Steuerfestsetzung und Verspätungszuschlag ohne Abgabepflicht

7. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
henatu
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuerfestsetzung und Verspätungszuschlag ohne Abgabepflicht

Hallo zusammen,
ich habe heute einen Bescheid erhalten, wonach in 2021 zu wenig Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag von meinem Arbeitgeber an das Finanzamt gezahlt worden sein soll (die Rechnung ist auch nachvollziehbar - aber auf die vom Arbeitgeber gezahlte Summe habe ich ja keinen Einfluss drauf bzw. hatte ich nicht überprüft ob der Solidaritätszuschlag korrekt berechnet wurde). Nun soll noch ein Verspätungszuschlag gezahlt werden, der mit 325€ deutlich die außstehenden Steuern übersteigt.
Ich bin zu keiner Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet (Steuerklasse 1, keine weiteren Einnahmen, durchgehend der gleiche Arbeitgeber, alleinstehend, keine Kinder) - habe auch in §46 EStG nichts gefunden, weshalb ich hier verpflichtet gewesen sein könnte.

Den Verspätungszuschlag sehe ich als rechtswidrig, da nie eine Abgabepflicht bestanden hat. Hierfür würde ich entsprechend einen Widerspruch stellen.

Ist der zu geringe Betrag der Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag dann trotzdem zu zahlen und später bei der freiwilligen Abgabe wieder einzurechnen?

Vielen Dank schon einmal für eure Zeit!

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4785 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von henatu):
Ist der zu geringe Betrag der Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag dann trotzdem zu zahlen und später bei der freiwilligen Abgabe wieder einzurechnen?

Auf jeden Fall anzurechnen, wenn Einspruch eingelegt und eine Erklärung abgegeben wird.

Zitat (von henatu):
Nun soll noch ein Verspätungszuschlag gezahlt werden, der mit 325€ deutlich die außstehenden Steuern übersteigt.

Der Zuschlag beträgt 0,25% der Nachzahlung, mindestens 25 Euro im Monat. Das kommt bei 13 Monaten Verspätung hin.

Eine zwingende Festsetzung ist aber nur bei einer Verspätung von mehr als 14 Monat, darunter KANN das FA einen festsetzen.
Aber nur bei einer Pflicht zur Abgabe.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47304 Beiträge, 16759x hilfreich)

Zitat (von henatu):
Ich bin zu keiner Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet (Steuerklasse 1, keine weiteren Einnahmen, durchgehend der gleiche Arbeitgeber, alleinstehend, keine Kinder) - habe auch in §46 EStG nichts gefunden, weshalb ich hier verpflichtet gewesen sein könnte.


Auch keine freie Heilfürsorge z.B. als Soldat oder Polizist?
Beamter?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
henatu
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure Antworten!

Zitat (von hh):
Auch keine freie Heilfürsorge z.B. als Soldat oder Polizist?
Beamter?

Nein, einfacher Angestellter ohne weitere Einnahmen, mit gesetzlicher Krankenversicherung, keine Sonderzahlungen, kein Krankengeld o.ä.

Zitat (von Cybert.):
Eine zwingende Festsetzung ist aber nur bei einer Verspätung von mehr als 14 Monat, darunter KANN das FA einen festsetzen.
Aber nur bei einer Pflicht zur Abgabe.


Da ich keine Pflicht zu Abgabe sehe, verstehe ich das so, dass nur der Widerspruch ausreicht und die festgesetzen Steuern damit auch nicht rechtens sind. Ich würde dann also schauen, ob durch die freiwillige Einkommensteuererklärung der Rückzahlungsbetrag die Nachforderungen übersteigt und nur dann auch die Erklärung einreichen.

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