Zwei Minijobs mit zwei Lohnsteuerkarten?

12. September 2010 Thema abonnieren
 Von 
derBasti1896
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
Zwei Minijobs mit zwei Lohnsteuerkarten?

Hallo, ich bin Student und bin seit 4 Jahren in einem Arbeitsverhältnis als Minijob. In diesem verdiene ich monatlich genau 400€ + steuerfreie Nachtzuschläge.
Jetzt möchte ich mich zusätztlich an der Hochschule als HiWi anstellen lassen.
Soviel ich weiß werde ich dort auch einen Minijob bekommen. Die Hochschule verlangt eine zweite Lohnsteuerkarte von mir. Auf der ist natürlich die LSK 6 eingetragen.
Was kommt dabei steuerlich auf mich zu? Ich weiß, dass ich Lohnsteuer abführen muss. Diese kann ich dann mittels LS-Jahresausgleicch zurück bekommen. Wie und was ist Bedingung dafür? Wenn ich auf der zweiten Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lasse, dann wird mir die Lohnsteuer nicht abgezogen, aber ich muss im Nachhinein einen LS-Jahresausgleich machen, richtig?
Was muss ich noch an Steuern zahlen?

Gibt es noch eine andere Variante der Einstellung bei der, im Optimalfall, die FH und ich besser weg kommen?

Danke für die Hilfe. Ich lese mich schon lange durchs Forum....Aber ich bin mittlerweile mehr verwirrt als dass ich weiß was zu tun ist.

MfG

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13655 Beiträge, 4348x hilfreich)

Hallo,

quote:<hr size=1 noshade>Was kommt dabei steuerlich auf mich zu? <hr size=1 noshade>
Wenn es insgesamt noch weniger als ca. 900 Euro pro Monat sind, fallen keine Steuern an. Die aufgrund der Steuerklasse 6 zuviel gezahlten Steuern werden via Einkommensteuererklärung erstattet.
Der niedriger entlohnte Job sollte auf Steuerklasse 6 laufen.

quote:<hr size=1 noshade>Wenn ich auf der zweiten Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lasse, dann wird mir die Lohnsteuer nicht abgezogen, aber ich muss im Nachhinein einen LS-Jahresausgleich machen, richtig? <hr size=1 noshade>
Richtig. Du kannst dir auf der einen Karte (Steuerklasse 6) einen Freibetrag eintragen lassen, wobei dann aber auf der anderen Karte auch ein Hinzurechnungsbetrag eingetragen wird. Praktisch kannst du den Grundfreibetrag beliebig aufteilen. (§ 39a Abs.1 Nr.7 EStG )

quote:<hr size=1 noshade>Gibt es noch eine andere Variante der Einstellung bei der, im Optimalfall, die FH und ich besser weg kommen? <hr size=1 noshade>
Ich würde sagen, dass es speziell bei Studenten (niedriges Einkommen und ermäßigte Sozialversicherungsbeiträge) die beste Lösung ist. Man könnte aber mal prüfen, wie es aussieht, wenn einer der beiden Jobs als richtiger Minijob angemeldet wird (pauschal versteuert). Dabei fallen dann nur 30% Abgaben für den Arbeitgeber an.

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
derBasti1896
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Hilfe!
Werden die Freibeträge auf den Lohnsteuerkarten von meinen Arbeitgebern eingetragen?
Mir käme jetzt spontan noch der Werksstudent in den Sinn. Wäre damit jemandem geholfen?

MfG

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#3
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13655 Beiträge, 4348x hilfreich)

Hallo,

quote:
Werden die Freibeträge auf den Lohnsteuerkarten von meinen Arbeitgebern eingetragen?
Nein, das musst du selber machen lassen. Und zwar je nach dem beim Einwohnermeldeamt oder beim Finanzamt (bei der elektronischen Lohnsteuerkarte, die im im nächsten Jahr erstmals verwendet wird, ist nach meinen Informationen immer das Finanzamt zuständig).

quote:
Mir käme jetzt spontan noch der Werksstudent in den Sinn. Wäre damit jemandem geholfen?
Der wird aber steuerlich auch nicht anders abgerechnet. Nur bei den Sozialversicherungen gibt es Unterschiede, und die meinte ich mit "ermäßigte Sozialversicherungsbeiträge".

MfG Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
derBasti1896
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich bin heute in der FH bei der verantwortlichen Mitarbeiterin gewesen.
Sie sagte mir, dass ich auf jeden Fall Lohnsteuerpflichtig und Rentenversicherungspflichtig bin.
In diesem Monat (20.09) fängt das neue Semester wieder an. Die Vorlesungsfreie Zeit ist also auch vorbei. Die MA meinte, dass ich dann nurnoch 20 Std. pro Woche arbeiten darf um als Vollzeitstudent zu gelten. Andernfalls würden mir weitere Abzüge drohen. Ist das wirklich so? Wenn ja, welche Abzüge und um wie viel handelt es sich? Ich bekomme keinen Cent vom Staat. BAföG seit dem vierten Semester nicht mehr (fehlender Leistungsnachweis) und Kindergeld seit meinem 25. Geb. auch nicht mehr. Jetzt wollen die mir sagen wie viel ich für mein Auskommen arbeiten darf?



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#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13655 Beiträge, 4348x hilfreich)

Hallo,

ja, die 20-Stunden-Grenze ist grundsätzlich richtig (es gibt noch ein paar Ausnahmen, etwa bei Arbeit am Abend/in der Nacht, oder in den Semesterferien, oder eine kurzfristige Beschäftigung).
Es ist für Studenten jedoch nicht verboten, mehr zu arbeiten, nur sind sie dann voll Sozialversicherungspflichtig. Der Grund ist recht einfach, denn wenn es nicht so wäre, gäbe es wohl viele Scheinstudenten, die nur noch eingeschrieben wären, um der Sozialversicherung zu entgehen.

Hier mal ein Link zur Minijobzentrale, da steht einiges dazu: http://www.minijob-zentrale.de/nn_10152/DE/1__AN/7__besonderheiten/4__studenten/InhaltsNav.html?__nnn=true

quote:
Wenn ja, welche Abzüge und um wie viel handelt es sich?
Es geht um die kompletten Sozialversicherungen, grob 20%. Da du die Rentenversicherung (~10%) in jedem Fall zahlen musst, bleiben ~10% Mehrbelastung. Diese Beiträge kannst du zwar von der Steuer absetzen, dass ist aber nur ein schwacher Trost, wenn man sowieso unter dem Grundfreibetrag liegt. :(
Zudem führt eine Versicherungspflicht auch zu entsprechend höheren Beiträgen des Arbeitgebers. Daher ist es häufig so, dass diese außerhalb des Werkstudentenprivileg nicht mehr interessiert sind.

MfG Stefan

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