Steuererklärung abgeben, schlafende Hunde wecken?

6. November 2022 Thema abonnieren
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)
Steuererklärung abgeben, schlafende Hunde wecken?

Ich bemühe mich gerade darum, Ordnung in den Papierkram einer Cousine (74) zu bringen, die seit einigen Jahren für uns alle unerkannt psychisch angezählt ist/war. Soweit inzwischen alles klar, bis aufs Finanzamt.

Die Cousine erhält eine Altersrente von aktuell 1423,-€ monatlich. Nach Abzug der Krankenkassenkosten verbleiben netto 1332,- €, die ihr überwiesen werden. Sie ist seit ca. 10 Jahren verrentet, zunächst eine Teil-EM-Rente und dann eben die Altersrente. Steuererklärungen hat sie nur unregelmäßig abgegeben, die letzte wohl für das Jahr 2016. Da musste sie einen dreistelligen Betrag nachzahlen, sie hatte zu der Zeit noch eine freiberufliche Dozententätigkeit ausgeübt. Diesen geltend gemachten Betrag hat sie auch unverzüglich überwiesen. Allerdings sind vorher etwa 2000 € Steuerschulden aufgelaufen, wegen Nichtabgabe von Steuererklärungen. Vollstreckungsversuche erfolgten nie.

Seitdem schweigt das Finanzamt. Ist es sinnvoll, jetzt eine Steuererklärung abzugeben, ist sie überhaupt dazu verpflichtet? Oder weckt man dadurch schlafende Hunde? Das FA kennt ja ihr Einkommen, die Rentenkasse meldet ja.

Danke für Eure Unterstützung.

wirdwerden

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32 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3442 Beiträge, 544x hilfreich)

Ich gab für eine Verwandte in den letzten Jahren immer eine Steuererklärung ab.
Rente wie deine Cousine, plus Witwenrente plus Firmenrente, also weit über 2000 €, allerdings einen GdB von 60 sowie ein Merkzeichen und Spenden im unteren 4 stelligen Bereich. Es gab nie eine Nachzahlung.
Hat Deine Cousine außergewöhnliche Belastungen, wie Zuzahlungen zu Medikamenten, Therapien usw. Gibt es Spenden oder sonstiges was man angeben könnte.
Persönlich würde ich eine der vielen Steuer CDs kaufen und dort eine Proberechnung eingeben, dann siehst was Sache ist.
Solltest Du Elster verwenden, dann könntest Du es wohl erst im nächsten Jahr damit versuchen, bevor Du deine Steuererklärung machst, einfach eine Proberechnung durchführen, am Ende erfährt man, ob eine Steuerzahlung fällig wird. Dann alles wieder löschen.
Evtl. einen GdB beantragen, falls noch keiner vorhanden ist.


-- Editiert von User am 6. November 2022 12:09

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#2
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
. Ist es sinnvoll, jetzt eine Steuererklärung abzugeben, ist sie überhaupt dazu verpflichtet? Oder weckt man dadurch schlafende Hunde?

Das ist nicht die Frage bei einer gesetzlichen Pflicht zur Abgabe.

Zur Vermeidung von Verspätungszuschlägen, weiterer Zinsen und ggf. einem Verfahren wegen Steuerverkürtung oder - hinterziehung sollte man das wohl tun.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

Meine Überlegung war eine andere. Das FA hat, soweit ich das sehe, sich nicht mehr gemeldet, seit sie ausschließlich Altersrentenbezieherin ist. Das FA bekommt ja die Rente gemeldet, von der Rentenkasse. Die hätten sich doch wohl gemeldet, falls da noch eine Steuerverpflichtung da wäre. Es kam auch keine Mahnung mehr hinsichtlich der alten Säumniszuschläge, gar nichts mehr. Ich gehe davon aus, dass sie bei 1300 € netto keine Steuern zahlen muss.

