Zweitwohnung nach drei Jahre

29. Januar 2017 Thema abonnieren
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)
Zweitwohnung nach drei Jahre

Hallo zusammen,

hätte eine kurze Frage.
Ich wohne 68 km von meinem Arbeitsort entfernt und arbeite dort seit drei Jahren. Durch viele Baustellen und einer maroden Rheinbrücke verlängern sich meine Fahrtzeiten mittlerweile auf bis zu drei Stunden pro Tag.
Da dies auf dauer echt nicht mehr geht, habe ich mit überlegt mir am Arbeitsort eine Appartment anzumieten und in der Woche am Arbeitsort zu bleiben.
Kann ich dies als Zweitwohnsitz steuerlich absetzen obwohl ich schon drei Jahre gependelt bin?

Danke für Eure Meinung

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22 Antworten
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#2
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die schnelle und klare Antwort.
Ist da wirklich so Sonneklar?

Eine Frage hätte ich aber noch:
Ich bin ehrenamtlich im Vorstand eines eingetragenen Vereines. Einmal im Monat ist normalerweise Vorstandssitzung.
Wenn ich Abends zur Vorstandssitzung fahre und dann zu Hause nächitge, wäre das eine zusätzlich zu versteuernde Heimfahrt mit dem Dienstwagen? Ich fahre ja eigentlich nur wegen der Sitzung in die Heimat.

Danke nochmal

Frank

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#4
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Also mein Lebensmittelpunkt ist in der Heimat. Dort habe ich ein eigenes Hause und lebe dort mit meiner Frau und meiner Tochter.
Aber dank der Verkerslage zwischen Ruhrgebiet und Köln und den ganzen maroden Brücken brauche ich ewig lange.
Daher sehe ich es nicht ein, jeden Tag fast 3 Stunden aufzuwenden nur um Abends ins Bett zu fallen und am nächsten morgen aufstehe um wieder zur Arbeit zu kommen.
Ich bin leitender Angestellter und arbeite meist auch um die 10 Stunden. Und das nervt!
Ist es damit ein Zweitwohnsitz oder kann mein Finanzamt mit das verweigern?

Ich muss dem Arbeitgeber nichts nachweisen (1% Regelung), hatte aber irgendwo gelesen, dass jede Heimfahrt ein zusätzzlicher geldwerter Vorteil wäre.

Viele Grüße

F

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#5
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von fb435085-26):
Aber dank der Verkerslage zwischen Ruhrgebiet und Köln und den ganzen maroden Brücken brauche ich ewig lange.


Und die anderen brauchen nicht so lange? Oder liegt es an den anderen, weil die mit ihren Autos die Straßen verstopfen? Wieviel mehr Zeit braucht man denn wegen der maroden Brücken?

Zitat (von fb435085-26):

Daher sehe ich es nicht ein, jeden Tag fast 3 Stunden aufzuwenden nur um Abends ins Bett zu fallen und am nächsten morgen aufstehe um wieder zur Arbeit zu kommen.


Samstag/Sonntag wird auch gearbeitet?

Was wird einem Arbeitslosen zugemutet, der kein leitender Angestellter ist und einen Job ablehnt, weil er täglich 3 h fahren müßte oder mit Bahn und Bus und den Rest zu Fuß, weil er sich (noch) kein Auto leisten kann?

Zitat (von fb435085-26):

Ist es damit ein Zweitwohnsitz oder kann mein Finanzamt mit das verweigern?


Einen Zweitwohnsitz kann das Finanzamt nicht verweigern. Aber sie werden ihn wohl aus steuerlicher Sicht nicht als solchen anerkennen. Aber einfach mal ausprobieren oder dort vorher nachfragen.

Schon mal überlegt, Schadenersatz wegen sinnlos vertaner Lebenszeit beim Träger der Straßenbaulast einzufordern?

