Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
530.498
Registrierte
Nutzer

Beleidigung und Bedrohung im Ladengeschäft

 Von 
spreeparkeinbrecher
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 2x hilfreich)
Beleidigung und Bedrohung im Ladengeschäft

Ich wollte in einem bekannten Elektrofachhandel ein defektes Gerät (5 Monate alt) umtauschen, aber man hat mir den Umtausch verweigert und mir statt dessen nach einem Streit Hausverbot erteilt. Nun soll ich aber den Security-Mitarbeiter beleidigt haben (die Polizei wurde gerufen, weil ich nicht ohne Lösung gehen wollte. Ich bin im Streit um das Gewährleistungsrecht laut geworden und habe lediglich einer Kassiererin, die mir mit "Halt die Klappe" entgegenkam mit "F... dich" geantwortet. Der Security-Mitarbeiter hatte mich geschubst und ich meinte daraufhin "Ich habe HIV und könnte Sie jetzt anspucken" (das war wohl die Bedrohung?). Das mit dem Bespucken habe ich gemeint, weil er mir so sehr auf die Pelle rückte, dass er mich fast geküsst hätte in einem Moment. Die Polizei hat nun eine Anzeige aufgenommen, wegen Beleidigung und Bedrohung gegen den Security-Mitarbeiter.

Ich habe an die Filialleitung inzwischen geschrieben und für den lautstarken Streit um Entschuldigung gebeten und mich beschwert, dass mir Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen wird. Aus meiner Sicht ist "F... dich" ein unvernünftiger Vorschlag und "könnte anspucken" ein Möglichkeitshinweis (könnte = Konjunktiv) und keine Bedrohung.

Wie seht ihr das? Was würde nun hier auf mich zukommen?

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Polizei Bedrohung Hausverbot verweigert


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7115 Beiträge, 3742x hilfreich)

Hallo

Zitat:
"F... dich" ein unvernünftiger Vorschlag
Ist aber beleidigend, war ja auch so von dir gemeint, anderes glaube ich dir eher nicht.

Zitat:
könnte anspucken" ein Möglichkeitshinweis (könnte = Konjunktiv) und keine Bedrohung.
Interessante Auffassung die du da vertrittst. Hättest du nur gesagt anspucken, dann könnte man das evtl noch so sehen, aber deine Worte waren ja laut dir
Zitat:
Ich habe HIV und könnte Sie jetzt anspucken
das ist nunmal was ganz anderes als ich könnte sie anspucken!

Deiner Auffassung nach, könnte auch Jemand mit einer Schusswaffe auf dich zielen und sagen, ich könnte abdrücken, bedroht würdest du dich dadurch ja nicht fühlen oder?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26644 Beiträge, 14610x hilfreich)

das ist nunmal was ganz anderes als ich könnte sie anspucken! Eigentlich nicht. Eine Bedrohung setzt die Androhung eines Verbrechens voraus. Jemand mit HIV zu infizieren, ist aber in der jüngeren Rechtsprechung kein versuchter Totschlag mehr (was ein Verbrechen wäre), sondern halt versuchte gefährliche Körperverletzung. Und das ist kein Verbrechen, sondern ein Vergehen = keine Bedrohung i. S. d. § 241 StGB .

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10511 Beiträge, 7474x hilfreich)

Die Bedrohung ist rechtlich gesehen keine - aber es könne eine Nötigung stattdessen sein - was es nicht besser macht.

Zitat:
Wie seht ihr das?

Dass der Brief an die Fillialleitung im besten Fall nutzlos, im wahrscheinlichen Fall aber kontraproduktiv war.
Sollte der Inhalt des Briefs der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis kommen, werden Sie damit die Chancen auf eine Einstellung deutlich reduziert haben. Rechtfertigung und "Herunterspielen" kommen bei Staatsanwaltschaften nicht gut an.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 183.241 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
77.532 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.