Wohnungseigentumsrecht Vermietung Gemeinschaftseigentum /Aufsatz im Netz

4. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)
Wohnungseigentumsrecht Vermietung Gemeinschaftseigentum /Aufsatz im Netz

Hallo,

ich habe im Netz einen Aufsatz eines ausgewiesenen Fachmanns zum Thema aus der Überschrift gefunden:
https://vdiv.de/publikationen/magazine/detail/gemeinschaftseigentum-vermieten-was-dabei-steuerrechtliche-probleme-aufwirft-und-warum-sie-sich-in-der-praxis-mehr-oder-weniger-in-luft-aufloesen

Der Autor schreibt u.a.
"Eine Ausnahmebestimmung erspart Eigentümergemeinschaften diesen Aufwand: Gemäß § 180 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 AO kann die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung unterbleiben, wenn „es sich um einen Fall von geringer Bedeutung handelt, insbesondere weil die Höhe des festgestellten Betrags und die Aufteilung feststehen.""

Sind denn diese Ausführungen richtig?

Meines Erachtens kann in einem solchen Fall die Feststellung (durch das Finanzamt) unterbleiben, jedoch nicht die Feststellungserklärung (durch die Personenvereinigung).

Oder ergibt sich das eine durch das andere?

Grüße Donna

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37 Antworten
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#1
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1207x hilfreich)

Ein Fall von geringer Bedeutung liegt insbesondere nur bei Ehegatten vor.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Ein Fall von geringer Bedeutung liegt insbesondere nur bei Ehegatten vor.


Das ist nicht die gestellte Frage.

Die Frage ist, ob der Verfasser des Aufsatzes recht hat, wenn er sinngemäß schreibt, weil das Finanzamt in bestimmten Fällen keine Feststellung vorzunehmen braucht, kann in diesen Fällen auch die Feststellungserklärung unterbleiben.

Meines Erachtens stimmt diese Aussage nicht, denn um beurteilen zu können, ob eine Feststellung vorzunehmen ist, benötigt das Finanzamt Daten, die typischerweise erst mit der Erklärung vorliegen.

Wie wird das in der Praxis gehandhabt?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122867 Beiträge, 40173x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Sind denn diese Ausführungen richtig?

Naja, er hat wohl ein wichtiges Detail vergessen
"Das nach § 18 Absatz 1 Nummer 4 zuständige Finanzamt kann durch Bescheid feststellen, dass eine gesonderte Feststellung nicht durchzuführen ist. Der Bescheid gilt als Steuerbescheid."



Zitat (von Donna Leone):
denn um beurteilen zu können, ob eine Feststellung vorzunehmen ist, benötigt das Finanzamt Daten

Richtig.



Zitat (von Donna Leone):
die typischerweise erst mit der Erklärung vorliegen.

Kann man durch entsprechenden Antrag auch vorziehen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Kann man durch entsprechenden Antrag auch vorziehen.


Als formloses Schreiben an das Finanzamt?

Ich sehe da praktische Schwierigkeiten:
Wenn ich im Jahr 0 formlos darum bitte, keine Feststellungserklärung abgeben zu müssen, und das Finanzamt gestattet dies, muß ich die Einnahmen selbständig in die "normale" Steuererklärung eintragen.

Brauche ich dazu nicht eine Steuernummer der Personenvereinigung?

Und gilt diese Gestattung auch für die Jahre 1ff oder muß ich diesen Antrag jedes Jahr neu stellen?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Brauche ich dazu nicht eine Steuernummer der Personenvereinigung?

In dem Fall bedürfte es doch keiner Steuernummer für die Personenvereinigung?!
Oder wird umsatzsteuerpflichtig vermietet?

Zitat (von Donna Leone):
Und gilt diese Gestattung auch für die Jahre 1ff oder muß ich diesen Antrag jedes Jahr neu stellen?

