Anzeige wegen falscher Identität

27. November 2013 Thema abonnieren
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Anzeige wegen falscher Identität

Hallo,

ich habe eine Frage, ist es möglich jemanden anzuzeigen, der sich am Telefon als einen Rechtsanwalt ausgegeben hat, obwohl er keiner ist?

Beispiel: Jemand kauft einen Artikel im Internet per Überweisung, bekommt aber keine Ware und das Geld auch nicht mehr.
Nach mehreren Versuchen und Androhungen mit dem Rechtsanwalt, hat derjenige den Verkäufer unter "Druck" setzen wollen und dort angerufen und sich als Rechtsanwalt ausgegeben.

Ist so etwas strafbar und kann er deshalb eine Anzeige erstatten?

Vielen Dank


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20 Antworten
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#1
 Von 
Rechtsmacher
Status:
Lehrling
(1528 Beiträge, 355x hilfreich)

Ja ist es! § 132a StGB eine andere Frage ist es wie sich die Sache nachweisen lässt. Aber dis ist ja Sache der StA

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"MFG
Rechtsmacher PvDE-Mitte

Wer Rechtschreibfehler findet kann Sie behalten. "

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#2
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

wenn derjenige aber nur sagte, dass hier Rechtsanwaltskanzlei XY am Telefon ist?

Nicht sagte, dass er ein Rechtsanwalt ist?

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Sie sollten sich schon mal für eine Version entscheiden!

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#4
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Genau, deshalb habe ich nochmals geschrieben:

Wenn derjenige bei dem Käufer anruft und sagt:
"Hier spricht Rechtsanwaltskanzlei XY". Es geht um "Verkauf eines Artikels....".

Ist dies Strafbar?

Man hat demjenigen nicht mitgeteilt, dass er der vertretende Rechtsanwalt oder ähnliches sei.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39038 Beiträge, 14093x hilfreich)

Nun ja, das kommt auf den Einzelfall an. Da wird der Staatsanwalt den Inhalt des Gesprächs zu werten haben. Neben der bereits genannten Bestimmung könnte auch weitere Straftaten in Betracht kommen. Etwa versuchte Nötigung oder Erpressung.

wirdwerden

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#6
 Von 
TheCat
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 755x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Neben der bereits genannten Bestimmung könnte auch weitere Straftaten in Betracht kommen. Etwa versuchte Nötigung oder Erpressung. <hr size=1 noshade>


Davon ist nach der Schilderung ja erst mal nicht auszugehen; es handelte sich doch offenbar um einen K, der nach Zahlung keine Ware bekommen hat.

quote:<hr size=1 noshade>Wenn derjenige bei dem Käufer anruft und sagt:
"Hier spricht Rechtsanwaltskanzlei XY". <hr size=1 noshade>


... dann wird man wohl verständigerweise davon ausgehen, daß so einen Anruf nicht die Sekretärin oder der Pförtner, sondern ein dort arbeitender Anwalt macht.
Auf die Weise kann man einen §132a II StGB i.V.m. §132 I (2) StGB wohl nicht umgehen.

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#7
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit hier zu bestraft werden, wenn man selbst derjenige ist, der betrogen wurde?

Wie ist ebenfalls die Beweislage?

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#8
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

habe nun hier einen Auszug aus einem Forumsbeitrag:

das Führen der Bezeichnung 'Rechtsanwalt' aus Imponiergehabe im privaten Rahmen wurde vom OLG Saarbrücken nicht als strafbar i.S. von § 132a StG gesehen (OLG Saarbrücken, Beschluß vom 08.11.1991 - Ss 79/91 ). Denn:

"Geschützt werden also nicht die berechtigten Inhaber von Amtsbezeichnungen usw. wegen ihrer 'herausgehobenen' Stellung, sondern die Allgemeinheit davor, daß einzelne von ihnen im Vertrauen darauf, daß eine bestimmte Person eine bestimmte Stellung hat, Handlungen vornehmen könnten, die für sie oder andere schädlich sein können." (Begründung des Regierungsentwurfs zur Neufassung des § 132 a StGB durch Artikel 19 Nr. 51 EGStGB in: Bundestags-Drucksache 7/550 S. 361 )

Ich verstehe es nun, dass es in dem Falle wie ich beschrieben habe als nicht strafbar gilt!?

Ich bitte um Antwort.

