Kleinunternehmerregelung / Freier Mitarbeiter

6. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
Karl234
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kleinunternehmerregelung / Freier Mitarbeiter

Hallo,

ich hätte eine Frage vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

Ich habe 9 Monate als Angestellter gearbeitet. Mache mich jetzt selbstständig
und würde gerne die letzten 3 Kalendermonate auf Kleinunternehmerregelung
arbeiten, bis zu offiziellen Gründung im Januar 2023.

Frage1:
Die Obergrenze der Kleinunternehmerregelung ist 22.000 EUR.
Nur um sicher zu gehen. Das bezieht sich nur auf die Einnahmen als Selbstständiger?
Nicht auf die bisherigen EInkünfte aus dem Angestelltenverhältnis.

Frage2:
Die Einnahmen als Selbstständiger führe ich dann einfach in der Einkommenssteuererklärung
als "Einkünfte aus selbsständiger Arbeit" (Anlage S) auf. Was dann wohl zu einer Nachversteuerung führt.

Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.
Dankeschön.

Viele Grüße



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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6217 Beiträge, 1490x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
Frage1:
Die Obergrenze der Kleinunternehmerregelung ist 22.000 EUR.
Nur um sicher zu gehen. Das bezieht sich nur auf die Einnahmen als Selbstständiger?
Nicht auf die bisherigen EInkünfte aus dem Angestelltenverhältnis.

Die Kleinunternehmerregelung des §19 UStG bezieht sich auf die Umsatzsteuer. Nur Selbständige können umsatzsteuerpflichtig sein, Angestellte nicht.
Bis zu einem Umsatz von 22.000 Euro/Jahr ist der Selbständige nicht umsatzsteuerpflichtig, es sei denn, er optiert zur Umsatzsteuerveranlagung. Ab 22.000 Euro Umsatz im Jahr ist der Selbständige dann grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig.
Nutzt man die Kleinunternehmerregelung des §19 UStG, kann man keinen Umsatzsteuervorabzug machen.

Zitat:
Frage2:
Die Einnahmen als Selbstständiger führe ich dann einfach in der Einkommenssteuererklärung
als "Einkünfte aus selbsständiger Arbeit" (Anlage S) auf. Was dann wohl zu einer Nachversteuerung führt.

Ist denkbar, kommt aber natürlich auf die genauen Zahlen an.

Den steuerpflichtigen Einkünften des Selbständigen stehen ja die abzugsfähigen Betriebskosten gegenüber. Wenn die höher sind als die Einkünfte, wird für die selbständige Tätigkeit gar keine Einkommenssteuer fällig.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#2
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2050 Beiträge, 1182x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
...würde gerne die letzten 3 Kalendermonate auf Kleinunternehmerregelung
arbeiten, bis zu offiziellen Gründung im Januar 2023.
Das soll was bedeuten?
Im übrigen ist der Umsatz 2022 auf das ganze Kalenderjahr hochzurechnen (§ 19 Abs. 3 UStG), um die KleinU-Regelung ggf. in Anspruch nehmen zu können.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4775 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
Nur um sicher zu gehen. Das bezieht sich nur auf die Einnahmen als Selbstständiger?

Ja.
Zitat (von Karl234):
Die Obergrenze der Kleinunternehmerregelung ist 22.000 EUR.

Wenn der voraussichtlichen Umsatz in diesem Jahr mehr als 5.200 Euro beträgt, kann die Kleinunternehmerregelung nicht angewandt werden, weil - wie gesagt - in einen Gesamtjahresumsatz umgerechnet wird.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#4
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4775 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Wenn der voraussichtlichen Umsatz in diesem Jahr mehr als 5.200 Euro beträgt,

5.500 Euro natürlich.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
bis zu offiziellen Gründung im Januar 2023.

Gründung von was konkret?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Karl234
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Wenn der voraussichtlichen Umsatz in diesem Jahr mehr als 5.200 Euro beträgt, kann die Kleinunternehmerregelung nicht angewandt werden, weil - wie gesagt - in einen Gesamtjahresumsatz umgerechnet wird.


