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Ortskirchensteuer - Kirchengeld

13. August 2018 Thema abonnieren
 Von 
Nala152
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)
Ortskirchensteuer - Kirchengeld

Hallo zusammen,

da ich seit einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, betrifft mich das Schreiben, welches meine Eltern heute erhalten haben nicht, jedoch Suche ich für die beiden einen Rat.

Zur kurzen Erläuterung vorab:

Mutter: Hausfrau, kein eigenes Einkommen, katholisch
Vater: berufstätig, evangelisch
Kirchgemeinde: katholisch

Mein Vater zahlt für sich und meine Mutter die normale Kirchensteuer, die vom Lohn abgezogen wird.

Folgenden Inhalt hat das Schreiben:

"Sehr geehrtes Mitglieder unserer Kirchengemeinde,

zusammen mit der Einladung zum Pfarrfest erreicht Sie heute auch der Kirchengeldbescheid. Diese jährliche erhobene Ortskirchensteuer, die einzig un allein dem Haushalt unserer Kirchengemeinde zu Gute kommt, ist den meisten von Ihnen bekannt.

Der Verwaltungsrat unserer Kirchengemeinde hat in seiner Sitzung vom 18.11.2016 ein gestaffeltes Kirchengeld beschlossen; aufgrund des Kirchensteuergesetzes vom 25.09.1968 und der Kirchensteuerordnung der Diözese Fulda vom 12.12.1968 (Staatsanzeiger für das Land Hessen 1/1969 S. 19). In den letzten Jahren gakt in der Geneinde xxx die Praxis, das Kirchgeld entsprechend dem monatlichen Brutto-Einkommen selbst zu bestimmen. Dies soll diesmal für die gesamte Kirchengemeinde xxx so sein.

Bitte stufen Sie sich selbst ein. Die nachfolgende Tabelle dient der Orientierung. Selbstverständlich dürfen Sie den Betrag durch eine Spende erhöhen!

...

Ihr Überweisungsbeleg/Kontoauszug gilt als Spendenquittung. Auf Wunsch stellen wir Ihnen im Pfarrbüro eube gesonderte Spendenquittung aus.

Kirchensteuerpflichtig ist, wer am 01. Januar 2018 das 18. Lebensjahr vollendet hat und eigene Einkünfte hat, die zum Lebensunterhalt dienen. Von der Zahlung befreit sind Personen, die sich noch in Ausbildung befinden und kein eigenes Einkommen haben. Unterhalt bei Tätigkeit im Haushalt oder im Betrieb desjenigen, der den Unterhalt gewährt, gilt als eigenes Einkommen.

..."

Hier nun meine Fragen:

1. Auch wenn in dem Schreiben auf ein Gesetz hingewiesen wird - ist es tatsächlich rechtens Kirchensteuer vom Lohn abgezogen bekommen und zusätzlich noch Ortskirchensteuer zahlen zu müssen?

2. Da mein Vater evangelisch ist und bereits evangelische Kirchensteuer zahlt, ist es rechtens, dass sein Einkommen als Grundlage für die katholische Ortskirchensteuer herangezogen wird? Ich habe im Internet etwas zum Thema "besonderes Kirchgeld" gefunden, was ich jedoch nicht ganz verstehe, aber auch nicht glaube, dass es Anwendung findet, da mein Vater ja nicht konfessionslos ist.

3. Wenn ein Widerspruch möglich ist, auf welcher Grundlage?

Vielen lieben Dank im Voraus für Eure Antworten.

-- Editiert von Nala152 am 13.08.2018 13:08

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42767 Beiträge, 15282x hilfreich)

zu 1.: Wo steht denn, dass die Ortskirchensteuer vom Lohn abgezogen wird? Es ist doch sogar ein Überweisungsträger beigefügt.

zu 2.: Du verwechselst gerade Kirchensteuer mit der Ortskirchensteuer. So einen Bescheid haben auch alle Katholiken erhalten, denen bereits Kirchensteuer vom Lohn abgezogen wurde.

zu 3.: Mir ist nicht ganz klar, ob die Zahlung der Ortskirchensteuer freiwillig ist. Da wo ich wohne (nicht Diözese Fulda) ist die Ortskirchensteuer freiwillig, wobei das Schreiben so aussieht, als bestünde eine Zahlungspflicht. Jedenfalls kann Deine Mutter selbst bestimmen, in welcher Höhe sie die Zahlung vornehmen möchte und jedenfalls bei uns beträgt die Mindeststeuer 6€ pro Jahr.

