Arbeitsaufnahme angeblich nicht mitgeteilt, Strafbefehl 1.500€

27. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitsaufnahme angeblich nicht mitgeteilt, Strafbefehl 1.500€

Hallo,

ich bekam einen gelben Brief vom Amtsgericht mit Strafbefehl, in dem mich die Staatsanwaltschaft des Betrugs bezichtigt.

Angeblich habe ich mir einen rechtswidrigen Vermögensvorteil verschaffen wollen. Angeblich hätte ich dies verschwiegen.

Ich rief aber 2 Tage vor Arbeitsaufnahme bei dem Jobcenter an und teilte dies einer Dame im Beisein meiner Schwester mit. Zunächst musste ich vor Monaten Stellung beim Zoll beziehen und gab auch meine Schwester als Zeugin an, die aber dann die Aussage wegen eines familiären Streits verweigerte, der in der Zwischenzeit passierte.

3 Monate später, also vor einer Woche kam dann der Strafbefehl vom Amtsgericht.

Mein Rechtsschutz greift nicht beim Strafrecht und einen Anwalt kann ich mir leider nicht leisten, Prozesskostenhilfe gibt es nicht. Beziehe aktuell ALG 1 und mache eine Weiterbildung. Ein Pflichtverteidiger wird mir auch nicht gestellt.

Macht es Sinn, mich vor Gericht selbst zu verteidigen? Welche Kosten können da auf mich zukommen? Hatte gelesen, dass die Gerichtskosten bei dem Streitwert von 1.500€, bei rund 220€ liegen. Ob jetzt 1.500€ oder 1.720€ würde für mich keinen großen Unterschied machen, da ich nicht als Betrüger abgestempelt werden will und dem Richter sogar unter Eid sagen würde, dass ich definitiv angerufen habe, die Dame dies aber wohl nicht vermerkt hat oder dergleichen. Auch das kommt laut berichten im Internet häufiger vor. Hatte von einer Bulgarin gelesen, der man das gleiche vorgeworfen hat, die aber am Ende keine Strafe bezahlen musste, weil die Mitarbeiterin des Jobcenter nicht zu 100% sagen konnte, ob man die Notiz und Info der Leistungsbezieherin, nicht eventuell vergessen hat zu vermerken.

Wäre es zu empfehlen, allein vor Gericht zu gehen, Akten Einsicht zu verlangen und es zu versuchen? Und mit welchen weiteren Gerichtskosten müsste ich zusätzlich zu der Strafe von 1.500€ rechnen?

-- Editiert von User am 27. September 2023 15:18

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17 Antworten
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#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

Die Gerichtskosten sind nicht das Problem - das sind lediglich 70 Euro plus Zeugengebühren (falls überhaupt Zeugen geladen werden). Die Frage nach dem Sinn ist schwieriger - man kann den Ausgang von Verfahren nicht vorhersagen. Aber nicht selten wird es bei Einsprüchen gegen Strafbefehle quasi billiger, weil z. B. das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt wird. Insofern würde ich tendenziell zum Einspruch raten.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Kommt es nicht eher zur Gerichtsverhandlung, wenn ich Einspruch einlege?

Kommen noch weitere Kosten außer den 70€ dazu? Es gibt lediglich eine Zeugin des Jobcenters.

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

Kommt es nicht eher zur Gerichtsverhandlung, wenn ich Einspruch einlege? In aller Regel schon - gemeint war, dass dann halt nach der Beweisaufnahme in der Verhandlung eine Verfahrenseinstellung vorgeschlagen wird.
Kommen noch weitere Kosten außer den 70€ dazu? Zeugengebühren, wie ich schon erwähnte.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#4
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1341 Beiträge, 267x hilfreich)

Interessant, dass grob dieselbe Sachlage beinahe zeitgleich in zwei parallelen Themen behandelt wird. Nun ja..

Zitat (von Altair86):
1.500€
Um wie viele TS geht es denn dabei, wie hoch ist der monatliche ALG I-Bezug und ist man bereits (einschlägig) vorbelastet?

