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Anzeige wegen Betrug - zurückgenommen ?

 Von 
lilly2007
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Anzeige wegen Betrug - zurückgenommen ?

Hallo und guten Tag,
ich bin neu hier und hoffe mir kann jemand eine Antwort geben.

Problem:
Ich habe im Dezember 2011 über das Internet (kein Auktionshaus) ein Handy zum Verkauf angeboten. Daraufhin meldete sich jemand der das Handy kaufen wollte. Ich sollte das Handy schicken. Zahlung inkl. Versandkosten (60 Euro) wurde auf mein Konto überwiesen.
Die Daten, Adresse usw. lief alles über Telefon. Ich habe das Handy dann versendet.
Nach 12 Tagen erhielt ich das Päckchen zurück, mit dem Hinweis Adresse falsch !! Ich habe den Käufer angerufen, dies mitgeteilt.
Der Käufer bestätigte mir, das die Adresse falsch ist, ich hatte im ersten Telefonat eine falsche Strasse verstanden.
Okay ich entschuldigte mich und habe dann nochmal an die richtige Adresse versendet.
Wieder eine Woche erhielt ich das Päckchen zurück, diesmal stand mittels orangem Aufkleber "Empfänger an dieser Anschrift nicht ermittelbar".
Ich dachte man wolle mich veräppeln.
Wieder den Käufer angerufen und dies mitgeteilt. Diesmal etwas unfreundlicher, sagte dieser, ja das könnte nicht sein, er wohne dort, und er möchte jetzt sein Geld zurück.
Ich habe mich dann per Brief an DHL gewandt und die Sache im Dettail geschildert, auch habe ich ein Foto von dem Päckchen mit dem Aufkleber beigelegt.
Einige Tage später kam ein Schreiben der DHL in dem man sich vielmals entschuldigte, und der Sache nachgehen werde, damit künftig sowas nicht mehr vorkommt. Als Wiedergutmachung war dem Schreiben eine Paketmarke beigefügt.
Ich hatte dem Käufer auch eine Kopie des Schreibens gesendet.

Das Handy habe ich verkauft damals, um mir ein Bahnticket zu kaufen um meinen Vater in der Klinik zu besuchen.

Ich teilte dem Käufer mit, dass ich das Geld nicht sofort und nicht aufeinmal zurückzahlen kann. Ich aber bereit bin das Handy nochmals zu verschicken. Daraufhin der Käufer: na dann kommt es wieder nicht an, überweisen sie bitte das Geld zurück.

Ich teilte wieder mit, das ich das Geld nicht auf einmal bezahlen kann.
Er sagte dann wenn das Geld nicht bis zum 23.12 auf seinem Konto wäre würde er Anzeige erstatten.
Ich habe ihn dann nochmals angerufen und gebeten die Zahlung auf 2 mal leisten zu dürfen. Nach vielem hin und her war er einverstanden. Die erste Rate bis zum 15. Januar (bekomme Krankengeld alle 14 Tage)

Ich habe Ihm dann im Januar 20 Euro überwiesen, und ihm gesagt, dass ich den Rest am 01.02.2012 überweisen werde.

Das habe ich auch getan. Gestern erhielt ich eine email, in der ich als Betrügerin beschimpft wurde, und der Käufer schrieb das er morgen (also heute 9. Feb.) eine Anzeige wegen Betruges erstattet.
HEUTE erhielt ich eine email in der, der Käufer schrieb: man hatten Sie ein Glück, ich war gerade bei der Polizei und habe Anzeige erstattet. Auf dem Weg nach Hause war ich bei der Bank, und ihre Zahlung war da.

Er habe nun die getätigte Anzeige telefonisch bei der Polizei gestoppt. Es sei nun erledigt.

Ich habe ihm bis jetzt weder zurückgeschrieben, noch angerufen.

Ich meine zu wissen, das man eine getätigte Anzeige nicht mehr zurücknehmen kann, und nicht stoppen kann.
Kann mir jemand sagen was nun passiert !!

