Steuererklärung als Studentin bei falscher Steuerklasse?

26. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
krümelmonster98
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuererklärung als Studentin bei falscher Steuerklasse?

Hallo,

ich bin Studentin und jobbe nebenher regelmäßig als Werkstudentin. Bisher hatten sich Steuererklärungen bei mir immer gelohnt, weil ich immer etwas zurückbekommen habe.
Für das Jahr 2022 habe ich jedoch folgendes Problem: Neben meiner eigentlichen Werkstudententätigkeit hatte ich im August 2022 in den Semesterferien für 4 Wochen zusätzlich einen Ferienjob in einer anderen großen Firma, da ich so kurzfristig sehr schnell und viel Geld zusätzlich verdienen konnte. Ich habe ordnungsgemäß beiden Arbeitgebern die jeweils andere Nebentätigkeit gemeldet und hätte natürlich bei einem mit Steuerklasse 1 und beim anderen mit Steuerklasse 6 versteuert werden müssen. Als das Gehalt beider Arbeitgeber dann kam, hatte ich jedoch festgestellt, dass beide mich mit Steuer-Kl. 1 versteuert hatten - sprich also, ich habe mehr Geld rausbekommen, weil weniger versteuert wurde.
Ich habe im Nachhinein versucht diesen Fehler zu bereinigen und habe mich bei der Firma des Ferienjobs (meinem Nebenarbeitgeber) gemeldet. Da es jedoch eine weltweit große Firma ist, musste ich mich dort erstmal auf diversen Portalen der Firma registrieren, zu denen ich als Ferienjobbler eigentlich keinen Zugriff hatte, wurde an unterschiedliche Stellen und Ansprechpersonen weiter verwiesen und obwohl ich zig Personen das Problem gemeldet und geschildert hatte, hat es am Ende niemand verstanden oder sich dafür verantwortlich gefühlt, sodass ich nach Monaten sinnloser Kommunikation resignierend das Handtuch geworfen habe. Mir ist klar ich wäre eigentlich verpflichtet gewesen das dem Arbeitgeber ordnungsgemäß zu melden, was ich wirklich versucht habe - Aber (tut mir wirklich leid für die Wortwahl), ich hatte wirklich das Gefühl von Idioten umgeben zu sein , weshalb ich damals beschlossen hatte das einfach in der nächsten Steuererklärung zu berichtigen.

Zu meiner eigentlichen Frage: Gerade mache ich die aktuelle Steuererklärung aber will natürlich als Studentin mögliche Nachzahlungen vermeiden. Ich vermute trotz einer Nachzahlung meinerseits aufgrund der falschen Versteuerung, würde sich das mit dem was ich vom Finanzamt sonst eigentlich immer zurückbezahlt bekomme, insgesamt ausgleichen, sodass ich relativ auf null rauskommen würde. Da ich trotz des damaligen Ferienjobs und meiner regulären Werkstudententätigkeit aber insgesamt unter dem Grundfreibetrag 2022 liege, überlege ich die jetzige Steuererklärung einfach gar nicht zu machen, weil ich natürlich Nachzahlungen insgesamt einfach vermeiden möchte. Deshalb meine eigentliche Frage: Bin ich in diesem Fall verpflichtet eine Steuererklärung zu machen? Bzw. könnte es durch den oben genannten Fehler des Arbeitgebers im Nachhinein zu Problemen kommen, wenn ich sie nicht mache?

Danke im Voraus.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tom998
Status:
Lehrling
(1995 Beiträge, 1155x hilfreich)

Zitat (von krümelmonster98):
Da ich trotz des damaligen Ferienjobs und meiner regulären Werkstudententätigkeit aber insgesamt unter dem Grundfreibetrag 2022 liege
...beträgt die festzusetzende Einkommensteuer Null €, egal welche Steuerklassen verwendet wurden. Eventuell gezahlte Steuern werden also vollständig erstattet.

