Steuergeheimnis durch Finanzamt verletzt?

13. April 2024 Thema abonnieren
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuergeheimnis durch Finanzamt verletzt?

Liebe Forumsmitglieder,

juristisch bin ich leider ein Laie und erhoffe mir deswegen hier ein wenig Hilfe. Es geht darum, was alles unter das Steuergeheimnis fällt.

Ich habe per Mail einen Widerspruch an das Finanzamt geschickt. Daraufhin habe ich eine Mail vom Finanzamt bekommen, in dem im Anhang der Scan eines kompletten Bogens meiner eingereichten Steuererklärung war. Ich habe dem Finanzamt nie die Genehmigung gegeben, dass sie mir sensible Daten per Mail schicken dürfen. Darf das Finanzamt nur weil ich den Einspruch per Mail geschickt habe, davon ausgehen, dass ich generell der Zusendung sensibler Daten zugestimmt habe? Im Internet habe ich nur für manche Bundesländer ein Formular gefunden, das man unterschrieben einreichen muss, damit das Finanzamt per Mail antworten darf, nicht aber für mein Bundesland. Gilt das deutschlandweit?

Zudem hat dieselbe Person beim Finanzamt auch noch meinen Vater Informationen zu meiner Steuererklärung mitgeteilt, obwohl ich schon lange volljährig bin und ich meinem Vater keine Vollmacht erteilt habe!

Hat die Person beim Finanzamt in meinen Fall das Steuergeheimnis verletzt? Falls ja, wie sollte ich am besten vorgehen?

Vielen Dank
XYZ

-- Editiert von User am 13. April 2024 16:27

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23 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5031 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Darf das Finanzamt nur weil ich den Einspruch per Mail geschickt habe, davon ausgehen, dass ich generell der Zusendung sensibler Daten zugestimmt habe?

Das dürfte sich nach den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes richten.
Eine Verletzung des Steuergeheimnisses sehe ich darin nicht.

Zitat (von XYZX):
Zudem hat dieselbe Person beim Finanzamt auch noch meinen Vater Informationen zu meiner Steuererklärung mitgeteilt, obwohl ich schon lange volljährig bin und ich meinem Vater keine Vollmacht erteilt habe!

Hier schon eher, soweit sich das aus dem Sachverhalt beurteilen lässt.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122723 Beiträge, 40172x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Darf das Finanzamt nur weil ich den Einspruch per Mail geschickt habe, davon ausgehen, dass ich generell der Zusendung sensibler Daten zugestimmt habe?

Durchaus, ja
Neben der schriftlichen und mündlichen Zustimmung gibt es auch noch die konkludente Zustimmung.



Zitat (von XYZX):
obwohl ich schon lange volljährig bin und ich meinem Vater keine Vollmacht erteilt habe!

Je nach Inhalt der Information und Rechtsgrundlage der Anforderung kann beides irrelevant sein.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Das dürfte sich nach den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes richten.
Eine Verletzung des Steuergeheimnisses sehe ich darin nicht.


Vielen Dank für die schnelle Antwort! Es geht um das Land Hessen. Leider konnte ich für Hessen bei einer Google-Suche nichts finden. Da Mailversand ja leider nicht sicher ist, handelt es sich dann eher um eine Verletzung der DSGVO?

Zitat (von Cybert.):
Hier schon eher, soweit sich das aus dem Sachverhalt beurteilen lässt.


Wieso nur eher? Kommt es darauf an, was genau meinem Vater mitgeteilt wurde?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Durchaus, ja
Neben der schriftlichen und mündlichen Zustimmung gibt es auch noch die konkludente Zustimmung.


