Hallo allerseits,
und zwar arbeite ich als Programmierer bei einem internationalen IT-Konzern und bin relativ schnell dazu gekommen 150.000 € im Jahr zu verdienen. Soweit so gut, nur zahle ich aktuell auch 50.000€ jährlich an Steuern. Da ich eigentlich sowieso kaum materiellen Besitz anhäufen will (mein teuerster Besitz ist mein Laptop für 2k und ich fahre immer noch meinen alten Polo) und lieber frei und unabhängig sein will, um an eigenen Projekten zu arbeiten, habe ich folgende Idee: Ich würde gerne meinen Arbeitgeber 12.000€ im Jahr an mich auszahlen lassen und den Rest meines Gehalts in einen Fond oder was ähnliches stecken lassen. Ähnlich wie bei einer betrieblichen Altersvorsorge. Dann würde ich gerne 5 Jahre arbeiten wollen (60.000€ statt 750.000€ Gehalt in diesen 5 Jahren) und mir die restlichen 690.000€ über 57,5 Jahre mit 12.000€ monatlich auszahlen lassen. Ich würde so 250.000€ Steuern sparen und könnte in 5 Jahren in Rente gehen, in Südostasien leben und einige Projekte in Angriff nehmen.
Ist das möglich, weil beim Steuerrecht ja das "Zuflussprinzip" oder so ähnlich gilt. Oder gibt es da leider wieder irgendwelche Klauseln, die diese Idee unmöglich machen?
Danke vorab für eure Hilfe.
-- Editiert von Moderator topic am 24.06.2022 14:03
-- Thema wurde verschoben am 24.06.2022 14:03
Gehalt nicht direkt auszahlen
Zitat :Dann würde ich gerne 5 Jahre arbeiten wollen (60.000€ statt 750.000€ Gehalt in diesen 5 Jahren) und mir die restlichen 690.000€ über 57,5 Jahre mit 12.000€ monatlich auszahlen lassen.
Wenn man mal davon absieht das die 690.000 schon nach 57,5 Monaten alle sind, der Arbeitgeber hat einen solchen Fond?
Zitat :Ich würde so 250.000€ Steuern sparen
Das man Renten durchaus versteuern muss hat man aber schon mitbekommen?
Zitat:Wenn man mal davon absieht das die 690.000 schon nach 57,5 Monaten alle sind, der Arbeitgeber hat einen solchen Fond?
Ich habe mich offensichtlich verschrieben und meinte 12.000€ jährlich.
Zitat:Das man Renten durchaus versteuern muss hat man aber schon mitbekommen?
Keine Ahnung, deshalb Frage ich hier nach. Die jährliche Rente läge ja bei 12.000€, also unter dem (künftigen) Freibetrag.
Mir gehts nur darum in Erfahrung zu bringen, ob sowas theoretisch rechtlich möglich ist bzw. ob es dazu ein einfaches Ja oder Nein gibt.
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Zitat :Mir gehts nur darum in Erfahrung zu bringen, ob sowas theoretisch rechtlich möglich ist
Ja.
Zitat :ob es dazu ein einfaches Ja oder Nein gibt.
Das wäre in Steuer(spar)recht wohl ein Novum ...
Zitat :Ja.
Ok, das freut mich schonmal zu hören, dass es nicht direkt abgeschmettert wird. Ich war mir sicher, dass es da im deutschen Steuerrecht wieder irgendwelche Klauseln gibt, die so etwas im Keim ersticken. Danke dir für deine Hilfe!
Ich denke die Knackpunkte sind dann, ob mein Arbeitgeber das 1. überhaupt mitmacht, denn zu bewilligen, dass man nach 5 Jahren eine gute Arbeitskraft verliert, ist nicht gerade ein erstrebenswertes Unterfangen aus AG-Sicht und 2. ob es möglich ist, das Ganze wie eine betriebliche Altersvorsorge zu organisieren, also mit denselben Sicherheiten etc.
Zitat :denn zu bewilligen, dass man nach 5 Jahren eine gute Arbeitskraft verliert, ist nicht gerade ein erstrebenswertes Unterfangen aus AG-Sicht
Ich sehe keinen Grund ihm auf die Nase zu binden was man plant in 5 Jahren zu machen.