Sind da nicht neue Brücken in Planung? Habe ich zumindest neulich im TV bei einer Reportage gehört. Obwohl wenn ich mir den BER anschaue...


-- Editiert von BudWiser am 29.01.2017 17:30

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#6
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Was für ein tolle Antwort.

Ich bin es Leid mit der Fahrerei und kann es mir glücklicherweise leisten.
Warum kann amn mir niht einfach meine Frage bentworten und muss hier vergleiche ziehen und fragen was andere machen.
Es ging einfach um die Anerkennung als Zweitwohnsitz.

Also nióch malkurz und knapp:
Aus welchem Grund könnte das Finazamt das ablehnen?

Zitat:
Schon mal überlegt, Schadenersatz wegen sinnlos vertaner Lebenszeit beim Träger der Straßenbaulast einzufordern?


Witzig witzig ....

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#7
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)
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#8
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Wenn ich mir das durchlese, spricht alles für mich.
Ich werde morgen früh mal bei meinem Finanzamt vorbei fahren und vorsprechen.

Melde mcih dann mal mit dem Ergebnis des Gespräches....

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#9
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von fb435085-26):
Wenn ich mir das durchlese, spricht alles für mich.
Ich werde morgen früh mal bei meinem Finanzamt vorbei fahren und vorsprechen.


Und die Unterlagen waren nicht selbst zu finden?

Übrigens, gern geschehen.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Sorry, danke natürlich.

So ähnliche Unterlagen hatte ich auch gefunden. Dachte hier könnte jemand was aus Erfahrung beitragen wie sowas normalerweise ausgeht.

Danke nochmal

F

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#11
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5518 Beiträge, 2494x hilfreich)

Zitat (von fb435085-26):
Kann ich dies als Zweitwohnsitz steuerlich absetzen obwohl ich schon drei Jahre gependelt bin?


Ja

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#12
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2083 Beiträge, 722x hilfreich)

Zitat (von fb435085-26):
Was für ein tolle Antwort.


Dem schließe ich mich an.
Es gibt in der von Dir genannten Konstellation keinen Grund eine doppelte Haushaltsführung abzulehnen.

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#13
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2271 Beiträge, 712x hilfreich)

Zitat (von Eugenie):
bei 68 km von "der Heimat" zu sprechen, finde ich merkwürdig: es gibt viele, die täglich mehr km zur Arbeit und zurück fahren.

Zitat (von BudWiser):
Einen Zweitwohnsitz kann das Finanzamt nicht verweigern. Aber sie werden ihn wohl aus steuerlicher Sicht nicht als solchen anerkennen.

Zitat (von BudWiser):
Was wird einem Arbeitslosen zugemutet, der kein leitender Angestellter ist und einen Job ablehnt, weil er täglich 3 h fahren müßte oder mit Bahn und Bus und den Rest zu Fuß, weil er sich (noch) kein Auto leisten kann?


Es gibt im Steuerrecht sogar sowas wie beruflich veranlasste Umzüge mit der ganzen family, wenn sich die Wegzeit um über 1 Stunde verkürzt. Die Antworten sind daher nicht verständlich, Gründe für eine doppelte Haushaltsführung liegen vor. Egal, ob die anderen Verkehrsteilnehmer mehr fahren, weiter fahren oder arbeitslos sind.

-- Editiert von Retels am 30.01.2017 09:31

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#14
 Von 
fb435085-26
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo zusammen,

vielen Dank nochmal für die zahlreichen Antworten.

Wie schon geschrieben, war ich dann heute morgen persönlich bei meinem Finanzamt.
Aussage der Finanzbeamten: Sie sehen keinen Grund warum hier nicht von einer doppelten Haushaltsführung aus steuerlicher Sicht ausgegangen werden kann. Werde also hier keine Probleme bekommen.