Auch Ihnen vielen Dank für die schnelle Antwort! Wird bei der konkludenten Zustimmung nicht nach der Art der per Mail versendeten Daten unterschieden? Ich selbst habe in meinem Widerspruch keine sensiblen Details genannt, wohingen in dem eingescannten Bogen sämtliche Details zu sehen sind. Kein Problem hätte ich damit, wenn das Finanzamt per Mail schreibt, dass ich bis zu einem gewissen Datum Zeit zur Beantwortung habe o. ä., ohne weitere Angaben zu nennen. Aber ich habe sehr wohl ein Problem damit, dass meine kompletten in der Steuererklärung gemachten Angaben unverschlüsselt verschickt werden. Deshalb wäre meine laienhafte Erwartung gewesen, dass hier nach Inhalt der Mails unterschieden werden müsste.

Zitat (von Harry van Sell):
Je nach Inhalt der Information und Rechtsgrundlage der Anforderung kann beides irrelevant sein.


Was genau meinen Sie mit Rechtsgrundlage der Anforderung? Mein Vater hat mit meiner Steuererklärung überhaupt nichts zu tun, weder habe ich geschäftlich noch sonst irgendwie mit ihm zu tun, da ich jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen habe. Er war wegen eigener Sache beim Finanzamt und weil derselbe Finanzbeamte für ihn zuständig ist wie für mich, hat er erfahren, dass und weshalb ich den Einspruch geschrieben habe und welche Angabe ich in meiner Steuererklärung gemacht habe, auf die sich dieser Einspruch bezieht. Außerdem hat der Finanzbeamte auch noch falsche Angaben zum Stand meiner zu zahlenden Steuer gegenüber meinem Vater gemacht. Meiner Ansicht nach sind das alles Angaben gegenüber einem unbeteiligten Dritten, oder etwa nicht?

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122723 Beiträge, 40172x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Wird bei der konkludenten Zustimmung nicht nach der Art der per Mail versendeten Daten unterschieden?

Aber sicher doch.
Weitere Faktoren sind z.B. die getätigte Kommunikation (also die gesamte, nicht nur die unmittelbar zuvor geführte).



Zitat (von XYZX):
Was genau meinen Sie mit Rechtsgrundlage der Anforderung?

Einen Anspruch auf Auskunft, also z.B. durch ein Gesetz oder einen Titel.



Zitat (von XYZX):
Er war wegen eigener Sache beim Finanzamt und weil derselbe Finanzbeamte für ihn zuständig ist wie für mich, hat er erfahren, dass und weshalb ich den Einspruch geschrieben habe und welche Angabe ich in meiner Steuererklärung gemacht habe, auf die sich dieser Einspruch bezieht. Außerdem hat der Finanzbeamte auch noch falsche Angaben zum Stand meiner zu zahlenden Steuer gegenüber meinem Vater gemacht.

Das wäre der Zeitpunkt, wo ich das ganze beim zuständigen Amtsleiter, der Staatsanwaltschaft und LDSB entsprechend anzeigen würde.

Und ich würde überlegen ob ich nicht noch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung / Unterlassungsklage von einem Anwalt initiieren würde.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5031 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Da Mailversand ja leider nicht sicher ist, handelt es sich dann eher um eine Verletzung der DSGVO?

Hat denn ein Unbefugter Kenntnis von den übersandten Unterlagen erhalten?
Die Finanzverwaltung hat sich selbst wegen Sicherheitsbedenken eingeschränkt.

Sehen Sie auch bei jedem Unternehmen einen Verstoß gegen die DSGVO, wenn Ihnen Daten übermittelt werden?

Zitat (von XYZX):
Kommt es darauf an, was genau meinem Vater mitgeteilt wurde?

Ja, zum Beispiel.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das wäre der Zeitpunkt, wo ich das ganze beim zuständigen Amtsleiter, der Staatsanwaltschaft und LDSB entsprechend anzeigen würde.

Und ich würde überlegen ob ich nicht noch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung / Unterlassungsklage von einem Anwalt initiieren würde.


Vielen Dank! Dann hat der Finanzbeamte also tatsächlich gegen das Steuergeheimnis verstoßen und ich kann dagegen vorgehen?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Hat denn ein Unbefugter Kenntnis von den übersandten Unterlagen erhalten?
Die Finanzverwaltung hat sich selbst wegen Sicherheitsbedenken eingeschränkt.


