Steuererklärung: Mieteinnahmen aus Schenkung

3. Februar 2007 Thema abonnieren
 Von 
lowrhiner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuererklärung: Mieteinnahmen aus Schenkung

Hallo !

Ich möchte meine Steuererklärung für 2006 machen (mit einer Steuersoftware) und habe da eine offene Frage:

Meine Mutter besaß ein kleines Reihenhaus. Dies hat sie meinem Bruder & mir geschenkt und ist in eine Mietwohnung gezogen.
Nun wurde das Reihenhaus 2006 vermietet für 750 Euro im Monat.
Die Miete geht auf ein gemeinsames extra-Konto von meinem Bruder & mir, wir sind sozusagen die Hausverwalter.
Die Mieteinkünfte überweisen wir monatlich an meine Mutter(600 Euro).
Die restlichen 150 Euro bleiben monatlich auf dem gemeinsamen Konto, als Reserve für Schönheitsreparaturen o.ä. am Haus.

Was müssen wir als Mieteinkünfte angeben ?
Muss jeder die Hälfte der 750 Euro monatlicher Miete angeben ? Oder was kann man da sonst vereinbaren, da wir ja nichts von dem Geld haben & auch nichts wollen. Das ganze ist als kleine Altersversorgung gedacht für unsere Mutter.

Vielen Dank im Voraus !

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Schtreicher
Status:
Schüler
(387 Beiträge, 72x hilfreich)

Warum überweist Ihr denn eurer Mutter die Miete? Als Eigentümer steht euch die Miete grundsätzlich zu, es sei denn ihr habt ein Mießbrauch mit ihr vereinbart.

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"Schtreicher, Mönchengladbach"

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#2
 Von 
Volkmar Kippes
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 39x hilfreich)

Soweit tatsächlich kein Nießbrauch für die Mutter im RAhmen der Übertragung des Objektes an die beiden Söhne vereinbart worden ist, ist die Zahlung an die Mutter im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nicht zu berücksichtigen.
Die beiden Söhne müssen eine gesonderte STeuererklärung,nämlich eine Erklärung über die einheitliche und gesonderte Feststellung von Einkünften erstellen und abgeben. In dieser Erklärung werden nur die Einkünfte aus dem geschenkten Objekt erklärt (hier die volle Miete und dann die Werbungskosten). Das Finanzamt erlässt dann einen Feststellungsbescheid und teilt dort die Einkünfte auf die beiden Söhne auf und übermittelt die jeweiligen anteiligen Einkünfte an den für die Söhne zuständigen Bearbeiter.Die Zahlungen an die Mutter könnten eventuell als außergewöhnliche BElastungen in Form von Unterhaltszahlungen an bedürftige Angehörige geltend gemacht werden. Ob sie sich steuerlich auch tatsächlich auswirken, kommt auf die Höhe der Einkünfte z.B. Rente der Mutter an.

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#3
 Von 
Schtreicher
Status:
Schüler
(387 Beiträge, 72x hilfreich)

Ich wollt erst weiter ausholen, wenn die Info ob Nießbrauch ja oder nein vorliegt :-)

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"Schtreicher, Mönchengladbach"

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#4
 Von 
lowrhiner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal Danke für die schnellen Antworten ! :-)

Also im Rahmen der Schenkung wurden der Mutter keine Rechte o.ä. zugesagt oder schriftlich fixiert.
Natürlich stehen uns die Mieteinnahmen rechtlich zu, wir wollen sie aber nicht ;-) sondern wir wollen damit Ihre Rente aufbessern da sie ihr Leben lang nur Hausfrau war und nur eine Witwenrente hat.

Ich habs also richtig verstanden das die Söhne ganz normal ihre steuererklärung machen, OHNE Mieteinkünfte. Und dann machen wir eine gesonderte Steuererklärung NUR über die Mieteinnahemn. Korrekt ?
Danke euch !

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#5
 Von 
lowrhiner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

P.S. Ach so, ist es für uns (die Söhne) günstiger nachträglich ein Nießrecht einzurichten?

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48081 Beiträge, 16985x hilfreich)

Ich habs also richtig verstanden das die Söhne ganz normal ihre steuererklärung machen, OHNE Mieteinkünfte. Und dann machen wir eine gesonderte Steuererklärung NUR über die Mieteinnahemn. Korrekt ?

Nein, das ist wohl nicht ganz richtig angekommen.

Zunächst wird die gesonderte und einheitliche Feststellung der Einkünfte aus der Vermietung gemacht.

Die sich daraus ergebenden Einkünfte werden zu je 50% dann in Deine Steuererklärung und die Deines Bruders übernommen.

Die Mieteinnahmen unterliegen daher in vollem Umfang der Einkommensteuer. Dem Finanzamt ist es egal, was Ihr dann mit dem geld macht. Es spielt auch keine Rolle, dass Ihr es an die Mutter verschenkt.

