Versteuerung Firmenwagen Berechnung

8. August 2014 Thema abonnieren
 Von 
theotax
Status:
Frischling
(49 Beiträge, 11x hilfreich)
Versteuerung Firmenwagen Berechnung

Hallo,

ich komme gerade mit den Infos zu der Versteuerung vom Firmenwagen durcheinander. Beispiel:

Bruttolistenpreis: 30.000 EUR
einfach Entfernung: 10 km
Anzahl Arbeitstage: 220
Anzahl Tage davon mit Firmenwagen zur Arbeit: 100
Anzahl Tage mit dem Rad zur Arbeit: 120
Individueller Grenzsteuersatz: 30%

Jetzt kann ich ja individuell oder pauschal versteuern und ich kann per 0.002% Regelung und per 0.03% Regelung versteuern.

1. Frage
Ich verstehe es so dass beide Entscheidungen unabhängig von einander sind. Ich also 4 Möglichkeiten habe
- pauschal und 0.03
- pauschal und 0.002
- individuell und 0.03
- individuell und 0.002

richtig?

Jetzt geht es darum wie ich den geldwerten Vorteil berechne, die 1% lasse ich mal weg da sie wohl in allen Fällen gleich ist. Oder?

1. 0.03% Regelung
30.000EUR x 10km x 0.03% = 90 EUR pro Monat
--> 1080 EUR im Jahr

1.1 individuell

10km * 220 Tage * 0,30 EUR = 660 EUR Abzug (so fern über Werbekostenpauschbetrag)
1080 EUR - 660 EUR * 30% = 126 EUR Steuern
oder
1080 * 30% = 324 EUR Steuern (falls ich eh unter dem Pauschbetrag liege)

1.1 pauschal
Ich kann nichts abziehen als Werbungkosten,
1080 EUR * 15% = 162 EUR Steuern

2. Frage
Es gibt wohl Grenzen welchen Betrag ich pauschal versteuern kann, wie würde ich es in Fall 1.1 berechnen, laufe ich in die Grenzen rein?

2. 0.002 Regelung
30.000 EUR * 100 Tage * 0.002% * 10 km = 600 EUR pro Jahr zu versteuern

2.1. individuell
10km * 220 Tage * 0,30 EUR = 660 EUR Abzug (so fern über Werbekostenpauschbetrag)
600 EUR - 660 EUR * 30% = -18 EUR negative Einkünfte
(falls Pauschbetrag ausgeschöpft)
600 EUR * 30% = 180 EUR Steuern (falls unter Pauschbetrag)

2.2. pauschal
600 EUR * 15% = 90 EUR Steuern

Frage 3:
Darf ich in diesem Fall noch die Fahrten mit dem Rad zur Arbeit abziehen?

Frage 4:
Hier auch wieder die Frage, wie in Frage 2 wo liegt die Grenze von dem was ich pauschal versteuern kann?

Frage 5:
Sonstige Fehler in meinen Berechnungen?

Danke für eure Hilfe, T.

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47243 Beiträge, 16733x hilfreich)

zu 1.: Falsch, Du hast nur eine Möglichkeit
Die Möglichkeit der Pauschalversteuerung für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte besteht nur für Deinen AG.
Die Variante mir der 0,002%-Versteuerung richtet sich nach der Zahl der Arbeitstage und nicht nach der Zahl der tatsächlichen Nutzung des Firmenwagens für derartige Fahrten.

zu Frage 2: Es gibt keine Grenzen. Die Berechnungen z Frage 2 sind jedoch völlig falsch.

zu Frage 3: Ja, das hat aber keinen Einfluss auf die Besteuerung.

zu Frage 4: Es gibt keine Grenzen



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2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
theotax
Status:
Frischling
(49 Beiträge, 11x hilfreich)

Danke fuer die Antwort. Leider bringt sie mich nicht wirklich weiter. Kannst du das in ein paar Saetzen erklaeren? Danke.