Nicht dass ich wüsste. Aber ist das denn immer erforderlich, um sich gegen ein Versenden von sensiblen Daten per Mail zu wehren? Häufig merkt man ja zunächst erst einmal gar nicht, dass Unbefugte Daten abgefangen haben. Das merkt man ja teilweise erst später, wenn es bereits zu spät ist.

Zitat (von Cybert.):
Sehen Sie auch bei jedem Unternehmen einen Verstoß gegen die DSGVO, wenn Ihnen Daten übermittelt werden?


Ich finde es kommt auf die Art der Daten an. Beim Arzt muss man ja z. B. explizit der Übersendung von Befunden per Mail zustimmen, auch dann wenn man zuvor bereits per Mail Kontakt zu der Praxis hatte, um z. B. einen Termin auszumachen. Auch Banken schicken ja beispielsweise sensible Dokumente nie per Mail, sondern weisen nur per Mail darauf hin, dass im Internetbanking neue Dokumente vorhanden sind. Den Grad der Sensibilität von Steuerdaten kann man meiner Ansicht nach mit diesen beiden Fällen vergleichen.

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#9
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2450 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat:
Das wäre der Zeitpunkt, wo ich das ganze beim zuständigen Amtsleiter, der Staatsanwaltschaft und LDSB entsprechend anzeigen würde.
Bin ich grundsätzlich bei dir, ich habe nur damit ein Problem:
Zitat:
udem hat dieselbe Person beim Finanzamt auch noch meinen Vater Informationen zu meiner Steuererklärung mitgeteilt,
Zitat:
da ich jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen habe.
Woher weiß man dann, dass das FA dem Vater was gesagt hat?

Hinsichtlich des Emailversandes sehe ich zunächst keine Verletzung des Steuergeheimnises. Da die Verletzung des Steueegeheimnises -anders als ein Verstoß gegen die DSGVO- eine Straftat ist , müsste der Beweis geführt werden, dass tatsächlich unbefugten Verhältnisse des Stpfl. vorsätzlich offenbart wurden. Die reine Möglichkeit, dass Unbefugte Kenntnis erlangt haben, reicht nicht aus!

Steuerverwaltung ist Ländersache, daher ist die Verwendung von Email als Kommunikationsmittel in den verschiedenen Bundesländern auch unterschiedlich geregelt. Bei uns in Bayern ist die Regelung extrem eingeschränkt. So ist z.B. die Nutzung von Emailkommunikation ohne Zustimmung des Stpfl. für Teilbereiche des FA sogar für profane Sachen wie Termin- oder Eingangsbestätigungen untersagt, da aus der Emailadresse bereits bestimmte Sachverhalte abgelesen werden könnten, die nach Meinung der bayerischen Verwaltung bereits das Steuergeheimnis verletzen (z.B. Vollstreckung oder Betriebsprüfung). Ausgenommen hiervon ist ausschließlich die Kommunikation im bayerischen Intranet. Das hat z.B. die kuriose Folge, dass bayerische FÄ zwar Emails von anderen Steuerverwaltungen erhalten, darauf aber nur per Post oder Fax antworten. Selbst mit dem BayLfSt oder dem BZst darf nur sehr eingeschränkt per Email kommuniziert werden.

Ich kenne die Regelungen in Hessen nicht. Soweit es in Hessen keine ähnlichen Regelungen wie in Bayern gibt, kann man dem Beamten selber hinsichtlich der Emailnutzung keinen Vorwurf machen. Man kann höchstens über den Landesdatenschutzbeauftragten eine generelle Prüfung der Vorgehensweise anregen.

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#10
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7652 Beiträge, 1594x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Hinsichtlich des Emailversandes sehe ich zunächst keine Verletzung des Steuergeheimnises. Da die Verletzung des Steueegeheimnises -anders als ein Verstoß gegen die DSGVO- eine Straftat ist , müsste der Beweis geführt werden, dass tatsächlich unbefugten Verhältnisse des Stpfl. vorsätzlich offenbart wurden. Die reine Möglichkeit, dass Unbefugte Kenntnis erlangt haben, reicht nicht aus!