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#2
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5486 Beiträge, 2480x hilfreich)

Oder anders:

Bei drohender Nachzahlungen bist du eigentlich immer verpflichtet, eine Erklärung abzugeben.

So einfach lässt sich der Staat keine Steuern entgehen.

Wenn die Abgabe also wirklich freiwillig ist, dann lohnt sie sich immer.

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#3
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(799 Beiträge, 85x hilfreich)

Zitat (von krümelmonster98):
Deshalb meine eigentliche Frage: Bin ich in diesem Fall verpflichtet eine Steuererklärung zu machen?


Da du von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Gehalt bezogen hast, bist du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(46711 Beiträge, 16557x hilfreich)

Da das Einkommen insgesamt unterhalb des Grundfreibetrages liegt ist die Befürchtung, Steuern nachzahlen zu müssen, unbegründet.

Vielmehr werden sämtliche gezahlten Steuern erstattet.

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#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13456 Beiträge, 4314x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Als das Gehalt beider Arbeitgeber dann kam, hatte ich jedoch festgestellt, dass beide mich mit Steuer-Kl. 1 versteuert hatten
Da das eigentlich gar nicht möglich ist vermute ich, dass der Ferienjob auf Steuerklasse 1 angemeldet wurde, und damit automatisch der Hauptjob auf Steuerklasse 6 abgewertet wurde.
Überprüfe das bitte einmal anhand einer Abrechnung für einen Zeitraum nach dem Ferienjob.

Stefan

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#6
 Von 
krümelmonster98
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Überprüfe das bitte einmal anhand einer Abrechnung für einen Zeitraum nach dem Ferienjob.


Hallo,

das wurde überprüft und ich habe es ja auch im Nachhinein sowohl an den Lohnsteuerbescheinigungen beider Arbeitgeber sowie dem damals konstant bleibenden Gehalt meines Werkstudentenjobs gesehen (Ich hatte damals bei meiner Werkstudentenstelle nachgefragt und es hieß sie bleiben weiterhin mein Hauptarbeitgeber) . Es ist daher schon möglich aber hätte eigentlich nicht sein dürfen... Genau das ist leider das Problem.

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(46711 Beiträge, 16557x hilfreich)

Zitat (von krümelmonster98):
Genau das ist leider das Problem.


Das ist doch nunmehr egal. Das Finanzamt wird deswegen keinen Stress machen.

Und da Dir sowieso sämtliche Steuern erstattet werden, kannst Du auch eine Steuererklärung abgeben.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13456 Beiträge, 4314x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
das wurde überprüft
Ok.
Ich wollte nur sicherstellen, dass nicht bis heute unbemerkt auf Steuerklasse 6 abgerechnet wird.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
krümelmonster98
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Ich wollte nur sicherstellen, dass nicht bis heute unbemerkt auf Steuerklasse 6 abgerechnet wird.
--> Alles gut. Danke trotzdem Stefan! :)


Vielen Dank auch für die ganzen anderen Antworten!

Ich denke basierend auf dem was jetzt hier alles geschrieben wurde, gebe ich jetzt einfach mal eine Steuererklärung ab und schaue dann was passiert. Ich vermute im "worst case" wird das was ich damals an Steuern schuldig war, mit dem was ich an Steuern zurückgezahlt bekomme "verrechnet", sodass ich etwas weniger raus bekomme...(Da kenne ich mich als Laie nicht aus wie das gehandhabt wird). Und wie gesagt: Danke nochmal für die Antworten :)

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32416 Beiträge, 17079x hilfreich)

was ich damals an Steuern schuldig war, mit dem was ich an Steuern zurückgezahlt bekomme "verrechnet", Es wurde zwar schon mehrfach erklärt, aber offenbar ist es noch nicht angekommen: Sie schulden keinen Cent Steuer, weil Sie unter dem Grundfreibetrag liegen. Das Finanzamt schuldet Ihnen Geld, nicht anders herum...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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