Das dürfte m.E. nach Treu und Glauben auch für die Zukunft gelten, jedenfalls bis das FA etwas Gegenteiliges äußert.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

vielleicht sagst du mal, was für dich ein Fall von geringer Bedeutung ist, bzw. konkret warum du dir überhaupt die Frage stellst.

Für mich ist das beispielsweise die Waschmaschine, die durch Münzeinwurf an die Mieter vermietet wird. Oder die Vermietung einer kleinen Grundstücksfläche für einen Schaltschrank oder einen öffentlichen Briefkasten.
In solchen Fällen würde ich dem Autor zustimmen, dass es reicht das nur über die Abrechnung laufen zu lassen.

Streiten kann man über einzelne(!) Parkplätze oder Garagen.

Wo es imho eher nicht geht ist die angesprochene Energieerzeugung, Mobilfunkantennen oder Wohnungen im Gemeinschaftseigentum.

Zitat:
Wenn ich im Jahr 0 formlos darum bitte, keine Feststellungserklärung abgeben zu müssen, und das Finanzamt gestattet dies, muß ich die Einnahmen selbständig in die "normale" Steuererklärung eintragen.
Natürlich. Aber das müsstest du doch mit Feststellungserklärung genauso.

Zitat:
Brauche ich dazu nicht eine Steuernummer der Personenvereinigung?
Trägst du denn bei deinen richtigen Mieteinkünften auch eine Steuernummer ein? Wohl kaum ...

Stefan

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
In solchen Fällen würde ich dem Autor zustimmen, dass es reicht das nur über die Abrechnung laufen zu lassen.


Der Autor schreibt: "Gemäß § 180 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 AO kann die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung unterbleiben, ...".

Das steht da aber nicht.

Ich wundere mich, dass ein derart versierter Anwalt und Steuerfachmann diese Meinung hat, ohne sie wenigstens kurz zu begründen.

Er hätte ja auch schreiben können:
Die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung kann unterbleiben, wenn dies zuvor mit dem Finanzamt - auch auf dem kleinen Dienstweg - vereinbart wurde.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Er hätte ja auch schreiben können:
Die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung kann unterbleiben, wenn dies zuvor mit dem Finanzamt - auch auf dem kleinen Dienstweg - vereinbart wurde.
Nein, hätte er nicht, denn das ist eine ganz andere Aussage (der auch ich nicht zustimmen würde). Praktisch ist es sogar das Gegenteil.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Nein, hätte er nicht, denn das ist eine ganz andere Aussage (der auch ich nicht zustimmen würde). Praktisch ist es sogar das Gegenteil.


Irgendjemand muß ja entscheiden, ob ein Fall von geringer Bedeutung vorliegt.

Und der Steuerpflichtige kann das meines Erachtens nicht selbst entscheiden. :grins:

Also kann nur das Finanzamt entscheiden.

Dazu braucht es aber Daten, die mit der Feststellungserklärung geliefert werden.

Ergo ist die Feststellungserklärung verpflichtend.

Das schreibt der Autor jedoch nicht ...
Er schreibt die Erklärung könne entfallen, wenn ein Fall von geringer Bedeutung vorliegt.




0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zu der geringen Bedeutung äußert sich der BFH in seinem Urteil vom 06. Februar 2020, IV R 6/17.
Eine Feststellungserklärung ist hierfür jedenfalls nicht erforderlich.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Zu der geringen Bedeutung äußert sich der BFH in seinem Urteil vom 06. Februar 2020, IV R 6/17.
Eine Feststellungserklärung ist hierfür jedenfalls nicht erforderlich.


Interessant ist die Randnummer 26:
Der Vereinfachungszweck des § 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 1 AO besteht sowohl im Interesse des Steuerpflichtigen, dem Aufwand für die Erstellung und Abgabe einer eigenen Feststellungserklärung und das Durchlaufen eines weiteren Verfahrens neben seiner Veranlagung zur Einkommensteuer erspart werden soll, als auch im Interesse der Finanzverwaltung, die nicht gezwungen sein soll, unnötige Verfahren durchführen zu müssen.

