Angebl. Diebstahl und Betrug

23. Oktober 2006 Thema abonnieren
 Von 
Finchen0382
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 0x hilfreich)
Angebl. Diebstahl und Betrug

Hallo,
vielleicht habt Ihr ein paar Tipps oder Erfahrungen. Ich schildere Euch mal meinen Fall:

Ich habe Januar 2006 in Firma XYZ gekündigt. Damals gab es schon Probleme, weil der Arbeitgeber Zahlungen nicht nachvollziehen konnte. Man muss dazu sagen, dass der Chef den Laden 2005 gekauft hat und die Firma ansich schon kurz vor der Pleite stand. Dieser neue Inhaber hat nun leider von Buchhaltung etc. keinerlei Ahnung gehabt. Privat- und Geschäftkonto wurde anfangs sogar zusammen geführt.
Ich habe als einzige Angestellte zusammen mit einer Praktikantin nun alle Arbeiten übernommen. Wir wurden sogar gefragt, wie Privatentnahmen etc verbucht werden. Die Belastung als Arbeitnehmer wurde für mich dann so schlimm, dass ich mich anderweitig beworben habe. Mir passierten auch immer mehr Fehler, ich war völlig überarbeitet. Kunden riefen mich privat an, haben mir mitgeteilt, dass sie sich ein anderes Unternehmen suchen werden, aufgrund der Inkompetenz unseres Inhabers.
Ich wurde dann irgendwann auch zu einem Gespräch durch meinen Arbeitgeber herangezogen, bei dem ich dann gefragt wurde, ob ich wüsste wo das Geld bestimmter Vorgänge ist. Im PC System sind diese hinterlegt gewesen, leider habe ich im Kassenbuch evtl. die ein oder andere Eintragung vergessen, was ja nun auch hätte auffallen müssen. Dazu muss man sagen, dass der Inhaber ständig seine Kassenbücher neugeschrieben hat. Ich konnte also nicht mal mehr nachvollziehen, ob etwas eingetragen wurde oder nicht. Zudem können sich alle Mitarbeiter und Aushilfen mit meinen Daten in den PC einloggen. Sowas konnte nie wirklich kontrolliert werden.
Ich habe nach dem Gespräch dann auch mitgeteilt, dass ich mir aufgrund der Vorwürfe und der Arbeitssituation einen anderen Arbeitsplatz suchen würde. Nachdem Gespräch habe ich sogar einen Psychologen aufgesucht, weil mich das so belastet hat...war beim Arbeitsamt und wollte einen Weg finden zu kündigen.
Im Januar habe ich dann gekündigt und die Empfangsbestätigung wurde sogar eine Woche zurückgehalten, weil man mein Verlassen nicht akzeptieren wollte.

8 Monate nach verlassen der Firma habe ich nun eine Vorladung zur Vernehmung bekommen wg. Diebstahl und Betrug.

Ich habe defintiv nichts getan. Sicherlich kann man mir nachsagen, dass ich Fehler gemacht habe. Es ist nun aber auch so, dass mein Arbeitgeber 8 Monate Zeit hatte, Bücher und Systembuchungen zu manipulieren. Das lässt sich ganz einfach erklären, wie gesagt, kannten auch alle meine Zugangsdaten. Meine damalige Praktikantin sagt auf jeden Fall für mich aus.

Ich frage mich, ob aufgrund dieser Punkte eine Anklage überhaupt möglich ist.

Einen Anwalt habe ich mir inzwischen genommen... wir warten auf die Anklageschrift...

Wenn ich schätzen müsste, um welche Summe es sich dreht, würde ich sagen 2500 €uro.

Mein neuer Arbeitgeber hat von diesem Vorfall Wind bekommen und das macht natürlich keinen guten Eindruck. Sollte ich freigesprochen werden, denke ich über eine Anzeige wegen Rufmord/Verleumdung nach. Kennt sich jemand damit aus?

Sollte ich verurteilt werden, weil ich mich nicht genug verteidigen kann, kann man dafür eine Haftstrafe bekommen? Wird diese zur Bewährung ausgesetzt? In welchen Fällen bekommt man *richtige* Haftstrafen?
Ich bin nicht vorbestraft....


Vielen Dank für jede Hilfe.

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1 Antwort
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#1
 Von 
Klagdichreich
Status:
Bachelor
(3126 Beiträge, 482x hilfreich)

*richtige Haftstrafen* bekommt man in Fällen, in denen es das Gesetz zwingend vorschreibt (die also nicht zur Bewährung ausgesetzt werden dürfen). Diebstahl und Betrug darf zur Bewährung ausgesetzt werden. Ich gehe mal davon aus das Sie bisher eine reine Weste haben. Ist das der Fall, wäre selbst bei einem Schuldspruch eine Haftstrafe ohne Bewährung mehr als unwahrscheinlich.
Zu den Fakten sollten Sie besser Ihren Anwalt zu Wort kommen lassen - er hat einen besseren Überblick.

Und was Rufmord/Verleumdung angeht: Dies setzt Vorsatz voraus. Da der Arbeitgeber aber offensichtlich tatsächlich *Ungereimtheiten* entdeckt hat, wird ihm dieser Vorsatz schwer nachzuweisen sein.

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"Es hat alles zwei Seiten. Doch erst wenn man erkennt, dass es drei sind, erfaßt man die Sache. "

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