Schon die letzte Erklärung, die sie für zwei Jahre abgab, war nicht ganz zutreffend. Sie hatte zwei Jahre verwechselt, das hat das FA von sich aus korrigiert anhand der Unterlagen, die dort vorlagen. Ich will einfach vermeiden, dass die Säumniszuschläge jetzt plötzlich wieder hochkommen. Insoweit ist nie vollstreckt worden.

Loni, sie hat einen GdB von 30, Ausgaben von 23 € monatlich fallen für den Notruf an, sie ist in Pflegegrad 1, die andere Kostenhälfte für diesen Knopf, den sie an einer Kette um den Hals trägt, den zahlt die Pflegeversicherung. Also alles sehr überschaubar, das Finanzverhalten.

Wir haben auch erst sehr spät festgestellt, dass da etwas nicht glatt lief. Ich habe gerade noch eine Mitteilung der Rentenversicherung gefunden. Zu den Bezügen für 2021. In dem Schreiben heißt es, dass die Bezüge der Finanzverwaltung gemeldet wurden. Es heißt, es sei nicht erforderlich, die gemeldeten Daten auf die Einkommenssteuererklärung zu übertragen. Weitere Einkünfte sind nicht da, was bei ihrem Alter ja nachvollziehbar ist.

Also, dieses Einkommen (das einzige) muss nicht angegeben werden. Wozu dann noch eine Erklärung?

wirdwerden

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31523 Beiträge, 5571x hilfreich)

(Unfug editert)

-- Editiert von Moderator am 6. November 2022 22:09

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

Anami, wenn ich das im www richtig verstanden habe, ist nur ein Teil der Rentenbezüge versteuerbar. Ich bin da etwas hilflos, weil ich in einem anderen System meine Steuern bezahle und wir mit dem Land ein Doppelbesteuerungsabkommen haben und ich deshalb in Deutschland insoweit mit vielem nicht vertraut bin. Ich weiß inzwischen, dass für die Besteuerung der Rentner das Eintrittsalter wichtig ist und dass es dann gewisse Beträge gibt, die aus der Berechnung raus fallen. Muss mich wohl doch in den Krempel einarbeiten.

Nochmals ganz klar. Es geht nicht um Steuerhinterziehung. Wirklich nicht. Nur, da sind ja noch die rund 2000,- € Säumniszuschläge. Insoweit will ich da nichts hochholen.

Ich hoffe, dass sich hier noch jemand mit Erfahrung mit diesem speziellen Problem meldet. Klar, auch mit 74 kann man noch arbeiten. Aber ist auch bei dem steuerlich nachvollziehbaren Werdegang der Frau nachvollziehbar, dass sie nicht mehr arbeitet. Abgesehen davon, bei den letzten Versteuerungen wurden offensichtlich nur die Zusatzverdienste aus Dozententätigkeit an einer Hochschule versteuert. Auch diese Einkommen wurden direkt dem FA gemeldet, da erfolgte ja sogar eine Korrektur zu Gunsten der Frau.

Ich mache mir Vorwürfe, dass mir der schlimme Zustand nicht eher aufgefallen ist. Wenn sie aus dem Krankenhaus zurück kommt, soll sie eine saubere, aufgeräumte Wohnung vorfinden, und alle Magendrücker sollen erledigt sein.

wirdwerden

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31523 Beiträge, 5571x hilfreich)

(Unfug editiert)

-- Editiert von Moderator am 6. November 2022 22:09

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

Die Wartezeit sind ja inzwischen 5 Jahre. Und nach dem, was ich bisher gelesen habe, haben wir bei Rentnern eben die Variable, je nachdem, wann sie die Rente angetreten haben. Ein bestimmter Betrag fließt nicht in die Steuerberechnung ein. Der steuerpflichtige Teil der Rente ist eben abhängig vom Beginn der Rente. Und wenn dieser steuerpflichtige Teil unterhalb des Steuerfreibetrages liegt, dürfte nach meinem Verständnis die Rente insgesamt steuerfrei sein.