Das deckt sich mit dem Inhalt des verlinkten Aufsatzes aus #1.

Die Erstellung und Abgabe einer eigenen Feststellungserklärung soll dem Steuerpflichtigen erspart werden.

Aber da beisst sich die Katze wieder in den Schwanz:
Wer erlässt die Erklärungspflicht auf Grund welcher Daten?

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat:
ausgewiesenen Fachmanns
… für WEG-,Bau- und Architektenrecht und damit alles andere als ein …
Zitat:
Steuerfachmann


Zitat:
Wer erlässt die Erklärungspflicht auf Grund welcher Daten?
Das FA auf Grund des abstrakten Sachverhaltes!

Beispiele:

1. Wir sind ein Ehepaar mit 120 gemeinsam gehaltenen Immobilien. Die Beteiligung beträgt nicht immer 50/50 sondern ist unterschiedlich. Die Gesamteinkünfte betragen hieraus 1 Mio €.

Fall von geringer Bedeutung, keine Feststellungserklärung notwendig!

2. Wir sind eine WEG mit 100 Beteiligten und hohen Einnahmen aus KapVerm aus den Rücklagen, die der Abgeltungssteuer unterliegen. Da qua Gesetz auf keiner Ebene Wk geltend gemacht werden können, entsprechen die Einnahmen den Einkünften und werden zusammen mit der anrechenbaren KapESt den einzelnen Mitgliedern in der Hausgeldabrechnung anteilmäßig mitgeteilt.

Fall von geringer Bedeutung, keine Feststellungserklärung notwendig.

3. Wir sind eine WEG von sechs Eigentümern und erzielen Einnahmen von 5.000 € aus der Vermietung von Gemeinschaftseigentum. Auf der Gesamthandsebene weißt die Verwaltung keine anteiligen Kosten für das vermietete Gemeinschaftseigentum aus und auch die Sonder-Wk wie z.B. AfA müssten -auch wenn es sechs verschiedene AfA-Bemessungsgrundlagen gibt- irgendwie einheitlich festgelegt werden!

KEIN Fall von geringer Bedeutung, Feststellungserklärung notwendig.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#13
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
3. Wir sind eine WEG von sechs Eigentümern und erzielen Einnahmen von 5.000 € aus der Vermietung von Gemeinschaftseigentum. Auf der Gesamthandsebene weißt die Verwaltung keine anteiligen Kosten für das vermietete Gemeinschaftseigentum aus ....


Und diese Information muss irgendwie belastbar zum Finanzamt kommen, damit das Finanzamt entscheiden kann, ob eine Feststellungserklärung zu machen ist.

In dem Beispiel müsste das Finanzamt dann rückfragen, wo die Eigentümer denn wohnen und welche Finanzämter denn für die Einkommensteuererklärungen zuständig sind.

Klar gibt es Fälle von geringer Bedeutung (Eheleute, Erbengemeinschaften mit zwe 50:50-Erben, kleine WEGs mit allen Eigentümern Wohnsitz Lagefinanzamt, etc.), aber das sind meines Erachtens sehr wenige.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Und diese Information muss irgendwie belastbar zum Finanzamt kommen, damit das Finanzamt entscheiden kann, ob eine Feststellungserklärung zu machen ist.
Zunächst ist man zur Abgabe eiener Erklärung zur einheitlich und gesonderten Feststellung der Besteuerungsgrundlagen verpflichtet. Daher Möglichkeit eins:

Nach Abgabe der Erklärung verzichtet das FA zukünftig aus eigenem Antrieb auf die Abgabe einer Erklärung.

