Progressionsvorbehalt- Nachzahlung Steuer

24. Juli 2019 Thema abonnieren
 Von 
fb520706-74
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Progressionsvorbehalt- Nachzahlung Steuer

Hallo, ich hab mich zu dem Thema schon ein bisschen durchgelesen, aber nur alte Threads gefunden. Mein Mann hat im letzten Jahr von Januar - April Lohn bezogen, ab Mai durch Insolvenz kein Geld erhalten. Er hat dann Insolvenzgeld bekommen. Arbeitslosengeld ab Juli. Ich war das ganze Jahr über berufstätig.

Kann das sein, dass man Steuer nachzahlen muss wegen dem Progressionsvorbehalt? In einem Thread (von 2005) habe ich gelesen, dass das eigentlich nicht sein kann und dass der Progressionsvorbehalt schon gerecht ist. Sieht mir aber nicht so aus.

Wir hatten 2017 bei der Firma Insolvenz = Nachzahlung
Dann wurde unter gleicher Leitung eine neue Firma gegründet. Insolvenz 2018 = Nachzahlung. Jeder Steuerrechner wirft mir für die Steuer 2018 eine kleine Erstattung aus. Finanzamt will eine Nachzahlung. Ich weiß, dass die Mitarbeiter nicht jede einzelne Steuererklärung mit den dazugelegten Unterlagen prüfen. Es wird oft auch nur Standard berechnet. Ich denke, da wurden die Versicherungen nicht mit angerechnet.

Aber wie ist das nun? Müssen wir jetzt jedes Jahr nachzahlen? Mein Mann ist derzeit im Krankenstand und wird das wohl auch bis zur Rente bleiben. Ich verdiene jetzt auch nicht die Welt. Es sind weit unter 2000,- Euro. Ich habe Klasse III, weil ich trotzdem immer noch mehr verdient hab, als mein Mann, als er zuletzt noch gearbeitet hat. Und jetzt dürfen wir nur noch Steuern nachzahlen? Ich blick da nicht mehr durch. Kennt sich da jemand aus?

-- Editiert von fb520706-74 am 24.07.2019 21:34

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5 Antworten
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#1
 Von 
Schalkefan
Status:
Lehrling
(1205 Beiträge, 189x hilfreich)

Wie Viel Steuern ihr am Jahresende zahlen müsst, bleibt sich gleich, unabhängig von der gewählten Steuerklasse
Da du aber durch Steuerklasse III nur geringe monatliche Abzüge hast, ist es natürlich durchaus möglich/realistisch, dass ihr zuwenig vorausbezahlt und daher nachzahlen müsst.

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#2
 Von 
BigApple1991
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich versuchs mal zu erklären:

Der Progressionsvorbehalt soll folgendes bezwecken: Dein man erhält steuerfreies Tagegeld. Dies unterliegt dem Progressionsvorbehalt; was macht der Progressionsvorbehalt? Er/bzw der Gesetzgeber will erreichen, dass auch obwohl jemand steuerfreie Einnahmen erzielt der maßgebende Steuersatz an die Leistungsfähigkeit des steuerpflichtigen anknüpft.

Als Beispiel:
Ich verdiene 100.000€ und zahle hierhauf 42% Steuer (meine Leistungsfähigkeit also quasi 42%)

Dein Mann verdient im ersten halben jahr 50.000€ (steuerpflichtig) danach bekommt er 50.000€(steuerfrei) Krankentagegeld; obwohl er zwar 50.000€ Krankentagegeld bekommt ist er doch auch so Leistungsfähigkeit wie ich; weil wir ja beide 100.000€ in der Tasche haben oder ? Also auch 42% Leistungsfähigkeit
-->er muss aber die 42% nur auf seine Steuerpflichtigen Einnahmen (50.000€) Bezahlen die er verdient hat.

Das jetzt eine Nachzahlung rumkommt vom Finanzamt liegt sehr wahrscheinlich an der Kombination zwischen Steuerklasse 3 und Progressionseinkünften. Es wäre zu prüfen ob eine getrennte veranlagung nicht günstiger wäre.

Ob es immer eine Nachzahlung gibt oder nicht wird dir definitiv keiner der seriös ist hier so Beantworten. Dazu gibt es
A.)zu wenig Angaben
Und
B.) Ist es individuell zu betrachten.

Vielleicht mal von einem Steuerberater oder in eurem fall von einem Hilfe-Verein beraten lassen.

Und nochwas bei deinen zweitausend euro brutto und bei seinen Bezügen wird bisher noch nicht sonderlich viel an das Finanzamt bezahlt worden sein, also immer auch mal schauen was man insgesamt bezahlt hat und was man dafür bekommen hat

Lg

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#3
 Von 
fb520706-74
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Also ich weiß nicht. Ich bekomme gar keine Lohnsteuer in meiner Lohnabrechnung abgezogen. Ich darf bis zu 1952 Euro brutto verdienen, ohne, dass ich Lohnsteuer zahlen muss. Und ich liege darunter. Mein Mann lag auch unter diesem Betrag, hatte aber Steuerklasse 5 und hat Lohnsteuer gezahlt. Irgendwas stimmt doch da nicht. Ich leg erst mal Einspruch ein, weil ich glaube, dass die Vorsorgekosten (Versicherungen) nicht berücksichtigt wurden. Und dann werde ich wirklich mal zu einem Lohnsteuerhilfeverein gehen.


-- Editiert von fb520706-74 am 24.07.2019 22:04

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#4
 Von 
fb520706-74
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von BigApple1991):
Und nochwas bei deinen zweitausend euro brutto und bei seinen Bezügen wird bisher noch nicht sonderlich viel an das Finanzamt bezahlt worden sein, also immer auch mal schauen was man insgesamt bezahlt hat und was man dafür bekommen hat.Lg


Sorry, aber was man dafür bekommen hat? Wie meinst du das? Mit dem Geld, was wir beide zusammen haben, kommt man grad so über die Runden. Und da mein Mann ja deutlich weniger bekommt (er bekommt etwa 400,- Euro) wirds verdammt eng jeden Monat.

-- Editiert von fb520706-74 am 24.07.2019 22:08

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47291 Beiträge, 16755x hilfreich)

Zitat:
Ich bekomme gar keine Lohnsteuer in meiner Lohnabrechnung abgezogen. Ich darf bis zu 1952 Euro brutto verdienen, ohne, dass ich Lohnsteuer zahlen muss. Und ich liege darunter.


Aber nur weil Du den doppelte Grundfreibetrag in Steuerklasse 3 erhältst.

Zitat:
Mein Mann lag auch unter diesem Betrag, hatte aber Steuerklasse 5 und hat Lohnsteuer gezahlt.


In Steuerklasse 5 erhält man keinen Grundfreibetrag, da der ja schon beim anderen Ehegatten doppelt berücksichtigt wurde.

Zitat:
Irgendwas stimmt doch da nicht.


Was soll da nicht stimmen? Das ist ganz normal.

Zitat:
Ich leg erst mal Einspruch ein, weil ich glaube, dass die Vorsorgekosten (Versicherungen) nicht berücksichtigt wurden.


Ob die Vorsorgeaufwendungen richtig berücksichtigt wurden, kann man doch relativ einfach dem Steuerbescheid entnehmen.

Allerdings ist es bei Steuerklasse 3/5 nicht ungewöhnlich, dass es zu einer Nachzahlung kommt, wenn der Ehegatte mit Steuerklasse 5 Lohnersatzleistungen bekommt.

Zitat:
Und dann werde ich wirklich mal zu einem Lohnsteuerhilfeverein gehen.


Das ist eine gute Idee.

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