Ich möchte hier anmerken, das ich vor 3 Jahren verurteilt wurde, wegen meinem Ex-Ehemann, da ich damals aus Dummheit, bzw. eher Unwissenheit Beihilfe zum Betrug geleistet habe. ( d.h. in 3 Fällen habe ich meine Unterschrift geleistet ).
Ich habe meine Strafe damals bekommen, und habe daraus gelernt, und nun sowas.
( zur Info, meine Bewährung endet am 12. März 2012 ).

MFG

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Geld Anzeige Handy Zurück


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28666 Beiträge, 8646x hilfreich)

quote:
Ich meine zu wissen, das man eine getätigte Anzeige nicht mehr zurücknehmen kann, und nicht stoppen kann.

Stimmt grundsätzlich


quote:
Kann mir jemand sagen was nun passiert !!

Nichts vermutlich, da die Nummer zieml. sicher ein fake ist und er gar nicht bei der Polizei war. Wenn Sie das Geld am 01.02. überwiesen haben, war es -allerspätestens- am 06.02 bei dem auf dem Konto, eher am 03.02., aber keinesfalls erst am 09.02.. Außerdem guckt man ja wenn dann aufs Konto, bevor man zur Polizei geht und nicht erst danach.

Aber selbst wenn der unwahrscheinliche Fall vorliegen sollte, das er tatsächlich Anzeige erstattet hat und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, wird das zu 99,9% eingestellt, da kein Betrugsvorsatz vorlag, was auch durch die "Versendungsbemühungen" nachzuweisen ist.


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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#2
 Von 
lilly2007
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,

ich traue dieser Person zu, dass er eine Anzeige gemacht hat. Ich könnte nur platzen vor Wut, da es eigentlich keinen Grund gab.
Ich hatte ja im Januar eine Teilzahlung geleistet und letzte Woche die Restzahlung.

Darüber habe ich ihn informiert, und er wusste das mein Geld unterwegs ist.

Ich habe nur Angst, wenn man wirklich die Anzeige (wenn er eine gemacht hat) nicht rückgänging machen kann, dass dann meine Bewährung gefärdet ist.

Habe diese ja fast überstanden (12.März) ohne negativ aufzufallen.

MFG

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28666 Beiträge, 8646x hilfreich)

Wie ich schon sagte:

quote:

Aber selbst wenn der unwahrscheinliche Fall vorliegen sollte, das er tatsächlich Anzeige erstattet hat und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, wird das zu 99,9% eingestellt, da kein Betrugsvorsatz vorlag, was auch durch die "Versendungsbemühungen" nachzuweisen ist.


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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28825 Beiträge, 15691x hilfreich)

Ganz präzise: Nicht die ANZEIGE gefährdet die Bewährung, sondern eine VERURTEILUNG. Dazu aber wird es nicht kommen - ich sehe das genau wie Streetworker.

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#5
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1387x hilfreich)

Ein Handy, das man verkauft und das Geld dafür bereits erhalten hat, nochmal verkaufen und das Geld dann ausgeben, halte ich schon für strafrechtlich relevant.

Oder kann mir nichts passieren, wenn ich es genauso mache und dem ersten Käufer dann eine Ratenzahlung anbieten für die Rückzahlung des Kaufpreises, damit alles in Butter ist? Das wär ja eine einfache Möglichkeit, Kredit auf Kosten des Käufers zu bekommen.

Vergebliche Versandversuche alleine erfüllen natürlich keinen Straftatbestand.

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"Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch."

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#7
 Von 
PerryRhodan
Status:
Praktikant
(958 Beiträge, 369x hilfreich)

quote:
Ein Handy, das man verkauft und das Geld dafür bereits erhalten hat, nochmal verkaufen

Nein, da hast du den TE mißverstanden, das hatte ich auch erst gedacht.

Mit

quote:
Das Handy habe ich verkauft damals, um [...]

meint der TE nicht, er habe es nach dem Verkauf an den Käufer nochmal verkauft. Das ergibt sich schon aus dem Folgesatz

quote:
Ich aber bereit bin das Handy nochmals zu verschicken.