Zitat :Ich sehe keinen Grund ihm auf die Nase zu binden was man plant in 5 Jahren zu machen.
Das stimmt wiederum. Aber das würde ich nicht machen, auch wenn mein AG das mehr als locker wegstecken könnte. Ich würde da aus Prinzip mit offenen Karten spielen.
Zitat :Zitat (von frexit):
Mir gehts nur darum in Erfahrung zu bringen, ob sowas theoretisch rechtlich möglich ist
Ja.
Mit welchem Modell sollte das möglich sein?
Mir ist kein Modell- baV oder sonstiges anderes - bekannt (was nicht bedeutet, dass es das nicht gibt, daher bitte ich um Korrektur, wenn ich falsch liegen sollte), bei dem man vor Steuerabzug einzahlen kann und dann in jungen Jahren schon die Auszahlung bekommt. Meist gibt es da ein Mindestalter (ich sag Mal als Beispiel 60 Jahre oder darüber). Dann wird man aber kaum in den Genuss kommen, weitere 57 Jahre Die Rente zu erhalten - Ergo Geld verbrannt.
Zudem muss man, wenn man gesetzlich versichert ist, den vollen Beitrag an kranken- und Pflegeversicherung von der betriebsrente abführen (also Arbeitnehmer UND arbeitgeberanteil).
Wie das ist wenn man privat versichert ist weiß ich nicht. Aber auch die wird man sicherlich weiterhin bedienen müssen. Dann wären von den 12000 € am Ende nicht mehr so viel übrig pro Jahr. Das wurde mit einkalkuliert vom TE?
Ich vermute mal, das harry meint das AG und AN einen Vertrag dieser "Zahlungsweise" abschließen könne.
Man kann auch vereinbaren, dass das Entgelt in Gummibärchen ausgezahlt wird.
Steuerlich wird sich da aber überhaupt nichts tun.
Das zahlt zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Eink%C3%BCnfte_aus_nichtselbst%C3%A4ndiger_Arbeit_(Deutschland)
"Zitat" Zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehören:
Gehälter und Löhne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bezüge und Vorteile für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst. Hierzu zählen auch Zuwendungen an Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen, die bestimmte Grenzen übersteigen;
Wartegelder, Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder und andere Bezüge und Vorteile aus früheren Dienstleistungen (z. B. Pensionen, Betriebsrenten, aber nicht: gesetzliche Renten);
Einzahlungen des Arbeitgebers in Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen (betriebliche Altersversorgung).
Es ist gleichgültig, ob es sich um laufende oder um einmalige Bezüge handelt und ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht. "Zitat Ende"
Ohadle, prima dargestellt. Es ist völlig einerlei, wie der AN bezahlt wird. Ob in Vergünstigungen, in gebündeltem Baren, durch Zahlungen auf ein Sparkonto oder sonst wie. Fakt ist, dass aus einem Arbeitsverhältnis heraus nicht nur Ansprüche entstehen, sondern diese auch durch Leistungen des Arbeitgebers befriedigt werden. Und damit haben wir die steuer- und sozialrechtlichen Folgeverpflichtungen, so wie sie in den Gesetzen vorgesehen sind.
wirdwerden
Zitat :Mit welchem Modell sollte das möglich sein?
Das wird man dann anhand der konkreten Situation erarbeiten müssen, ein fertiges Modell wird es da nicht geben.
Zitat :Zudem muss man, wenn man gesetzlich versichert ist, den vollen Beitrag an kranken- und Pflegeversicherung von der betriebsrente abführen (also Arbeitnehmer UND arbeitgeberanteil).
Ja, also ich müsste mich in dem Fall freiwillig gesetzlich versichern lassen. Das würde ca. 200€ monatlich kosten. Ich will ja auch nicht nur auf der faulen Haut liegen. Ich bin Programmierer aus Leidenschaft. Ich würde halt nur gerne mein eigenes kleines bedingungsloses Grundeinkommen haben wollen (ca. 800€ monatlich), um das wo, wann, was, wie den Rest meines Lebens in die eigenen Hände nehmen zu können. Würde dann auch nicht mehr Deutschland wohnen.