Der Nießbrauch hätte eigentlich direkt bei der Übertragung eingetragen werden müssen. Jetzt ist es eine Rückschenkung, für die in jedem Fall Notar- und Grundbuchkosten anfallen und im ungünstgsten Fall sogar noch Schenkungssteuer.

Ich würde daher empfehlen, einen Steuerberater aufzusuchen, damit Ihr Euch über die steuerlichen Konsequenzen des weiteren Vorgehens vorher im Klaren seid.

Für 2006 ist das Kind aber bereits in den Brunnen gefallen. Mit den einbehaltenen 150€ könnte Ihr wahrscheinlich noch nicht einmal die anfallenden Steuern bezahlen.

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#7
 Von 
oerdiz.
Status:
Praktikant
(564 Beiträge, 133x hilfreich)

Um die Antwort von Volker Kippes zu korrigieren:

quote:
Die Zahlungen an die Mutter könnten eventuell als außergewöhnliche Belastungen in Form von Unterhaltszahlungen an bedürftige Angehörige geltend gemacht werden.


Voraussetzung ist, dass die Person bedürftig ist, eigenes Vermögen über 15.500 EUR ist schädlich.

Vermögen, dass kurz zuvor "verschenkt" wurde, wird auch beachtet, wenn es dem Finanzamt auffällt.

Wer sich also bedürftig macht, da kann auch kein Dritter Unterhaltszahlungen als außergew. Belastungen absetzen.


MFG
Oerdiz

-- Editiert von oerdiz1 am 03.02.2007 21:50:31

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#8
 Von 
Volkmar Kippes
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 39x hilfreich)

Die Antwort von oerdiz1 ist grundsätzlich auch richtig, aber eine Bedürftigkeit war auch gegeben, wenn es sich bei dem Vermögen in Form von Grundbesitz um ein bescheidenes selbst genutztes Eigenheim handelt. Insoweit kann dann auch nicht davon gesprochen werden, dass die Bedürftigkeit durch die Übertragung des zuvor selbst genutzten Eigenheimes selbst herbei geführt worden ist. Denn wenn die Mutter das Objekt selbst behalten, dieses dann für die erzielbare Miete vermietet und in eine Mietwohnung für eine geringe Miete zum Beispiel in Höhe der Mieterträge umgezogen wäre, hätte sie auch keinen weiteren Vorteil gehabt.

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#9
 Von 
oerdiz.
Status:
Praktikant
(564 Beiträge, 133x hilfreich)

Das die Nutzung eines angemessenen Hauses unschädlich ist ist klar. Wer jedoch Vermögen verschenkt und deshalb Miete zahlen muss, da ist die Sache auch klar, dass dann keine Bedürftigkeit vorliegt.

Die Miete hätte man sich sparen können, wenn man das Haus behalten hat.

Und jetzt soll der Sohn die Miete als Unterstützung ansetzen können?

Das Finanzamt, dass sowas anerkennt, möchte ich mal sehen.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Schtreicher
Status:
Schüler
(387 Beiträge, 72x hilfreich)

Um etwas zur Gestaltung für die Zukunft beizutragen:

Ich setze voraus, das Häuschen ist bezahlt und AfA dürfte auch nur 2 bis 2,5 Prozent betragen!

Wenn die Mama nur über geringes Einkommen verfügt, und die beiden Söhne scheinbar gut verdienen (sonst müssten sie die Miete ja eventuell behalten), dann sollte in der Tat mal angedacht werden, der Mama den Nießbrauch einzuräumen, da ihre Einkünfte PLUS Mieteinkünfte immer noch geringer sein könnten, als das der Söhne. So könnte ihr günstigerer Steuersatz ausgenutzt werden, sofern die Söhne die Mietweiterleitung NICHT als Unterstützung absetzen können.



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"Schtreicher, Mönchengladbach"

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
lowrhiner
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Schtreicher: So haben wir das jetzt auch gemacht, wir richten ab jetzt den Nießbrauch ein. Hilft natürlich nichts für die Vergangenheit, aber für die Zukunft ist das für alle Beteiligten günstiger.
Ursprünglich war halt nie gedacht das Haus zu vermieten, weshalb damals keiner an ein Nießrecht gedacht hatte & bei der Vermietung wurde es dann nochmal 'verschlafen'.
Danke für die vielen Tips !

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Volkmar Kippes
Status:
Beginner
(95 Beiträge, 39x hilfreich)

Achtung: bei der nachträglichen Einräumung des Nießbrauches zugunsten der Mutter erfolgt ein schenkungssteuerrechtlich relevanter Vorgang, der bei der Mutter Schenkungssteuer (ist das gleiche wie Erbschaftsteuer) auslösen kann. Zuwendungen von Kinder an die Mutter sind jeweils nur bis Euro 10.300 Euro erbschaftsteuerfrei. Bitte mal den Nießbrauchswert beim Steuerberater ausrechnen lassen, damit das nicht zunächst ein Schuss nach hinten ist.

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