Steuern bei Aufwandsentschädigung / Tausch

9. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Jannik123
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuern bei Aufwandsentschädigung / Tausch

Guten Abend :)

Ich bin ein kreativer Tüftler mit einigen Ideen, die auch im Filmbereich sind (Experimentelles, Arthouse, teilweise Kurzfilme, Tüfteleien und auch Musik mit Film gemischt).

Das ist alles noch nicht kommerziell, aber wenn es gut ankommt, könnte vielleicht der eine oder andere Euro herausspringen. (Mein Ziel ist aber hauptsächlich, Kunst zu erschaffen.)

Da ich aber nicht sonderlich viel Geld habe, mache ich das Meiste selbst und bezahle aus eigener Tasche (Also quasi Low Budget / No Budget).


Es gibt einige Ideen, die ich gerne verwirklichen möchte, und für manche bräuchte es auch eine Umgebung oder einen Drehort.

Nun habe ich überlegt, wenn beispielsweise eine Szene in einem geschlossenen Lädchen stattfinden soll, dem Besitzer anzubieten, ein paar Fotos von dem Lädchen zu machen, damit er sie als Werbung verwenden kann.
Oder beispielsweise ein kleines Portrait Fotoshooting mit ihm, und die Bilder könnte er auch gerne nutzen. Oder auch den Laden in einem fertigen Kunstprojekt (Beispielsweise auf Youtube) zu nennen.

Dabei fällt mir viel ein, was ich gerne machen könnte, wenn ich schon einmal da bin :) .

Das wäre eine wunderbare Lösung, wenn es so erlaubt ist.


Nun habe ich aber gesehen, dass das als Tauschgeschäft gelten könnte und versteuert werden muss.
Ein Tauschgeschäft gilt wohl sogar schon, wenn man jemanden im Gegenzug namentlich erwähnt, und es als Werbung angesehen werden kann.

Dann habe ich überlegt und gedacht, dass bei dem gleichen Tauschgeschäft, wo Geld fließt, niemand Steuern zahlen müsste.

Der Ladenbetreiber müsste beispielsweise nur Steuern auf das, was ich man ihm in Geldform zahlen würde, abgeben, wenn er regelmäßig Räume für Drehs vermietet.


Also bedeutet das, dass jeder Steuern bezahlen müsste, wenn es ein Tauschgeschäft ohne Geld ist (Er bekommt beispielsweise ein kleines Fotoshooting, und ich darf dort etwas drehen)? Und keine Steuern, wenn er Geld dafür bekommt, dass ich drehen darf.

Das klingt schon fast paradox :( .
Bin total verwirrt


Oder müsste der Ladenbesitzer auch bei einem Tausch keine Steuern bezahlen, solange er nicht regelmäßig den Ort für Drehs vermietet?

Und wie wäre es bei mir? Denn ich würde im Prinzip das gleiche "zurückbekommen" (Dreherlaubnis), was er mir geben würde, wenn ich ihn mit Geld bezahle. Es ist quasi nur eine andere Zahlungsweise meinerseits.



Sollte tatsächlich jeder Steuern bezahlen müssen, wie würde das in etwa ablaufen ? Oder wie könnte man das am besten gestalten, damit der Ladenbesitzer (Oder ein anderer Drehortbesitzer) nicht zu sehr von der Bürokratie abgeschreckt wird?




Mein größter Traum ist es, frei Kunst zu kreieren.


Liebe Grüße und eine schöne Woche wünsche ich :)


P.S. - Bei dem Beispiel könnte der Ladenbesitzer auch durch einen privaten Hausbesitzer ersetzt werden, bei dem ich drehen wollen würde

-- Editiert von User am 9. Juli 2024 20:22

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48124 Beiträge, 16998x hilfreich)

Zitat (von Jannik123):
Der Ladenbetreiber müsste beispielsweise nur Steuern auf das, was ich man ihm in Geldform zahlen würde, abgeben, wenn er regelmäßig Räume für Drehs vermietet.

Woher stammt denn diese Falschinformation?

Zitat (von Jannik123):
Oder müsste der Ladenbesitzer auch bei einem Tausch keine Steuern bezahlen, solange er nicht regelmäßig den Ort für Drehs vermietet?

Nein, umgekehrt müsste er auch bei Geldzahlungen Steuern zahlen.

Bei der Einkommensteuer ist das allerdings ein Nullsummenspiel. Die Einnahmen müssen versteuert werden und die Ausgaben stellen Betriebsausgaben dar. Aufpassen muss man jedoch bei der Umsatzsteuer.