Wenn man sich natürlich selber die Arbeit einer entsprechenden Erklärung sparen will, bleibt einem wohl kein anderer Weg als einen entsprechenden formlosen Antrag zu stellen, in dem der Sachverhalt erläutert wird und warum man meint, dass ein Fall von geringer Bedeutung vorliegt.

taxpert

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#15
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Irgendjemand muß ja entscheiden, ob ein Fall von geringer Bedeutung vorliegt.

Und der Steuerpflichtige kann das meines Erachtens nicht selbst entscheiden. :grins:
Doch, kann (und darf) er. In diesem Fall insbesondere, weil dem Fiskus gar kein Nachteil einsteht (der Eigentümer muss es ja wie schon gesagt so oder so in seiner eigenen Erklärung angeben).
Genauso wie du selbst entscheidend darfst, ob das was du erklärst wirklich Werbungskosten sind.

Warum denken eigentlich immer alle, das Gesetze und Verordnungen in 100% der Fälle gelten müssen? Das ist absolut nicht der Fall, es gibt fast überall Ausnahmen und Besonderheiten; die Rechtsprechung ist dafür oft ein guter Anhaltspunkt.
Ein Beispiel das mir dazu sofort einfällt ist die Pflicht eine Schenkung anzuzeigen. Und auch das gilt nicht für (unbedeutende) Kleinigkeiten wie die 2 Euro an den Bettler an der Ecke.

Zitat:
Klar gibt es Fälle von geringer Bedeutung (Eheleute, Erbengemeinschaften mit zwe 50:50-Erben, kleine WEGs mit allen Eigentümern Wohnsitz Lagefinanzamt, etc.), aber das sind meines Erachtens sehr wenige.
Erstens sind es sehr wohl wenige, die meisten WEGs haben sowas nämlich nicht.
Und zweitens sind die von dir genannten Situationen gerade nicht unbedeutend (etwa die Erbengemeinschaft); wirklich unbedeutende Dinge hatte ich genannt.
Du hast offenbar eine falsche Vorstellung von unbedeutend (leider willst du ja nicht damit rausrücken um was es geht, sondern fragst einfach pauschal). "Unbedeutend" fängt imho da an, wo eine ordentliche Abwicklung völlig unwirtschaftlich wäre (für alle Parteien) und es so gut wie keine Auswirkungen auf die Höhe der Steuer hat.
In manchen Fällen gibt es sogar genau dafür Freibeträge oder Freigrenzen (etwa der Härteausgleich - der Begriff bringt es sogar auf den Punkt).

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Genauso wie du selbst entscheidend darfst, ob das was du erklärst wirklich Werbungskosten sind.
Super! Da ich um arbeiten zu gehen ja irgendwo wohnen muss und auch etwas essen muss, gebe ich künftig die Miete und meine gesamte Verpflegung als Wk an! Und den Urlaub brauche ich ja eigentlich auch nur, weil ich arbeiten gehe ...!

taxpert

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"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

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#17
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)
Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#18
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Super! Da ich um arbeiten zu gehen ja irgendwo wohnen muss und auch etwas essen muss, gebe ich künftig die Miete und meine gesamte Verpflegung als Wk an! Und den Urlaub brauche ich ja eigentlich auch nur, weil ich arbeiten gehe ...!
Du wirst es nicht glauben, aber genau so war es gemeint. Der Erklärende muss entscheiden (und auch die Verantwortung dafür übernehmen), ob es wirklich Werbungskosten sind oder nicht.
Hat man Zweifel, dann kann man es ausführlich mit Erläuterungen erklären ("ich denke, dass es Werbungskosten sind, weil ...") und damit das Finanzamt entscheiden lassen.
Liegt man nämlich falsch dann ist es schnell Steuerhinterziehung (wobei einem bei kleinen Fehleinschätzungen auch nicht gleich der Kopf abgerissen wird).

Zitat:
Dürfte wohl hierum gehen ...
OK, danke.
Jetzt wird mir auch klar, warum in # 13 bei den Beispielen für eine geringe Bedeutung plötzlich eine Erbengemeinschaft auftaucht (ich hatte ja schon geschrieben, dass das eher nicht passt).

