Zweimal Steuern im Jahr

30. Januar 2021 Thema abonnieren
 Von 
Lena2222
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Zweimal Steuern im Jahr

Sehr geehrte Damen und Herren,
als freiberufliche Dozentin habe ich meine Steuererklärung im Juli abgegeben und dann einen Steuerbescheid bekommen, in dem stand, dass ich jetzt meine Steuern im Voraus zu entrichten hätte. Dabei ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich die Steuern für 2020 insgesamt im Dezember zu bezahlen hatte. Nach einer Mahnung habe ich die Steuern unter Zähneknirschen bezahlt. Ich musste ja die vollen Steuern für 2019 bis September bezahlen und dann im vierten Quartal (10. Dezember) alle Steuern für 2020. Im März folgt dann die Vorauszahlung für 2021. Meine Frage wäre nun die folgende: Ist es zulässig, dass der Staat zweimal im Jahr Steuern einfordert?

Mit freundlichen Grüßen

Beate Liebold

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
amz529033-63
Status:
Schüler
(295 Beiträge, 59x hilfreich)

Da Selbständige im Gegensatz zu Arbeitnehmern keine Lohnsteuer bezahlen, werden für diese anhand des letzten Steuerbescheids Vorauszahlungen festgesetzt. Diese werden zum 10.03., 10.06., 10.09. und 10.12. eines Jahres fällig. Vorauszahlungen können nur festgesetzt werden, wenn Sie mindestens 400 € für ein Kalenderjahr betragen.
Bei Ihnen ist es offenbar erstmals zur Festsetzung von VZ gekommen - entweder haben Sie vorher nur wenig oder keine Steuer gezahlt oder Sie waren in 2019 erstmals selbständig tätig. Dadurch, dass Sie die Erklärung verhältnismäßig spät abgegeben haben und dass der Bescheid dann erst kurz vor oder erst nach dem 10.09. erteilt wurde, war im Jahr 2020 nur noch ein Vorauszahlungstermin übrig - somit mussten Sie die gesamte Vorauszahlung für 2020 zu diesem einen Termin zahlen, und ja, das ist absolut zulässig. Von Selbständigen ist auch zu erwarten, dass sie auch unterjährig einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben und somit über den zu erwartenden Gewinn haben - und Rücklagen für zu erwartende Steuerforderungen anlegen. Zukünftig verteilen sich die Vorauszahlungen zwar auf die vier Termine, an der zu zahlenden Summe ändert das aber nichts.

Sofern Sie unterjährig erkennen - was 2020/21 bei Ihrer Tätigkeit als Dozentin ja nicht unwahrscheinlich ist - dass ein niedrigerer Gewinn zu erwarten ist, können Sie einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen stellen (entsprechend kann man diese auch hochsetzen lassen). Das geht grundsätzlich auch jetzt noch, nachdem Sie die VZ für 2020 schon gezahlt haben. Am einfachsten wäre es natürlich, die Steuererklärung für 2020 jetzt zu machen. Es kann aber sein, dass die Finanzämter 2020 noch gar nicht veranlagen können, das dauert oft einige Zeit, bis dort die Software zur Verfügung steht. Ein Anruf bei dem/der zuständigen Sachbearbeiter/in bringt da Klarheit, die abgegebene Steuererklärung kann dann auch gleich die Begründung für den Herabsetzungsantrag liefern.

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#2
 Von 
amz529033-63
Status:
Schüler
(295 Beiträge, 59x hilfreich)

Ich kann meine heute vormittag verfasste Antwort nicht sehen. Da ich nicht weiß, ob das nur mir oder allen so geht, habe ich sie hier nochmals eingefügt.

Zitat (von amz529033-63):
Da Selbständige im Gegensatz zu Arbeitnehmern keine Lohnsteuer bezahlen, werden für diese anhand des letzten Steuerbescheids Vorauszahlungen festgesetzt. Diese werden zum 10.03., 10.06., 10.09. und 10.12. eines Jahres fällig. Vorauszahlungen können nur festgesetzt werden, wenn Sie mindestens 400 € für ein Kalenderjahr betragen.
Bei Ihnen ist es offenbar erstmals zur Festsetzung von VZ gekommen - entweder haben Sie vorher nur wenig oder keine Steuer gezahlt oder Sie waren in 2019 erstmals selbständig tätig. Dadurch, dass Sie die Erklärung verhältnismäßig spät abgegeben haben und dass der Bescheid dann erst kurz vor oder erst nach dem 10.09. erteilt wurde, war im Jahr 2020 nur noch ein Vorauszahlungstermin übrig - somit mussten Sie die gesamte Vorauszahlung für 2020 zu diesem einen Termin zahlen, und ja, das ist absolut zulässig. Von Selbständigen ist auch zu erwarten, dass sie auch unterjährig einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben und somit über den zu erwartenden Gewinn haben - und Rücklagen für zu erwartende Steuerforderungen anlegen. Zukünftig verteilen sich die Vorauszahlungen zwar auf die vier Termine, an der zu zahlenden Summe ändert das aber nichts.

Sofern Sie unterjährig erkennen - was 2020/21 bei Ihrer Tätigkeit als Dozentin ja nicht unwahrscheinlich ist - dass ein niedrigerer Gewinn zu erwarten ist, können Sie einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen stellen (entsprechend kann man diese auch hochsetzen lassen). Das geht grundsätzlich auch jetzt noch, nachdem Sie die VZ für 2020 schon gezahlt haben. Am einfachsten wäre es natürlich, die Steuererklärung für 2020 jetzt zu machen. Es kann aber sein, dass die Finanzämter 2020 noch gar nicht veranlagen können, das dauert oft einige Zeit, bis dort die Software zur Verfügung steht. Ein Anruf bei dem/der zuständigen Sachbearbeiter/in bringt da Klarheit, die abgegebene Steuererklärung kann dann auch gleich die Begründung für den Herabsetzungsantrag liefern.


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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat:
Ist es zulässig, dass der Staat zweimal im Jahr Steuern einfordert?


Klar, Arbeitnehmer müssen sogar 12-mal im Jahr Steuern zahlen und Selbstständige eigentlich 4-mal, nämlich einmal pro Quartal.

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#4
 Von 
Mahnman
Status:
Senior-Partner
(6041 Beiträge, 1341x hilfreich)

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer mit evtl. Abschlusszahlung und Sondervorauszahlung 14 Mal.

Die Verpflichtung zur Vorauszahlung der Einkommensteuerergibt sich aus § 37 EStG.

0x Hilfreiche Antwort

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