Zitat (von Jannik123):
Bei dem Beispiel könnte der Ladenbesitzer auch durch einen privaten Hausbesitzer ersetzt werden, bei dem ich drehen wollen würde

Dann sieht es anders aus, weil ein privater Hausbesitzer seine Ausgaben nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann.

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#2
 Von 
Jannik123
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieben Dank für die Antwort :)

Zitat (von hh):
Woher stammt denn diese Falschinformation?


Leider weiß ich das nicht mehr ganz genau - Ich habe viele Stunden alles mögliche angeschaut und gefühlt sagt jeder etwas anderes.

Zitat (von hh):
Nein, umgekehrt müsste er auch bei Geldzahlungen Steuern zahlen.


Also müsste der Ladenbetreiber immer Steuern zahlen? Und ich nur dann keine, wenn er mit Geld bezahlt wird?

Zitat (von hh):
Dann sieht es anders aus, weil ein privater Hausbesitzer seine Ausgaben nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann.


Dazu hatte ich allerdings gelesen, dass das mit Bestechlichkeit zu tun haben könnte, wenn es privat ist, aber vielleicht ist damit auch etwas ganz anderes gemeint.
Wenn es allerdings doch geht, müsste dann der Hausbesitzer keine Steuern bezahlen, wenn er im Tausch beispielsweise Portraitfotos bekommt, aber ich schon?

Ich fände es nicht schlimm, wenn ich dabei Steuern abgeben müsste. Nur hätte ich Angst, dass Hausbesitzer und Ladenbesitzer abgeschreckt sein könnten.


Könnte man das aber beispielsweise so machen:
Der Ladenbesitzer bekommt anstatt 400€ für die Dreherlaubnis ein Fotoshooting umsonst, und zusätzlich 50€.
Die 50€ deswegen, damit er die Steuerabgaben des Fotoshootingwertes bezahlen könnte.
(Ich meine gelesen zu haben, dass ein Tauschgeschäft den Geldwert auch nur teilweise senken kann, wenn man es festlegt).



Liebe Grüße und danke nochmals :)

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#3
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14059 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Also müsste der Ladenbetreiber immer Steuern zahlen? Und ich nur dann keine, wenn er mit Geld bezahlt wird?
Nein, wer sagt denn sowas?
Es ist ganz einfach, jeder muss sein Einkommen versteuern.

Zitat:
Dazu hatte ich allerdings gelesen, dass das mit Bestechlichkeit zu tun haben könnte, wenn es privat ist, aber vielleicht ist damit auch etwas ganz anderes gemeint.
Mir erschließt sich gar nicht, was Bestechlichkeit mit deinen Fragen zu tun hat.

Zitat:
Wenn es allerdings doch geht, müsste dann der Hausbesitzer keine Steuern bezahlen, wenn er im Tausch beispielsweise Portraitfotos bekommt, aber ich schon?
Nochmal, jeder muss sein Einkommen versteuern. Und Einkommen muss natürlich nicht unbedingt Geld sein (nennt sich dann "Geldwerter Vorteil").

Zitat:
Nur hätte ich Angst, dass Hausbesitzer und Ladenbesitzer abgeschreckt sein könnten.
Dann zahl' halt ordentlich, von richtigem Geld lässt sich niemand abschrecken.
Und vielleicht kauft man dir im Anschluss sogar was ab.

Zitat:
Könnte man das aber beispielsweise so machen: ...
Klar, du kannst anbieten und vereinbaren was du willst. Auch das du den möglichen Steuernachteil des anderen übernimmst, das ist gar nicht mal so unüblich (da war glaube ich mal was mit TV-Senungen als "Zuhause im Glück", wo der Sender auch die Steuern übernommen hat - Anmerkung: das muss man natürlich auch wieder versteuern, so wie die 50 Euro in deinem Beispiel).

Abschließend noch eine Befürchtung: imho bekommst du weder Buchführung noch Rechnungen und Steuererklärung korrekt hin (deine Fragen zeigen das ziemlich deutlich).
Ein Gründerseminar o.ä. könnte da helfen, obwohl ich davon auch nicht so viel halte (das nötige Wissen lässt sich nicht in so kurzer Zeit erlernen).

Stefan


-- Editiert von User am 9. Juli 2024 21:43

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#4
 Von 
Jannik123
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Abschließend noch eine Befürchtung


Lieben Dank für die tolle Antwort!!

Die Befürchtung ist definitiv gerechtfertigt.

Ich habe bisher noch kein Gewerbe und verdiene mit der Kunst nichts.

Die Ideen sind vorhaben, die ich in Zukunft verwirklichen wollte.

Einen Steuerberater wird definitiv ein Teil davon sein.

