Finanzamt mauert

21. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)
Finanzamt mauert

Hallo,

ein etwas kurioser Fall:
Herr Maier ist Mitglied einer Personenvereinigung, die seit 10 Jahren gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 5.000 € p.a. hat.
Versteuert wurde bisher noch nie etwas von niemand.
Herr Maier hat ein schlechtes Gewissen und gibt seinen Teil der Einkünfte in seiner Steuererklärung an.
Das Finanzamt streicht diesen Teil und diese gehen im Steuerbescheid nicht als Einkünfte von Maier ein.

Maier ruft daraufhin beim Finanzamt an und sagt zu dem Sachbearbeiter, das Finanzamt müsse ihn doch jetzt zur Abgabe einer "Einheitlichen und gesonderten Feststellung" auffordern.

Der Finanzbeamte bestätigt dies, sagt jedoch, das sei alles "viel zu aufwendig", und er hätte entscheiden, dass garnichts gemacht werden muß.

Maier meint, dass er das gut findet, dass er dies jedoch schriftlich brauche.

Der Finanzbeamte meint, das ginge nicht, da es so eigentlich nicht korrekt sei.

Was ist Maier zu raten?




-- Editiert von User am 21. Dezember 2023 18:23

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33 Antworten
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#1
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Maier hat seine Pflicht grundsätzlich getan.
Er kann natürlich noch eine Feststellungserklärung abgeben.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Er kann natürlich noch eine Feststellungserklärung abgeben.


In dem Steuerbescheid für 2022 schreibt das FA:
"Die Beteiligungseinkünfte wurden nicht festgestellt, da keine Mitteilung des zuständigen Finanzamts vorliegt."

Das "zuständige Finanzamt" ist jedoch exakt das gleiche wie bei Herrn Maier.

Das ist etwas gaga.

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#3
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Naja, grundsätzlich bedarf es des Feststellungsbescheides. Ob dieser nun vom selben oder von einem anderen FA ist, ist irrelevant.
Es besteht auch offensichtlich eine Pflicht zur Abgabe der Feststellungserklärung. Sollte der Bearbeiter mal wechseln, wird mindestens ein Verspätungszuschlag festgesetzt. Ggf. wird ein Strafverfahren eingeleitet.

Maier sollte überlegen, ob er den oder die anderen überzeugt, eine Erklärung abzugeben.
Bei 5.000 Euro und Nichtehegatten ist kaum vorstellbar, dass das FA so uninteressiert ist.
Im Übrigen sollte sich Maier auch bewusst sein, dass die letzten 13 Jahre aufgegriffen werden können.

Ein Steuerberater sollte schleunigst aufgesucht und das Thema Selbstanzeige besprochen werden.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#4
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Ein Steuerberater sollte schleunigst aufgesucht und das Thema Selbstanzeige besprochen werden.

Die ist längst gemacht. Da ist alles ok.

Es geht um die Einkünfte 2022ff.

Zitat (von Cybert.):
Es besteht auch offensichtlich eine Pflicht zur Abgabe der Feststellungserklärung. Sollte der Bearbeiter mal wechseln, wird mindestens ein Verspätungszuschlag festgesetzt.

Das ist genau der Punkt.

Wo ich unsicher bin:
Besteht die Pflicht zur Angabe des Feststellungsantrags auch dann, wenn das Finanzamt diese nicht anfordert?
Wenn es eine Pflicht gibt, ist ja theoretisch jedes Mitglied der Personenvereinigung in der Pflicht diese abzugeben.
Ich meine, dass das FA, wenn es von solchen Einkünften erfährt, ein Mitglied als Bevollmächtigten herauspicken muß.
In meinem Fall kennt das FA nur mich, weshalb ich dann diese Aufgabe bekommen müsste. (??)




-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 04:50

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#5
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2083 Beiträge, 1196x hilfreich)

Um welche Art von Personenvereinigung mit wie vielen Mitgliedern geht es überhaupt?

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#6
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1199 Beiträge, 207x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Besteht die Pflicht zur Angabe des Feststellungsantrags auch dann, wenn das Finanzamt diese nicht anfordert?
Für den Steuerpflichtigen besteht die Pflicht, alle notwendigen Angaben zu tätigen, ohne dass das Finanzamt dazu auffordert.

