerkannt wird.
Die Antwort war sinngemäß so:

- Da wir 2020 überwiesen haben geht es sowieso nur für Steuererklärung 2020.
- Gute Belege seien z.B. weniger Tankrechnungen, aber vor allem auch Werkstadtrechnungen mit Kilometerangaben etc....
- Alles eben so, dass das Finanzamt weiß, dass die Fahrt auch tatsächlich stattgefunden hat!

Es wurde ausdrücklich nicht gesagt, dass das nicht ginge oder dass Oma und Opa zu weit entfernt wohnen....

Nun ja, im nächsten Jahr wird man dann sehen, ob das auch tatsächlich akzeptiert wird. Ich muss natürlich noch etwas Belege suchen, dass wird fast etwas schwieriger, weil blöderweise die meisten Reparaturen selbst durchgeführt wurden und TÜV ist eben nur alle zwei Jahre........(also ein relativ großes Zeitfenster). Aber egal, man kann zumindest belegen, dass die Fahrleistung zumindest auch erbracht wurde.

Vielleicht sollte man auch dem Finanzamt mal ein paar Fahrten belegen, die man ausdrücklich als "Privat" deklariert. Damit das Finanzamt auch sieht, dass es auch private unbezahlte Besuche gibt und nicht "nur" Betreuungsfahrten.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#16
 Von 
taxpert
Status:
Lehrling
(1267 Beiträge, 321x hilfreich)

Zunächst einmal danke für die Rückmeldung. Kommt nicht oft vor ...

Zitat (von bowflow):
Es wurde ausdrücklich nicht gesagt, dass das nicht ginge oder dass Oma und Opa zu weit entfernt wohnen....
Auch hier im Forum hat eigentlich nie jemand gesagt, dass das grundsätzlich nicht geht! Wir haben lediglich versucht darzustellen, wie das von außen aussieht/wirkt, wie das FA voraussichtlich reagieren wird und auf welche Fragen/Argumente man sich einstellen sollte!

Der von Euch geltend gemachte Sacheverhalt -betreunde Person hat 500 km Anfahrt- ist vom "normalen" Lebenssachverhalt -da würde ich persönlich eine Grenze von 30-50 km annehmen- mehr oder weniger deutlich entfernt! Von daher ist ggf. zukünftig eine eindeutige Nachweissicherung sinnvoll, weswegen das ..

Zitat (von bowflow):
Vielleicht sollte man auch dem Finanzamt mal ein paar Fahrten belegen, die man ausdrücklich als "Privat" deklariert. Damit das Finanzamt auch sieht, dass es auch private unbezahlte Besuche gibt und nicht "nur" Betreuungsfahrten.
... kein ganz schlechter Gednake ist!

taxpert

Signatur:"Yeah, I'm the taxman and you're working for no one but me!" The Beatles, Taxman
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 198.221 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
83.124 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.