Dem schliesse ich mich an. Wenn man keine Mailkontakte mit dem FA wünscht, sollte man auf Briefpost umsteigen oder eine beantwortung per Post in der Mail einfordern.

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#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33383 Beiträge, 5805x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Da Mailversand ja leider nicht sicher ist, handelt es sich dann eher um eine Verletzung der DSGVO?
Einen Verstoß sehe ich nicht.
Ein Umstieg auf rein postalischen Schriftverkehr würde allerdings auch keine sichere Zustellung garantieren.

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Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#12
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2450 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ein Umstieg auf rein postalischen Schriftverkehr würde allerdings auch keine sichere Zustellung garantieren.
Für den Weg FA => Stpfl. schon. PZU ist für das FA unproblematisch und wird bei bestimmten Stpfl. auch gerne verwendet! :wink:

Nicht umsonst -jedoch aus anderen Gründen!- findet man bei bayrischen FÄ seit etwa einem Monat weder eine Email-Adresse, noch eine Fax-Nummer auf der Internetseite oder den Bescheiden/Schreiben! Wenn man meint, unbedingt eine nachweisbar sichere Zustellung zu benötigen, dann wählt man schlicht Elster für die Kommunikation.

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#13
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Hat die Person beim Finanzamt in meinen Fall das Steuergeheimnis verletzt? Falls ja, wie sollte ich am besten vorgehen?


Dann fragen wir doch mal die Abgabenordnung:

"Ein Amtsträger verletzt das Steuergeheimnis, wenn er
1.
personenbezogene Daten eines anderen, ...
....
oder
2.
ein fremdes Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, ....,
(geschützte Daten) unbefugt offenbart oder verwertet ...

Das es sich bei dem Finanzbeamten um einen Amtsträger handelt, sollte klar sein.
Auch dass es sich bei ihren Steuerdaten um personenbezogene Daten handelt.
Jetzt kommt der spielentscheidende Punkt:
1. Hat er die Daten mit dem Versand per Mail an Sie offenbart? -> meiner Meinung nach: Nein
2. Hat er die Daten mit dem Versand an ihren Vater offenbart? -> meiner Meinung nach: Ja

Zu 1.: Auf die bloße Möglichkeit, das die Daten abgefangen werden könnten, kommt es hier nicht an. Dann dürfte theoretisch auch ein postalischer Versand nicht infrage kommen. Die Mehrheit der Deutschen wird nicht in der Lage sein ihr Mailpostfach zu knacken. Ihren Blechbriefkasten am Haus aber schon. Insoweit wäre eine vollkommen sichere Übermittlung gar nicht möglich. Da Sie zudem bereits mit dem FA per Mail Kontakt aufgenommen hatten kann das FA sicher mit einer konkludenten Einwilligung argumentieren.
Sicher können die Länder unterschiedliche Regularien haben. Da aber der Grundsatz gilt: "Bundesrecht bricht Landesrecht", sollte das hier keine Auswirkungen haben. Höchstens disziplinarische Konsequenzen für den Finanzbeamten wegen des Verstoßes gegen eine Dienstvorschrift.

Zu 2.: Die Übermittlung an ihren Vater dürfte allerdings gegen das Steuergeheimnis verstoßen haben. Hier wäre die Frage, wie das FA überhaupt dazu kommt. Gab es irgendwann mal eine Zustimmung. Vielleicht eine Bevollmächtigung nach § 123AO um während des Urlaubs einen Vertreter zu haben? Irgendwas?
Meist passiert so etwas wenn Steuerpflichtige den Steuerberater wechseln.
Oder hat der Vater den gleichen Vor- und Nachnamen? Da wäre vielleicht Ursachenforschung angesagt. Einfach um zu vermeiden, dass die Post wieder falsch läuft. Da könnten ja auch mal Fristen dran hängen.