Zitat (von muemmel):
Aber nicht selten wird es bei Einsprüchen gegen Strafbefehle quasi billiger
Ja, schon.. es kommt aber doch auf den Einzelfall an, wobei das Verschlechterungsverbot hier nicht greift.

Zitat (von Altair86):
dass ich definitiv angerufen habe, die Dame dies aber wohl nicht vermerkt hat oder dergleichen
Deshalb versendet man solche Mitteilungen optimalerweise per E-Mail nebst Lesebestätigung (sofern möglich) oder (Online-)Fax (soll keinen Zeigefinger darstellen, lediglich einen Hinweis für die Zukunft).

Zitat (von Altair86):
gab auch meine Schwester als Zeugin an, die aber dann die Aussage wegen eines familiären Streits verweigerte
Soweit man diesen Streit in der Zwischenzeit beigelegt hat, könnte die Verfügbarkeit der Schwester zwecks einer wahrheitsgemäßen Zeugenaussage die Chancen verbessern. I.Ü. könnte es auch hilfreich sein, das Endgerät, mit dem der Anruf getätigt wurde, zu sichern und z.B. einen Screenshot von der Anrufübersicht zu fertigen (je nach Gerät gehen daraus Anrufteilnehmer, Zeitpunkt und Dauer des Telefonats hervor).

-- Editiert von User am 27. September 2023 23:06

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#5
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Altair86):
Ich rief aber 2 Tage vor Arbeitsaufnahme bei dem Jobcenter an und teilte dies einer Dame im Beisein meiner Schwester mit.


Kein Einzelverbindungsnachweis vorhanden, mit dem du zumindest den Anruf beim Jobcenter belegen könntest?

Das würde die ganze Sache evtl. schon glaubhafter machen.

Angerufen zu haben kann jeder behaupten.

Zitat (von Altair86):
Zunächst musste ich vor Monaten Stellung beim Zoll beziehen und gab auch meine Schwester als Zeugin an, die aber dann die Aussage wegen eines familiären Streits verweigerte, der in der Zwischenzeit passierte.


Nur wegen eines Streits verweigert deine Schwester die Aussage...ist das dein Ernst?

Zitat (von Altair86):
Macht es Sinn, mich vor Gericht selbst zu verteidigen?


Davon würde ich dir dringend abraten.

Zitat (von Altair86):
Ob jetzt 1.500€ oder 1.720€ würde für mich keinen großen Unterschied machen, da ich nicht als Betrüger abgestempelt werden will und dem Richter sogar unter Eid sagen würde, dass ich definitiv angerufen habe, die Dame dies aber wohl nicht vermerkt hat oder dergleichen.


Das mit dem Eid vergiss mal ganz schnell wieder...du bist ja kein Zeuge, sondern Angeklagter.



-- Editiert von User am 28. September 2023 08:25

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#6
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Um wie viele TS geht es denn dabei, wie hoch ist der monatliche ALG I-Bezug und ist man bereits (einschlägig) vorbelastet?


Es geht um etwa 2.000€. Diese zahle ich in Raten zurück. Vorbelastet bin ich nicht und der ALG 1 Bezug liegt bei 1250€ aber zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme, war ich davor noch im ALG 2 Bezug.

Zitat (von DeusExMachina):
Soweit man diesen Streit in der Zwischenzeit beigelegt hat, könnte die Verfügbarkeit der Schwester zwecks einer wahrheitsgemäßen Zeugenaussage die Chancen verbessern. I.Ü. könnte es auch hilfreich sein, das Endgerät, mit dem der Anruf getätigt wurde, zu sichern und z.B. einen Screenshot von der Anrufübersicht zu fertigen (je nach Gerät gehen daraus Anrufteilnehmer, Zeitpunkt und Dauer des Telefonats hervor).


Der Streit ist leider nicht beizulegen, weil es extrem angespannt ist und wir gar keinen Kontakt mehr haben.

Die Arbeitsaufnahme war im Juli 2022 und ich rief ende Juni an, mit meinem alten Vertrag (Habe einen neuen) und da glaube ich kaum, dass ich noch an Einzelverbindungsnachweise komme. Aber versuchen werde ich es.

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#7
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
Kein Einzelverbindungsnachweis vorhanden, mit dem du zumindest den Anruf beim Jobcenter belegen könntest?

Das würde die ganze Sache evtl. schon glaubhafter machen.

Angerufen zu haben kann jeder behaupten.


Das liegt über ein Jahr zurück und in der Zwischenzeit habe ich den Vertrag bereits gewechselt. Der alte lief bis November, da ich am Black Friday einen neuen abgeschlossen habe.

Das ist wahr aber genauso kann auch das Jobcenter viel behaupten. Können die mit Gewissheit sagen, dass ich nicht angerufen habe und der Sachbearbeiterin kein Fehler unterlaufen ist oder Vergesslichkeit? Gilt nicht im Zweifelsfall die Unschuldsvermutung bzw. solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, die Unschuld? Kann das JC belegen, dass ich nicht angerufen habe und kam so etwas nie vor? Es gibt haufenweise Urteile im Netz, wo das JC genau dies nicht konnte und der Freispruch erfolgte und das Verfahren eingestellt wurde.



Zitat (von Nana71):
Nur wegen eines Streits verweigert deine Schwester die Aussage...ist das dein Ernst?


So ist es aber!

Zitat (von Nana71):
Davon würde ich dir dringend abraten.


Wieso würdest du davon abraten?
Was hätte ich groß zu verlieren? Ich möchte nicht als Betrüger abgestempelt werden, zumal ich genaustens weiß, das das JC während des Bezugs von Bürgergeld/Hartz 4, die Sozialversicherungsbeiträge zahlt und bei Aufnahme einer neuen Beschäftigung, dem neuen AG, die Sozialversicherungsnummer mitzuteilen hat, was automatisch dazu führt, dass das JC darüber informiert wird, da sie BIS zur Aufnahme der neuen Arbeit, die Beiträge zahlt.

Ich finde es halt problematisch, zu behaupten, dass hier mit Vorsatz gehandelt wurde und eine klare Absicht des Betrugs vorliegt und nicht beispielsweise Vergesslichkeit (In meinem Fall jetzt zwar nicht aber auch das kam ja bereits bei vielen vor) des Leistungsbeziehers oder der Sachbearbeiterin, was ja durchaus vorkommen kann und auch schon vorgekommen ist, siehe etliche Berichte im Internet, wo genau das festgestellt wurde.

Hier ein Link von einem ähnlichen Fall.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/amtsgericht-erding-jobcenter-arbeitsagentur-betrug-1.5614608

-- Editiert von User am 28. September 2023 09:16

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#8
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(882 Beiträge, 157x hilfreich)

"Irgendwo" in Deutschland passiert immer mal "irgendetwas" und sicher ist sowas auch schon vorgekommen, wichtig ist aber, wie es bei Ihnen war.

Der Richter wird also versuchen, den Sachverhalt zu ergründen, da man diesen ja auch überzeugen möchte, wäre es gut, wenn man etwas Konkretes vorlegen kann.

Warum meldet man das überhaupt erst 2 Tage vor Arbeitsbeginn? Hat man zumindest nach Erhalt des Geldes noch das JC kontaktiert? Auch hier wären Nachweise sinnvoll.

Aber anhand der Kommentare hier merken Sie wahrscheinlich auch, dass die Story bis jetzt (vermutlich die meisten) nicht so wirklich überzeugt. Ob das bei einem Richter anders sein wird - wer weiß.

Ein Gericht hat kein Interesse daran, Unschuldige zu verurteilen, aber irgendeine Story ausdenken und damit straffrei davonkommen, funktioniert in der Regel auch nicht. Da erspart man sich dann besser die Verhandlung.

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#9
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Schon aber der Fall ereignete sich trotzdem in Deutschland, wo ja die gleichen Gesetze und Regeln gelten.

Das ist ja eben die Sache. Die Story ist ja nicht erfunden, falls du das glaubst. Bei der kostenlosen telefonischen Beratung durch einen Anwalt, wurde mir gesagt, dass ich juristisch nichts großartig zu befürchten habe, da ich nicht vorbestraft bin, dass ich dann allerdings angezählt werde und bei einem weiteren Vergehen, das ganze einen Eintrag ins Führungszeugnis nach sich zieht. Mir sagte der Anwalt nur, dass man schwer voraussagen kann, wie sich der Richter am Ende entscheidet. Mehr Infos bekam ich leider nicht.

Wäre die Story ausgedacht, dann würde sie mir ja nicht viel bringen, da ich hier anonym schreibe und das ganze doch reine Zeitverschwendung wäre. Dann würde ich die Strafe einfach bezahlen, das ganze als Lehrgeld verbuchen und die Sache ruhen lassen. Selbst eine Ordnungswidrigkeit hätte ich noch mit Bauchschmerzen gelten lassen, da ich ja einräume, dass ich da etwas fahrlässig war, als ich es nicht schriftlich gemacht habe, um einen Nachweis zu haben. Betrügen wollte ich aber keineswegs, zumal mir bewusst ist, dass es ohnehin nicht klappt, außer es wäre Schwarzarbeit. Mich stört die Unterstellung, dass ich mit Vorsatz gehandelt habe, was ich de facto niemals beabsichtigte. Nur weil ich es aktuell nicht belegen kann, schließt es ja nicht aus, dass ich trotzdem angerufen haben könnte und dies schon öfter vorgekommen ist.

Weil ich die Zusage sehr kurzfristig bekam und da auch noch bei Verwandten im Urlaub war. Fakt ist aber auch, dass ich rechtzeitig angerufen habe und zwar vor meinem ersten Arbeitstag. Naiv und unklug war lediglich, dass ich es nicht per Mail getan habe.

-- Editiert von User am 28. September 2023 11:49

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#10
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(944 Beiträge, 101x hilfreich)

Zitat (von Altair86):
Das liegt über ein Jahr zurück und in der Zwischenzeit habe ich den Vertrag bereits gewechselt. Der alte lief bis November, da ich am Black Friday einen neuen abgeschlossen habe.


Das ist natürlich sehr bedauerlich, die Daten werden dann vermutlich nicht mehr verfügbar sein.

Zitat (von Altair86):
Das ist wahr aber genauso kann auch das Jobcenter viel behaupten. Können die mit Gewissheit sagen, dass ich nicht angerufen habe und der Sachbearbeiterin kein Fehler unterlaufen ist oder Vergesslichkeit?


Das ist die Frage, hängt halt von der Aussage der Zeugin ab und wie diese vom Gericht bewertet wird.

Zitat (von Altair86):
Gilt nicht im Zweifelsfall die Unschuldsvermutung bzw. solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, die Unschuld?


Klar, aber wenn die Zeugin glaubhaft versichert, dass du weder angerufen hast, noch sie einen Fehler gemacht oder etwas vergessen hat, wird das Gericht im Rahmen seiner freien richterlichen Beweiswürdigung zu dem Schluss kommen, dass du die Arbeitsaufnahme eben nicht angezeigt hast.

BTW, hättest du nicht auch einen Aufhebungsbescheid bekommen müssen?

Zitat (von Altair86):
So ist es aber!


Sei mir nicht böse, aber für mich klingt das eher nach einer Gefälligkeitsaussage deiner Schwester.

Zitat (von Altair86):
Wieso würdest du davon abraten?


Weil das regelmäßig in die Hose geht - und zwar im Besonderen, wenn wenig bis keine Rechtskenntnisse vorhanden sind.

Zitat (von Altair86):
Was hätte ich groß zu verlieren?


Die Strafe könnte z.B. höher ausfallen.