Habe dann noch die Frage gestellt, ob es eine zu versteuernde Heimfahrt (Dienstwagen) ist, wenn ich eine Vorstandssitzung (eingetragener Verein, Ehrenamtlich) in der Nähe des ersten Wohnsitzes habe und und über Nacht am ersten Wohnsitz bleiben.

Da hatten die beiden Finanzbeamten die sich gegenüber saßen unterschiedliche Meinung:

Meinung 1: Sie kommen am Ende des Tages am ersten Wohnsitz an, was sie zwischendurch machen interessiert nicht, es ist damit eine Heimfahrt
Meinung 2: Die Heimfahrt ist nicht privat veranlasst, daher auch nciht zu versteuern. Wäre gleichzusetzen wenn eine Dienstreise am ersten Wohnsitz beginnt/endet.

Ende von Lied: Keine Einigung und wurde eher gefragt wie man Montagsmorgens um kurz nach 8 schon solche Fragen stellen könnte ;-)

Gibt es hier noch Meinungen zu?

F

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#15
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von Retels):

Es gibt im Steuerrecht sogar sowas wie beruflich veranlasste Umzüge mit der ganzen family, wenn sich die Wegzeit um über 1 Stunde verkürzt. Die Antworten sind daher nicht verständlich, Gründe für eine doppelte Haushaltsführung liegen vor. Egal, ob die anderen Verkehrsteilnehmer mehr fahren, weiter fahren oder arbeitslos sind.


Die Begriffe "marode Brücken, Verkehrslage, bis zu drei Stunden Wegezeit" finden sich nicht im Einkommenssteuergesetz.
Von einer Wegzeit, die sich um über eine Stunde verkürzt, war bisher auch nicht die Rede.

Die einzig verläßliche Angabe war "68 km" Weg zur Arbeit.

Sobald Gründe für eine beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung vorliegen, kann im Rahmen von Werbungskosten diese geltend gemacht werden.

Die Frage des TE wurde zuvor schon mit "Ja" beantwortet, und dann hinterfragte er "ist das wirklich so sonnenklar?".

Danach kam die berechtigte Einschränkung von Eugenie "es müssen natürlich alle Voraussetzungen für eine DHHF vorliegen, 68 km erscheinen merkwürdig, weil viele derartige Wege zurücklegen". Es gibt zwar BFH-Urteile, wo schon 23 km Entfernung ausreichen, aber das wurde zunächst vom dortigen FA bestritten, da dies keinen beruflichen Bezug anerkennen wollte.

Das BFM setzt derartige Urteile des BFH nämlich gerne per Rundschreiben außer Kraft, weil dies immer "Einzelfallentscheidungen" seien die auf die breite Masse der Steuerzahler nicht anzuwenden sind. Anzuwenden sind aber die Rundschreiben des BFM an die Länderfinanzbehörden, so auch in diesem Fall das ergänzende Schreiben zur Reform von Reisekosten. Das die Behandlung von Zweitwohnungen zu den "Reisekostensachverhalten" gehört, dürfte auch nur den "Steuerfüchsen" bekannt sein.

Insofern war beim TE zu hinterfragen, warum gerade er meint, eine Zweitwohnung beziehen zu müssen und ob tatsächlich alle Voraussetzungen für eine DHHF vorliegen. Das mag nicht richtig angekommen sein, da er sich offenbar veräppelt fühlte.

Seine Frage war dann, warum ihm das Finanzamt die Anerkennung verweigern könnte. Die Antwort darauf steht in den beiden von mir genannten Links. Er hat sich diese Doks angeschaut und festgestellt, daß seine persönlichen Voraussetzungen zutreffen könnten.

Das hat er nun bei "seinem" FA hinterfragt und "grünes Licht" bekommen.

Das hier durchaus von FA zu FA eine unterschiedliche Auffassung bestehen könnte ( es gibt nämlich keinen Automatismus nur aufgrund von 68 km), zeigt sich ja auch an der weiteren Frage des TE bezüglich Fahrten anläßlich einer (privatwirtschaftlich begründeten) Vereinssitzung. Der eine FB sagte Hü, der andere Hott. Und das sogar innerhalb ein und desselben FA.