Zitat (von Blutswente):
Herr Maier ist Mitglied einer Personenvereinigung, die seit 10 Jahren gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 5.000 € p.a. hat.
Man hat ist also Mitgesellschafter einer GbR und die GbR hat niemals ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt offen gelegt?

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#7
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Tom998):
Um welche Art von Personenvereinigung mit wie vielen Mitgliedern geht es überhaupt?


Bitte kein Derailing.
Die Frage ist vollkommen belanglos.

An den Einkünften sind mehrere Personen beteiligt sind und die Einkünfte sind diesen Personen steuerlich zuzurechnen,

Die einzige Person, die das FA kennt, ist Maier.


-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 08:11

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#8
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Man hat ist also Mitgesellschafter einer GbR und die GbR hat niemals ihre Einkünfte gegenüber dem Finanzamt offen gelegt?


Es liegt keine GbR vor, sondern eine andere Personenvereinigung.

Und ja, niemand hat (wohl) bisher Angaben gemacht.

(Möglich wäre allerdings, dass die Nummer, die jetzt Maier widerfährt, anderen aus der Gemeinschaft schon widerfahren ist. Das weiß Maier jedoch nicht.)

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 08:16

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 08:18

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#9
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
eht die Pflicht zur Angabe des Feststellungsantrags auch dann, wenn das Finanzamt diese nicht anfordert?

Ja, natürlich. Aufgrund des Gesetzes.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#10
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2421 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat (von Tom998):
Um welche Art von Personenvereinigung mit wie vielen Mitgliedern geht es überhaupt?
Es ist nicht das einzige Forum, wo so etwas "rumgeistert". Es handelt sich wahrscheinlich um die V+V-Einkünfte einer WEG aus dem Gemeinschaftsvermögen. Die Einnahmen werden immer schön mit dem Hausgeld verrechnet, so das es dem Einzelnen ggf. gar nicht bewusst wird, dass man hier Einkünfte aus V+V generiert, die der ESt unterliegen!

Zitat (von Blutswente):
das Finanzamt müsse ihn doch jetzt zur Abgabe einer "Einheitlichen und gesonderten Feststellung" auffordern.
Nein, eine Steuererklärung -auch die Erklärung zur einheitlich und gesonderten Feststellung ist eine Steuererklärung!- ist eine Bringschuld! Das FA muss niemanden zur Abgabe auffordern, denn die Pflicht zur Abgabe besteht bereits Kraft Gesetzes! Das FA kann einen Empfangsbevollmächtiugte bestimmen, an den es dann die Bescheide verschickt! Wird keine Erklärung abgegeben, so kann das FA die Einkünfte schätzen. Die Schätzung wird bestimmt nicht vorteilhaft ausfallen!

Zitat (von Blutswente):
In dem Steuerbescheid für 2022 schreibt das FA:
"Die Beteiligungseinkünfte wurden nicht festgestellt, da keine Mitteilung des zuständigen Finanzamts vorliegt."

Das "zuständige Finanzamt" ist jedoch exakt das gleiche wie bei Herrn Maier.
Das FA schon, aber nicht der Bearbeiter! Das hat mit Zuständigkeiten zu tun und die wiederum mit dem Steuergeheimnis, was auch innerhalb der Behörde gilt! Den Bearbeiter der ESt gehen nur die festgestellten Einkünfte etwas an, aber nicht, wie die Einkünfte zustande gekommen sin! Den Bearbeiter der einheitlich und gesonderten Feststellung dagegen gehen die anderen Angaben in der ESt-Erklärung der Beteiligten nichts an!

Zitat (von Blutswente):
Herr Maier hat ein schlechtes Gewissen und gibt seinen Teil der Einkünfte in seiner Steuererklärung an.
Das Finanzamt streicht diesen Teil und diese gehen im Steuerbescheid nicht als Einkünfte von Maier ein.
Das geschieht letztendlich auch zum Schutz von Herrn Maier! Sollte die für die einheitlich und gesonderte Feststellung zuständige Stelle feststellen, dass -aus welchen Gründen auch immer!- keine Feststellung durchzuführen ist, dann kann der ESt-Bescheid von Herrn Maier nicht mehr geändert werden, da keine Änderungsvorschrift nach AO greift!

taxpert

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"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#11
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Die Schätzung wird bestimmt nicht vorteilhaft ausfallen!