Was sollte man also machen?
Wie geschildert erstmal Ursachenforschung.
Alles andere sind persönliche Vorlieben. Ob man mit dem Finanzamt herumzeckt und die Keule Strafanzeige und Dienstaufsichtsbeschwerde schwingt, muss man selbst beurteilen. Das wird sicherlich nicht die letzte Steuererklärung sein, die man dort bearbeitet haben möchte. Und wenn das Verhältnis zum Bearbeiter bisher gut oder zumindest neutral war, bringt ein höflicher Anruf oder eine direkte Mail oft mehr.

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#14
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2450 Beiträge, 649x hilfreich)

Wo bitte steht, dass das FA etwas an den Vater Versand hat??!!

Wie will @XYZX davon erfahren haben, wenn er seit Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater mehr hat??!!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#15
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Wo bitte steht, dass das FA etwas an den Vater Versand hat??!!


Steht doch im Eingangspost:

Zitat (von XYZX):
Zudem hat dieselbe Person beim Finanzamt auch noch meinen Vater Informationen zu meiner Steuererklärung mitgeteilt, obwohl ich schon lange volljährig bin und ich meinem Vater keine Vollmacht erteilt habe!


Was die Frage betrifft:

Zitat (von taxpert):
Wie will @XYZX davon erfahren haben, wenn er seit Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater mehr hat??!!


Das entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist zwar etwas unlogisch, für den Sachverhalt allerdings gänzlich ohne Bedeutung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5031 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von Louis Cypher):
Zitat (von taxpert):
Wo bitte steht, dass das FA etwas an den Vater Versand hat??!!


Steht doch im Eingangspost:

Da steht nichts von einem Versand.

Vielmehr lässt die Aussage

Zitat (von XYZX):
Er war wegen eigener Sache beim Finanzamt und weil derselbe Finanzbeamte für ihn zuständig ist wie für mich, hat er erfahren, dass und weshalb ich den Einspruch geschrieben habe und welche Angabe ich in meiner Steuererklärung gemacht habe, auf die sich dieser Einspruch bezieht. Außerdem hat der Finanzbeamte auch noch falsche Angaben zum Stand meiner zu zahlenden Steuer gegenüber meinem Vater gemacht.

den Schluss zu, dass dem Vater persönlich Angaben übermittelt wurden. Was zwar nichts an einer Verletzung ändern würde, aber die Beweisführung etwas erschwert.

Interessant wäre die Frage, ob falsche Angaben auch eine Verletzung darstellen. Dazu müsste man mal in die Kommentierungen schauen.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Da steht nichts von einem Versand.


Dachte ich mir, dass dies kommt. Das habe ich auch nie behauptet sondern das Wort wurde von taxpert benutzt:

Zitat (von taxpert):
Wo bitte steht, dass das FA etwas an den Vater Versand hat??!!


Am Ende spielen diese Spitzfindigkeiten keine Rolle weil der 30 AO allgemein die Offenbarung geschützter Daten unter Strafe stellt. Egal ob diese versand oder auf FB gestellt oder mit Herolden in den Dörfern verkündet werden.
Das sehen Sie ja im Grundsatz genauso:

Zitat (von Cybert.):
... dass dem Vater persönlich Angaben übermittelt wurden. Was zwar nichts an einer Verletzung ändern würde, aber die Beweisführung etwas erschwert.


Ich würde mir die Arbeit, wie dies zu beweisen wäre, gar nicht machen. Das war ja auch nicht die Frage des TE.

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#18
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5031 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von Louis Cypher):
Dachte ich mir, dass dies kommt. Das habe ich auch nie behauptet sondern das Wort wurde von taxpert benutzt:

Zitat (von taxpert):
Wo bitte steht, dass das FA etwas an den Vater Versand hat??!!