Es ist wohl eine Übergangsregelung, die eingeführt wurde, als auch die allg. Renten steuerpflichtig wurden, ist auf 35 Jahre gestaffelt. Ich hoffe hier immer noch auf Fachleute, die sich da auskennen, dürfte ja eigentlich nicht nur für meinen Fall interessant sein.

wirdwerden

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#8
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich gehe davon aus, dass sie bei 1300 € netto keine Steuern zahlen muss.


Davon gehe ich ebenfalls aus, wobei das auch noch vom Jahr des Rentenbeginns abhängt.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich gehe davon aus, dass sie bei 1300 € netto keine Steuern zahlen muss.


Das ist denkbar, allerdings liegt sie damit dicht an der Grenze zur Steuerpflicht. Um sicher zu sein, dass keine Steuerpflicht besteht, müsste eine Modellrechnung durchgeführt werden.

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#10
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3442 Beiträge, 544x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Dass Rentner keine Steuererklärung abgeben müssten, wäre mir auch neu.

Kenne einige, die fragten beim FA nach und die sehen sofort ob eine Steuererklärung notwendig ist. Wenn nicht,muss keine gemacht werden.
Wichtig ist doch, wann der Rentenbeginn war, da sie schon 74 jahre alt ist, dürfte der größere Betrag der Rente steuerfrei sein.
Dann hat sie einen Freibetrag von 620 € beim GdB
Den Pflegegrad muss man angeben, die Summe ist allerdings steuerfrei. Allerdings bekommt sie bei PG 1 kein Geld sondern Sachleistungen.
Wohnt sie zur Miete, kann sie von den Nebenkosten einen Teil bei den Steuern angegeben, welchen weiß ich allerdings nicht, höre ich nur immer wieder von Mietern.
Hat sie eine Eigentumswohnung, kann sie ebenfalls einiges angeben.
Bei 1300 € Rente muss sie sicher keine Steuern bezahlen.
Ob die Nachzahlung vom FA noch kommt ist doch fraglich.

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#11
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Das ist nicht die Frage bei einer gesetzlichen Pflicht zur Abgabe.


Es wurde danach gefragt, ob die Dame zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist.

Ich zitiere mal aus lohnsteuer-kompakt.de:

"Ein Rentner ist zur Abgabe einer Steuererklärung 2021 verpflichtet, wenn er mit seinem Gesamtbetrag der Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Im Jahre 2021 beträgt der Grundfreibetrag 9.744 Euro für Ledige und 19.488 Euro für Verheiratete."

Zitat (von wirdwerden):
Meine Überlegung war eine andere. Das FA hat, soweit ich das sehe, sich nicht mehr gemeldet, seit sie ausschließlich Altersrentenbezieherin ist. Das FA bekommt ja die Rente gemeldet, von der Rentenkasse. Die hätten sich doch wohl gemeldet, falls da noch eine Steuerverpflichtung da wäre.


Darauf würde ich mich allerdings nicht verlassen.

Mir ist es tatsächlich schon passiert, dass ich über mehrere Jahre keine Steuererklärung abgegeben habe, obwohl ich zur Abgabe verpflichtet gewesen wäre.

Mir ist das dann irgendwann selber bewusst geworden und ich habe die Erklärungen nachträglich abgegeben.

Dazu aufgefordert wurde ich vom Finanzamt nicht.



-- Editiert von User am 7. November 2022 08:39

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

Ich hab jetzt wenigstens einen Teil im www gefunden. Sie hat 66% Besteuerungsanteil. Sie muss also nur diesen Anteil versteuern. Insoweit ist sie dann aber absolut im Steuerfreibetrag. Davon wäre dann ja noch zumindest anteilig (66%?) oder voll ihr Krankenkassen/Pflegekassenbeitrag in Abzug zu bringen, die Kosten für den Notruf. Aber die Rechnerei ist müßig.

