Finanzämter brauchen ewig

2. April 2014 Thema abonnieren
 Von 
fb386969-69
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Finanzämter brauchen ewig

Hallo,

ich bin letztes Jahr von NRW (Paderborn) nach Niedersachsen (Hannover) gezogen.
Ich habe als meine Steuererklärung für 2013 in dem zuständigen Finanzamt Hannover eingereicht (so wurde es mir dort gesagt).
Diese ist auch angekommen und vollständig. (es fehlen halt keine Belege oder so)
Jedoch wurde mir gesagt, dass das Finanzamt in Niedersachsen noch meine Steuerakte aus NRW braucht.
Und diese jetzt bereits sei ca 2 Monaten auf diese Akten warten.

Mich würde Interessieren, was bei diesem Vorgang passiert und wie lange so etwas dauern kann/soll/darf?

Vielen Dank euch!

Gruß Christian




7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2265 Beiträge, 1263x hilfreich)

Da die Steuerverwaltung Ländersache ist und die EDV untereinander meistens inkompatibel ist, sind zwei Monate nicht ungewöhnlich. Hätten Sie letztes Jahr das FA über den Umzug informiert, wären die Sache inzwischen erledigt.

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#2
 Von 
fb386969-69
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo,

ich habe mich beim Umzug beim neuen FA direkt gemeldet.
Jedoch wurde mir damals gesagt, dass dieser Vorgang erst beim einreichen der Steuererklärung automatisch gestartet wird.

Meine Frage was genau passiert da?

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Legende
(18812 Beiträge, 10170x hilfreich)

Möchtest du das ehrlich wissen?

Nach Auskunft eines mir persönlich bekannten Finanzamtsmitarbeiters lief es vor einigen wenigen(!) Jahren so:

Das neue Finanzamt meldet sich beim alten Finanzamt an „Hallo, wir haben jetzt einen Steuerpflichtigen von euch".
Das alte Finanzamt stellt fest, dass das neue Finanzamt in einem anderen Bundesland liegt und eine Online-Übertragung der Daten deshalb nicht möglich ist.
Das alte Finanzamt druckt alle verfügbaren Daten aus, und legt den Papierberg in einen Karton.
Der Karton kommt auf einen Stapel.
Wenn der Stapel hoch genug ist (durch andere Kartons) wird er zur Oberfinanzdirektion befördert, die für das alte Finanzamt zuständig ist.
Dort werden die Kartons neu sortiert und neue Stapel gebildet.
Wenn der Stapel hoch genug ist (durch andere Kartons) wird er zur Oberfinanzdirektion befördert, die für das neue Finanzamt zuständig ist.
Dort werden die Kartons neu sortiert und neue Stapel gebildet.
Wenn der Stapel hoch genug ist (durch andere Kartons) wird er zum neuen Finanzamt befördert.
Dort kommt er an, und der zuständige Sachbearbeiter denkt „Ach du Sch…e".
Der Karton wird erstmal in die Ecke gestellt.
Und da steht er dann länger rum.
Irgendwann wird der Karton dann geöffnet.
Die Daten werden von Hand in das EDV-System des neuen Bundeslandes eingegeben.
Dann kann mit der Bearbeitung deiner Steuerangelegenheit begonnen werden.

Würde mich wundern, wenn es mittlerweile anders laufen würde.



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#4
 Von 
fb386969-69
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Das ist ja mal Aufwendig.
Schade das es nicht elektronisch geht. (sollte das nicht irgendwann mal vereinheitlicht werden?)

Danke erstmal. :)

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
drkabo
Status:
Legende
(18812 Beiträge, 10170x hilfreich)


quote:<hr size=1 noshade>(sollte das nicht irgendwann mal vereinheitlicht werden? <hr size=1 noshade>

Ja, sollte. Ein Desaster ist daraus geworden. Eine der größten Geldverschwendungsaktionen, die es je gab.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Software-Projekt-fuer-Finanzaemter-gescheitert-104252.html



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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#6
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2395 Beiträge, 825x hilfreich)

Es gibt inzwischen ein Nachfolgeprojekt. Bis zu dessen Verwirklichung werden aber noch einige Jahre ins Land gehen.
Das mit der Vereinheitlichung ist nämlich so eine Sache, wenn 16 Bundesländer mitreden und jeder sein bisheriges Vorgehen für das Beste und einzig Wahre hält ...

Abgaben zwischen Bundesländern werden derzeit ausschließlich auf Papier vorgenommen, soweit richtig. Das mit dem Sammeln, bis der Stapel hoch genug ist, vergessen wir aber gleich mal wieder.

Der Grund für die relativ lange Bearbeitungszeit ist, dass erst im abgegebenden Amt alle Stellen abgefragt werden, ob Abgabehinderungsgründe vorliegen (offene Rechtsbehelfe, offene Rückstände oder Guthaben, usw.).
Erst wenn das geregelt ist werden die Akten gebündelt verschickt.
Im neuen Amt muss der Fall dann personell wieder aufgebaut werden.

Und dann kommt natürlich noch die normale Bearbeitungsdauer hinzu, die von Land zu Land und von Amt zu Amt unterschiedlich ist.

Wobei man wissen sollte, dass z.B. Bayern derzeit eine Unterbesetzung der Finanzämter (im Vergleich zur Personalbedarfsberechnung) von ca. 2000 Mitarbeitern aufzuweisen hat.
In den anderen Ländern sieht es erfahrungsgemäß eher noch schlechter aus ...


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#7
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2914 Beiträge, 1319x hilfreich)

Das ganze geht schnell, wenn beim ersten überblick über deine Situation eine Steuerschuld zu erwarten ist.
Habe schon bei einem unverheirateten Paar (selber Anfangsbuchstaben) erlebt (Umzug über BL Grenze), dass er binnen 3 Wochen nach Umzug seinen Steuerbescheid hatte, sie 9 Monate auf die Rückzahlung warten durfte. Und alle haben beteuert, es wird streng nach Reihenfolge gearbeitet.

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