Leider schreibt der Fragesteller aber nicht in dem anderen Thread, um was es wirklich geht. Eine Erbengemeinschaft kann ja wirklich nur aus 2 Erben mit je 50% bestehen (da könnte man je nach Fall wirklich mal versuchen mit dem Finanzamt zu reden), oder aber aus zig Personen mit jeweils unterschiedlichem Anteil.

Ich persönlich bin beispielsweise aktuell ein Mitglied einer Erbengemeinschaft, mein Anteil ist 0%, die andere Seite hat 100% (mit Anteil meine ich hier die steuerliche Aufteilungsqoute). Da denke ich, dass man das vielleicht komplett auf die andere Partei umlegen könnte, aber ich mache es aus bestimmten Gründen nicht.
Jedenfalls kann man meiner Erfahrung nach mit dem Finanzamt reden, man muss es dann aber natürlich auch tun (also nichts mit "Das Finanzamt weiß davon nichts." [Zitat aus dem anderen Thread]).

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Dürfte wohl hierum gehen ...


Damit liegst Du falsch, Sherlock Holmes. :wink:


Bei der Einkommensteuererklärung ist genau definiert, wer eine zu machen hat und wer nicht.
Da gibt es objektive Kriterien.

Bei der Feststellungserklärung ist das völlig unklar, da nur definiert ist, wann das Finanzamt eine Feststellung zu tätigen hat.

Die einzige Idee, die ich dazu habe, ist beim Sachbearbeiter des Finanzamts anzurufen und ihn zu fragen, ob die Personenvereinigung eine Erklärung machen soll.

Und der Beamte entscheidet dann nach Informationslage, die ihm per Telefon mitgeteilt wurde.

Das fände ich sehr bemerkenswert. :???:

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1207x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Die einzige Idee, die ich dazu habe, ist beim Sachbearbeiter des Finanzamts anzurufen und ihn zu fragen, ob die Personenvereinigung eine Erklärung machen soll.

Und der Beamte entscheidet dann nach Informationslage, die ihm per Telefon mitgeteilt wurde.

Das denke ich nicht. Ein schriftlicher Antrag sollte es bereits aus Beweissicherungsgründen, insbesondere auch gegenüber den anderen Beteiligten, sein.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Das denke ich nicht. Ein schriftlicher Antrag sollte es bereits aus Beweissicherungsgründen, insbesondere auch gegenüber den anderen Beteiligten, sein.


Dem stimme ich zu.

Aber der Teufel steckt da im Detail:
Welche Information muß das formlose Schreiben enthalten, damit der Finanzbeamte auf dem kleinen Dienstweg entscheiden kann, ob eine Erklärung notwendig ist?

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind eine Personenvereinigung mit fünf Personen, die gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung über 3.000 € p.a. hat. Die Immobilie steht in Buxtehude. Vier Beteiligte kommen aus Buxtehude, und eine aus Garmisch-Partenkirchen.


0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Cybert.
Status:
Junior-Partner
(5036 Beiträge, 1207x hilfreich)

Vielleicht noch ergänzend, dass es keine Sonderwerbungskosten gibt!?

Was ist, wenn der Beteiligte aus Garmisch-Partenkirchen einmal jährlich zum Gebäude fährt?

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

1x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Vielleicht noch ergänzend, dass es keine Sonderwerbungskosten gibt!?

Was ist, wenn der Beteiligte aus Garmisch-Partenkirchen einmal jährlich zum Gebäude fährt?


Eben.

Du bringst es auf den Punkt.

Das formlose Schreiben muss so viele Informationen enthalten, dass die Feststellungserklärung fast kein Mehraufwand ist.