Aber da so viele Gedanken im Kopf umherirren, wollte ich schon einmal eine grobe Orientierung haben und wissen, ob die Ideen möglich sind.


Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre die Idee mit "Fotos + 50€", wo die 50€ zum Steuer zahlen wären möglich.
Der Ladenbesitzer müsste dann beides versteuern (Die 50€ könnten dann auch durch den genauen Wert ersetzt werden, der die Steuern abdeckt).
Und ich müsste dann meinen Teil versteuern.



Zitat (von reckoner):
Mir erschließt sich gar nicht, was Bestechlichkeit mit deinen Fragen zu tun hat.


Dazu allerdings hatte ich folgendes gelesen:

"Um Missverständnissen vorzubeugen: Tausch- und Kompensationsgeschäfte müssen im Interesse der beteiligten Unternehmen sein. Wer sich selbst oder anderen durch Tauschgeschäfte private Vorteile verschafft, bewegt sich auf dem dünnen Eis der Bestechung oder Bestechlichkeit."

Wäre das Fotoshooting dann nicht ein privater Vorteil für einen privat-Hausbesitzer? Oder für den Ladenbesitzer, wenn die Fotos private Portraitfotos wären?



Liebe Grüße und einen schönen Tag :)

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48124 Beiträge, 16998x hilfreich)

Zitat (von Jannin):
Wäre das Fotoshooting dann nicht ein privater Vorteil für einen privat-Hausbesitzer? Oder für den Ladenbesitzer, wenn die Fotos private Portraitfotos wären?

Wenn Dir die Kaufhaus GmbH Geschäftsräume zur Verfügung stellt und Du im Gegenzug für den Geschäftsführer private Portraitfotos anfertigst, dann kann das Bestechung sein.

Wenn Dir jedoch Privatperson X Räume zur Verfügung stellt und Du dann für diese Person private Portraitfotos anfertigst, dann ist das keine Bestechung.

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14059 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre die Idee mit "Fotos + 50€", wo die 50€ zum Steuer zahlen wären möglich.
Der Ladenbesitzer müsste dann beides versteuern (Die 50€ könnten dann auch durch den genauen Wert ersetzt werden, der die Steuern abdeckt).
Und ich müsste dann meinen Teil versteuern.
Alles korrekt.
Den genauen Wert des Steuernachteils wirst du aber nicht feststellen können, denn der Ladenbesitzer wird dich wohl kaum in seine Buchhaltung oder seinen Steuerbescheid schauen lassen.
Daher: Mach dir nicht den Aufwand sowas auszurechnen oder zu garantieren. Mach einfach Angebote die die Ladenbesitzer überzeugen, die Steuer ist dann deren Sache.

Das mit den Bestechungen verstehe ich immer noch nicht richtig.
Bestechung kann imho aber grundsätzlich nur durch einen Dritten begangen werden (Dritter bedeutet, dass es keiner der Vertragspartner ist, sondern nur ein Mitwirkender, und der muss dann auch bereichert sein).
Bei dir sehe ich das bisher überhaupt nicht.

Zitat:
Wäre das Fotoshooting dann nicht ein privater Vorteil für einen privat-Hausbesitzer? Oder für den Ladenbesitzer, wenn die Fotos private Portraitfotos wären?
Das wären dann aber doch deine Vertragspartner.
Was u.U. nicht geht ist, dass du dem zuständigen Mitarbeiter anbietest, dass es für ihn privat ein paar Portraitfotos gratis gibt.

Stefan

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#7
 Von 
Jannik123
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Wenn Dir jedoch Privatperson X Räume zur Verfügung stellt und Du dann für diese Person private Portraitfotos anfertigst, dann ist das keine Bestechung.


Danke für die Antwort!

Dachte sogar, dass das Zweite auch als Bestechlichkeit zählen würde, da der Dreh als Unternehmen stattfinden würde, bzw. vermutlich so eingestuft wird

-- Editiert von User am 10. Juli 2024 20:06

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Jannik123
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Das wären dann aber doch deine Vertragspartner.
Was u.U. nicht geht ist, dass du dem zuständigen Mitarbeiter anbietest, dass es für ihn privat ein paar Portraitfotos gratis gibt.



Vielen Dank!!

Sehr gut - Dann wirkt das wie eine gute Lösung!

Das mit der Bestechlichkeit habe ich allerdings auch noch nicht ganz verstanden. Aber es ergibt Sinn, dass dem Mitarbeiter / Ladenbesitzer keine privaten Fotos angeboten werden können.

Was eigentlich schade ist.


Lieben Dank nochmals :)

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