Danke

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#9
 Von 
Tommok
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 313x hilfreich)

Aber in dem Beispiel geht es ja gerade NICHT um den Rechtsverkehr, sondern um "Imponiergehabe" vor Freunden und Bekannten, mit denen man rechtlich nichts zu tun hat. Das Beispiel belegt also genau das Gegenteil von dem, was Du eigentlich hören möchtest.

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" "

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#10
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5598 Beiträge, 2508x hilfreich)

Richtig, das Urteil sagt eigentlich aus, das es in deinem Fall Strafbar ist.

Weil der Verkäufer ist wohl nicht dein Freund.

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#11
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
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#12
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

wie kann hier der Kläger so etwas beweisen?

Anruf per unterdrückter Nummer, Anruf erfolgte nur mit dem Hinweis "Rechtsanwaltskanzlei" und dann wurde nur eine Art Vorgehensweise beschrieben. Also Mandant geht zur Polizei wegen strafrechtlicher Verfolgung und Rechtsanwalt geht zivilrechtlich vor.

Was ist daran verboten? Es wurde ja keine Handlung unternommen. Bis auf die Tatsache, derr der Käufer zur Polizei ging und eine Anzeige wegen Betrug erstattet hat.



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#13
 Von 
GROC
Status:
Lehrling
(1024 Beiträge, 691x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit hier zu bestraft werden, wenn man selbst derjenige ist, der betrogen wurde? <hr size=1 noshade>


Dem Staatsanwalt ist relativ Hupe, ob man den §132a StGB nun begeht, um einen berechtigten Anspruch durchzusetzen oder nicht.

quote:<hr size=1 noshade>wie kann hier der Kläger so etwas beweisen? <hr size=1 noshade>


Durch eine Zeugenaussage.

quote:<hr size=1 noshade>Anruf per unterdrückter Nummer <hr size=1 noshade>


Es kann natürlich fraglich sein, ob der Angerufene dann sicher sagen kann, wer am anderen Ende der Leitung gewesen sein soll.
Auf der anderen Seite sind Staatsanwälte und Richter nicht dumm, und daß irgendwelche Leute andere Leute anrufen, um sich wiederum in der Sache noch anderer Leute als Anwälte auszugeben, ist wohl eher Material für die Märchenstunde.

quote:<hr size=1 noshade>Was ist daran verboten? Es wurde ja keine Handlung unternommen. <hr size=1 noshade>


Lies noch mal §132a StGB . Es geht um das *Führen* von Bezeichnungen (und dazu genügt "ich bin Anwalt" bzw. dein "hier ist Kanzlei XY, ich habe meinem Mandanten rechtliche Schritte empfohlen"), nicht um die Vornahme von Handlungen (das wäre §132 StGB ).

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#14
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>das ist doch nichts anderes <hr size=1 noshade>


Richtig, aber haben Sie den Eintrag eigentl. selbst richtig gelesen? Insbesondere diesen Teil:

quote:<hr size=1 noshade>Ihr Bekannter hat den Titel allerdings im Geschäftsverkehr verwendet, um einer Forderung Nachdruck zu verleihen . Dies war durchaus geeignet Eindruck auf die Adressaten der Forderung zu machen, da jedermann weiß, dass das Hinzuziehen eines Anwalts in der Regel Kosten verursacht. Der BGH hat entschieden, dass auch das einmalige Sichausgeben als Staatsanwalt ein 'Führen' i. S. von § 132a StGB ist (5 STR 374/71)

Ich halte daher dafür, dass das Verhalten Ihres Bekannten, sofern man dies aufgrund der knappen Angaben Ihrerseits beurteilen kann, strafbar war. <hr size=1 noshade>


Auch hier wurde der Titel im Geschäftsverkehr verwendet. Das es sich dabei um ein Geschäft zwischen Privatleuten handelt ist völlig egal.

quote:<hr size=1 noshade>Was ist daran verboten? Es wurde ja keine Handlung unternommen <hr size=1 noshade>


GGF. die Tatsache, dass man sich als Anwalt ausgegeben hat.

Und da:
quote:<hr size=1 noshade>
"Geschützt werden also nicht die berechtigten Inhaber von Amtsbezeichnungen usw. wegen ihrer 'herausgehobenen' Stellung, sondern die Allgemeinheit davor, daß einzelne von ihnen im Vertrauen darauf, daß eine bestimmte Person eine bestimmte Stellung hat, Handlungen vornehmen könnten, die für sie oder andere schädlich sein können." <hr size=1 noshade>


ist es m.E. auch egal ob man sagt "Anwalt" oder "Anwaltskanzlei", wenn der Angerufene bei verständiger Würdigung davon ausgehen kann, mit einem Anwalt aus dieser Kanzlei zu sprechen. Denn die "Kanzlei-Putzfrau" wird sich in der Regel nicht so am Telefon melden.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#15
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

Beweis durch Zeugenaussage? War ja nur eh da!