Ich will nicht, dass nach 10 Jahren der Fiskus an meine Tür klopft und sagt: Sie schulden uns 250.000€. Wollen sie Ihre Gefängniszelle in Nord- oder Süddeutschland beziehen? Nicht, dass dann bei diesen Summen doch plötzlich das Jahr relevant wird, an dem der Geldbetrag erwirtschaftet wurde. Das wäre nämlich der Supergau.
Frexit,
Ich bin der Meinung, dass es so wie du dir das vorstellst, nicht geht (egal, was Harry von Sell meint. Ein Beispiel gibt er ja selber nicht)
Sonst würde das ja jeder Vielverdiener machen: in kurzer Zeit viel Geld verdienen, die Auszahlung dafür aber über einen langen Zeitraum erstrecken, um insgesamt steuerfrei zu bleiben.
Wenn du soviel verdienst, dann spar das (versteuerte) Geld doch in den nächsten 5 Jahren und leb dann für 57 Jahre davon. Privatier muss man sich halt leisten können. Und warum solltest du steuerfrei durchs Leben kommen und jeder Geringverdiener (oberhalb des Freibetrags natürlich) der nicht jährlich über 100K sparen kann, muss lebenslang Steuern zahlen?
Freiwillig schon, aber mit dem Mindestbeitrag von ca 200,- mtl. wirds nicht gehen.Zitat :Ja, also ich müsste mich in dem Fall freiwillig gesetzlich versichern lassen.
Du möchtest vermutlich Privatier statt Rentner werden.
Darf man fragen, wie alt du bist?
Darf man fragen, seit wann du deinen AG mit deiner Programmier-Leidenschaft beglückst?
In einem internationalen IT-Unternehmen? WEM würdest du dort deine Offerte hinlegen?Zitat :Ich würde da aus Prinzip mit offenen Karten spielen.
Ich sehe nicht viel arbeitsrechtliches in deinem Szenarium.
Hast du schon mal mit deinem Steuerberater darüber gesprochen? Oder möchtest du einem solchen auch möglichst nichts bezahlen?
Zitat :Und warum solltest du steuerfrei durchs Leben kommen und jeder Geringverdiener (oberhalb des Freibetrags natürlich) der nicht jährlich über 100K sparen kann, muss lebenslang Steuern zahlen?
Ganz einfach: weil man es sich leisten kann / die dafür notwendigen Berater und Maßnahmen bezahlen kann.
Merkwürdigerweise bekommen das doch viele der "Vielverdiener" hin - die allermeisten sogar legal.
Zitat :Ich bin der Meinung, dass es so wie du dir das vorstellst, nicht geht (egal, was Harry von Sell meint. Ein Beispiel gibt er ja selber nicht)
Sonst würde das ja jeder Vielverdiener machen: in kurzer Zeit viel Geld verdienen, die Auszahlung dafür aber über einen langen Zeitraum erstrecken, um insgesamt steuerfrei zu bleiben.
Ne das würde nicht jeder Vielverdiener machen, weil Vielverdiener normalerweise einen gewissen materiellen Lebensstandard pflegen wollen. Ich habe dagegen außer meinem Laptop nichts Materielles, wo ich Wert auf Qualität lege und der Preis keine Rolle spielt. Dementsprechend wäre dieses Modell nur für die wenigsten Vielverdiener sinnvoll, weil ich faktisch dann am Existenzminimum leben würde. Wobei im Ausland dann wiederum "ok" leben würde auf materieller Ebene.
Zitat :Freiwillig schon, aber mit dem Mindestbeitrag von ca 200,- mtl. wirds nicht gehen.
Du möchtest vermutlich Privatier statt Rentner werden.
Der Mindestbetrag bemisst sich doch am Jahreseinkommen oder nicht? Und das läge bei 12.000€. Dementsprechend würde es mich ca. 0,2*12000€=2400€ jährlich kosten. Oder gibts es auch da wieder Klauseln? Falls ja, dann her damit deswegen bin ich hier.
Zitat :Darf man fragen, wie alt du bist?
Darf man fragen, seit wann du deinen AG mit deiner Programmier-Leidenschaft beglückst?
30 und seit 6 Jahren. In unserer Branche ist es üblich, dass man sehr schnell ca. 150k verdient und man dann auf ein Cap stößt. 150k verdient fast jeder sehr früh, aber mehr verdienen die wenigsten.