Warum ich überhaupt ins Grübeln gekommen bin. Bis zu dem Jahr, in welchem sie noch ihren Nebenjob hatte, hat das FA regelmäßig die Abgabe der Steuererklärung angemahnt, aus der Zeit kommen auch die Zwangsgelder. Seit sie nur von ihrer Rente lebt, kommt gar nichts mehr. Keine Mahnung, keine Schätzung, einfach nichts. Das ist ja der Ausgangspunkt meiner Überlegungen. Ob man da jetzt wirklich dran rühren sollte. Bei diesen Einnahmen, die ja auch dem FA bekannt sind.

wirdwerden

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#13
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Wohnt sie zur Miete, kann sie von den Nebenkosten einen Teil bei den Steuern angegeben, welchen weiß ich allerdings nicht, höre ich nur immer wieder von Mietern.


Würde mich interessieren, was das sein soll...das wäre mir nämlich neu.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

Nana, man kann alles angeben, in seiner Steuererklärung. Das ist doch nicht die Frage. Die Frage ist, ob es vom FA berücksichtigt wird.

wirdwerden

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#15
 Von 
Erich Tango
Status:
Schüler
(159 Beiträge, 32x hilfreich)

Zitat:
Wohnt sie zur Miete, kann sie von den Nebenkosten einen Teil bei den Steuern angegeben, welchen weiß ich allerdings nicht, höre ich nur immer wieder von Mietern


Vielleicht Kosten für Reparaturen (falls umgelegt), Gärtner, Schornsteinfeger etc nach § 35a EStG.

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#16
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
Würde mich interessieren, was das sein soll...das wäre mir nämlich neu.
Dann hast Du bisher Geld verschenkt! In jeder Nebenkostenabrechung sind auch Kosten enthalten, die unter §35a EStG fallen!

Zitat (von wirdwerden):
Sie hat 66% Besteuerungsanteil.
Bei einer Bruttorente von 1.423 € ergibt das im Jahr 17.076 €, steuerpflichtiger Anteil verbleiben daher 11.270 €, abzüglich Wk-PB und KV als SA liegt man schon verdammt nahe am Grundfreibetrag von 10.347 € (2022).

Zitat (von hh):
Um sicher zu sein, dass keine Steuerpflicht besteht, müsste eine Modellrechnung durchgeführt werden.
Würde ich auch vorschlagen! Entweder über ein preisgünstiges oder ksotenfreies Programm aus dem Internet oder einfach die Cousine bei elster.de anmelden und dort rechnen. Hintergedanke: Mit der nächsten Rentenerhöhung kann eine Abgabepflicht für die Renteneinkünfte entstehen. Dann hat man schon einmal einen "Probelauf" gestartet.

taxpert

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"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#17
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Nana, man kann alles angeben, in seiner Steuererklärung. Das ist doch nicht die Frage. Die Frage ist, ob es vom FA berücksichtigt wird.


Ja, das ist klar.

Las sich aber so, als könnte man Teile der Nebenkosten absetzen, anderenfalls müsste man so was ja gar nicht erwähnen.

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#18
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
In jeder Nebenkostenabrechung sind auch Kosten enthalten, die unter §35a EStG fallen!


Ok, danke für die Info.

Du meinst haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Handwerkerleistungen für Renovierungen o.ä.

Allerdings weiß ich nun immer noch nicht, was das mit den Nebenkosten zu tun haben soll, die ein Mieter an den Vermieter zahlt.

Vielleicht kannst du mir da noch mal auf die Sprünge helfen...

-- Editiert von User am 7. November 2022 11:40

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#19
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
Haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerrechnungen haben doch mit den Nebenkosten eines Mieters nichts zu tun...
Doch! Hausmeister, Schornsteinfeger, ggf. Reparaturen, Straßenreinigung, Winterdienst, etc.