Selbst wenn stellt es grundsätzlich eine Steuerhinterziehung dar, wenn man eine zu geringe Schätzung gegen sich gelten lässt.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#12
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Nein, eine Steuererklärung -auch die Erklärung zur einheitlich und gesonderten Feststellung ist eine Steuererklärung!- ist eine Bringschuld! Das FA muss niemanden zur Abgabe auffordern, denn die Pflicht zur Abgabe besteht bereits Kraft Gesetzes!


Herr Maier hat seine Einkünfte vollständig angegeben.
Wenn da abweichend "geschätzt" werden würde, wäre das schon eigenartig.

Aber klar: Maier hat notgedrungen die falsche Form gewählt.

Maier kann keinen Feststellungsantrag machen, weil er die anderen Personen, die zum Zeitpunkt des Mittelzuflusses Mitglied der Personenvereinigung waren, nicht kennt.

Möglich wäre ein unvollständiger Antrag, bei dem etwa 70% der Mitglieder der Personenvereinigung angegeben sind. Aber natürlich ohne Steuer-ID ....

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#13
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Also geht es nicht um ein Grundstück, das im Eigentum der Person ist, weil sonst könnte er ja beim AG nachfragen.

Zitat (von Blutswente):
Herr Maier hat seine Einkünfte vollständig angegeben.
Wenn da abweichend "geschätzt" werden würde, wäre das schon eigenartig.

Geschätzt würden die Einkünfte an der Personenvereinigung, daher nicht abweichend.

Sie kennen die anderen nicht, wissen aber, dass die in ihren Erklärungen keine Angaben gemacht hätten?

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#14
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Sie kennen die anderen nicht, wissen aber, dass die in ihren Erklärungen keine Angaben gemacht hätten?


Genau.

Ich will nicht ausschliessen, dass es anderen Mitgleidern der Personenvereinigung ebenso ging wie Maier, jedoch wenn bspw. 10 Personen die Einkünfte regelmässig angeben würden (formal falsch wie Maier) hätte das Finanzamt längst reagiert - irgendwie.

Die Krux ist ein andere:

Das FA will nicht, dass die Einnahmen angegeben werden.

Begründung: Zuviel Arbeit für zu wenig Ertrag.

Letzteres stimmt übrigens nicht, es sei denn man nimmt an der Stundenlohn eines Finanzbeamten wäre wie der von Elon Musk.



-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 12:02

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#15
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1199 Beiträge, 207x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Das FA will nicht, dass die Einnahmen angegeben werden.
Wilde Vermutung.

Zitat (von Blutswente):
Es liegt keine GbR vor, sondern eine andere Personenvereinigung.
Und? Ob es sich nun um eine offene Handelsgesellschaft, eine KG, die Partnergesellschaft, eine GbR, die eine Wohnungseigentümergemeinschaft oder einen nicht eingetragenen Verein handelt ... wenn Gewinne erzielt werden, ist die Gemeinschaft steuerpflichtig.

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#16
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Wilde Vermutung.


Die Aussagen von zwei Sachbearbeiterinnen am Telefon im Abstand von zwei Monaten.

Bestens dokumentiert.

Zusammen mit der Passivität von Anfang an ergibt das ein schlüssiges Bild.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2421 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat:
Zusammen mit der Passivität von Anfang an ergibt das ein schlüssiges Bild.

Der Bearbeiter der persönlichen ESt KANN gar keine einheitlich und gesonderte Feststellung anfordern, da er dafür im Normalfall gar nicht zuständig ist! Er kann die Info höchstens weiterleiten!

Zitat:
Maier kann keinen Feststellungsantrag machen, weil er die anderen Personen, die zum Zeitpunkt des Mittelzuflusses Mitglied der Personenvereinigung waren, nicht kennt.

Wieviele Beteiligte hat denn die WEG, dass man die alle nicht kennt?

Zitat:
Bei 5.000 Euro und Nichtehegatten ist kaum vorstellbar, dass das FA so uninteressiert ist.

Zitat:
Letzteres stimmt übrigens nicht, es sei denn man nimmt an der Stundenlohn eines Finanzbeamten wäre wie der von Elon Musk.

Kommt ein bisschen darauf an …

Da @blutswente die anderen WEG-Mitglieder nicht kennt, gehe ich davon aus, dass die 5.000 € NICHT die Einkünfte, sondern die Einnahmen sind. Unterstellen wir mal, dass im Jahr 800 € WK und Sonder-WK angefallen sind. Dann bleiben noch 4.200 € Einkünfte übrig. Unterstellen wir weiter dass die WEG nicht aus zehn Mitgliedern besteht, sondern nur aus 6. Dann entfallen auf jeden 700 €.

