Wieso variiert die Einkommensteuer Vorauszahlung von Jahr zu Jahr so stark?

5. April 2020 Thema abonnieren
 Von 
FrankK1
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 43x hilfreich)
Wieso variiert die Einkommensteuer Vorauszahlung von Jahr zu Jahr so stark?

Eine Rentnerin muss jedes Quartal eine Einkommensteuer-Vorauszahlung an das Finanzamt überweisen.
Die Rente wich in den vergangenen Jahren kaum ab, lediglich die geringen Steigerungen der gesetzlichen Rentenversicherung schlugen hier zu Buche. Auch sonst gab es keine Einnahmen.

Trotzdem weichen die Summen der vier Vorauszahlungen von Jahr zu Jahr stark ab. Mal sind es ~600 Euro, mal ~1.100 Euro.

Wie berechnet sich diese Vorauszahlung? Wirkt es sich beispielsweise auf die Vorauszahlung 2020 aus, wenn ich 2019 sehr hohe Handwerkerkosten absetze?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4744 Beiträge, 1151x hilfreich)

Zitat (von FrankK1):
Wirkt es sich beispielsweise auf die Vorauszahlung 2020 aus, wenn ich 2019 sehr hohe Handwerkerkosten absetze?

Nein!

Zitat (von FrankK1):
Wie berechnet sich diese Vorauszahlung?

Vereinfacht: Steuerschuld des letzten Veranlagung geteilt durch verbleibende Vorauszahlungsstichtage des Jahres.

Zitat (von FrankK1):
Trotzdem weichen die Summen der vier Vorauszahlungen von Jahr zu Jahr stark ab. Mal sind es ~600 Euro, mal ~1.100 Euro.

Waren es mal nur vier Fälligkeitszeitpunkte und mal drei?

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2323 Beiträge, 627x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Zitat (von FrankK1):Wirkt es sich beispielsweise auf die Vorauszahlung 2020 aus, wenn ich 2019 sehr hohe Handwerkerkosten absetze?
Nein!
Da muss ich Dir leider widersprechen, denn die Aufwendungen, die nach §35a EStG begünstigt sind, werden auch bei der Berechnung der VZ mit einbezogen!

Zitat (von FrankK1):
Wirkt es sich beispielsweise auf die Vorauszahlung 2020 aus, wenn ich 2019 sehr hohe Handwerkerkosten absetze?
Grundsätzlich also JA, aber natürlich erst, nachdem die Steuererklärung 2019 in 2020 abgegeben wurde! Außerdem führt das natürlich zwangsläufig zu einer entsprechenden Nachzahlung für 2020, wenn in 2020 keine entsprechenden Ausgaben getätigt wurden!

Alternativ dazu kann man natürlich jederzeit auch bereits unterjährig eine Anpassung der VZ beantragen, wenn entsprechende Aufwendungen angefallen sind!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#3
 Von 
FrankK1
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 43x hilfreich)

Es waren immer 4 Termine. Die Rente war auch immer sehr konstant.

Trotzdem weichen die Summen der Beträge stark ab.

Bsp.

Bescheid für 2019:
10. März: 226,- Euro
10. Juni: 194,- Euro
10. September: 194,- Euro
10. Dezember: 194,- Euro

Bescheid für 2020:
10. März: 187,- Euro
10. Juni: 337,- Euro
10. September: 337,- Euro
10. Dezember: 337,- Euro

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#4
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4744 Beiträge, 1151x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Da muss ich Dir leider widersprechen, denn die Aufwendungen, die nach §35a EStG begünstigt sind, werden auch bei der Berechnung der VZ mit einbezogen!

O.k., wollte erst noch "m.E." schreiben.
Ich war einfach zu faul, in einen Bescheid oder das Gesetz zu schauen.

Signatur:

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#5
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2323 Beiträge, 627x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
O.k., wollte erst noch "m.E." schreiben.
Ich war einfach zu faul, in einen Bescheid oder das Gesetz zu schauen.
Auch dann hätte ich Dir widersprochen! ;)

Zitat (von FrankK1):
Bescheid für 2019:
10. März: 226,- Euro
10. Juni: 194,- Euro
10. September: 194,- Euro
10. Dezember: 194,- Euro
Dann waren wohl im ESt-Bescheid 2017, der in 2018 ergangen ist, eine Steuer von etwa 1.000 € festgesetzt. Das entspricht einem zu versteuerndem Einkommen von etwa 14.000 € in 2017! Dieses zu versteuernde Einkommen bedeutet in 2019 eine Steuerbelastung von 904 €, aufgeteilt auf 4 VZ ergibt das 226 €!