Auszug aus BMF-Schreiben vom 10.01.2014, Rz 47
Zitat:
Bei Wohnungseigentümern und Mietern ist erforderlich, dass die auf den einzelnen Wohnungseigentümer und Mieter entfallenden Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen sowie für Handwerkerleistungen entweder in der Jahresabrechnung gesondert aufgeführt oder durch eine Bescheinigung des Verwalters oder Vermieters nachgewiesen sind. Aufwendungen für regelmäßig wiederkehrende Dienstleistungen (wie z.B. Reinigung des Treppenhauses, Gartenpflege, Hausmeister) werden grundsätzlich anhand der geleisteten Vorauszahlungen im Jahr der Vorauszahlungen berücksichtigt, einmalige Aufwendungen (wie z.B. Handwerkerrechnungen) dagegen erst im Jahr der Genehmigung der Jahresabrechnung.


taxpert

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#20
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

taxpert, auf Dich hatte ich gehofft. Dumme Frage: wo tauchen die 66% in Deiner Rechnung auf?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
wo tauchen die 66% in Deiner Rechnung auf?


66% von 17.076€ sind 11.270€

Da die Sonderausgaben >1.000€ sein dürften, liegt das zu versteuernde Einkommen wohl noch so gerade unter dem Grundfreibetrag, so dass keine Steuern anfallen.

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#22
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38132 Beiträge, 13927x hilfreich)

hh, und was ist mit der Krankenkasse, Pflegekasse? Das sind aufs Jahr bezogen 1366 + 521 + 270. € (letzteres für Alarmknopf).

wirdwerden

-- Editiert von User am 7. November 2022 14:47

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
hh, und was ist mit der Krankenkasse, Pflegekasse? Das sind aufs Jahr bezogen 1366 + 521 + 270. € (letzteres für Alarmknopf).


KV und PV sind Sonderausgaben, Kosten für den Alarmknopf außergewöhnliche Belastungen.

Berücksichtigen muss man, dass es seit 2013 insgesamt eine Rentensteigerung von 28% gegeben hat, so dass die Rente in 2013 nur 13.340€ betragen hat und somit der Rentenfreibetrag 4.536€ beträgt. Steuerpflichtig sind damit 12.540€.

12.540€ abzgl. 1.887€ Sonderausgaben und 102€ Werbungskostenpauschbetrag sind dann 10.551€ und damit über dem Grundfreibetrag. Es fallen also geringe Steuern an.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3442 Beiträge, 544x hilfreich)

Zitat (von hh):
12.540€ abzgl. 1.887€ Sonderausgaben und 102€ Werbungskostenpauschbetrag sind dann 10.551€ und damit über dem Grundfreibetrag. Es fallen also geringe Steuern an.

hh, die 620 € für den GdB, fehlen, dann wäre sie doch drunter oder rechne ich falsch.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31523 Beiträge, 5571x hilfreich)

Es wäre hilfreich, wenn Antworten, die nicht genehm sind, nicht einfach nur mit *Unfug* editiert würden.
Evtl. könnte man was lernen, wenn man sie korrigiert?

Immerhin sind wir nun schon soweit, dass wohl doch Steuern zu zahlen sind und dass der Grundfreibetrag als Maßstab durchaus zu beachten ist. DAS war gestern schon meine Meinung.


Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47245 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
die 620 € für den GdB, fehlen, dann wäre sie doch drunter oder rechne ich falsch.


Stimmt, den Betrag hatte ich vergessen.

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13612 Beiträge, 4342x hilfreich)

Hallo,

bedenken muss man auch noch, dass nicht 66%, sondern - aus dem Bauch heraus - über 70% der Rente steuerpflichtig ist.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2078 Beiträge, 720x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
bedenken muss man auch noch, dass nicht 66%, sondern - aus dem Bauch heraus - über 70% der Rente steuerpflichtig ist

Lt. @wirdwerden sind es aber 66 %. Und sie muss das genaue Renteneintrittsdatum ja wissen.
Zitat (von Nana71):
Mir ist es tatsächlich schon passiert, dass ich über mehrere Jahre keine Steuererklärung abgegeben habe, obwohl ich zur Abgabe verpflichtet gewesen wäre.