-- Editiert von hh am 13.08.2018 15:20

3x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Nala152
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von hh):
zu 1.: Wo steht denn, dass die Ortskirchensteuer vom Lohn abgezogen wird? Es ist doch sogar ein Überweisungsträger beigefügt.


Ich habe nirgends geschrieben, dass die Ortskirchensteuer vom Lohn abgezogen wird, sondern gefragt, ob es rechtens ist, dass wenn man bereits Kirchensteuer abgeführt hat, ob man dann noch Ortskirchensteuer zahlen muss.

Zitat (von hh):
zu 2.: Du verwechselst gerade Kirchensteuer mit der Ortskirchensteuer. So einen Bescheid haben auch alle Katholiken erhalten, denen bereits Kirchensteuer vom Lohn abgezogen wurde.


Mein Vater ist aber nicht katholisch, sondern evangelisch - auf Grundlage seines Lohns soll die Ortskirchensteuer meiner Mutter eingestuft werden, die selbst nichts verdient.

Zitat (von hh):
zu 3.: Mir ist nicht ganz klar, ob die Zahlung der Ortskirchensteuer freiwillig ist. Da wo ich wohne (nicht Diözese Fulda) ist die Ortskirchensteuer freiwillig, wobei das Schreiben so aussieht, als bestünde eine Zahlungspflicht. Jedenfalls kann Deine Mutter selbst bestimmen, in welcher Höhe sie die Zahlung vornehmen möchte und jedenfalls bei uns beträgt die Mindeststeuer 6€ pro Jahr.


Richtig sie ist bei uns nicht freiwiliig, deswegen die Frage auf welcher Grundlage ein Widerspruch eingereicht werden kann. Sie kann indirekt selbst bestimmen wie hoch die Zahlung ausfällt - denn eigentlich muss sie sich anhand des Einkommens meines Vaters eingruppieren.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(30572 Beiträge, 16453x hilfreich)

Zu 1. und 2.: Ja, es ist rechtens: http://www.steuer-forum-kirche.de/kisto-k-fulda.htm

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42767 Beiträge, 15282x hilfreich)

Zitat:
denn eigentlich muss sie sich anhand des Einkommens meines Vaters eingruppieren.


Wie kommst Du darauf? Das geht aus dem Schreiben nicht hervor.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Nala152
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat:
denn eigentlich muss sie sich anhand des Einkommens meines Vaters eingruppieren.


Wie kommst Du darauf? Das geht aus dem Schreiben nicht hervor.


"Unterhalt bei Tätigkeit im Haushalt oder im Betrieb desjenigen, der den Unterhalt gewährt, gilt als eigenes Einkommen."

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42767 Beiträge, 15282x hilfreich)

Zitat:
Unterhalt bei Tätigkeit im Haushalt oder im Betrieb desjenigen, der den Unterhalt gewährt, gilt als eigenes Einkommen


Da steht nicht, dass das Bruttoeinkommen Deines Vaters gilt.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
eh1960
Status:
Master
(4660 Beiträge, 1204x hilfreich)

Austreten.

Das spart eine Menge Geld und erspart einem auch solche Überlegungen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1578 Beiträge, 516x hilfreich)

Die Ortskirchensteuer oder (in Bayern) das Kirchgeld sind eigentlich nicht freiwillig.
Das dürfte in den jeweiligen Kirchensteuergesetzen geregelt sein.
Zumindest in Bayern ist es allerdings so, dass diese bei Nichtzahlung nicht eingetrieben werden.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Nala152
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von hh):
Zitat:
Unterhalt bei Tätigkeit im Haushalt oder im Betrieb desjenigen, der den Unterhalt gewährt, gilt als eigenes Einkommen


Da steht nicht, dass das Bruttoeinkommen Deines Vaters gilt.


Heißt für uns im Umkehrschluss, da meine Mutter nichts verdient muss sie nur den niedrigsten vorgeschriebenen Satz zahlen?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42767 Beiträge, 15282x hilfreich)

Zitat:
Heißt für uns im Umkehrschluss, da meine Mutter nichts verdient muss sie nur den niedrigsten vorgeschriebenen Satz zahlen?


Eigentlich heißt das, dass sie die Ortskirchensteuer auf den Unterhaltsanspruch, den sie gegen Deinen Vater hat, zahlen müsste. Das wären 3/7 des bereinigten Nettoeinkommens Deines Vaters. Das bereinigte Nettoeinkommen ist das Nettoeinkommen nach Abzug von
- Werbungskosten
- Kindesunterhalt
- zusätzliche Altersvorsorge (max. 4%)
- usw.

Da das niemand kontrolliert, wird es auch keine Beschwerde geben, wenn sie nur den Mindestsatz zahlt.

0x Hilfreiche Antwort

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