Kindergeldanrechnung

24. Februar 2005 Thema abonnieren
 Von 
DH
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)
Kindergeldanrechnung

Hallo,

Fall: Mann 1/2 Kind auf der Steuerkarte, jedoch kein Kindergeld
erhalten, bekommt alles die Frau.

Das FA hat jetzt einen Bescheid geschickt in dem Sie das 1/2 Kindergeld anrechnen, so als hätte er es bekommen.

Weiß jemand warum das so gemacht wird? Und ob das wohl stimmen kann?

Gruß

Haben Sie sich versteuert?

Haben Sie sich versteuert?

Ein erfahrener Anwalt im Steuerrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Steuerrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47304 Beiträge, 16759x hilfreich)

Das Verhalten ist völlig richtig. Der Kinderfreibetrag und die Anrechnung des Kindergeldes sind starr verkoppelt (§ 31 Satz 4 , 2. Halbsatz EStG).

Es spielt nicht einmal eine Rolle, ob der Kindesunterhalt um das halbe Kindergeld gekürzt wurde.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
KuschelbaerR
Status:
Student
(2162 Beiträge, 278x hilfreich)

Wenn das hälftige KG nicht beim Unterhalt angerechnet werden konnte, weil Unterhalt nicht wenigstens nach der 6. Einkommensstufe gezahlt wird (135 %), dann Widerspruch einlegen und auf die Anrechnung des tatsächlichen Ausgleichsanspruch bestehen.
(Beispiel: Unterhalt wird nach Stufe 3 gezahlt für ein über 12 Jahre altes Kind - Anrechnung nur 17 € KG / Monat statt 77 €).

Bei dem Widerspruch auf das Urteil des BFH verweisen:

quote:<hr size=1 noshade>Günstigerprüfung für einen unterhaltspflichtigen Elternteil, der kein Kindergeld erhalten und einen Unterhalt von weniger als 135 % des Regelsatzes der Düsseldorfer Tabelle geleistet hat, im Jahr 2001 (In-Kraft-Treten der Neuregelung in § 1612b Abs. 5 BGB ): Verrechnung des hälftigen Kindergeldes oder nur des Teilbetrages des Kindergeldes, für den ein zivilrechtlicher Ausgleichsanspruch besteht, nach § 36 Abs. 2 EStG ? Hinweis: Vorlagebeschluss zum Bundesverfassungsgericht VIII R 51/03 vom 30.11.2004, Az. des BVerfG: 2 BvL 3/05 .
Vorgehend: Finanzgericht Münster, Entscheidung vom 21.5.2003 (10 K 38/03 E) <hr size=1 noshade>
AZ: III R 94/03
Wurde ans BverfG weitergeleitet, bis zu einer endgültigen Entscheidung kann der Widerspruch dann ruhen.
Unsere ruhen seit Veranlagungszeitraum 2002. ;)


-----------------
"Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt das wahre Gesicht zum Vorschein! "

-- Editiert von kuschelbaerr am 24.02.2005 22:52:45

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
mocwai
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 17x hilfreich)

ab Veranlagung 2004 geht das leider nicht mehr, der Gesetzestext wurde geändert, jetzt heißt der Wortlaut "Kindergeldanspruch"

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
KuschelbaerR
Status:
Student
(2162 Beiträge, 278x hilfreich)

Das Kind hat einen anderen Namen bekommen, stimmt.
Aber: Auch der Anspruch besteht ja nicht in den unteren Stufen der DT, es besteht ja nur der Anspruch auf Anrechnung der jeweiligen Teilbeträge. Aslo werden wir auch für 2004 wieder Widerspruch einlegen. ;)

-----------------
"Geld verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt das wahre Gesicht zum Vorschein! "

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
mocwai
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 17x hilfreich)

es sei jedem gegönnt, der es schafft, ich finde nämlich das Unterhaltsgesetz ungerecht, aber soweit ich weiß, werden die Einsprüche abgelehnt, da der Anspruch schon besteht, nur die Anrechnung unterbleibt

"Das auf das jeweilige Kind entfallende Kindergeld ist nach § 1612 b Abs. 1 BGB grundsätzlich zur Hälfte auf den Tabellenunterhalt anzurechnen. Die Anrechnung des Kindergeldes unterbleibt, soweit der Unterhaltspflichtige außerstande ist, Unterhalt in Höhe von 135% des Regelbetrages (vgl. Abschnitt A Anm. 2.) zu leisten, soweit das Kind also nicht wenigstens den Richtsatz der 6. Einkommensgruppe abzüglich des hälftigen Kindergeldes erhält (§ 1612 b Abs. 5 BGB ). "

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
mocwai
Status:
Beginner
(51 Beiträge, 17x hilfreich)

noch ein Link: http://www.jurathek.de/showdocument.php?session=1696094238&ID=6584&referre%09r=604

besonders zu diesem Thema letzter Absatz:
Leider wird sich diese ab dem 01.01.2004 nur noch durch eventuelle neue Verfahren erfüllen können, denn ab 2004 wird es wieder anders.

Der Gesetzgeber hat sich wohl den folgenden Satz des 1. Senats zu Herzen genommen:

„Andererseits bestimmt § 31 EStG , dass das Kindergeld, soweit ein Anspruch nach § 32 Abs. 6 EStG auf Freibeträge besteht, zu verrechnen ist, auch soweit es dem Steuerpflichtigen im Wege des zivilrechtlichen Ausgleichs zusteht. Ob dies auch dann zu erfolgen hat, wenn das Kindergeld aufgrund von § 1612 b Abs. 5 BGB nicht auf den Kindesunterhalt angerechnet wird, dem Steuerpflichtigen also nicht oder nur zum Teil zufließt, ist dem Gesetz nicht mit hinreichender Klarheit zu entnehmen“

Mal abgesehen davon, dass die eigentliche Verrechnungsvorschrift eher im § 36 Abs. 2 EStG angesiedelt war, wird sie es zukünftig mit bestechender Klarheit im § 31 sein.

Sie lautet dann wie folgt:

„...; bei nicht zusammenveranlagten Eltern wird der Kindergeldanspruch im Umfang des Kinderfreibetrages angesetzt.“

Damit ist klar: Egal ob es Kindergeld überhaupt gab, egal in welcher Höhe es Kindergeld gab, es wird immer für einen Kinderfreibetrag das halbe Kindergeld gegengerechnet.

Bisher wurde auf „gezahltes Kindergeld“ und „zivilrechtlichen Ausgleich“ abgestellt.

1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.081 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.224 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen