Hilfe & Kontakt
Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
569.654
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang

Werkstudent und Geldwerter Vorteil

 Von 
kl4us
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Werkstudent und Geldwerter Vorteil

Guten Tag,
ich habe eine Frage zum Geldwerten Vorteil bei Werkstudenten.
Kurze Infos zu meiner Person. Ich arbeite 16 std./Woche als Werkstudent bei einem Automobilhersteller und verdiene dabei 915€/monatl.

Es besteht nun für mich die Möglichkeit ein Fahrzeug des Konzerns vergünstigt zu KAUFEN. (Das Auto ist damit in meinem Besitz und auf mich persönlich auch versichert) Laut angaben der Verkaufstelle beläuft sich der zu versteuernde Geldwerte Vorteil bei diesem Fahrzeug auf ~3000€.

Nun zu meiner Frage. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden mir die ~3000€ auf mein jährliches Gesamtbrutto-Gehalt (i.H.v. 10980€ ;) mit angerechnet. Damit würde ich die Jahresarbeitslohngrenze von 11363€ (in Lohnsteuerklasse I ) für das Kalenderjahr 2014 übersteigen.

Wie verhält sich die Versteuerung für diesen Fall? Muss ich nur die Differenz versteuern? Wenn ja mit welchem Prozentsatz? Oder muss ich die Differenz auf Lohnstuerkarte 6 abrechnen und den entsprechenden Prozentsatz versteuern ?
Außerdem gilt auch noch ein Steuerfreibetrag von 1080€ pro Jahr. Kann ich diesen den ~3000€ gegenrechnen?


Danke im voraus für Ihre Antworten!


-----------------
""

-- Editiert kl4us am 11.08.2014 13:31

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
versteuern Versteuerung Vorteil Einkommen


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28800 Beiträge, 15680x hilfreich)

Muss ich nur die Differenz versteuern? Ja. Und das zu versteuernde Einkommen läßt sich noch durch die Ausgaben für das Studium drücken (vorausgesetzt, Sie sind in der Erstausbildung und können die Kosten folglich als Sonderausgaben absetzen). Und wenn Sie in der studentischen Krankenversicherung sind, sind die Ausgaben dafür auch wieder abziehbar.
Wenn ja mit welchem Prozentsatz? Na ja, irgendwo um den Eingangssteuersatz herum. Dieser liegt derzeit bei 14%. Ganz grob überschlagen käme man also auf ca. 2600 Euro zu versteuerndes Einkommen und folglich auf max. 400 Euro Einkommensteuer und 22 Euro Soli. Ziehen wir noch ca. 900 Euro für die studentische Kranken- und Pflegeversicherung vom Einkommen ab, sind wir noch bei etwa 260 Euro (plus 14 Euro Soli), die sich, wie oben beschrieben, durch Studienkosten noch weiter drücken lassen.
Außerdem gilt auch noch ein Steuerfreibetrag von 1080€ pro Jahr. Kann ich diesen den ~3000€ gegenrechnen? Nö. Der ist ja in den 11.636 Euro schon enthalten.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

-- Editiert muemmel am 11.08.2014 15:13

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
kl4us
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort. Eine Frage habe ich noch zu folgender Aussage:
"das zu versteuernde Einkommen läßt sich noch durch die Ausgaben für das Studium drücken "

Ich studiere derzeit im Master. Wird dieser noch als Erstausbildung gewertet? Welche Ausgaben können hier allgemein geltend gemacht werden? (Miete?, Bücher?, Semesterbeitrag? Semesterticket?)

Ich habe im Internet derweil noch weitere Sonderausgaben gefunden die mein zu versteuerndes Jahresgehalt drücken könnten. Sind die unten aufgeführten angaben korrekt? (Ich nehme an das die Werbungskostenpauschale i.H.v. 1000€ nun ebenso in den 11363€ enthalten ist wie die Pauschale beim Geldwerten Vorteil)

Berechnung:
Gesamtjahreseinkommen (Brutto)= 10980€
- Sonderausgaben (studentische KV)= 942€
- Aufwendungen für die Altersvorsorge (Grenze in 2014 bei 78%) macht ca. = 550€
- Sonstige Vorsorgeaufwendungen (Haftpflichtanteil der Kfz-Versicherung) = 90€
-------------------------------------
Zu versteuerndes Einkommen = 9893€
+ Geldwerter Vorteil = ~3000€
-------------------------------------
Gesamt = 12893€
- Jahresarbeitslohngrenze = 11363€
-------------------------------------
Zu versteuernder Betrag = ~1500€

Ich hoffe es ist noch einigermaßen durchschaubar und freue mich auf Ihre Antworten.





-----------------
""

-- Editiert kl4us am 11.08.2014 15:49

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28800 Beiträge, 15680x hilfreich)

Ich studiere derzeit im Master. Wird dieser noch als Erstausbildung gewertet? Nö. Schließlich haben Sie vorher ein anderes Studium absolviert. Folglich sind die Ausgaben Werbungskosten, die sich erst jenseits der 1000-Euro-Grenze auswirken. Dafür werden aber Ausbildungskosten und WK für den Job (also namentlich die Pendlerpauschale) zusammengerechnet.

Die Berechnung unten ist mathematisch falsch. 10980 minus 942 minus 550 minus 90 ergibt 9398 Euro (riecht nach Zahlendreher). Es bleiben also nur so 1000 Euro zu versteuern. Von den Sonderausgaben müssen Sie übrigens 36 Euro SK-Pauschale absetzen, aber das ändert ja eher wenig.

Wegen der Ausbildungskosten gucken Sie bitte hier: http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/ausbildungskosten-absetzen.php?seite=2#p2

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
kl4us
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja Sie haben Recht. Es war ein Zahlendreher. Vielen Dank für das Aufmerksame durchlesen!

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28800 Beiträge, 15680x hilfreich)

Aufwendungen für die Altersvorsorge (Grenze in 2014 bei 78%) macht ca. = 550€ Das kann aber auch irgendwie nicht stimmen. Von den 10980 Euro Bruttolohn gehen ja 9,45 % AN-Anteil zur Rentenversicherung ab. Das macht 1038 Euro. 78 % davon sind 810 Euro.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
kl4us
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei der Berechnung der Aufwendung für Altervorsorge , habe ich mich auf die Rechenvorschrift aus WIKIPEDIA bezogen. (Ich hoffe das Beispiel aus der Quelle ist richtig)

Hier wird der komplette Beitrag (also Arbeitnehmer+ Arbeitgeberanteil) mit 78% berechnet. Davon wiederrum wird der nicht von mir selbst gezahlte Anteil (Also der volle Arbeitgeberanteil) abgezogen. Somit komme ich auf genau 581,06€.


Hier nun nochmal die komplette Berechnung mit allen berichtigten Werten:

Gesamtjahreseinkommen (Brutto, 12*915€ ;) = 10980€
- Sonderausgaben (studentische KV, 12*78,50€ ;) = 942€
- Aufwendungen für die Altersvorsorge (Grenze 2014 bei 78%, [10980*9,45%*2*0,78]-[10980*9,45%]) = 581€
- Sonstige Vorsorgeaufwendungen (Haftpflichtanteil der Kfz-Versicherungen) = 90€
-------------------------------------
Zu versteuerndes Einkommen = 9366€
+ Geldwerter Vorteil = 3000€
- Jahresarbeitslohngrenze (Lohnsteuerklasse I, 2014) = 11363€
-------------------------------------
Zu versteuernder Betrag = 1003€

Da ich mich dieses Jahr von Januar bis Ende April noch im Bachelor befand, würde ich gerne die Ausgaben für folgende ausbildungsbedingte Aufwendungen als Sonderausgaben gelten machen. (Bezug auf den link von muemmel)

- Aufwendung für Arbeitsmittel = 100€
- Aufwendung fr Fachliteratur = 50€
- Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort (30 Cent pro Entfernungskilometer), 3 mal Pro Woche á 10km pro Strecke= 288€
- Kosten der Unterkunft am Studienort, wenn sich der Lebensmittelpunkt weiterhin bei den Eltern befindet (Fahre jedes Wochenende nach Hause; 4*350€ ;) = 1400


Können nun all diese Sonderausgaben von dem zu versteuernden Betag (1003€ ;) abgezogen werden?



-- Editiert kl4us am 17.10.2014 10:47

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28800 Beiträge, 15680x hilfreich)

Können nun all diese Sonderausgaben von dem zu versteuernden Betag (1003€ ;) abgezogen werden? Nö, und zwar schon deshalb nicht, weil es keine Sonderausgaben sind. Es sind Werbungskosten, die sich erst jenseits der 1000-Euro-Grenze auswirken - das habe ich alles weiter oben schon mal erwähnt. Und um da eine anständige Berechnung machen zu können, braucht man alle Werbungskosten. Falls Sie nicht gerade direkt neben Ihrer Arbeitsstelle wohnen, können Sie die Pendlerpauschale ansetzen. Tun Sie das mal (also Arbeitstage mal Entfernungskilometer (abgerundet) mal 30 Cent) und dann können wir weiter rechnen.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
kl4us
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Um nochmal sicher zu gehen das ich es richtig verstanden habe, hier nochmal kurz zu meiner Studiensituation.

Von Jan bis Apr befand ich mich in meiner Erstausbildung (Bachelorstudium). Seit Mai befinde ich mich im Master.

Bezugnehmend auf den "studis-online"-link den Sie weiter oben gepostet haben, beziehe ich mich auf folgendes einleitendes Zitat:
"Folgende ausbildungsbedingte Aufwendungen können bei Erstausbildungen als Sonderausgaben und bei Weiterbildungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden "

Demnach würde ich gerne den Anfangsmonaten diesen Jahres die Sonderausgaben geltend machen die meiner Erstausbildung anzurechnen sind. (Für den Rest des Jahres würde ich dann wie von Ihnen vorgeschlagen, die Werbungskosten geltent machen)

Oder ist so eine Aufsplittung nicht möglich?

Da ich über das ganze Jahr hinweg Werkstudent bin, stellt sich mir noch eine andere Frage. Ich gehe zweimal pro Woche Arbeiten (Einfache Entfernung zum Arbeitsort 22km). Die anderen drei Tage der Woche gehe zur Uni (10km pro Strecke).
Muss ich bei der Berechnung der Pendlerpauschale beide Entfernungen dementsprechend betrachten?



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28800 Beiträge, 15680x hilfreich)

Oder ist so eine Aufsplittung nicht möglich? Doch, natürlich - genau so ist das zu splitten.
Muss ich bei der Berechnung der Pendlerpauschale beide Entfernungen dementsprechend betrachten? Ja.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 204.484 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
85.446 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen