Auswandern während Strafverfahren

26. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
Noslen
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Auswandern während Strafverfahren

Hallo,

ich habe eine Anzeige wegen Menschenhandel. Habe ich aber nicht gemacht. Eine Ex will mir eins auswischen. Aber spielt auch keine Rolle. Habe Anwälte hinzugezogen. Allerdings geht das Verfahren schon 4 Jahre und es passiert überhaupt nichts. Also Stillstand. Kann mich frei bewegen und wurde auch noch nie befragt etc. Gibt eh keine Beweise laut Akte, da auch nie was passiert ist. Aber es wurde auch noch nicht eingestellt.

Ich will auswandern (nicht flüchten), aber mein Anwalt sagt immer nur "Besser wäre es, wenn sie in DE sind".

Kann ich rechtlich auswandern bzw. mich abmelden aus DE? Zu Terminen, oder Anhörungen etc. würde ich natürlich in DE erscheinen.

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7479 Beiträge, 1556x hilfreich)

Zitat (von Noslen):
Besser wäre es, wenn sie in DE sind".


das sehe ich auch so
Zitat (von Noslen):
Kann ich rechtlich auswandern bzw. mich abmelden aus DE? Zu Terminen, oder Anhörungen etc. würde ich natürlich in DE erscheinen.


können kann man vieles. Man sollte nur bedenken, dass das auswandern sich eben negativ auf das Geschehen in Ihrem Prozess auswirken kann.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38797 Beiträge, 14058x hilfreich)

4 Jahre Laufzeit - wirklich sicher, dass das Verfahren noch läuft?

wirdwerden

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#3
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9571 Beiträge, 2357x hilfreich)

Theoretisch besteht immer die Gefahr, dass sich der Beschuldigte dem Strafverfahren entzieht, wenn er nicht in Deutschland ist und auch keinen Wohnsitz in Deutschland hat. Es besteht dann Fluchtgefahr, was dazu führen kann, dass ein Haftbefehl erwirkt wird. Bei einem schwerwiegenden Vorwurf wie Menschenhandel kommt ein Haftbefehl auch durchaus in Betracht. Vermutlich hält es der Anwalt deshalb für sinnvoller, dieses Risiko nicht einzugehen.

Gleichwohl finde ich vier Jahre ziemlich lang. Das kommt mir merkwürdig vor. Und ob man nach so einer Verfahrensdauer jetzt noch einen Haftbefehl durchkriegt, ist auch fraglich...

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121517 Beiträge, 40034x hilfreich)

Zitat (von Noslen):
Kann ich rechtlich auswandern bzw. mich abmelden aus DE?

Aufgrund der unbekannten Faktoren / Unwägbarkeiten ist das in Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.


Im übrigen stimme ich den Vorpostern zu, das kann zu sehr unangenehmen Folgen führen.



Zitat (von justice005):
Und ob man nach so einer Verfahrensdauer jetzt noch einen Haftbefehl durchkriegt, ist auch fraglich...

Ja, durchaus.
Wobei das Argument "bisher gab es noch keine Fluchtversuch" durchaus schwer wiegt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
Solan196
Status:
Master
(4883 Beiträge, 587x hilfreich)

Möchte man ins europäische Ausland wandern, oder eher in den Teil der Welt, welches kein Auslieferabkommen mit Deutschland hat?

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38797 Beiträge, 14058x hilfreich)

Ich komme nochmals auf die lange Laufzeit zurück. Das wäre doch erst einmal zu klären. So, wenn man dann, sofern das Verfahren überhaupt noch läuft, wo ich meine erheblichen Zweifel habe, eine Klärung hinsichtlich des Wohnortswechsels mit der Staatsanwaltschaft abstimmt, dann ist das doch kein Problem.

wirdwerden

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#7
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 326x hilfreich)

Zitat (von Noslen):
Kann mich frei bewegen und wurde auch noch nie befragt etc.
Die Beschuldigtenvernehmung erfolgt (aus Gründen) rglm. erst zum Abschluss der Ermittlungen. Wenn wir hier nach den bisherigen Schilderungen bei einem Vergehen nach 232 Abs. 1 StGB bleiben, so würde ich davon ausgehen, dass in den nächsten Monaten etwas passieren müsste (Beschuldigtenvernehmung, SB, Klageerhebung u.a.), um der 5-jährigen Verfolgungsverjährung vorwegzugreifen.

Grundsätzlich bin ich Kritiker des "Strafe vor Urteil"-Prinzips (das schreibe ich bewusst so, da wir in der heutigen Praxis weit weg von einer verstandenen Unschuldsvermutung sind), unabhängig davon, ob es sich um den suizidalen Beschuldigten handelt, der trotz wahrscheinlichen Freispruchs ob der beeindruckenden Ermittlungsmaßnahmen den letzten Ausweg sucht oder um jenen, der sich (wie in dem vorliegenden Fall) in seiner Freizügigkeit eingeschränkt sieht. Im Gerichtssaal bekommt man täglich von der Verteidigung zu hören, der Angeklagte sei bereits unter dem Eindruck des Strafverfahrens erheblich belastet (sei es aufgrund der Verfahrensdauer, vorgenommener Ermittlungsmaßnahmen, soziale Wechselwirkungen oder was auch immer). Aufgrund des inflationären Gebrauchs dieses Hinweises und angesichts dessen, dass die tatsächliche Beeinträchtigung in nicht einem Fall hinterfragt oder bestimmt wird, kann sich jedermann ableiten, dass eben diese nur eine geringe Auswirkung auf die Urteilsfindung hat. Im Umkehrschluss kann ich Beschuldigten nur raten, sich nicht der natürlichen Belastung eben dieses Eindrucks hinzugeben.

Nach den bisherigen Schilderungen würde ich noch etwas abwarten, ob es nicht doch zu einer Einstellung (bzw. Einladung zur Beschuldigtenvernehmung) kommt. Ansonsten würde ich meinen Verteidiger um Vermittlung mit der zuständigen StA beauftragen unter Benennung der Rahmenbedingungen und Zusage einer ladungsfähigen Anschrift. Als StA würde ich wiederum dem Ersuchen tendenziell stattgeben, da sich angesichts der langen Verfahrensdauer und des Umstandes, dass man im Vorhinein die Zustimmung einzuholen versucht, der Verdacht auf Fluchtgefahr i.S.d. 112 Abs. 2 Nr. 2 StPO negiert.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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