Anzeige schwerer Fahrraddiebstahl

18. September 2010 Thema abonnieren
 Von 
vorsicht
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 4x hilfreich)
Anzeige schwerer Fahrraddiebstahl

Hallo, bin neu hier und hoffe um Infos. Das was ich gemacht habe, war nicht richtig,aber ist passiert. Ich hatte im Februar/März eine ganz schwierige Zeit, mit mir und meiner Umwelt. Mein Opa ist gestorben und komm einfach nicht klar damit. In dieser Zeit freundete ich mich wohl mit dem Falschen an. Der hat unzählige Anzeigen, war schon im Knast usw. Na jedenfalls kam dieser Typ an einem Tag gg. 4 Uhr morgens zu mir.Obwohl mich meine Mutter abhielt, rauszugehen, ging ich zu ihm. Wir trieben uns die Nacht rum.Gg. 7.30 kamen wir auf die Idee, vor langer Weile, in die Schule meines Bruders zu gehen.Mal den ehem. Lehrern guten ´Tag sagen.Auf dem Schulgelände stehen Fahrräder. Auf dem Rückweg nahmen wir uns jeder eins, wobei diese nicht angeschlossen waren, und fuhren weg. Ich stellte aber meins dann ein Stück weiter an eine Laterne ab und mein Kumpel fuhr damit noch um die Gegend. Einen Tag später kam die Polizei und wollte Auskunft von mir haben.Wobei ich da noch nicht als Verdächtiger galt. Ich sagte ich hatte nichts gesehen. Vor einiger Zeit erhielt ich die Anzeige, bin aber nicht zur Anhörung gegangen.Jetzt erfuhr ich, dass mein Kumpel wohl ausgesagt hatte,keine Ahnung was er gesagt hat,und deshalb hab ich die Anzeige. Na jedenfalls weiß ich auch, dass der Kumpel mein abgestelltes Fahrrad vertickert hatte. Ich weiß, dass ich absolut falsch gehandelt habe, aber ich hab nicht überlegt dabei. Was wird mich erwarten. Der Kumpel hat einen eigenen Bearbeiter bei der Polizei, so dass seine Anzeigen gleich in Eilverfahren abgearbeitet werden. Aber ist es möglich, weil wir zusammen waren bei dem Díebstahl, dass für jeden ein extra Verfahren gemacht wird? Ich hab mir noch nie was zu Schulden kommen lassen, bin jetzt 19, bei der Tat war ich 18. Einen Anwalt kann ich mir nicht leisten, da ich Schüler bin.
Für hilfreiche Infos wäre ich euch echt dankbar.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3485x hilfreich)

1) Wer sich keinen Anwalt (RA) leisten kann, bekommt einen RA gestellt. Vor dem AG braucht man auch keinen Anwalt. Wichtig ist aber, dass Du die Angelegenheit sofort offen und ehrlich in der Hauptverhandlung zugibst (wirkt sich immer strafmildernd aus!).

2) Vermutlich wird bei Dir Jugendstrafrecht angewendet.

3) Ich würde mal auf Sozialstunden und/oder kl. Geldstrafe tippen. Eine Bewährungsstrafe schließe ich bei Dir aus.

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-- Editiert am 18.09.2010 18:36

-- Editiert am 18.09.2010 18:36

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
vorsicht
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 4x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort. Was passiert aber, wenn ich kein Geld habe und ich eine Geldstrafe daher nicht zahlen kann.

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3x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3485x hilfreich)

Ratenzahlung bereits in der Hauptverhandlung beantragen (Vermögensverhältnisse offenlegen) - wird i.d.R. auch gewährt.

Eine mögliche Geldstrafe bemisst sich immer nach dem monatlichen Einkommen des Täters - also als Schüler wird diese nicht HOCH ausfallen.

Man könnte auch versuchen, eine Einstellung des Verfahrens gem. § 153 bzw. 153a StPO anzustrengen (hierzu müsste man Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufnehmen).




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-- Editiert am 18.09.2010 18:42

-- Editiert am 18.09.2010 18:52

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12320.09.2010 09:27:15
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 39x hilfreich)

--- editiert vom Admin

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3485x hilfreich)

1) Das Gericht entscheidet, ob ein Verteidiger notwendig ist od. nicht.

2) Vor dem AG kann man sich selbst verteidigen - Anwaltszwang besteht nur ab LG aufwärts.

3) Offiziell sagt das JGG "Geldbetrag".

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1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
vorsicht
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 4x hilfreich)

Würde denn eine Einstellung nach 153 Chancen haben?

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1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
guest-12320.09.2010 09:27:15
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 39x hilfreich)

--- editiert vom Admin

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3485x hilfreich)

1) Anwaltszwang

§ 140 Abs. 1 StPO : "Die Mitwirkung eines Verteidigers ist notwendig, wenn
1. die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht oder dem Landgericht stattfindet ..."

Vor dem "Amtsgericht" wird hier explizit nicht erwähnt!!!


2) Geldbetrag

§ 15 Abs. 4 JGG : "einen Geldbetrag zugunsten ...". Oberbegriff ist "Auflage".


3) Monatseinkommen

"§ 40 StGB :

Abs. 1: Die Geldstrafe wird in Tagessätzen verhängt. Sie beträgt mindestens fünf und, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze.

Abs. 2: Die Höhe eines Tagessatzes bestimmt das Gericht unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters. Dabei geht es in der Regel von dem Nettoeinkommen aus, das der Täter durchschnittlich an einem Tag hat oder haben könnte. ..."



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-- Editiert am 18.09.2010 19:36

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3485x hilfreich)

Chancen der Einstellung nach § 153 bzw. 153a StPO :

Einfach versuchen, und zwar mittels nettem Brief, in dem die Situation wahrheitsgemäß geschildert wird (inkl. Opa, Vermögensverhältnisse, Schüler, Bedauern etc.).

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1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anonymer_ist_besser
Status:
Praktikant
(956 Beiträge, 211x hilfreich)

quote:
Das bleibt so falsch. Dieser Anwaltszwang betrifft keine Strafverfahren.


Jein.

Einen "Anwaltszwang" besteht lt Gesetz nur der ZPO zufolge. Jedoch ist dieser "Zwang" dem Pflichtverdeitiger im Strafrecht gelichzusetzen, da dieser bei Verbrechen auch gegen den Willen des Angeklagten beigeordnet wird.

quote:
Vor dem "Amtsgericht" wird hier explizit nicht erwähnt!!!


Dann zitiere den § aber auch richtig!

In Abs. 2 steht: "In anderen Fällen bestellt der Vorsitzende auf Antrag oder von Amts wegen einen Verteidiger, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, daß sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann, namentlich, weil dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Abs. 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist."

Und dies kann auch vor dem Amtsgericht sein.
Hier allerdings sehe ich auch keinerlei Gründe für eine Beiordnung.

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"Wüßte ich alles, wäre ich Gott-so muss ich nachschlagen!"

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