Hochzeit im Dezember - III/V

3. September 2008 Thema abonnieren
 Von 
grady
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 3x hilfreich)
Hochzeit im Dezember - III/V

Hallo, ich hatte breits was zu dem Thema gefragt, es sind aber weitere Fragen aufgekommen. Aaalso, meine Freundin (25) und ich (29) wollen im Dezember 2008 heiraten. Wir haben also ein wenig wegen Steuer etc im Netz geschaut und es gibt einige Unklarheiten. Mal Details zu uns.

Ich arbeite in Festanstellung (Sachsen) und habe 2500 Brutto . Meine Freundin ist Studentin und verdient noch nichts. Sie will sich nach Ihrem Studium selbständig machen und wird am Anfang sicherlich nicht mehr als 400 Euro verdienen. Kinder haben wir keine und in der Kirche sind wir auch nicht.

Jetzt die Fragen:

- Ich würde dann die III wählen und meine Freundin, sobald sie was verdient die V, richtig? Ist es dann so, dass durch die Hohe Steuer der V, mein Vorteil durch die III aufgehoben wird?

- Wir wären dann verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen, korrekt? Ist uns der Mehrbetrag denn sicher, oder könnte es sein, dass wir zurückzahlen müssen? Wenn ja, unter welchen Umständen?

- Ich würde dann über die Steuererklärung auch für das gesamte Jahr 2008 den Mehrbetrag zurück bekommen?

-Generell gefragt, beide Gehälter werden addiert und dann durch 2 geteilt und besteuert, korrekt? Darum ist ein großer Unterschied auch ein großer Vorteil? Gibt es da Grenzen, also z.B. 400 Euro?

Vielen vielen Dank für eventuelle Antworten :)

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44626 Beiträge, 15892x hilfreich)

Ich würde dann die III wählen und meine Freundin, sobald sie was verdient die V, richtig?

Das ist richtig. Eine Steuerkarte und damit eine Steuerklasse benötigt Deine Freundin aber nur im Angestelltenverhältnis. Wenn sie selbständig ist, dann legt das Finanzamt eine Steuervorauszahlung fest. Das hat aber nichts mit ihrer Steuerklasse zu tun.

Ist es dann so, dass durch die Hohe Steuer der V, mein Vorteil durch die III aufgehoben wird?

Nein, Verheiratete zahlen grundsätzlich zusammen weniger Steuern als zwei Ledige zusammen. Trotz der bereits hohen Steuer in der Steuerklasse V kann es bei der Kombination III/V noch zu Nachzahlungen im Rahmen einer Steuererklärung kommen. Der erste Satz bleibt dennoch gültig. Nur, wenn beide Partner ein identisches Einkommen haben, ist die Steuer nach der heirat genauso hoch, wie vor der Heirat.

Wir wären dann verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen, korrekt?

Wenn in Steuerklasse V Einkommen erzielt wird, dann seid Ihr verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Wenn Dein Frau selbständig ist, dann besteht die Verpflichtung sowieso.

Ist uns der Mehrbetrag denn sicher, oder könnte es sein, dass wir zurückzahlen müssen?

Verheiratete dürfen verfassungsrechtlich zwar besser gestellt werden als Ledige, auf keinen Fall aber schlechter. Sie eigentlich immer besser gestellt, bis auf den seltenen Fall, dass beide ein identisches Einkommen haben. Der Steuervorteil durch die Heirat ist umso größer, je weiter die Einkommen der beiden Ehegatten auseinanderliegen.

Ich würde dann über die Steuererklärung auch für das gesamte Jahr 2008 den Mehrbetrag zurück bekommen?

Ja, steuerrechtlich gelted Ihr für das gesamte Jahr 2008 rückwirkend als verheiratet.

Generell gefragt, beide Gehälter werden addiert und dann durch 2 geteilt und besteuert, korrekt?

Und das Ergebnis anschließend wieder mit 2 multipliziert.

Darum ist ein großer Unterschied auch ein großer Vorteil?

Ja.

Gibt es da Grenzen, also z.B. 400 Euro?

Nein, da gibt es keine Grenzen. Der Steuervorteil ist besonders hoch, wenn ein Ehegatte seinen Grundfreibetrag in Höhe von 7.664€ im Jahr nicht ausschöpft. Dann kann der andere Ehegatte nämlich die Differenz nutzen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dann über die Steuerprogression.

In der Steuerklasse III sind sämtliche Frei- und Pauschbeträge mit Ausnahme des Arbeitnehmerpauschbetrages doppelt eingerechnet. Das führt dazu, dass für den Gewinn Deiner zukünftigen Frau bereits ab dem ersten Euro Steuern anfallen, da Du ja bereits ihre Freibeträge mit der Steuerklasse III in Anspruch genommen hast.

-- Editiert von hh am 03.09.2008 17:45:19

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#2
 Von 
grady
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo und vielen Dank für die Antwort :) . Eine Sache ist mir noch nicht klar. Was meinen Sie mit:

"Der Steuervorteil ist besonders hoch, wenn ein Ehegatte seinen Grundfreibetrag in Höhe von 7.664€ im Jahr nicht ausschöpft."

?

Vielen Dank :)

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12783 Beiträge, 4188x hilfreich)

Hallo grady,

angenommen, die Frau verdient 5.000 €. Damit bliebe das Existenzminimum (7.664€) teilweise ungenutzt. Der Ehemann bekommt nun weitere 2.664€ steuerfrei (nur theoretisch, denn zu versteuern ist immer das gesamte Einkommen ab dem ersten Euro. Der Freibetrag ist bereits in die Steuertabelle eingearbeitet).

Verdient die Frau hingegen 15.000€, so hat sie ihren Grundfreibetrag bereits selbst genutzt. Die Ersparniss liegt dann nur noch darin, die beiden Steuersätze anzugleichen. Und je näher die schon beieinander lagen, um so weniger Ersparniss ergibt sich.

MfG Stefan

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