Steuern sparen bei Mieteinnehmen durch Kinder

20. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
Milbo
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)
Steuern sparen bei Mieteinnehmen durch Kinder

Hallo

Wenn man Mieteinnahmen hat, muss man diese versteuern. Nun kann man laut dem Video hierbei Steuern sparen:

https://www.instagram.com/reel/C0zYnG4LU4h/?igshid=NjFhOGMzYTE3ZQ%3D%3D


Laut meiner Recherche muss Papa die vermietete Immobilie auf sein Kind übertragen. Laut Notar geht das aber nicht bei Minderjährigen ?!

Wie muss Papa vorgehen ? Was muss er tun ?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2124 Beiträge, 738x hilfreich)

Papa kann das Nießbrauchsrecht an der Wohnung auf das Kind übertragen.

Papa bleibt weiterhin Eigentümer. Anerkannt wird das Konstrukt aber nur, wenn das Recht ins Grundbuch eingetragen wird und das Kind als Vermieter in den Mietverträgen drin steht.

Zur Bestellung des Nießbrauchsrechts wird das Vormundschaftsgericht eingeschaltet um evtl. entstehende Nachteile für das Kind auszuschließen. Ein Ergänzungspfleger muss den Vertrag mit unterschreiben.

Darüber hinaus kann keine Abschreibung mehr vorgenommen werden, da Papa ja weiterhin Eigentümer bleibt.

Alles in allem für mich im Normalfall ein Beitrag aus der Reihe "Steuern sparen, koste es was es wolle".

Signatur:

Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

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#2
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2407 Beiträge, 643x hilfreich)

Alles in allem für mich im Normalfall ein Beitrag aus der Reihe "Steuern sparen, koste es was es wolle".

Nicht unbedingt. Die Übertragung von Vermögenswerten auf die Kindergeneration um dadurch einen weiteren Grundfreibetrag und eine niedrigere Durchschnittsbesteuerung auf das „Gesamteinkommen" zu erreichen, ist letztendlich ein alter Hut.

Bei Immos wird das eben wegen der AfA seltener über den Nießbrauch als vielmehr über den Eigentumsübergang im Wege der Schenkung gemacht. Ob sich der finanzielle Aufwand dafür gelohnt hat, zeigt sich meist erst nach einigen Jahren.

Die Krux dabei ist natürlich, dass Papa tatsächlich das Eigentum an der Immo aufgeben muss. Einer Rückschenkung wird der Ergänzungspfleger nicht zustimmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass einem/einer 18-jährigen Sohn/Tochter auf einmal ein Porsche wichtiger ist als die Immo und der Papa nur wutschnaubend daneben stehen darf.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#3
 Von 
Milbo
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)

Also vereinbart Papa beim Notar einen Termin um das Nießbrauchsrecht an der Wohnung auf das Kind zu übertragen.

Ferner wird der alte und übernommene Mietvertrag (Wohnung wurde/muss mit altem Mieter gekauft werden) zusätzlich ergänzt, weil lediglich das Kind nun auch Vermieter ist.

Der Notar schaltet das Vormundschaftsgericht ein. Wer ist der Ergänzungspfleger und wo bekommt man den ?

Zitat:
Einer Rückschenkung wird der Ergänzungspfleger nicht zustimmen.


OOh okay. Ist das so ? Auch wenn das Kind nicht volljährig ist, bleibt die Wohnung im Besitz des Kindes ?!


-- Editiert von User am 20. Dezember 2023 17:59

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#4
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2407 Beiträge, 643x hilfreich)

Also vereinbart Papa beim Notar einen Termin um das Nießbrauchsrecht an der Wohnung auf das Kind zu übertragen.Zum Nießbrauch bitte unbedingt vom Notar beraten lassen! Ein Nießbrauchsvertrag gilt -soweit ihn nicht zeitlich begrenzt- lebenslang und kann auch nicht gekündigt werden!

Der Nachteil des Nießbrauches ist, dass der Nießbrauchsnehmer (das Kind) nicht Eigentümer der Immo wird und daher keine Abschreibung geltend machen kann. Der steuerliche Vorteil wird dadurch gemindert, ggf. sogar ins negative verkehrt.