Zitat (von CarstenF):
Warum meldet man das überhaupt erst 2 Tage vor Arbeitsbeginn? Hat man zumindest nach Erhalt des Geldes noch das JC kontaktiert?


Berechtigte Fragen.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

„ Sei mir nicht böse, aber für mich klingt das eher nach einer Gefälligkeitsaussage deiner Schwester."

Es ist wie es ist, auch Geschwister können Streit und ein angespanntes Verhältnis haben und übrigens kann ich dies vor Gericht per WhatsApp Chat nachweisen, falls man mir, wie in deinem Fall, unterstellen will, dass meine Schwester nie dabei war (die übrigens bei der Arbeitsagentur gearbeitet hat, was man ebenfalls prüfen und belegen kann) und dass ich mir diese Behauptung aus d r Nase gezogen habe.

„Die Strafe könnte z.B. höher ausfallen."

Ist das so? Weshalb sollte die Strafe höher ausfallen und welche Rechtfertigung und welches Strafmaß würde dann greifen? Freiheitsstrafe?

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Altair86
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

„ Sei mir nicht böse, aber für mich klingt das eher nach einer Gefälligkeitsaussage deiner Schwester."

Sei mir nicht böse aber ich gewinne hier immer mehr den Eindruck, dass du mir ein Stück weit unterstellst, dass ich mir das alles aus der Nase gezogen habe. Das wäre alles andere als pragmatisch, zumal man mich hier weder kennt noch sehen kann.

Es ist wie es ist, auch Geschwister können Streit und ein angespanntes Verhältnis haben und dies kann ich dies vor Gericht per WhatsApp Chat nachweisen, falls man mir, wie in deinem Fall, unterstellen will, dass es keinen Kontaktabbruch und Streit gab und meine Schwester nie dabei war (die übrigens bei der Arbeitsagentur gearbeitet hat, was man ebenfalls prüfen und belegen kann) und dass ich mir diese Behauptung aus der Nase gezogen habe.

„Die Strafe könnte z.B. höher ausfallen."

Ist das so? Weshalb könnte die Strafe höher ausfallen und welche Rechtfertigung und welches Strafmaß würde dann greifen? Freiheitsstrafe oder dergleichen, weil ich mich verteidigen und wehren wollte, statt den Vorwurf des Betrugs zu akzeptieren und brav die Strafe zu bezahlen?

-- Editiert von User am 28. September 2023 12:41

-- Editiert von User am 28. September 2023 12:44

-- Editiert von User am 28. September 2023 12:46

-- Editiert von User am 28. September 2023 12:47

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(882 Beiträge, 157x hilfreich)

Man hat das Geld vom Jobcenter allerdings ja nur nur erhalten, sondern es anscheinend auch ausgegeben, sonst müsste man es ja jetzt nicht in Raten abbezahlen. Da kamen dem Jobcenter wohl auch gewisse Zweifel, ob das tatsächlich alles ein großes Missverständnis ist.

Die werden doch eigentlich ganz froh sein, wenn sie einen "Kunden" loshaben und dieser Arbeit gefunden hat, da werden die eigentlich nicht dessen Neustart erschweren und diesen unnötig anzeigen.

Zitat (von Altair86):
Mich stört die Unterstellung, dass ich mit Vorsatz gehandelt habe, was ich de facto niemals beabsichtigte.


Es wird hier insofern (bedingter) Vorsatz angenommen, weil man als ALG- und Sozialhilfeempfänger jegliche Änderungen beim Einkommen melden muss. Zumindest aus Sicht des Jobcenters wurde das nicht getan.

Wie sich die eine eventuelle Verhandlung entwickelt, das kann niemand vorhersagen. Wenn Sie allerdings tatsächlich angerufen haben, müsste sich da meiner Ansicht nach fast irgendetwas finden lassen, das sollte man dann vorlegen.

Ich würde eigentlich auch davon ausgehen, dass das Jobcenter das nachprüfen kann, eigentlich müsste es das schon längst getan haben, allein schon deswegen, um eigene Fehler auszuschließen.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(781 Beiträge, 120x hilfreich)

Zitat (von Altair86):
Es geht um etwa 2.000€. Diese zahle ich in Raten zurück.
Das war aber wohl doch mehr als EIN Monat an Leistungen, oder?