Taxperts Antwort kam nach:
Zitat (von Louis Cypher):
2. Hat er die Daten mit dem Versand an ihren Vater offenbart? -> meiner Meinung nach: Ja


Zitat (von Louis Cypher):
Ich würde mir die Arbeit, wie dies zu beweisen wäre, gar nicht machen.

Klar, wäre das nicht seine Aufgabe. Bei manchen Dingen, die schwierig nachzuweisen sind, überlege ich mir aber zweimal, ob ich "ein Fass aufmache", z.B. ob ich meinen Arzt verklage. ;)
Zudem müsste der Vater, mit dem angeblich kein Kontakt mehr bestehe, wohl als Zeuge genannt werden.
Wäre tatsächlich etwas versandt worden, ginge dies möglicherweise bereits aus dem Aktieninhalt hervor.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Louis Cypher
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 187x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Taxperts Antwort kam nach:
Zitat (von Louis Cypher):
2. Hat er die Daten mit dem Versand an ihren Vater offenbart? -> meiner Meinung nach: Ja


Dann habe ich das überlesen. Sorry an taxpert. Ersetzen wir einfach "versandt" durch "offenbart".

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die ganzen Antworten! Ich werde auf die Punkte gesammelt eingehen.

Meinem Vater wurden die Angaben zu meiner Steuererklärung mündlich gemacht. Er hatte so Informationen, die er niemals hätte erraten können. Aber ja, dadurch dass es "nur" mündlich erfolgt ist, ist es schwierig zu beweisen! Es ändert zwar nichts an der Tatsache, dass mein Vater Informationen erhalten hat, die er niemals hätte erhalten dürfen, aber im Prinzip steht Aussage gegen Aussage.

Da hier ein paar Forenmitglieder sich gefragt hatten, wie ich denn erfahren habe, dass mein Vater Informationen zu meiner Steuererklärung erhalten hat, obwohl ich keinem Kontakt mehr zu ihm habe: er hat es einem gemeinsamen Familienmitglied erzählt, der es wiederrum mir erzählt hat. Da dieses gemeinsame Familienmitglied von mir keinerlei Informationen zu meiner Steuer erhalten hat und bei einem anderen Finanzamt ist, glaube ich diesem Familienmitglied, dass mein Vater diese ganzen Informationen erhalten hat. Aber dadurch wird die Beweislage natürlich noch schwieriger, weil es dann ja Richtung Hörensagen geht. Ich bin einfach schockiert, wie leichtfertig ausgerechnet beim Finanzamt mit Informationen umgegangen wird, die dem Steuergeheimnis unterliegen.

Und noch ein letzter Punkt: weder aktuell noch irgendwann in der Vergangenheit hatte ich meinen Vater eine Vollmacht erteilt. Das kann also nicht der Grund für das Ganze sein.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3679 Beiträge, 586x hilfreich)

Zitat (von XYZX):
Ich habe dem Finanzamt nie die Genehmigung gegeben, dass sie mir sensible Daten per Mail schicken dürfen

Haben sie die Steuererklärung mit Elster gemacht, da steht doch irgendwo etwas vom Mailverfahren, wenn sie dem zugestimmt haben, dann war die Mail legitim.
Und wer soll Interesse an ihrer Steuererklärung haben?

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
XYZX
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Rückmeldungen! Die Antworten haben mir weitergeholfen, daher werde ich das Thema jetzt schließen.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2450 Beiträge, 649x hilfreich)

dann will ich auch noch so eine Art „Schlusswort" los werden!

Ist es unmöglich, dass ein Beamter unberechtigt etwas offenbart hat? Nein, den die menschliche Dummheit ist grenzenlos!

Ist es wahrscheinlich? Auch eher nein! Steuerlich relevante Sachverhalte sind in der Regel nicht nur dem Stpfl. und dem FA bekannt, sondern auch anderen Dritten! Die Wahrscheinlichkeit, dass der Sachverhalt eben von einem Dritten zur Kenntnis gebracht wurde -egal auf welcher Ebene!- als eine Verletzung des Steuergeheimnises vorliegt, ist deutlich höher!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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