Nachträgliches Darlehn vermietete Immobilie absetzen

18. August 2022 Thema abonnieren
 Von 
jon_jon
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Nachträgliches Darlehn vermietete Immobilie absetzen

Guten Tag.

Folgender Sachverhalt (Beispielzahlen):
Immobilie Kaufpreis 250t EUR davon 100t finanziert und 150t Eigenkapital
Immobilie war Eigennutzung aber ist seit ein paar Monaten vermietet.
Das Eigenkapital wurde jetzt durch einen weitere Kredit "getauscht" bzw. ein zweites Darlehn aufgenommen.

Ich würde nun gerne beide Darlehn (Zinsaufwände) absetzen.

Der Steuerberater meint ich kann nur Darlehn1 absetzen.

Ich fühle mich da etwas benachteiligt, denn wenn ich "heute" die Immobilie neu kaufen würde, könnte ich auch beide Darlehn absetzen.

Hat jemand einen Tipp, Paragraph, Urteil zu solch einem Fall?

G/Jon.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47350 Beiträge, 16770x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Der Steuerberater meint ich kann nur Darlehn1 absetzen.


So ist es.

Zitat (von jon_jon):
Hat jemand einen Tipp, Paragraph, Urteil zu solch einem Fall?


§ 9 Abs. 1 Nr. 1 EStG

Ein nachträglich aufgenommenes Darlehen zur Finanzierung einer anderen Anschaffung steht nicht im wirtschaftlichen Zusammenhang mit der vermieteten Immobilie, wenn man es aufnehmen musste, weil man zuvor sein Eigenkapital in die vermietete Immobilie gesteckt hat.

Vielmehr steht dieses Darlehen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit der neuen Anschaffung.

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#2
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2340 Beiträge, 630x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Hat jemand einen Tipp, Paragraph, Urteil zu solch einem Fall?
Es ist höchstrichterlich geklärt, dass es nicht auf den Willen des Stpfl. bei einem Darlehen ankommt, sondern auf die tatsächliche Verwendung genau diesen Geldes!

Zitat (von jon_jon):
Das Eigenkapital wurde jetzt durch einen weitere Kredit "getauscht" bzw. ein zweites Darlehn aufgenommen.
Hier werden also eben NICHT Anschaffungskosten beglichen, sondern das private Eigenkapital wieder aufgefüllt. Damit steht das Darlehen in keinem Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#3
 Von 
jon_jon
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für Eure Antwort.

Welche "kreativen" aber rechtlich sauberen Möglichkeiten gibt es, den vollen Betrag absetzen zu können?

Könnte ich die Immobilie für 1 Tag (bzw. bis als vollzogen ist) an Person X verkaufen und dann wieder zurück kaufen?

Klar es fallen Notar und Grunderwerbsteuer an.
Aber wenn ich dann die bald neuen 3%,4% Zinsen auf 20,30 Jahre voll ansetzen kann wäre das wirtschaftlicher wie wenn ich diese nicht ansetzen kann.

G/Jon.



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#4
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4795 Beiträge, 1158x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Könnte ich die Immobilie für 1 Tag (bzw. bis als vollzogen ist) an Person X verkaufen und dann wieder zurück kaufen?

Abgesehen davon, dass 5-10% Nebenkosten anfallen und das je Erwerbsvorgang, also zweimal, sieht das sehr nach einem Gestaltungsmissbrauch aus.
Man zahlt also jetzt bis zu 20% (50.000) für die kleine Chance, jährlich max. 7.500 Euro absetzen zu können?

Da verweise ich auf meine Signatur.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#5
 Von 
jon_jon
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Warum max 7500 Euro?

Bei 4% Zins wären es ca. 10teur Zinsen die ich doch voll absetzen kann und das auf 20,30 Jahre …
Beim Kauf kann ich die Nebenkosten ja auch wieder ansetzen nur nicht beim Verkauf.




-- Editiert von User am 18. April 2023 21:46

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#6
 Von 
jon_jon
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

.




-- Editiert von User am 18. April 2023 21:45

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4795 Beiträge, 1158x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Bei 4% Zins wären es ca. 10teur Zinsen die ich doch voll absetzen kann und das auf 20,30 Jahre …

Im ersten Jahr, wenn es nicht endfällug ist.

Zitat (von jon_jon):
Beim Kauf kann ich die Nebenkosten ja auch wieder ansetzen nur nicht beim Verkauf.

Ja, verteilt über 50 Jahre. Zahlen muss man sie trotzdem und somit bleiben mindestens 50% "hängen" und der Anteil auf den Grund und Boden sowieso.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47350 Beiträge, 16770x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Bei 4% Zins wären es ca. 10teur Zinsen


4% auf 150T€ sind bei mir 6T€.

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#9
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4795 Beiträge, 1158x hilfreich)

Zitat (von hh):
4% auf 150T€ sind bei mir 6T€.

Ich vermute, der TO will jetzt 100% finanzieren, um sein ursprüngliches EK zu "befreien" und anderweitig zu verwenden.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2100 Beiträge, 726x hilfreich)

Zitat (von jon_jon):
Welche "kreativen" aber rechtlich sauberen Möglichkeiten gibt es, den vollen Betrag absetzen zu können?

Gar keine.
Zitat (von jon_jon):
Könnte ich die Immobilie für 1 Tag (bzw. bis als vollzogen ist) an Person X verkaufen und dann wieder zurück kaufen?

Kannst Du natürlich machen. Der steuerlichen Berücksichtigung dieses Konstrukts steht allerdings § 42 AO entgegen.

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

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