Zitat :Hast du schon mal mit deinem Steuerberater darüber gesprochen? Oder möchtest du einem solchen auch möglichst nichts bezahlen?
Ne, will mich nur grob informieren, hätte ja sein können, dass die Anwort sehr einfach ist und es da eine offensichtliche Rechtsklausel gibt, die das verhindert und dann wäre es vom Tisch. Weil es das scheinbar nicht ist, werde ich tatsächlich jetzt meinen Steuerberater konsultieren.
Danke für eurer Feedback.
Zitat :weil Vielverdiener normalerweise einen gewissen materiellen Lebensstandard pflegen wollen.
Nun, das widerspricht sich ja keineswegs wenn ich mir die Residenzen diverser "Steuerflüchtlinge" mal so ansehe ...
Ach, noch ein abschließender Gedanke:
Wenn es eine betriebliche Altersvorsorge gibt, dann sollte es auch möglich sein eine "betriebliche Arbeitslosenvorsorge" aufzubauen. Letzlich wäre meine Idee eigentlich nur das. Bei mir läuft das Ganze nur ins Extrem (vom Topverdiener zum Leben am Existenzminimum). Aber generell könnte sowas auch für mehrere Leute attraktiv sein, wenn man es weniger extrem aufzieht. Z.b. in Rente mit 50 und dafür mit mehr Geld etc.
So oder so, danke für eure bisherige Hilfe. Und jetzt ab zum Steuerberater.
Ne, nicht.Zitat :Der Mindestbetrag bemisst sich doch am Jahreseinkommen oder nicht?
Klauseln heißen in dem Falle Gesetze nach dem SGB V. Gesetzliche Krankenversicherung.
Zitat :Und das läge bei 12.000€.
Nö. Dein (gewünschter) Auszahlungsbetrag liegt bei 12.000/Jahr.
Dein (steuerpflichtiges) Einkommen liegt weiterhin bei 150.000.
Nur weil du einen Teil deines Gehaltes "verschieben" möchtest, bleibt es dennoch dein Gehalt
Zitat :dann sollte es auch möglich sein eine "betriebliche Arbeitslosenvorsorge" aufzubauen.
In DE hat der Gesetzgeber sich dazu nicht durchringen können - das wird man also weiterhin privat betreiben müssen wenn einem die staatliche Absicherung nicht ausreichend erscheint.
Zitat :Und jetzt ab zum Steuerberater.
Aber zum richtigen.
Ein 0815-Steuerberater dürfte da nicht ausreichend sein.
Zitat :So oder so, danke für eure bisherige Hilfe. Und jetzt ab zum Steuerberater.
Dann halte uns auf dem laufenden. Steuersparmodelle dürften jeden (egal, ob gut- oder nicht-so-gut-Verdiener) interessieren.
Mir ist völlig unklar, was das soll? Es wurde ja bereits geschrieben, dass der TE soviel sparen kann wie er will, aber dass es ja dennoch vorher ganz normaler steuerpflichtiger Arbeitslohn ist..
... zum Thema des Lebensstandards: vielleicht recherchieren sie nochmal zum Thema Werbungskosten und der nichtabziehbarkeit von privaten LebensaufwendungenZitat :Ne das würde nicht jeder Vielverdiener machen, weil Vielverdiener normalerweise einen gewissen materiellen Lebensstandard pflegen wollen. Ich habe dagegen außer meinem Laptop nichts Materielles, wo ich Wert auf Qualität lege und der Preis keine Rolle spielt. Dementsprechend wäre dieses Modell nur für die wenigsten Vielverdiener sinnvoll, weil ich faktisch dann am Existenzminimum leben würde. Wobei im Ausland dann wiederum "ok" leben würde auf materieller Ebene.
Zitat :Mir ist völlig unklar, was das soll?
Die Steuerpflicht zu minimieren bzw. zu beseitigen - für einen größtmöglichen Zeitraum.
Ich kann dich übrigens beruhigen: du wirst dafür nicht in den Knast gehen! Nur wird der ArbG wohl etwas anders denken, wenn der Haftungsbescheid der LSt-Prüfung auf dem Tisch liegt!
taxpert
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