Diese Frage kann ich nicht beantworten, aber ich könnte dem TE sagen, wie er eine verläßliche Antwort darauf bekommt.

Das überlasse ich aber gerne denen, die sich nun einen Tag nach Klärung der ersten Fragen Kommentierungen nicht verkneifen können.

Diesbezügliche Aussage kann der TE sich dann ja ausdrucken und bei seiner Steuererklärung einreichen.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

@BudWiser
Ich weiß nicht, was diese Antwort soll.

Zitat:
Sobald Gründe für eine beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung vorliegen, kann im Rahmen von Werbungskosten diese geltend gemacht werden.


Die Gründe liegen offensichtlich vor und das war schon aus den Aussagen vor Deiner ersten Antwort klar.

Zitat:
Insofern war beim TE zu hinterfragen, warum gerade er meint, eine Zweitwohnung beziehen zu müssen und ob tatsächlich alle Voraussetzungen für eine DHHF vorliegen.


Dafür bestand keine Veranlassung, da schon aus der vorhergehenden Antwort #4 hervorging, dass alle Voraussetzungen vorliegen.

Zitat:
Das mag nicht richtig angekommen sein, da er sich offenbar veräppelt fühlte.


Woran das wohl gelegen haben mag. Wenigstens wäre hier eine deutliche Entschuldigung dafür fällig gewesen, dass man sich im Ton vergriffen hat.

Zitat:
Das hier durchaus von FA zu FA eine unterschiedliche Auffassung bestehen könnte ( es gibt nämlich keinen Automatismus nur aufgrund von 68 km),


Du musst jetzt nicht noch deutlicher machen, dass Du die Rechtlage nicht wirklich kennst.

Zu den Heimfahrten:
Max. eine Heimfahrt pro Woche kann man steuerlich als Werbungskosten geltend machen, analog dazu muss eine Heimfahrt pro Woche versteuert werden. Zusätzliche Heimfahrten sind Privatvergnügen und können weder als Werbungskosten geltend gemacht werden, noch müssen sie versteuert werden.
Bei DHHF gelten die 0,03% für Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ab dem Zweitwohnsitz, was insgesamt zu einer deutlichen Reduzierung des zu versteuernden Betrags für den Firmenwagen sorgen dürfte.

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von hh):

Zitat:
Das mag nicht richtig angekommen sein, da er sich offenbar veräppelt fühlte.


Woran das wohl gelegen haben mag. Wenigstens wäre hier eine deutliche Entschuldigung dafür fällig gewesen, dass man sich im Ton vergriffen hat.


Ich entschuldige mich, falls ich mich im Ton vergriffen habe sollte

Zitat:
Das hier durchaus von FA zu FA eine unterschiedliche Auffassung bestehen könnte ( es gibt nämlich keinen Automatismus nur aufgrund von 68 km),

Zitat (von hh):

Du musst jetzt nicht noch deutlicher machen, dass Du die Rechtlage nicht wirklich kennst..


Doch, mach ich aber.

"Mein" FA wollte mir aus zwei Gründen die doppelte Haushaltsführung nicht anerkennen (ich hatte nämlich nachgefragt, bevor ich eine Wohnung anmieten wollte):

1. die durchschnittliche tägliche Zeitersparnis müßte mindestens eine Stunde betragen

2. für eine Wohnung wollten sie nur max. 60 m² akzeptieren bzw. die ortsübliche Miete einer 60 m²-Wohnung

Mein Hinweis, die Größe der Wohnung spielt keine Rolle (1000 EUR- Grenze aus § 9 EStG ) haben sie akzeptiert.

Festgehalten haben sie jedoch an der Ein-Stunden-Begründung. Die haben sogar per Routenplaner zwei Alternativstrecken angeführt, aus denen sich ergibt, daß die Zeitersparnis weniger als eine Stunde beträgt.

