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Studiengebühren absetzen: Eltern? Kind? w. Konto?

23. Oktober 2010 Thema abonnieren
 Von 
josefmurr
Status:
Beginner
(55 Beiträge, 8x hilfreich)
Studiengebühren absetzen: Eltern? Kind? w. Konto?

Hallo,
es soll ja jetzt eine gewisse Wahrscheinlichkeit geben, auch die Kosten für das Erststudium per Verlustvortrag in Zukunft absetzen zu können, dazu folgende Frage:

1. Die Studiengebühren werden vom Konto der Eltern eingezogen - kann das Kind diese trotzdem geltend machen? (Genügt dazu eine Quittung von der Uni, oder braucht man Kontoauszüge etc.)?

2. Was 2010 fürs Studium ausgegeben wird, kann per Verlustvortrag höchstens bis zur Steuererklärung 2014 "aufgehoben" werden, sehe ich das richtig?

daneben noch eine andere Frage: Stimmt es, dass die Eltern Studiengebühren für ein Kind absetzen können, wenn fürs Kind kein Kindergeldanspruch mehr besteht? (http://www.piloh.de/absetzen-studien-gebuehren.html)
Gilt das wirklich direkt als Sonderausgaben der Eltern, oder wird das mit Unterhalt oder ähnlichem verrechnet?
PS: Hier steht nun, dass die Studiengebühren nur über den Unterhalt absetzbar sind: http://www.eurogrube.de/geld-und-finanzen/studienkosten-studiengebuehren-von-der-steuer-absetzen.htm
Wer hat nun recht?

Was ist, wenn für das Kind bis März Kindergeld bezahlt wird, und eim März und Oktober die Studiengebühren gezahlt wurden? Wird dann anteilig für das ganze Jahr gerechnet (also drei Viertel der Gebühren absetzbar) oder streng nach Zahlungszeitpunkt (im März gezahlt = nicht absetzbar)?

Vielen Dank!


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-- Editiert am 23.10.2010 15:01

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44084 Beiträge, 15718x hilfreich)

zu 1.: Ja, sofern die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Geltendmachung von Studienkosten als Werbungskosten erfüllt sind. Die Quittung der Uni genügt.

zu 2.: Nein. Ein Verlustvortrag wird immer in das nächste Jahr vorgetragen und mit den dann erzielten Gewinnen verrechnet. Sollte es dann keine (ausreichenden) Gewinne zum Ausgleich der Verluste geben wird der Verlust erneut in das Folgejahr übertragen. Das geht unbegrenzt.

Du verwechselst das damit, dass man aktuell noch die Steuererklärung 2006 abgeben könnte. Noch nicht höchstrichterlich geklärt ist, ob das nicht sogar 7 Jahre rückwirkend geht, so dass derzeit noch durch Abgabe der Steuererklärung 2003 Studienkosten aus 2003 geltend gemacht werden können.

quote:
Stimmt es, dass die Eltern Studiengebühren für ein Kind absetzen können, wenn fürs Kind kein Kindergeldanspruch mehr besteht? (http://www.piloh.de/absetzen-studien-gebuehren.html)


Das ist im Prinzip richtig, jedoch kann man den Höchstbetrag von derzeti 8.004€ auch leicht ohne Studiengbühren ausschöpfen.

quote:
Gilt das wirklich direkt als Sonderausgaben der Eltern, oder wird das mit Unterhalt oder ähnlichem verrechnet?


Nein, das gilt bei den Eltern als Unterhalt und zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen. Je nach Höhe des Einkommens der Eltern kann das sogar günstiger sein als der Bezug von Kindergeld.

quote:
PS: Hier steht nun, dass die Studiengebühren nur über den Unterhalt absetzbar sind: http://www.eurogrube.de/geld-und-finanzen/studienkosten-studiengebuehren-von-der-steuer-absetzen.htm
Wer hat nun recht?


Das steht im erst genannten Artikel doch auch so (vorletzter Absatz).

quote:
Was ist, wenn für das Kind bis März Kindergeld bezahlt wird, und eim März und Oktober die Studiengebühren gezahlt wurden? Wird dann anteilig für das ganze Jahr gerechnet (also drei Viertel der Gebühren absetzbar) oder streng nach Zahlungszeitpunkt (im März gezahlt = nicht absetzbar)?


Das weiß ich nicht, ist aber auch nicht wirklich wichtig. Der Höchstbetrag der Unterhaltskosten wird im Regelfall auch anerkannt, wenn keine Studienkosten nachgewiesen werden.


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1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
josefmurr
Status:
Beginner
(55 Beiträge, 8x hilfreich)

Vielen Dank für die Auskunft, jetzt ist mir das mit den Studiengebühren klarer!

zum Verlustvortrag: Dann wartet der Student also am besten bis zu 4 Jahre ab, ob man auch das Erststudium als Werbungskosten absetzen kann, und macht erst dann alle Steuererklärungen auf einen Rutsch.

Angenommen, der Student hat bis 2012 1000 Euro Verlust pro Jahr, und verdient im Jahr 2013 (zum ersten Mal) z.B. 7000 Euro, da würde ein Verlustvortrag ja nutzlos verpuffen.
Ist es möglich, die Steuererklärungen für 2010 bis 2012 erst im Jahr 2014 abzugeben, und so den Verlustvortrag bis 2014 "hinüberzuretten" (weil dann höhere EInkünfte erzielt werden)? Oder werden Verluste auf jeden Fall mit dem ersten Einkommen 2013 verrechnet?

Danke!
Josef




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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(44084 Beiträge, 15718x hilfreich)

quote:
werden Verluste auf jeden Fall mit dem ersten Einkommen 2013 verrechnet?


So ist es.

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