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Auf Bewährung und dann Strafbefehl erhalten ???

 Von 
fb262160-77
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Auf Bewährung und dann Strafbefehl erhalten ???

Hallo,

Wenn man im Oktober 2009 eine geimschaftliche gefährliche Körperverletzung begeht und im Oktober 2010 zu 6 Monaten Bewährung auf 2 Jahre verurteilt wird und im Juli 2010 wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte 113 Absatz 1 Stgb einen Strafbefehl über 30Tagessätze zu 30€also 900 erhält wie läuft das dann ab?
Wenn man die 900€zahlt ist die Sache dann vom Tisch?
Die Bewährung kann nicht widerrufen werden da sie ja vor der Bewährungszeit liegt. Eine Strafe die 900€ habe ich für den Wiederstand gegen Vollstreckungsbeamte ja bekommen kann dann wenn ich den Strafbefehl akzeptiere noch irgendetwas vom Gericht kommen?

Danke

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Körperverletzung StGB Geldstrafe Gericht


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29586 Beiträge, 16088x hilfreich)

Hi,

es kommt sogar noch besser: Hier dürfte nach § 55 StGB eine Gesamtstrafe gebildet werden. Und beim Zusammentreffen von Geld- und Freiheitsstrafe entsteht eine neue Freiheitsstrafe, vermutlich dann 6 Monate und 2 Wochen. Insofern wäre da gar nichts zu zahlen. Sie sollten die nachträgliche Bildung einer Gesamtstrafe umgehend beantragen (nach Eintritt der Rechtskraft des Strafbefehles).

Gruß vom mümmel

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#2
 Von 
guest-12321.11.2010 12:52:59
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo,

das kann man nicht verallgemeinern, dass immer eine neue Gesamtfreiheitsstrafe entsteht. Es kann durchaus möglich sein, dass von der Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe abgesehen wird und die Geld- und Freiheitsstrafe nebeneinander bestehen bleiben.

Wenn Du die Geldstrafe akzeptierst, bzw. keinen Einspruch gegen den Strafbefehl einlegst, dann wird dieser rechtskräftig und Du erhälst dann von der Staatsanwaltschaft eine Rechnung über die Höhe der Geldstrafe die im Strafbefehl genannt ist und noch bisschen was kommt dazu an Verfahrenskosten. Wenn Du diese Rechnung dann gezahlt hast, dann ist die Sache vom Tisch und wird auch nicht im Bundeszentralregister eingetragen, da sich die Tagessätze auf unter 90 belaufen und Du gilst somit was diese Tat betrifft, als nicht vorbestraft, erscheint also nicht im Führungszeugnis. Wenn Du die Geldstrafe nicht aufeinmal bezahlen kannst, dann kannst Du einen schriftlichen Ratenzahlungsantrag bei der zuständigen Staatsanwaltschaft stellen.

Alles Gute.

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29477 Beiträge, 9042x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>das kann man nicht verallgemeinern, dass immer eine neue Gesamtfreiheitsstrafe entsteht. Es kann durchaus möglich sein, dass von der Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe abgesehen wird und die Geld- und Freiheitsstrafe nebeneinander bestehen bleiben. <hr size=1 noshade>


§ 55 StGB ist eine zwingende Regelung. Wenn die Voraussetzungen vorliegen (und das tun sie hier) muß eine Gesamtstrafe gebildet werden.

2 Ss 149/02 OLG Hamm
quote:<hr size=1 noshade>Liegen die Voraussetzungen für die nachträgliche Bildung einer Gesamtstrafe vor, ist [auch im Berufungsverfahren] zwingend eine Gesamtstrafenbildung vorzunehmen <hr size=1 noshade>



http://www.lexexakt.de/glossar/gesamtstrafe.php
quote:<hr size=1 noshade>Stoßen eine Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe aufeinander , wird nur auf einen Freiheitsstrafe erkannt . Die Geldstrafe wird dann im Verhältnis 1 Tagessatz Geldstrafe = 1 Tag Freiheitsstrafe (§ 43 StGB ) umgerechnet.

<hr size=1 noshade>


siehe auch § 54(3) StGB

Mümmel hat also völlig Recht...

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