Leider hatte ich dazu nichts Gegenteiliges gefunden (weder im EStG noch in diesen "Rundschreiben" oder irgendwelchen Richtlinien oder BFH-Urteilen).

Auch wenn ich keine Ahnung habe, stellt sich für mich trotzdem die Frage: wenn man "mittlerweile" aufgrund maroder Brücken fast 3 Stunden täglich zur Arbeit fährt, wie lange ist man ohne marode Brücken denn vorher gefahren? Ich weiß nicht, wie das im "Ruhrgebiet" ist wo an den Autobahnauffahrten Ampeln sind damit zu den Stoßzeiten nur jeweils ein Auto auf die Autobahn fahren kann. Oder gibt es das da nicht mehr?

Aber gut, bei mir sollten es auch keine Werbungskosten, sondern Betriebsausgaben sein. Die mtl. 800 bis 900 EUR Hotelkosten für durchschnittlich zwei Übernachtungen pro Woche gehen ohne Probleme durch, aber 500 EUR für ein möbliertes Zimmer wollten die nicht anerkennen. Möbliertes Zimmer wäre nur praktischer für mich.

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#18
 Von 
Garfield73
Status:
Student
(2083 Beiträge, 722x hilfreich)

Den Ausführungen von hh ist wie eigentlich immer nichts mehr hinzuzufügen.

Bei 68 km einfach, noch dazu in Ballungsräumen, kommt normalerweise kein Finanzbeamter auch nur in die Versuchung den doppelten Haushalt (deshalb) abzulehnen.

Zitat (von BudWiser):
Leider hatte ich dazu nichts Gegenteiliges gefunden (weder im EStG noch in diesen "Rundschreiben" oder irgendwelchen Richtlinien oder BFH-Urteilen).


Was wohl daran liegt, dass die Gerichte eben diese 1 Stunden-Regel bestätigen.

Zitat (von BudWiser):
Mein Hinweis, die Größe der Wohnung spielt keine Rolle (1000 EUR- Grenze aus § 9 EStG
) haben sie akzeptiert.


Zur Verteidigung der Finanzbeamten: Sooo lange gibt es diese Regelung noch nicht. Und alle Neuerungen kann sich kein Mensch merken ...

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2271 Beiträge, 712x hilfreich)

Zitat (von BudWiser):
Ich weiß nicht, wie das im "Ruhrgebiet" ist wo an den Autobahnauffahrten Ampeln sind damit zu den Stoßzeiten nur jeweils ein Auto auf die Autobahn fahren kann. Oder gibt es das da nicht mehr?


Doch gibt es noch, man kann froh sein wenn man so zur Arbeit wohnt, dass man in die richtige Richtung zur richtigen Zeit fährt, dann sieht man das Elend meist nur auf der anderen Seite.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

Zitat:
Festgehalten haben sie jedoch an der Ein-Stunden-Begründung. Die haben sogar per Routenplaner zwei Alternativstrecken angeführt, aus denen sich ergibt, daß die Zeitersparnis weniger als eine Stunde beträgt.

Leider hatte ich dazu nichts Gegenteiliges gefunden (weder im EStG noch in diesen "Rundschreiben" oder irgendwelchen Richtlinien oder BFH-Urteilen).


Es gibt auch nichts, was die Auffassung des Finanzbeamten bestätigt, was wohl daran liegt, dass es diese Ein-Stunden-Regelung nicht gibt und es sich um die persönliche Auffassung des Finanzbeamten oder dessen Vorgesetzen handelt. Die Erfolgsaussichten bei einer Klage würde ich als sehr hoch einstufen.

Möglicherweise hat der Finanzbeamte das mit der Regelung zu beruflich veranlassten Umzugskosten verwechselt.