Wer ist der Ergänzungspfleger und wo bekommt man den ?
Der Ergänzungspfleger wird vom Gericht bestimmt und bestellt.

OOh okay. Ist das so ? Auch wenn das Kind nicht volljährig ist, bleibt die Wohnung im Besitz des Kindes ?!Hier bist Du jetzt nicht mehr beim Nießbrauch, sondern bei der Schenkung! Mit der Schenkung geht das Eigentum auf das Kind über (Besitzer ist übrigens der Mieter!). Der Ergänzungspfleger hat die Interessen des Kindes zu vertreten und es ist nicht im Interesse des Kindes durch eine Rückschenkung entreichert zu werden.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47787 Beiträge, 16880x hilfreich)

Zitat (von Milbo):
Auch wenn das Kind nicht volljährig ist, bleibt die Wohnung im Besitz des Kindes ?!


Ja natürlich. Eine Rückschenkung durch ein minderjähriges Kind ist unmöglich.

Eine Rückschenkung durch ein volljähriges Kind ist zwar möglich, löst dann aber hohe Schenkungssteuer aus.

Die Mieteinnahmen müssen natürlich auch auf dem Konto des Kindes bleiben. Die Eltern dürfen darauf nicht zugreifen.

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#6
 Von 
Milbo
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)

Also ist alles in allem, das im Video gezeigte eher sehr kompliziert und eventuell spart man gar nicht ?!

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33024 Beiträge, 17315x hilfreich)

Vorher hatte man Mieteinnahmen - danach hat man keine mehr. Ich wüsste, was ich täte oder vielmehr unterliesse...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#8
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2407 Beiträge, 643x hilfreich)

Bei solchen Beiträgen auf YT oder Insta doch einfach mal überlegen:

Ein StB nimmt Geld für eine solche Beratung! Hier „schenkt" einem jemand, dessen Kenntnisse wir nicht kennen (vielleicht durfte er gestern noch den Gurkenhobel bei McD bedienen) solche Infos! Warum? Weil er durch Klicks Geld generiert! Bekomme ich Klicks, wenn ich sage, das ist aber kompliziert und spart vielleicht keine Steuern?

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47787 Beiträge, 16880x hilfreich)

Zitat (von Milbo):
Also ist alles in allem, das im Video gezeigte eher sehr kompliziert und eventuell spart man gar nicht ?!


Das kommt drauf an, was man unter Steuern sparen versteht. In Summe über die ganze Familie gerechnet zahlt man wahrscheinlich weniger Steuern. Auf jeden Fall zahlen die Eltern weniger Steuern.

Dass die Eltern weniger Steuern zahlen müssen, wenn sie auf Einkommen und Vermögen verzichten ist nun auch kein überraschendes Ergebnis.

Weniger Steuern zahlt man aus gleichem Grund auch, wenn man seinen Job verliert. Dennoch hat bislang noch niemand die Kündigung seines Jobs als Steuersparmodell empfohlen. Es hat auch noch niemanden den Gewerkschaften erklärt, dass ein Verzicht auf Gehaltserhöhungen zu Steuerersparnissen bei ihren Mitgliedern sorgen würde.

Das hier diskutierte Steuersparmodell ist daher nur etwas für den Fall, dass Eltern ernsthaft und dauerhaft auf Einkommen und Vermögen zu Gunsten ihrer Kinder verzichten wollen.

Ich persönlich würde das daher nicht machen, weil
1. Habe ich die Immobilien für meine Altersvorsorge und die wäre dann weg

2. Hätte ich Bedenken, dass sich das Kind dann mit 18 Jahren ein Luxusleben gönnt und ich das nicht verhindern kann. Der einzige Vorteil wäre, dass ich jedenfalls nach dem Ende der Schule keinen Unterhalt mehr zahlen müsste.

3. Können auch im Leben des Kindes Dinge passieren, die dazu führen das das Vermögen schnell aufgebraucht ist.

Wer aber z.B. >10 Immobilien in seinem Eigentum hat, der kann dann durchaus 1-2 an seine Kinder übertragen um im gewissen Umfang Steuern zu sparen.

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#10
 Von 
Milbo
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)

Jesus und Maria... :smile:

-- Editiert von User am 20. Dezember 2023 22:41

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