Deshalb fehlt mir die Fantasie, in welchen Fällen ein formloses Schreiben an das Finanzamt zur Folge hat, dass der Finanzbeamte schriftlich den Bescheid gibt, es müsse keine Feststellungserklärung erfolgen.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Welche Information muß das formlose Schreiben enthalten, damit der Finanzbeamte auf dem kleinen Dienstweg entscheiden kann, ob eine Erklärung notwendig ist?
Ich sehe gar keine großen Chancen, eine solche Freigabe zu bekommen.

Meine Erfahrung ist, dass man mündlich (auch telefonisch) schon mal Ratschläge bekommt ("dann lassen sie es einfach weg, ist nicht wichtig" oder "brauchen wir nicht, das geht auch so" u.s.w.), aber sobald es offiziell wird, also eine rechtsverbindliche Entscheidung folgen soll, das Ganze auch auf der anderen Seite entsprechend ordentlich erklärt werden muss.
Sprich: Für den Verzicht auf eine Feststellung möchte der Sachbearbeiter erstmal eine Feststellungserklärung.
Und wenn es dann bereits eine Akte gibt (Steuernummer erteilt, Beteiligte erfasst), dann wird es auch so bleiben, der größte Aufwand ist ja dann erledigt.

Genau deshalb hatte ich in # 8 auch geschrieben, dass dein Vorschlag praktisch das Gegenteil zum Vorschlag des Autors ist. Sobald du anfängst zu fragen läuft es imho auf eine richtige Erklärung hinaus.
Daher fragt man gar nicht erst, sondern macht es einfach* (im schlimmsten Fall wird das Finanzamt sagen, dass das so nicht geht und doch bitte eine einheitliche Feststellungserklärung abgegeben werden soll - so what, dann macht man es eben).

*wozu ich hier konkret nicht rate, denn ich werde mir immer sicherer, dass es sich nicht um einen Sachverhalt mit geringer Bedeutung handelt

Zitat:
Damit liegst Du falsch, Sherlock Holmes. :wink:
Langsam machst du dich lächerlich.
Anstatt die falsche Annahme von taxpert zum Anlass zu nehmen endlich mal Details zu nennen, kommst du mit diesem unverschämten Satz. :bang:

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind eine Personenvereinigung mit fünf Personen, die gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung über 3.000 € p.a. hat. Die Immobilie steht in Buxtehude. Vier Beteiligte kommen aus Buxtehude, und eine aus Garmisch-Partenkirchen.
Das ist schon einmal ein guter Anfang! Man sollte jedoch nur dem FA auch Informationen zukommen lassen, ob bzw. warum es zuständig ist, §18 AO. Es wäre schließlich auch für die Erbengemeinschaft blöd, wenn die Antwort, die, egal wie sie ausfällt, einen Verwaltungsakt darstellt sich später als nichtig heraus stellt, da von einer nicht zuständigen Behörde erlassen!

Was ich ehrlich gesagt auch nicht verstehe, ist, wie man sich das Vorgehen denn dann vorstellt, wenn das FA tatsächlich auf eine einheitlich und gesonderte Feststellung verzichtet!!??

Füllt jeder Erbe eine komplette Anlage V für das Objekt aus und setzt dann seinen Anteil der Einkünfte an? Geht zumindest in Elster technisch gar nicht!

Oder befüllt jeder Erbe die einzelnen Kennziffern jeweils nur mit seinem Anteil? Woher weiß er/sie denn wie hoch z.B. der Anteil an der Heizkosten ist? Oder sind wir dann hier wieder bei der freien Gestaltung ...
Zitat (von reckoner):
Genauso wie du selbst entscheidend darfst, ob das was du erklärst wirklich Werbungskosten sind.


Oder füllen die Erben -da es sich ja um eine Gemeinschaft handelt- jeder nur die Zeilen 25 - 29 der Anlage V (ab 2023 Anlage V - Sonstige) aus? Mit welchem Wert?

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2452 Beiträge, 649x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
denn ich werde mir immer sicherer, dass es sich nicht um einen Sachverhalt mit geringer Bedeutung handelt
Willkommen im Club! Du bist in guter Gesellschaft des AEAO und sämtlicher mir zugänglichen AO-Kommentare!