Das FG München hat in seinem Urteil vom 29.04.2009, 10 K 2154/08 zwar bei einer Entfernung von nur 19km eine doppelte Haushaltsführung abgelehnt, aber nicht weil die Zeitersparnis weniger als eine Stunde betragen hat. Aus der Begründung des Urteils geht hervor, dass eine doppelte Haushaltsführung auch bei einer derart geringen Entfernung denkbar wäre, jedoch hohe Nachweispflichten für den Steuerpflichtigen bestehen, dass die DHHF beruflich und nicht privat veranlasst ist. Wenn es die Ein-Stunden-Regelung geben würde, hätte das FG gar nicht ausführlich begründen müssen, warum es die DHHF als privat veranlasst eingestuft hat.

Privat veranlasst kann eine doppelte Haushaltsführung auch dann sein, wenn die Wohnung am Arbeitsort deutlich größer und besser ausgestattet ist als die angebliche Hauptwohnung. Dann darf das FA durchaus annehmen, dass die angebliche Zweitwohnung tatsächlich die Erstwohnung ist und aus dem Grund die Anerkennung der DHHF versagen.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):

Bei 68 km einfach, noch dazu in Ballungsräumen, kommt normalerweise kein Finanzbeamter auch nur in die Versuchung den doppelten Haushalt (deshalb) abzulehnen.

Was wohl daran liegt, dass die Gerichte eben diese 1 Stunden-Regel bestätigen.


Wenn Finanzbeamte in Ballungsgebieten normalerweise der Versuchung widerstehen können und eine DHHF durchwinken ohne Prüfung, ist doch alles gut.

Zitat (von hh):

Bei DHHF gelten die 0,03% für Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ab dem Zweitwohnsitz, was insgesamt zu einer deutlichen Reduzierung des zu versteuernden Betrags für den Firmenwagen sorgen dürfte


Finanzbeamte auch in Ballungsgebieten könnten aber deswegen dieser Versuchung nicht widerstehen.

Zitat (von hh):

Es gibt auch nichts, was die Auffassung des Finanzbeamten bestätigt, was wohl daran liegt, dass es diese Ein-Stunden-Regelung nicht gibt und es sich um die persönliche Auffassung des Finanzbeamten oder dessen Vorgesetzen handelt.


Das hatte ich dem FB auch gesagt und zur Antwort bekommen: es gibt aber Urteile vom BFH, danach richten wir uns in solchen Fällen.

Klagen lohnt sich für mich nicht. Bei Hotel zieh ich die MWst, reduziere durch etwas höhere Reisekosten den Betriebsgewinn, zahle etwas weniger EKS und KK-Beitrag (frw. gesetzliche Kasse), also unterm Strich keine nennenswerten Sache.

Außerdem sieht meine persönliche Lebensplanung so aus, daß ich in 3 bis 5 Jahren die Füße hochlegen kann...

Trotzdem, Danke für die Rückmeldung.


-- Editiert von BudWiser am 31.01.2017 10:37

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#22
 Von 
guest-12328.06.2022 18:42:04
Status:
Praktikant
(770 Beiträge, 247x hilfreich)

Zitat (von hh):

nur zur Aussage: die Anerkennung der DHHF versagen.


Kleiner Nachtrag zur 1 h - Regelung:

Derzeit ist ein Verfahren beim BFH anhängig genau wegen dieser "ungeschriebenen Regel". Da liegt wohl ein Urteil des FG BaWü vor, wonach ein Zweitwohnsitz nicht anerkannt wird, wenn sich der Arbeitsort "im Einzugsbereich" des Erstwohnortes befindet. Unabhängig von "Gemeindegrenzen" sind Fahrtzeiten von etwa einer Stunde zumutbar.

Na klasse, was ist "etwa eine Stunde"?

Also, klar ist da m.M.n. nichts.

-- Editiert von BudWiser am 31.01.2017 10:56

-- Editiert von BudWiser am 31.01.2017 10:57

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