Gehen wir davon aus, dass eine Wohnung von einem Rentnerehepaar bewohnt wird, dass auch mit diesen Einkünften unterhalb des Grundfreibetrages bleibt. Gehen wir weiter davon aus, dass eine Wohnung vermietet ist und die Einnahmen als Minderung des Hausgeldes bereits steuerlich berücksichtigt wurden. Bei den verbleibenden Mitgliedern der WEG greift aller Wahrscheinlichkeit mach §70 EStDV, so dass -wenn man von einen Durchschnittsgrenzsteuersatz von 35% ausgeht- vielleicht insgesamt eine Steuer von 400 € anfallen würde. Dafür müssen sich aber sieben Bearbeiter damit beschäftigen! Einer, der die einheitlich und gesonderte Feststellung bearbeitet, und natürlich auf Ebene der jeweiligen persönlichen ESt die zuständigen Bearbeiter! Grade bei dem Rentnerehepaar und bei der vermieteten Wohnung dürfte das auch bei weitem nicht in fünf Minuten erledigt sein, sondern mit einigem Schriftverkehr hin und her verbunden sein!

Ich weiß nicht, was Elon Musk die Stunde verdient, aber ich kenne die Vollkostensätze eines Finanzbeamten! Unterm Strich bleibt da nicht viel für den Fiskus hängen!

taxpert

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 14:33

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

1x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Der Bearbeiter der persönlichen ESt KANN gar keine einheitlich und gesonderte Feststellung anfordern, da er dafür im Normalfall gar nicht zuständig ist! Er kann die Info höchstens weiterleiten!

Und muß er das denn nicht?
Mir haben zwei Sachbearbeiterinnen expressis verbis gesagt, dass sie nichts weiterleiten.

Da war ich baff.

Zitat (von taxpert):
Dafür müssen sich aber sieben Bearbeiter damit beschäftigen! Einer, der die einheitlich und gesonderte Feststellung bearbeitet, und natürlich auf Ebene der jeweiligen persönlichen ESt die zuständigen Bearbeiter!

Das Innenleben von Finanzämtern ist mir tatsächlich fremd.

Ich könnte die Entscheidung des FA dann verstehen, wenn hier kann-Regelungen vorlägen.

Aber soweit ich das sehe, muß - mindestens einmal - geprüft werden.

Es wäre ja auch denkbar, dass Maier die Einnahmen nicht korrekt angegeben hat oder ähnliches.

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 14:40

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1199 Beiträge, 207x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Wieviele Beteiligte hat denn die WEG, dass man die alle nicht kennt?
Wenn es denn eine WEG ist, gilt:
Zitat:
Der BGH hat entschieden, dass Wohnungseigentümergemeinschaften (teil-) rechtsfähig sind (2.6.05, V ZB 32/05, Abruf-Nr.: 051926). Seit dem 1.7.07 ist dies im WEG verankert (§ 10 WEG). Daraus ist gefolgert worden, dass z.B. bei der Vermietung gemeinschaftlichen Eigentums (Dachflächen an Mobilfunkbetreiber, eine Wohnung an den Hausmeister) die Wohnungseigentümergemeinschaft als solche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) erzielt und dem entsprechend eine Steuererklärung abgeben muss. Gleiches gilt hinsichtlich der Zinsen, die sich aus der Ansammlung der Instandhaltungsrückstellung ergeben (Einkünfte aus Kapitalvermögen – § 20 EStG). In der Praxis wird diese Konsequenz nicht gezogen. Unter Berufung auf § 180 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 AO i.V.m. § 13 Abs. 2 S. 2, § 16 Abs. 2 WEG wird vertreten, dass vor allem keine Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung i.S.d. § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a) AO abzugeben ist (Kahlen, NZM 06, 838).
https://www.iww.de/mk/archiv/weg-wohnungseigentum-und-steuernbasiswissen-kompakt-f17350

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 15:38

1x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Unter Berufung auf § 180 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 AO i.V.m. § 13 Abs. 2 S. 2, § 16 Abs. 2 WEG wird vertreten, dass vor allem keine Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung i.S.d. § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a) AO abzugeben ist (Kahlen, NZM 06, 838).


Soweit ich das weiß, ist nur dauerhaft keine gesonderte Feststellung abzugeben.

