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Antrag auf Wiederruf der Bewährung zur Straffaussetzung

 Von 
rechtsfrage290694
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Antrag auf Wiederruf der Bewährung zur Straffaussetzung

Hallo eine Kompliziertere Frage

Ich wurde 2017 zu 15 Monaten auf 3 Jahre zur Bewährung wegen gefährlicher Körper Verletzung verurteilt.
2018 bin ich dann wegen fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden zu 6 Monate Verlängerung der Bewährung plus 1000 Euro strafe.
Und 2018 wurde ich angezeigt doch der Staatsanwalt hat das verfahren eingestellt weil ich noch eine Körperverletzung begangen habe und davon auszugehen war das ich noch härter bestraft werde.
Das wurde ich auch denn ich habe nochmal 10 Monate oben drauf auf 5 Jahre Bewährung bekommen.
das heißt ja 15m + 6m +10m =31 M Gefängnis.
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft aber einen Antrag auf Wiederruf der Bewährung gestellt.

Meine frage ist wieso stellt eine Staatsanwaltschaft so einen Antrag wenn ich doch wieder zur Bewährung verurteil worden bin mit 10m auf 5 Jahre dazu noch 4800€ Schmerzensgeld und ein Anti Aggressionstraining. Kann das auch was mit dem verfahren zutun haben das Eingestellt wurde,weil man davon ausging das ich ja sowieso schwerer bestraft werde ???
Und wie hoch ist wie warscheinlichkeit das der wiederruf in Kraft tritt.
Ich habe 1 Woche Zeit um Stellung zu nehmen und habe mit meinem Bewährungshelfer ein schreiben aufgesetzt wieso ich denke das ich nicht ins Gefängnis gehöre. Wir sind auf Sozial Prognosen eingegangen Ich habe jetzt eine feste Freundin und einen Job außerdem bemühe ich mich um einen Führerschein und will eine IHK Prüfung machen.
Hat das eher was mit dem Eingestellten verfahren zu tun oder eher weil meine 1te Bewährung quasi die gleiche Straftat wie die letzte war ?
selbst mein anwalt meinte das es außergewöhnlich ist, das eine <a class="gaethema" title="Strafe Themenseite" href="https://www.123recht.de/thema/strafe.html">Strafe</a><!--crawlerok--> die zur Bewährung ausgesetzt wurde zu wiederrufen.

*anzumerken ist noch das die erste Bewährung aus einer Jugendstrafsache hervor geht, aus 2012 weßhalb ich aber erst 2017 verurteil worden bin da ich nicht auffindbar gewesen bin für circa 5 Jahre.

Ich bin für jede Antwort dankbar
lg

-- Editiert von rechtsfrage290694 am 07.05.2019 17:50

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Verfahren Bewährung Straftat Frage


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29458 Beiträge, 9032x hilfreich)

Zitat:
2018 bin ich dann wegen fahren ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden zu 6 Monate Verlängerung der Bewährung plus 1000 Euro strafe.


Man kann nicht zu 6 Monaten Verlängerung "verurteilt" werden. Entweder

a) sie wurden zu 1.000 EUR Geldstrafe verurteilt und nebenher wurde die Bewährungszeit um 6 Monate verlängert, oder

b) sie wurden zu 6 "neuen" Monaten Freiheitsstrafe mit 1.000 EUR Geldauflage (oder per § 41 StGB ) verurteilt.

Ihrer Schilderung nach spricht einiges für a)

Und dann ist dies hier:

Zitat:
das heißt ja 15m + 6m +10m =31 M Gefängnis.


unzutreffend.

Es wären 15 + 10 = 25 Monate. Wobei dafür aber beide Bewährungen widerrufen werden müssten

Dafür müßten Sie aber nach der letzten Verurteilung entweder erneut straffällig geworden sein, oder gröblich gegen Auflagen verstoßen haben.

Es ist daher zu vermuten, dass die StA nur den Widerruf der 1. Bewährung beantragt hat, also die 15 Monate.
Das müsste sich ja eigentl. aus dem Antragsschreiben ergeben, ebenso wie das "warum"...

Zitat:
selbst mein anwalt meinte das es außergewöhnlich ist, das eine Strafe die zur Bewährung ausgesetzt wurde zu wiederrufen.


Nein, dass ist natürlich keineswegs ungewöhnlich, wenn man innerhalb der Bewährung mehrere neue Straftaten begeht. Ihr Anwalt hat das sicher auch etwas anders gesagt (siehe nächster Absatz)

Zitat:
Und wie hoch ist wie warscheinlichkeit das der wiederruf in Kraft tritt.


Im Normalfall relativ gering, weil die Rechtsprechung dahin geht, sich an der Sozialprognose des letzten Tatrichters zu orientieren, bzw. diese hinzunehmen. Wenn der -wie hier- nochmals Bewährung gegeben hat, wird -wie gesagt im Normalfall- auch eine ältere Parallelbewährung nicht widerrufen. Die StA beantragt das normalerweise auch gar nicht, da man dort natürlich die entspr. Rechtsprechung kennt.

Nun hat sie es in ihrem Fall dennoch getan (das meint Ihr Anwalt mit "ungewöhnlich" ;) . Sie wird nun gut begründen müssen, warum sie der Meinung ist, dass die erste Bewährung widerrufen werden soll, obwohl es bei der letzten Verhandlung noch mal Bewährung gab. Wenn ihr das gelingt, ist schon denkbar dass das Gericht der 1. Bewährung entscheidet diese zu widerrufen. Dagegen könnte man dann aber noch das Rechtsmittel der "sofortigen Beschwerde" einlegen, so dass der Widerruf nicht unmittelbar in Kraft treten würden, sondern erst mal noch die nächst höhere Instanz entscheidet.

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