In 2019 wurde die ESt-Erklärung 2018 abgegeben. Dort hat sich auf Grund der Besteuerung der Alterseinkünfte das zu versteuernde Einkommen sicherlich erhöht, gleichzeitig ist jedoch auch der Grundfreibetrag erhöht worden. Außerdem wurden wahrscheinlich Leistungen im Sinne des §35a EStG geltend gemacht, so dass die festgesetzte ESt für 2018 nur etwa 850 € betragen hat und es daher zu einer kleinen Erstattung kam!

Diese 850 € für 2018 entsprechend etwa 808 € in 2019! Entsprechend wurden die VZ festgesetzt!

Zitat (von FrankK1):
Bescheid für 2020:
10. März: 187,- Euro
10. Juni: 337,- Euro
10. September: 337,- Euro
10. Dezember: 337,- Euro
In 2020 wurde dann die ESt 2019 abgegeben, wahrscheinlich ohne Leistungen im Sinne §35a EStG! Ebenso wahrscheinlich war für 2019 eine Nachtzahlung von rund 400 € zu leisten! Die Festsetzung der ESt 2019 entspricht -wiederum unter Berücksichtigung des in 2020 gestiegenen Grundfreibetrages- für 2020 einer jahressteuer von 1.198 €!

taxpert

Signatur:

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#6
 Von 
FrankK1
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
In 2020 wurde dann die ESt 2019 abgegeben, wahrscheinlich ohne Leistungen im Sinne §35a EStG! Ebenso wahrscheinlich war für 2019 eine Nachtzahlung von rund 400 € zu leisten! Die Festsetzung der ESt 2019 entspricht -wiederum unter Berücksichtigung des in 2020 gestiegenen Grundfreibetrages- für 2020 einer jahressteuer von 1.198 €!


Bis dorthin kann ich Dir folgen. In 2020 wurde allerdings die ESt2019 abgegeben MIT Leistungen nach
§35a EStG. Es kam auch nicht zu einer Nachzahlung, sondern zu einer Erstattung von ~650,- Euro.

Also, ist es stark vereinfacht gesagt so, dass wenn mehr Kosten nach §35a EStG abgesetzt werden, die Vorauszahlungen im Folgejahr steigen?

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#7
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4744 Beiträge, 1151x hilfreich)

Zitat (von FrankK1):
Also, ist es stark vereinfacht gesagt so, dass wenn mehr Kosten nach §35a EStG abgesetzt werden, die Vorauszahlungen im Folgejahr steigen?

Umgekehrt. Wird mehr abgesetzt, verringern sie sich.

Zitat (von taxpert):
Auch dann hätte ich Dir widersprochen!

Ich hätte aber weniger inkompetent dagestanden! ;)

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#8
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13604 Beiträge, 4341x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
In 2020 wurde allerdings die ESt2019 abgegeben MIT Leistungen nach §35a EStG.
Vielleicht wurden diese Leistungen in dem Vorauszahlungsbescheid wieder herausgerechnet, etwa weil sie nicht wieder kommen können (bestimmte Dinge kann man ja nur einmal machen bzw. es ist recht unwahrscheinlich, dass man sein Dach zweimal decken lässt, z.B.*).

Genauso wie der Steuerzahler einen Antrag stellen kann mit der Begründung, dass es im laufenden Jahr anders sein wird als im vergangenen, kann das Finanzamt das doch auch.

*wobei, gerade beim Dachdecken bietet es sich regelrecht an, es auf mehrere Jahre zu verteilen, etwa erst vorne und dann hinten, oder mit Teilrechnungen

Stefan

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#9
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2323 Beiträge, 627x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Vielleicht wurden diese Leistungen in dem Vorauszahlungsbescheid wieder herausgerechnet,
Theoretisch ja, praktisch nein!

Natürlich KANN der Bearbeiter manuell Einzelangaben ausschließlich für die Berechnung der VZ nach oben oder unten abändern (sogenannte Überkennziffern), wird aber nur in Ausnahmefällen gemacht!

Die Ermittlung der Vorauszahlungen wird aber in jedem Bescheid ausführlich dargestellt!

taxpert

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The Beatles, Taxman

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#10
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13604 Beiträge, 4341x hilfreich)

Hallo,

ja, klar, die Vorauszahlung wird für gewöhnlich ja völlig automatisch festgesetzt.

Aber irgendwie muss sich das in #6 beschriebene ja erklären, und da kam mir halt das beschriebene in den Sinn. Besonders könnte ich mir das vorstellen, wenn es um eine Leistung ging die sowieso konkret geprüft wurde (eben etwas untypisches).

Stefan

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