D.h. im Jahr der ersten Vermietung erfolgt durch die WEG ein Antrag auf Gesonderte und einheitliche Feststellung.

Dann ergeht durch das Finanzamt (bei geringen Einkünften) ein Negativbescheid, der zum Inhalt hat, dass ab dem Folgejahr kein solcher Antrag mehr notwendig ist, jedoch jedes Mitglied der Personenvereinigung selbst die Einkünfte angeben muß.

Wäre niemals eine Gesonderte Feststellung notwendig, könnte man alle Einkünfte auf hinreichend viele Personen verteilen und - schwupps wären sie steuerfrei ... :grins:

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Auf der Homepage von Christian Lindner :wink: fand ich folgendes:

1) Die Durchführung des Feststellungsverfahrens liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Finanzamts. Ein Feststellungsverfahren soll nur durchgeführt werden, wenn dies der einheitlichen Rechtsanwendung und gleichzeitig der Erleichterung des Besteuerungsverfahrens dient. Von der Durchführung eines Feststellungsverfahrens kann auch abgesehen werden, wenn es sich um einen Fall von geringer Bedeutung handelt.
2) Zur Beseitigung von Zweifeln, ob ein Feststellungsverfahren durchgeführt wird, kann ein Negativbescheid erteilt werden.
3) Über einen Antrag auf Durchführung einer gesonderten Feststellung ist durch Bescheid zu entscheiden.


Nehmen wir an,
a) es liegt ein Fall von geringer Bedeutung vor, und
b) das FA hält einen Negativbescheid für entbehrlich.

Folgt daraus, dass die Einkünfte, die dem einzelnen Steuerpflichtigen zuzurechnen sind, nicht angegeben werden müssen?
(Ich meine nein, aber man weiß ja nie ...)

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47962 Beiträge, 16943x hilfreich)

Ich tippe mal darauf, dass es um eine Erbengemeinschaft geht, weil das die einzige Personengemeinschaft ist, bei der ich es für möglich halte, dass ein Beteiligter 30% der übrigen Beteiligten nicht kennt.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von hh):
... weil das die einzige Personengemeinschaft ist, bei der ich es für möglich halte, dass ein Beteiligter 30% der übrigen Beteiligten nicht kennt.


@hh: Deine Vorstellungskraft ist ausbaufähig. :smile:

Es ist - wie @taxpert bereits anmerkte - eine WEG,

Wenn da einer eine Wohnung gekauft und vermietet hat. Wieviel Prozent der anderen Eigentümer wird er wohl kennen?

-- Editiert von User am 23. Dezember 2023 12:03

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2421 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat:
Gleiches gilt hinsichtlich der Zinsen, die sich aus der Ansammlung der Instandhaltungsrückstellung ergeben (Einkünfte aus Kapitalvermögen – § 20 EStG). In der Praxis wird diese Konsequenz nicht gezogen. Unter Berufung auf § 180 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 AO i.V.m. § 13 Abs. 2 S. 2, § 16 Abs. 2 WEG wird vertreten, dass vor allem keine Erklärung zur einheitlichen und gesonderten Feststellung i.S.d. § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a) AO abzugeben ist (Kahlen, NZM 06, 838).
Der Text ist etwas unglücklich formuliert, denn das auf eine einheitlich und gesonderte Feststellung verzichtet wird, betrifft natürlich nur die Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Zitat (von §180 Abs.1 AO):
Gesondert festgestellt werden insbesondere


2.
die einkommensteuerpflichtigen und körperschaftsteuerpflichtigen Einkünfte und mit ihnen im Zusammenhang stehende andere Besteuerungsgrundlagen, wenn an den Einkünften mehrere Personen beteiligt sind und die Einkünfte diesen Personen steuerlich zuzurechnen sind,

Zitat (von §180 Abs.3 AO):
Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a gilt nicht, wenn
nur eine der an den Einkünften beteiligten Personen mit ihren Einkünften im Geltungsbereich dieses Gesetzes einkommensteuerpflichtig oder körperschaftsteuerpflichtig ist oder
es sich um einen Fall von geringer Bedeutung handelt, insbesondere weil die Höhe des festgestellten Betrags und die Aufteilung feststehen;

Bei den Einkünften aus KapVerm ist kein Wk-Abzug möglich. Die Einkünfte stehen daher in Höhe der Einnahmen fest. Die Verteilung der Einkünfte als auch der möglichen Steuerabzugsbeträge steht ebenfalls fest. Außerdem haben diese Einkünfte über die Abgeltungssteuer bereits der Besteuerung unterlegen.

Bei den Einkünften aus V+V dagegen, stehen zwar die Einnahmen fest, die Wk aber nicht. Der interessanteste Teil der Wk entsteht dabei nicht auf Ebene der Gesamthandel, sondern als Sonder-WK bei den Beteiligten, z.B. AfA und Zinsen. Sonder-Wk können NICHT über die persönliche ESt-Erklärung, sondern nur über die einheitlich und gesonderte Feststellung geltend gemacht werden.


Zitat:
Folgt daraus, dass die Einkünfte, die dem einzelnen Steuerpflichtigen zuzurechnen sind, nicht angegeben werden müssen?
Nein, die Einkünfte sind dann in der persönlichen ESt-Erklärung anzugeben. Klassisches Beispiel dafür: V+V-Einkünfte von Ehegatten. Auch da müsste eigentlich eine einheitlich und gesonderte Feststellung durchgeführt werden! Über §180 Abs.3 AO dann aber doch nicht. Deshalb darf ein Ehepaar die Einkünfte in der Anlage V aufteilen!

Zitat:
Das Innenleben von Finanzämtern ist mir tatsächlich fremd.
Da bin ich von ausgegangen! Wie wäre es denn mal, nicht irgendjemand im FA anzusprechen, sondern jemanden, der auch zuständig ist!!??

Möglichkeit 1: Ruf im FA an und lass Dich mit einer Veranlagungsstelle für Personengesellschaften verbinden.

Möglichkeit 2: Schreib dem FA einen netten Brief, in dem Du um Zuteilung einer Steuernummer für die WEG bittest und die Vordrucke zur einheitlich und gesonderten Feststellung der V+V-Einkünfte. Rückantwort bitte an die Hausverwaltung.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

1x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47962 Beiträge, 16943x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Wieviel Prozent der anderen Eigentümer wird er wohl kennen?


Er muss sich nur eine Eigentümerliste geben lassen und schon kennt er alle.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von hh):
Er muss sich nur eine Eigentümerliste geben lassen und schon kennt er alle.


Am besten ich schreib die Playboy-Redaktion an mit der Bitte um Übersendung der Liste der Playmates der letzten 10 jahre.

Und schwupps kenne ich alle.

Besser als Parship und Elitepartner.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Möglichkeit 1: Ruf im FA an und lass Dich mit einer Veranlagungsstelle für Personengesellschaften verbinden.


Das werde ich probieren.

Zitat (von taxpert):
Möglichkeit 2: Schreib dem FA einen netten Brief, in dem Du um Zuteilung einer Steuernummer für die WEG bittest und die Vordrucke zur einheitlich und gesonderten Feststellung der V+V-Einkünfte. Rückantwort bitte an die Hausverwaltung.


Der Hausverwaltung wird den Brief des FA unter P ablegen.

Es sei denn, es wäre eine amtliche Aufforderung zur Abgabe der Gesonderten Feststellung für die WEG.

Vermutlich wird der Verwalter nur nach Beschluß der Eigentümerversammlung machen.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Am besten ich schreib die Playboy-Redaktion an mit der Bitte um Übersendung der Liste der Playmates der letzten 10 jahre.

Und schwupps kenne ich alle.


Wenn es schon keinen Verwalter gibt, dürfte die Ermittlung über das Grundbuchamt möglich sein.
Ggf. möchte man ja eine Weg-Versammlung einberufen.
Für die WEG eine Erklärung einzureichen, wäre mir zu heiß.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

1x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Für die WEG eine Erklärung einzureichen, wäre mir zu heiß.


Weshalb ist das so?

Es gibt aber tatsächlich einige Fallstricke.

Andererseits: Vermutlich gibt`s die de facto nicht, denn das FA würde wohl nur die Gesamthöhe der Einkünfte prüfen und dann einen Negativbescheid erlassen.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1187x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Weshalb ist das so?

Das kleinere Übel ist, dass man die Gewähr für die Richtigkeit der Einnahmen übernimmt.
Wie sieht es aber haftungsrechtlich aus, wenn jemand noch Sonderwerbekosten hat, die man nicht mit angibt? Vielleicht dadurch sogar negative Einkünfte hat?
Man sollte eine WEG einberufen...

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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