Mir ist das dann irgendwann selber bewusst geworden und ich habe die Erklärungen nachträglich abgegeben.

Dazu aufgefordert wurde ich vom Finanzamt nicht.

Inzwischen bekommen die Finanzämter zeitnah Informationen über die Rentenzahlungen (und andere Sachverhalte, die eine Steuerpflicht auslösen) vergangener Zeiträume.
Und wenn voraussichtlich eine Steuerschuld entsteht, dann wird auch zur Abgabe aufgefordert.
Zitat (von Anami):
DAS war gestern schon meine Meinung.

Mit Stammtischwissen und -meinungen kommt man speziell im Steuerrecht aber nicht weit.

Am besten den Vorschlägen von @taxpert und @hh folgen. Damit liegt man im Steuerforum zu 99,99 % schon mal nicht falsch:
Zitat (von taxpert):
Entweder über ein preisgünstiges oder ksotenfreies Programm aus dem Internet oder einfach die Cousine bei elster.de anmelden und dort rechnen. Hintergedanke: Mit der nächsten Rentenerhöhung kann eine Abgabepflicht für die Renteneinkünfte entstehen. Dann hat man schon einmal einen "Probelauf" gestartet.

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

1x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31523 Beiträge, 5571x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Mit Stammtischwissen und -meinungen kommt man speziell im Steuerrecht aber nicht weit.
Das stimmt. Danke fürs Nachtreten. Ich hatte allerdings weder zu % noch zu möglichen Summen als Abzug etwas geschrieben. Sowas sagt mir mein Stammtisch einfach nie.
Ich hatte auf den Grundfreibetrag in den Jahren ab 2010 hingewiesen und ich ging davon im Gegensatz zu @wirdwerden davon aus, dass durchaus Einkommensteuer zu zahlen wäre, je nach Absetzbeträgen. Mehr *Unfug* war mE nicht.

Aber es wird wohl am besten sein:
@wirdwerden beschafft sich jetzt schnell (bevor die Cousine nach Hause kommt) ein preiswertes/kostenloses Steuerprogramm oder meldet die Cousine bei --elster-- an und dann... rechnet sie ganz einfach mal zur Probe.
Ja. :smile:
Ob die Cousine zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, erklärt ihr dann wer? Ich empfehle daher auch die Beachtung von #2.

ach, sorry, ich hab ja absolut keine Ahnung. Aber gibt es nicht auch bei Nur-Rentnern aufgrund ihrer Steuererklärung durchaus mal Einkommensteuerbescheide, die ausweisen: zu zahlen 0€

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Aber gibt es nicht auch bei Nur-Rentnern aufgrund ihrer Steuererklärung durchaus mal Einkommensteuerbescheide, die ausweisen: zu zahlen 0€
Ja natürlich! Immer dann, wenn die festgesetzten Vorauszahlungen mit der festgesetzten Steuer übereinstimmen! Wie bei jedem Stpfl.!

Scherz beiseite, ich gehe davon aus, dass Du nicht meinst "zu zahlen", sondern "festgesetzte Steuer". Das erster wäre der Abrechnungsbescheid, das zweite der Steuerbescheid. Auf die Abgabe einer ESt-Erklärung erhält man immer einen Bescheid, auch wenn keine Steuer festzusetzen wäre, denn der Steuerbescheid dient bei anderen Behörden zum Nachweis des Einkommens. Du erhältst nur dann keinen Bescheid,wenn z.B. gar keine Steuerpflicht im Sinne des §1 EStG besteht, oder bereits die Festsetzungsverjährung abgelaufen ist. Aber selbst die Ablehnung der Veranlagung einer abgegebenen Steuererklärung ist ein mit Einspruch angreifbarer Verwaltungsakt.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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