Vielen Dank für die Antworten. Leider verstehe ich das noch nicht ganz. Vielleicht liegt es auch an meiner Schilderung. Ich skizziere das nochmal konkreter und mit Beispiel-Zahlen.

Im Kalenderjahr 2022 :
- Habe ich als Angestellter gearbeit von Januar bis September mit einem Brutto-Einkommen z.B. von 36.000EUR.
- Ab Oktober bin ich nicht mehr angestellt und werde als Freiberufler / Freelancer arbeiten. Da das Jahresende vor der Weihnachtszeit von der Auftragslage für eine Gründung etwas unbeständig ist, plane ich hier eine Übergangszeit ein. In dieser Zeit möchte ich aufkommende Jobs annehmen und gerne über die Kleinunternehmerregelung abrechnen. Und natürlich in Anlage S meiner Jahreseinkommenssteuer-Erklärung aufgeführt.
- Plan ist es diese Zeit zu nutzen, um dann im Januar 2023 richtig durchzustarten als Freiberufler mit Businessplan und Gründerzuschuss. Dann auch mit UmSt-Ausweisung und Einkommensteuer-Veranlagung.

Für dieses Szenario nun die Frage:
Frage 1: Also wenn ich die Antwort richtig versteh, darf ich ab Oktober nur 1/4 (3Monate) von den 22.000EUR Umsatz machen? Ich habe ja in 9 Monaten davor in 2022 ein Gehalt und keinen Umsatz aus selbsständiger Tätigkeit gemacht, dürfte ich dann nicht in den 3 Monaten die 22.000EUR voll ausschöpfen?

Frage2: Ist das Vorgehen oben in dem Szenario aus Ihrer Sicht steuerlich möglich?

Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

Viele Grüße,
Daniel

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2085 Beiträge, 723x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
Frage 1: Also wenn ich die Antwort richtig versteh, darf ich ab Oktober nur 1/4 (3Monate) von den 22.000EUR Umsatz machen? Ich habe ja in 9 Monaten davor in 2022 ein Gehalt und keinen Umsatz aus selbsständiger Tätigkeit gemacht, dürfte ich dann nicht in den 3 Monaten die 22.000EUR voll ausschöpfen?

Nein. 5500 € wie oben beschrieben.
Zitat (von Karl234):
Ist das Vorgehen oben in dem Szenario aus Ihrer Sicht steuerlich möglich?

Falls Du das meinst:
Zitat (von Karl234):
Plan ist es diese Zeit zu nutzen, um dann im Januar 2023 richtig durchzustarten als Freiberufler mit Businessplan und Gründerzuschuss. Dann auch mit UmSt-Ausweisung und Einkommensteuer-Veranlagung.

Natürlich musst Du Deine Einnahmen schon 2022 auch versteuern und in der Einkommensteuererklärung angeben! Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung musst Du lediglich keine USt ausweisen (sofern Du die 5500 € nicht überschreitest).

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

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#8
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4775 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von Karl234):
Da das Jahresende vor der Weihnachtszeit von der Auftragslage für eine Gründung etwas unbeständig ist, plane ich hier eine Übergangszeit ein.

Das Unternehmen beginnt mit ersten Vorbereitungshandlungen.

Zitat (von Karl234):
Frage 1: Also wenn ich die Antwort richtig versteh, darf ich ab Oktober nur 1/4 (3Monate) von den 22.000EUR Umsatz machen? Ich habe ja in 9 Monaten davor in 2022 ein Gehalt und keinen Umsatz aus selbsständiger Tätigkeit gemacht, dürfte ich dann nicht in den 3 Monaten die 22.000EUR voll ausschöpfen?

Nein, wie beschrieben, ist ausschließlich die unternehmerische Tätigkeit maßgeblich. Es wäre auch unfair, wenn eine Ungleichbehandlung zwischen einem bisher nichtselbständig Tätigen und einem Arbeitslosen oder Student stattfände...

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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