Umsatzsteuer Leistung Inland / Ausland

19. März 2018 Thema abonnieren
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)
Umsatzsteuer Leistung Inland / Ausland

Hallo zusammen,

ich bräuchte bitte eure Hilfe bei folgender Aufgabe:

Ein Kammernsänger ist anerkannter selbstständiger Künstler (wohnt in Karlsruhe und sein Agent unterhält sein Büro in Köln) hat einen Auftritt in LONDON und bekommt dafür eine Gage von 25.000 Euro. Frage ist wie dieser Sachverhalt aus Sicht des deutschen Umsatzssteuerrechts zu beurteilen ist.

Mein Gedanke dabei ist, dass zuerst alle Tatbestandsmerkmale nach § 1 Abs. 1 UStG geprüft werden müssen. Die sind hier alle erfüllt außer das Inland? Fällt in dem Fall der Auftritt in London unter § 3a Abs. 3 Nr. 3a?--> Leistung im Ausland ausgeführt und somit fallen die 25.000 Euro nicht unters deutsche Umsatzsteuerrecht? Würden als nur unter die Einkommenssteuerpflicht als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit fließen?

Vielen lieben Dank vorab!

Marie

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4743 Beiträge, 1151x hilfreich)

Richtig ist, dass Sie zunächst die Steuerbarkeit nach § 1 UStG prüfen. Hinsichtlich der Frage, ob die Leistung im Inland erbracht wird, ist bei einer sonstigen Leistung § 3 Abs. 5a i.V.m. § 3a UStG zu prüfen.
Wie Sie zutreffend erkannt haben, wäre Nr.3 Buchst. a einschlägig, wonach künstlerische Leistungen dort ausgeführt werden, wo sie vom Unternehmer tatsächlich erbracht werden, wenn sie an einen Empfänger, der weder ein Unternehmer ist, für dessen Unternehmen die Leistung bezogen wird, noch eine nicht unternehmerisch tätige juristische Person, der eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, ist erbracht wird.
Im Regelfall wird er von einem britischen Unternehmer beauftragt werden.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Cybert,

super vielen Dank!
Das heißt also jetzt, es unterliegt dem deutschen Umsatzsteuerrecht!
Weil die Bedingungen des § 3a Abs. 3 Nr. 3a) nicht erfüllt ist, weil er (in der Regel) von einem britischen Unternehmen beauftragt wurde?

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#3
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4743 Beiträge, 1151x hilfreich)
Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#4
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

klingt für mich plausibel, vielen Dank :)

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#5
 Von 
Charlie@098
Status:
Schüler
(441 Beiträge, 264x hilfreich)

Zitat:
M.E. bestimmt sich der Ort nach § 3a Abs. 1 oder Abs. 2 UStG und ist daher im Inland.


Wieso dann im Inland, wenn der Leistungsempfänger ein britischer Unternehmer ist?

Zitat:
Würden als nur unter die Einkommenssteuerpflicht als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit fließen?


Die Besteuerung erfolgt in beiden Ländern.

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#6
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

[quote=sein Agent) betreibt sein Unternehmen in Köln --> Also Inland.

Zitat (von Charlie@098):
Die Besteuerung erfolgt in beiden Ländern.

Das ist vermutlich korrekt, in der Frage wurde aber ja nur nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht gefragt.

Verstehe ich das so richtig? :)

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#7
 Von 
Charlie@098
Status:
Schüler
(441 Beiträge, 264x hilfreich)

Zitat:
Weil § 3a Abs. 1 UStG besagt, dass eine sonstige Leistung dort ausgeführt wird, wo der Unternehmer sein Unternehmen betreibt


Von wem kriegt der Sänger das Geld? Wer hat ihn beauftragt?


-- Editiert von Charlie@098 am 20.03.2018 11:07

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#8
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Das wird ja aus der Aufgabenstellung leider nicht so richtig deutlich, zumindest so wie ich sie verstehe
Entweder ijmd. aus England denke ich, es wird ja nicht der Agent sein oder?

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#9
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4743 Beiträge, 1151x hilfreich)

Ich habe nicht den Agenten als Leistungsempfänger gesehen.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#10
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

ich auch nicht.
Finde die Fragestellung auch zu offen, würde also argumentieren.
Wenn empfänger kein UN, dann Standort Ausland --> Kein deutsches USt-Recht § 3a Abs. 3 Nr. 3a)
Wenn Emfpänger UN --> Standort Inland --> Deutsches USt-Recht nach § 3a Abs. 1

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#11
 Von 
Charlie@098
Status:
Schüler
(441 Beiträge, 264x hilfreich)

1

Zitat:
Wenn Emfpänger UN --> Standort Inland --> Deutsches USt-Recht nach § 3a Abs. 1


Auch Ausland 3a.Abs.2. Nur eben in diesem Fall Reverse Charge ohne Umsatzsteuerausweis. Wenn der Empfänger im Ausland sitzt.

-- Editiert von Charlie@098 am 20.03.2018 18:11

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#12
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4743 Beiträge, 1151x hilfreich)

Laut Sachverhalt sollte aber doch nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht beurteilt werden!? Danach ist der Vorgang nicht steuerbar.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#13
 Von 
Mariegiesers
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

wollte echt nochmal ein dickes danke an euch beiden aussprechen!
Finde es toll wie ihr euch gedanken darüber macht, die klausur ist nun übermorgen ich denke mal mit den Antworten komme ich klar :)
ich wüsche euch was :)

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