Vollbrand

24. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)
Vollbrand

Hallo,

nehmen wir an, der reiche Opa Paschulke stirbt bei einem Hausbrand.

Das ganze Haus brennt nieder und alle Unterlagen gleich mit.

Die Paschulke-Erben sollen nun eine Einkommensteuererklärung machen.

Einige Unterlagen werden elektronisch übermittelt, da ist das kein Problem.

Aber beim Rest?

Können denn die Erben irgendwie erfolgreich beantragen, dass einfach die Vorjahre als Schätzung fortgeschrieben werden?

Gruß Blutswente

-- Editiert von User am 24. Januar 2024 00:07

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121335 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Aber beim Rest?

Könnte man mal den physikalischen Weg versuchen?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4938 Beiträge, 1181x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Das ganze Haus brennt nieder und alle Unterlagen gleich mit.

Das lässt sich sicher belegen, ansonsten können auch Belege und Kontoauszüge regelmäßig noch einmal angefordert werden.
Eine Schätzung wird mit einem Sicherheitszuschlag verbunden sein, bei allem Verständnis für die Umstände.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#3
 Von 
Blutswente
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Das lässt sich sicher belegen, ansonsten können auch Belege und Kontoauszüge regelmäßig noch einmal angefordert werden.


Da dürften die Erben bei Opa Paschulke erstmal drei Jahre mit Nachfordern beschäftigt sein.

Welche Regeln sieht denn die AO generell vor, wenn Unterlagen schlicht nicht mehr da sind (Vollbrand ist da nur ein Platzhalter).

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#4
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4938 Beiträge, 1181x hilfreich)

§ 162 AO.

Dann müssen sie halt ggf. Sicherheitszuschläge gegen sich gelten lassen.
Gibt auch bewusst herbeigeführte Brände ohne Todesfall.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121335 Beiträge, 40009x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Da dürften die Erben bei Opa Paschulke erstmal drei Jahre mit Nachfordern beschäftigt sein.

Das ist dann durchaus lästig, kann sich aber lohnen.



Zitat (von Blutswente):
Welche Regeln sieht denn die AO generell vor, wenn Unterlagen schlicht nicht mehr da sind

Dann wird geschätzt.
Und ich habe noch kein FA erlebt, das zu Ungunsten des Staates geschätzt hat ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4938 Beiträge, 1181x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Und ich habe noch kein FA erlebt, das zu Ungunsten des Staates geschätzt hat ...

Jedenfalls nicht bewusst.
Wer eine zu niedrige Schätzung gegen sich gelten lässt, begeht übrigens auch eine Steuerhinterziehung.
Zudem befreit die Schätzung nicht von einer Abgabe. Insofern sind die Erben ohnehin in der Pflicht und sollten nicht zu niedrig schätzen.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#7
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2407 Beiträge, 644x hilfreich)

Zitat (von Blutswente):
Da dürften die Erben bei Opa Paschulke erstmal drei Jahre mit Nachfordern beschäftigt sein.

Welche Regeln sieht denn die AO generell vor, wenn Unterlagen schlicht nicht mehr da sind
Zunächst einmal geht die Mitwirkungs- und Auskunftspflicht (§§90, 93 AO) der Erblassers auf die Erben über. Dies betrifft natürlich auch alle wieder beschaffbaren Unterlagen, egal wie lange das dauert oder was es kostet!

Je weniger die Erben ihrer Mitwirkungspflicht nachkommen, desto geringer werden die Ansprüche an die Amtsermittlungspflicht des FA (§§88, 93 Abs.1 Satz 3 AO). Ebenso wird der Schätzungsrahmen größer, je weniger der Mitwirkungspflicht nachgekommen wird. Dabei darf das FA ohne weiteres an den oberen Rand des Schätzungsrahmens gehen.

Außerdem entbindet eine Schätzung nicht von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung, so dass auch wenn bereits ein Schätzungsbescheid vorliegt, ohne weiteres Zwangsgelder zur Abgabe der Steuererklärung festgesetzt werden können.

Ebenso ist die Hinnahme einer zu niedrigen Schätzung automatisch vollendete Steuerhinterziehung durch die Erben.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#8
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13854 Beiträge, 4382x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Das ganze Haus brennt nieder und alle Unterlagen gleich mit.
Das Entscheidende, nämlich Kontoauszüge, dürfte leicht wieder zu beschaffen sein.
Daher sehe das große Problem eigentlich nicht.

Bei einem Vollbrand würde ich mir eher Sorgen darüber machen, ob ich alle Versicherungsleistungen bekommen kann. Wer weiß schon, bei wem was versichert war? (wobei, auch dabei helfen Kontoauszüge ungemein)

Stefan

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