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2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47243 Beiträge, 16733x hilfreich)

Zunächst einmal vermischt Du hier zwei Dinge:
a) Die Versteuerung von Firmenwagen.
b) Die Versteuerung bzw. Werbungskosten für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Beide Dinge werden zwar häufig in gleichen Artikeln genannt, dennoch besteht rechtlich kein direkter zusammenhang zwischen beiden Dingen

zu a)
Hier kann man zwischen pauschaler Versteuerung (1% + 0,03%) und individueller Versteuerung (Fahrtenbuchmethode) unterscheiden. Die Fahrtenbuchmethode ist nur für AN interessant, die den Firmenwagen überwiegend für dienstliche Fahrten nutzen. Die Möglichkeit, mit 0,002% zu versteuern ist für AN interessant, die typischerweise im Außendienst arbeiten und nur selten in einem Büre beim AG. Zugrunde gelegt werden alle Fahrten zum AG unabhängig davon, wie sie tatsächlich zurückgelegt wurden. Es reicht die bloße Möglichkeit, den Firmenwagen dafür benutzen zu können.
Für den Normalfall bleibt daher die Pauschalversteuerung mit 1% + 0,03% pro Entfernungskilometer.

zu b)
Auch hier kann zwischen individueller Versteuerung und pauschaler Versteuerung unterschieden werden. Allerdings hat der AN kein Wahlrecht. Vielmehr muss eine pauschale Versteuerung von AG durchgeführt werden.
Bei der individuallen Versteuerung handelt es sich dabei um die Geltendmachung der Entfernungspauschale als Werbungskosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Unter der pauschalen Versteuerung versteht man die Versteuerung für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte durch den AG mit 15%.

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1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
theotax
Status:
Frischling
(49 Beiträge, 11x hilfreich)

Du schreibst

"Zugrunde gelegt werden alle Fahrten zum AG unabhängig davon, wie sie tatsächlich zurückgelegt wurden. " Sprich ich führe täglich auf ob ich mit dem Firmenwagen zur Arbeit fahre und versteuere doch jeden Tag? Das macht doch keine Sinn. Sprich wenn ich 100 Tage mit dem Rad fahre und 120 Tage mit dem Firmenwagen zahle ich die 0,002% auf die 220 Tage? Bei meinem AG kann ich in einem Tool die Tage erfassen an denen ich mit dem Firmenwagen zur Arbeit gekommen bin, ausdrücklich sollen _nicht_ die Tage erfasst werden die man per Fahrgemeinschaft, zu Fuß, etc. gekommen ist. Warum dann das ganze? Nein ich glaube nicht das mein AG es falsch macht, ist ein ziemlich großer Konzern und nicht eine "Hutzelbude" wo eine ungelernte Fachkraft die Steuerangelegenheiten in der Freizeit macht.

Also, klar ist Versteuerung und Werbungskosten sind im Prinzip 2 Paar Schuhe. Du magst auch Recht haben dass der AG das Wahlrecht hat, bei uns werden wir aber gefragt. Wenn ich als AN also gefragt werde habe ich 4 Optionen die ich initial aufgelistet habe, oder?

Fahrtenbuch lassen wir mal aussen vor. Ich kann doch auch die 1% + 0.03% Methode nehmen um den Geldwerten Vorteil zu berechnen dann wird entweder mit dem individuellen Steuersatz verrechnet oder mit 15%. Wenn mit 15% verrechnet wird kann ich keine Werbungskosten für die Fahrt zur Arbeit geltend machen wenn mit dem persönlichen Steuersatz gerechnet wird kann ich das sehr wohl. Mein AG hat mir jetzt erzählt das auch nur maximal der Anteil pauschaul versteuert werden kann der ist der unterhalb der Werbungskosten liegt.

Also bei 10km Entfernung können bei geldwerten Vorteil pro Tag nur 3 EUR pauschal versteuer werden und der Rest wird mit dem persönlichen Steuersatz verrechnet.

Stimmt das so?

2x Hilfreiche Antwort

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