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Sprich: Für den Verzicht auf eine Feststellung möchte der Sachbearbeiter erstmal eine Feststellungserklärung.
Und wenn es dann bereits eine Akte gibt (Steuernummer erteilt, Beteiligte erfasst), dann wird es auch so bleiben, der größte Aufwand ist ja dann erledigt.


Das deckt sich zu 100% mit meiner Auffassung.

Dann kann man wohl zu dem Ergebnis kommen, dass die Ausführungen des Aufsatzschreibers aus #1 unrichtig sind.

Danke für die rege Beteiligung!


Zitat (von reckoner):
*wozu ich hier konkret nicht rate, denn ich werde mir immer sicherer, dass es sich nicht um einen Sachverhalt mit geringer Bedeutung handelt


Es handelt sich, da sind alle, die des Lesens mächtig sind, einig, um eine Frage zu einem Aufsatz aus dem Internet.
Es gibt keinen "Sachverhalt", keine Erbengemeinschaft, keine WEG, kein Ku-Klux-Klan ....


-- Editiert von User am 7. Mai 2024 13:00

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(48127 Beiträge, 16998x hilfreich)

Zitat (von Donna Leone):
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind eine Personenvereinigung mit fünf Personen, die gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung über 3.000 € p.a. hat. Die Immobilie steht in Buxtehude. Vier Beteiligte kommen aus Buxtehude, und eine aus Garmisch-Partenkirchen.


Der Sachverhalt hat aber auch nicht viel mit dem Sachverhalt in dem genannten Artikel zu tun.

Im Artikel geht es nicht um die Vermietung von gemeinschaftlichem Eigentum, sondern um die Vermietung von Gemeinschaftseigentum.

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Donna Leone
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von hh):
Der Sachverhalt hat aber auch nicht viel mit dem Sachverhalt ...


Ohne "Sachverhalt" geht`s wohl nicht.

Nu aber mal raus mit der Sprache: Um welchen Sachverhalt geht es? :cheers:

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14067 Beiträge, 4410x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Dann kann man wohl zu dem Ergebnis kommen, dass die Ausführungen des Aufsatzschreibers aus #1 unrichtig sind.
Absolut nicht, jedenfalls nicht aus meinem zitierten Text.
Denn ich habe nur gesagt, dass für den Fall das man fragt es eher zu keiner unbürokratischen Lösung kommt. Nicht gesagt habe ich aber, dass man in jedem Fall fragen muss, und genau das ist der Unterschied (du sagst man muss, der Autor und ich sagen das aber eben nicht - Betonung auf "in jedem Fall").

Zitat:
Es handelt sich, da sind alle, die des Lesens mächtig sind, einig, um eine Frage zu einem Aufsatz aus dem Internet.
Es gibt keinen "Sachverhalt", keine Erbengemeinschaft, keine WEG, kein Ku-Klux-Klan ....
Dann kann man deine Frage auch nicht eindeutig beantworten. Es ist nämlich wie fast immer einzelfallabhängig.

Zitat:
Nu aber mal raus mit der Sprache: Um welchen Sachverhalt geht es?
Na bei dir um keinen, hast du doch gerade erst geschrieben. Und bei dem Autor geht es um "einen Fall von geringer Bedeutung".

Ich hatte schon Beispiele genannt (Waschmaschine, Schaltschrank, Briefkasten) in denen imho die Abwickung über die normale Abrechnung ausreichend ist.
Weitere könnten der Verkauf von geringwertigem Gemeinschaftseigentum (z.B. Metallschrott), Einnahmen aus der kurzzeitigen Vermietung für Filmaufnahmen oder ein Entgelt für das Abstellen eines Containers auf einer Gemeinschaftsfläche sein. Einfach alles was eher geringwertig ist.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

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