Da der K das aber nicht wollte, hat der VK einer Rückzahlung zugestimmt.

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#8
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1387x hilfreich)

Ach so, nur einmal verkauft, versendet und das Geld ausgegeben. Das ist etwas anderes, vorausgesetzt die TE kann das Handy noch vorweisen.

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"Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch."

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#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28666 Beiträge, 8646x hilfreich)

Selbst das muß er nicht zwangsläufig. Sonst dürfte man -um immer auf der sicheren Seite zu sein- nichts verkaufen, was schon mal verkauft war, aber zurückgegeben wurde...um es dann bei Bedarf vorweisen zu können.

Solange der verkäufer hier nachweisen kann dass das Handy verschickt wurde (sogar 2 mal) und letztlich der Käufer auf einen 3. Zustellversuch verzichtet hat (was sich aus dem e-mail verkehr ergeben dürfte) ist alles in Butter.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#10
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1387x hilfreich)

"Sonst dürfte man -um immer auf der sicheren Seite zu sein- nichts verkaufen, was schon mal verkauft war, aber zurückgegeben wurde...um es dann bei Bedarf vorweisen zu können."

Nein, da fehlt etwas entscheidendes: Wenn der Käufer das Geld noch nicht wiederbekommen hat. Hat er ja inzwischen wohl auch, also kann die TE jetzt mit dem Telefon machen was sie will. Aber eben nicht, solange der Käufer sein Geld nicht wieder hatte.

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"Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch."

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#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28666 Beiträge, 8646x hilfreich)

Sorry, aber abgesehen davon, dass das jetzt eine zivilrechtliche Frage ist (und nicht mehr eine Beweisfrage des Strafrechts) stimmt das nicht.

Warum sollte ein Händler mit einer Ware, die der Käufer zurückgibt oder deren Annhame er entgültig verweigert, nicht machen können was er will? Natürl. kann er das. Dem Käufer steht Kaufpreisrückzahlung zu. Nicht mehr - nicht weniger. Lt. der Widerrufsbelehrung im Fernabsatz, welche seit August 2011 Gesetzesrang hat, gilt:

quote:
Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer Widerrufserklärung oder der Sache, für uns mit deren Empfang.

Der Händler hat ab Eingang der Sache/Erklärung 30 Tage Zeit zur Rückerstattung. In dieser Zeit kann er mit der Sache machen was er will.


Strafrechtlich -da hatten Sie ja völlig Recht- ist es für die Entkräftung eines Betrugsvorwurfs sehr gut, wenn man beweisen kann, dass man die Sache überhaupt hatte . Sehr einfach läßt sich das dadurch beweisen, dass man sie immer noch hat . In diesem Fall hier liegen aber auch noch andere Beweise vor (der Schriftverkehr, offenbar Fotos von den zurückgekommenen Sendungen usw.) die völlig ausreichend sind. Daher ist in diesem Fall das eigentl. Corpus Delikti nicht mehr notwendig. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Beschuldigter nicht seine Unschuld beweisen muß, sondern die StA ihm die Schuld.



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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

-- Editiert !!Streetworker!! am 09.02.2012 22:59

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#12
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1387x hilfreich)

Die TE ist ja keine Händlerin. Bei einem Privatverkauf gibt es kein Rücktrittsrecht.

Die TE hatte das Geld erklärterweise nicht mehr. Sie hätte daher stattdessen einfach das Handy liefern können, um den Kaufvertrag zu erfüllen. Umgekehrt hat der Käufer einen Anspruch auf das Handy, wenn die Verkäuferin ihm den bereits bezahlten Kaufpreis nicht zurückgeben kann. Sie kann also damit nicht machen was sie will.

Um die Sache zuzuspitzen, nehmen wir an, ein Auto für 30.000 Euro sei bereits bezahlt, der Verkäufer scheitere aber daran, es zu übergeben. Kann er dann mit dem Fahrzeug machen was er will, auch wenn er die 30.000 Euro nicht mehr hat und höchstens abstottern kann?

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"Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch."

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