Und die Frage, die sich ein Richter stellen wird: Du wusstest, dass Du das Geld unrechtmäßig erhalten hast ... wieso hast Du es ausgegeben?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

Ist das so? Weshalb sollte die Strafe höher ausfallen und welche Rechtfertigung und welches Strafmaß würde dann greifen? Ja, das ist so. Die restlichen Fragen sind etwas albern - wer soll denn bitte die exakte Strafhöhe nebst Urteilsbegründung vorhersagen?
Freiheitsstrafe? Von 30 oder 50 Tagessätzen Geldstrafe zu Freiheitsstrafe zu kommen, wäre dann schon schwierig, zumal § 47 StGB kurze Freiheitsstrafen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Insofern ist das sehr unwahrscheinlich. Aber eine höhere Geldstrafe ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#16
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8493 Beiträge, 4055x hilfreich)

Hallo,

Du schreibst, deine Schwester wäre eine Zeugin. Das ganze ist allerdings gar nicht so einfach wie du dir das wahrscheinlich denken wirst.

Stellt sich erst mal die Frage, wurde die Mitarbeiterin von dem Jobcenter allzu damals angerufen hast nach ihrer Zustimmung gefragt, dass eine Zeugin mit hört? Wenn nicht gefragt wurde und es auch keine Zustimmung gab, kann das durchaus zu einem Problem werden. Da könnte es dann die nächste Strafanzeige gehen.

Was könnte denn deine Schwester überhaupt reell bezeugen? Wahrscheinlich nicht wirklich viel mehr als das du ein paar bestimmte Worte zu irgend jemanden am Telefon gesagt hast.

in dem Fall würde ich mir schon ganz genau überlegen, ob sich all das ganze lohnt. Jetzt bei einem eventuellen Gerichtsverfahren ein paar Euro rausholen, dafür aber dann ein weiteres Gerichtsverfahren wegen einer anderen Straftat durchlaufen zu müssen.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1341 Beiträge, 267x hilfreich)

Zitat (von Altair86):
Es geht um etwa 2.000€. Diese zahle ich in Raten zurück.
Mit der Frage meinte ich, wie viele Tagessätze denn zu den 1.500,- EUR aus dem Strafbefehl führen. Bei monatlichen Einnahmen (netto) von 1.200,- EUR (zum Zeitpunkt der Verurteilung) könnte man grob eine Tagessatzhöhe i.H.v. 40,- EUR annehmen. Meine Frage zielte also einerseits darauf ab, wie erheblich die Geldstrafe ist (Anzahl TS), andererseits ob man im Zweifel den Einspruch evtl. auf die Höhe der TS begrenzen möchte.

Zitat (von Altair86):
Das liegt über ein Jahr zurück und in der Zwischenzeit habe ich den Vertrag bereits gewechselt.
Wie ich in #4 schilderte, könnte es sich aber lohnen, zumindest bei dem alten Anbieter einmal nachzufragen. Vielleicht hängt der EVN auch noch der entsprechenden PDF-Rechnung an? Außerdem führen Smartphones oder wenigstens digitale Haustelefone doch heutzutage Anruflisten, die teils unbegrenzt dokumentiert bleiben. Wie sieht es denn damit aus?

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Was könnte denn deine Schwester überhaupt reell bezeugen?
Ich hätte mir das nach den bisherigen Schilderungen jetzt so vorgestellt, dass die Schwester in Hörreichweite war (nicht unbedingt bei offenem Lautsprecher), aber über das zu führende Telefonat im Voraus oder im Nachhinein gesprochen wurde (i.S.v. "Ich muss(te) ja noch beim Jobcenter anrufen."). Positive Erlebnisse wie eine Jobaufnahme teilt man ja häufig auch gerne mit seinem privaten Umfeld.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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