Kann die Nummer nachverfolgt werden durch den Provider?
Auch bei unterdrückter Nummer?

Wird man bestraft, weil man sein Geld wiederbekommen möchte? Das ist echt hart in D! Da hat der Verkäufer fast mehr Chancen als der Käufer an sein Geld zu kommen.



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#16
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16179x hilfreich)

quote:
Da hat der Verkäufer fast mehr Chancen als der Käufer an sein Geld zu kommen.

Der Verkäufer hat zuerst mal ein gewaltiges Problem, denn er hat höchstwahrscheinlich Betrug begangen, weil er entweder die Ware nie hatte oder sich weigert, sie herauszugeben, also höchstwahrscheinlich unter Vorsatz jemand anderen geschädigt und sich selbst bereichert hat.

Wenn er dann mit einem nicht nachweisbaren Telefonanruf kommt, wird ihm wohl keiner recht glauben wollen, wenn der Käufer dies bestreitet, sich als Anwalt ausgegeben zu haben, sondern ihn lediglich angerufen zu haben um zu fragen, wann er endlich die Ware verschickt.
Das heißt nicht, dass es OK ist, solche Aktionen zu machen, um den Gegenüber unter Druck setzen zu wollen. Aber Telefonanrufe sind Telefonanrufe. Nicht beweisbar...

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#17
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

wenn der Verkäufer angeblich aber eine Zeugin hatte (seine Frau)? oder eher gesagt, der Verkäufer war eigentlich nie am Telefon sondern nur die Frau des Verkäufers.
Wenn der Verkäufer dann gleichzeitig der Zeuge ist?



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#18
 Von 
GROC
Status:
Lehrling
(1024 Beiträge, 691x hilfreich)

quote:
Beweis durch Zeugenaussage? War ja nur eh da!


A sphincter says what?

quote:
Kann die Nummer nachverfolgt werden durch den Provider?
Auch bei unterdrückter Nummer?


Klar. Die Unterdrückung sorgt nur dafür, daß der Angerufene die Nummer nicht sieht; der Provider hat die Daten natürlich. Wenn dann der Anrufer Einzelverbindungsnachweis hat, wird dessen Provider auch speichern, wen er wann angerufen hat...

quote:
Wenn der Verkäufer dann gleichzeitig der Zeuge ist?


A homo habilis discovering his opposable thumb says what?

Könntest du dich freundlicherweise bemühen, deine Fragen in verständlichen deutschen Sätzen zu stellen?

Wenn die Frau am Telefon war, ist sie Zeugin. Wenn der VK am Telefon war, ist er Zeuge.



-- Editiert GROC am 29.11.2013 12:46

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
chillingo
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)

wie soll man so was beweisen können.
Die Frau war immer am Telefon, sofern man mit ihm reden wollte, hieß es nur, dass man später anrufen solle.

Wie soll der Käufer das beweisen können, dass dies nicht der Fall war, sondern dass er nur angerufen hat, um den Verkäufer zu bitten, dass Geld zu überweisen.

Die zwei können sich ja vieles ausdenken und beide als Zeugen aussagen.



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#20
 Von 
GROC
Status:
Lehrling
(1024 Beiträge, 691x hilfreich)

quote:
Die zwei können sich ja vieles ausdenken und beide als Zeugen aussagen.


Das haben Zeugenaussagen nun mal so an sich. Allerdings haben 99% der Leute nicht das nötige Gehirnschmalz, eine Falschaussage glaubwürdig durchzuziehen. Es gibt natürlich Mittel, sowas hinzukriegen (dazu schreibe ich hier verständlicherweise keine Anleitung), aber die meisten Leute sind platt gesagt zu blöde dafür, selbst wenn sie intelligent sind.

Ich hatte mal ein Verfahren mit 4 falschen Zeugen auf der Gegenseite gegen meine null, habe gewonnen und 2 der 4 Zeugen und die Gegenseite hatten strafrechtliche Konsequenzen zu tragen (die anderen beiden Zeugen wurden gar nicht erst gehört, weil nach Überzeugung des Gerichts massive Anstiftung zur Falschaussage bereits erwiesen war und man nicht noch mehr Leute ins offene Messer laufen lassen wollte ;) ).

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