Vermietung Werbungskosten Anschaffung Werkzeug

24. August 2020 Thema abonnieren
 Von 
Rechtsratsuchender
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Vermietung Werbungskosten Anschaffung Werkzeug

Hallo zusammen,

ich habe eine Eigentumswohnung umfassend renoviert, welche anschließend vermietet wurde. Für die Renovierung habe ich diverses Werkzeug angeschafft, z.B. Akkuschrauber, Säge, Bohrer usw.
Das Finanzamt hat mir 50% der Werkzeugkosten gestrichen, weil ich das Werkzeug auch privat verwenden kann. Wenn ich mehr absetzen will, dann soll ich das "nachweisen". Ich habe das Finanzamt gefragt, wie ich den geforderten Nachweis erbringen soll, die Antwort lautete, dass müsse ich mir schon selbst überlegen.

Meine Frage lautet nun, wie soll ich das denn nachweisen bzw. wie kann ich die gesamten Ausgaben für das Werkzeug absetzen?

Beste Grüße

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2131 Beiträge, 742x hilfreich)

In dem Du z. B. nachweist, dass Du bereits vorher einen qualitativ entsprechenden Akkuschrauber, Säge, Bohrer, usw. besessen hast und Dir die neuen Werkzeuge somit ausschließlich für die Renovierung der ETW zugelegt hast.

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#2
 Von 
Rechtsratsuchender
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Das hatte ich versucht. Das Finanzamt behauptet trotzdem, dass ich die neu angeschafften Werkzeuge nun in Zukunft auch privat benutzen könnte und erkennt daher nur 50 % der Anschaffungskosten an.

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#3
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2131 Beiträge, 742x hilfreich)

Einspruch einlegen.
Bleibt dieser erfolglos Klage beim Finanzgericht.

Wobei ich persönlich die Ansicht des Finanzamts teile und die Erfolgsaussichten vor Gericht als eher gering einschätze.
Aber vor Gericht und auf hoher See ...

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Nachdenken ist wie googeln .... nur krasser!

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#4
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2412 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Wobei ich persönlich die Ansicht des Finanzamts teile und die Erfolgsaussichten vor Gericht als eher gering einschätze.
Ich glaube schon, dass sich @Rechtsratsuchender Gedanken gemacht haben wird, wie er künftig die versehentliche private Nutzung dieser Geräte vermeiden will. Wahrscheinlich hat er nach der Renovierung der ETW die Geräte nachweislich verschrottet oder sie werden in einem verschlossenen Schrank in der renovierten ETW aufbewahrt, da sie künftig nur dort verwendet werden und eine Hin- und Her Transport natürlich lästig wäre. :augenroll:

taxpert

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"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#5
 Von 
Rechtsratsuchender
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Das mit dem verschlossenen Schrank ist eine gute Idee. Aber bei meinem Finanzamt führt das vermutlich dazu, dass der Finanzbeamte sich den Schrank ansehen will.
Das Finanzamt argumentiert die 50% Kürzung mit einem "sog. Halbteilungsgrundsatz". Nun hab ich mal recherchiert und finde überhaupt keinen Zusammenhang zu meinen Werkzeugkosten. Denkt sich das Finanzamt die Argumente aus oder wo könnte ich etwas zu dem "sog. Halbteilungsgrundsatz" in diesem Zusammenhang finden?

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47913 Beiträge, 16931x hilfreich)

Zitat:
Das Finanzamt argumentiert die 50% Kürzung mit einem "sog. Halbteilungsgrundsatz".


Da möge sich der zuständige Finanzbeamte doch kundig machen, was unter dem Halbteilungsgrundsatz zu verstehen ist. Den gibt es zwar im Steuerrecht, aber in einem ganz anderen Zusammenhang.

Insgesamt sehe ich das jedoch wie @Garfield73, d.h. dass Du mit einer Anerkennung von 50% der Kosten schon ganz gut bedient bist.

Es widerspricht einfach der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein privater Vermieter Werkzeuge wie einen Akkuschrauber ausschließlich zum Zwecke der Vermietung angeschafft hat.

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#7
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2412 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat (von Rechtsratsuchender):
Aber bei meinem Finanzamt führt das vermutlich dazu, dass der Finanzbeamte sich den Schrank ansehen will.
Wozu das FA auch durchaus berechtigt ist, §88 Abs.1 + 2 AO i.V.m. §92 Satz 2 Nr.4 AO. Sowas wird im Normalfall durch dei sog. BNV im Rahmen einer Sachverhaltsaufklärung vorgenommen.

Zitat (von hh):
Es widerspricht einfach der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein privater Vermieter Werkzeuge wie einen Akkuschrauber ausschließlich zum Zwecke der Vermietung angeschafft hat.
Grundsätzlich sind Werbungskosten -anders als Betriebsausgaben!- nur glaubhaft zu machen. Dabei steigt der Anspruch an die Glaubhaftmachung in dem Maße, wie der verwirklichte Sachverhalt vom normalen Lebenssachverhalt abweicht bis hin zum notwendigen Beweis.

Weder @Garfield73, noch @hh, noch ich glauben einem Sachvortrag, dass diese Werkzeuge jetzt und in Zukunft ausschließlich für die vermietete ETW eingesetzt werden (sollen). Warum sollte Dir also der Kollege im FA glauben? Da musst Du schon ein bißchen mehr Nachweis als nur schöne blaue Augen haben!

Bevor Du jetzt versuchst irgendetwas zu "kreieren", überleg Dir bitte die tatsächliche steuerliche Auswirkung. Ist es den Aufwand, den Du treiben willst/musst tatsächlich wert?

Das mit dem Halbteilungs-Grundsatz ist natürlich Kokolores!

taxpert

-- Editiert von taxpert am 25.08.2020 17:15

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
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#8
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4965 Beiträge, 1184x hilfreich)

Zitat (von Rechtsratsuchender):
Aber bei meinem Finanzamt führt das vermutlich dazu, dass der Finanzbeamte sich den Schrank ansehen will.

Wo wäre das Problem?

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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