Beschuldigung wegen Diebstahl - Wäre ein nachträgliches Geständnis bei der Polizei empfehlenswert?

15. Mai 2012 Thema abonnieren
 Von 
zoom1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Beschuldigung wegen Diebstahl - Wäre ein nachträgliches Geständnis bei der Polizei empfehlenswert?

Guten Tag erstmal,

Person A steht momentan vor einem kleinem bis großem Dilemma^^. Sie ist 20 Jahre alt und hat vor ein paar Monaten in einer Disko eine Flasche Wodka und eine Flasche Saft geklaut. Sie ist nicht direkt von der Security erwischt worden, wurde aber später als die Flaschen schon weg waren, von den Aufsehern angesprochen und aufgefordert für den Wert der Flaschen (80€) aufzukommen, da Person A anscheinend bei der Tat von einem Zeugen beobachtet worden ist.

Person A hat, da sie im Vollsuff war, natürlich die Tat bestritten und wollte nicht bezahlen. Daraufhin wurde sie, gegen ihren Willen, von der Security in einen Nebenraum gedrängt. Person B, ein Freund von Person A, kann dieses Vorgehen bestätigen. Person B durfte den Raum nicht betreten. Im Raum wurde Person A dazu gedrängt, den Betrag zu bezahlen, da sonst "Prügel" drohe. Erst als Person B die Polizei gerufen hatte und die Security darauf aufmerksam gemacht hatte, wurde Person A wieder "freigelassen".

Als die Polizei eingetroffen ist, Person A war nicht mehr in dem Raum, hat sie die Daten aufgenommen. Die Polizei hat Person A des Weiteren auf Alkohol geprüft und einen Pegel von 1,7 pro Mille festgestellt. dann ist Person A ist ohne "Strafe" gegangen.

Einige Tage darauf hat Person A von der Polizei eine Vorladung erhalten. Hier wurde sie einmal wegen Diebstahl von der Polizei angezeigt, und andererseits wurde die Disko aufgrund von "Freiheitsberaubung und Nötigung" von der Polizei angeklagt.
Person A hat ihre Aussage, die sie bereis bei am Tat-Abend bei der Polizei gemacht hat (Nicht schuldig und Freiheitsberaubung durch Security...), bestätigt.

Zwei Monate später wurde jetzt Person B zur Zeugenaussage aufs Revier gerufen und bestätigt dort die Aussage von Person A.
Dort wird sie aber auch mit Beweisfotos, wo der Angeklagte Person A eine Wodkaflasche in der Hand hält, konfrontiert.

Person A war sich zwar, aufgrund des hohen Alkoholpegels und der Tatsache, dass auch Person B nichts verlässliches zu dem Diebstahl sagen konnte, nicht wirklich bewusst, dass sie (Person A) die Flaschen geklaut hatte. Aber spätestens mit den Fotos wird auch Ihr bewusst, dass sie wohl dafür verantwortlich seien muss, auch wenn die Sache mit der Freiheitsberaubung und Nötigung korrekt sind.

Nun ist es zwar noch zu keiner Anklage durch die Staatsanwaltschaft gekommen, aber aufgrund der Sachlage, wird dies wohl nicht lange auf sich warten lassen. Und Person A wird sicherlich nicht ohne Verurteilung davonkommen.
Nun stellt sich die Frage wie Person A am besten handelt um das Strafmaß/Kosten(Geld) zu minimieren. Von der "Gegenklage" durch die Polizei wegen Nötigung etc. möchte Person A nichts mehr zu tuen haben.

Wäre ein nachträgliches Geständnis bei der Polizei empfehlenswert?

Anzumerken wäre noch, dass die Anklage durch die Polizei erfolgt ist und, dass Person A bisher niemals sträflich/polizeilich aufgefallen ist.

Vielen Dank bereits im Vorfeld für eure Mühe!

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7 Antworten
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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38860 Beiträge, 14069x hilfreich)

Eine vorläufige Festnahme ist gem. § 127 StPO auch von Nicht-Polizisten möglich.

wirdwerden

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9530x hilfreich)

Aber nur auf frischer Tat betroffen oder verfolgt (und das ist hier zumindest fraglich - da die "Festnahme" ja wohl zeitlich einiges nach dem Diebstahl erfolgte, müßte man also näher beleuchten). Weiterhin muß derjenige der Flucht verdächtig sein, oder die Identität nicht feststellbar sein. Insoweit die Person sich ausweist und keine Fluchtanstalten macht, hat sich das Festnahmerecht nach Abs. 1 schon erledigt. Außerdem beeinhaltet das Festnahmerecht lediglich den Zweck denjenigen der Polizei zu übergeben und natürlich kein "Nötigungsrecht" hinsichtlich irgendwelcher Zahlungen. Offenbar war das den Sec.-Leuten auch sehr klar, da unmittelbare "Freilassung" erfolgte, als die Polizei unterwegs war (und nicht erst als sie da war)

Zur Frage an sich:

quote:

Wäre ein nachträgliches Geständnis bei der Polizei empfehlenswert?


Es würde in jedem Fall mildernd wirken. Ob man grundsätzlich gestehen will, kann man nur selbst entscheiden.

quote:
Von der "Gegenklage" durch die Polizei wegen Nötigung etc. möchte Person A nichts mehr zu tuen haben.


Abgesehen davon, dass das keine "Gegenklage" ist, sondern ein Ermittlungsverfahren gegen die Sec.-Leute wegen des Verdachtes einer Straftat durch diese, kann sich der Zeuge (der A in diesem Fall ist) nicht aussuchen, ob er "was damit zu tun haben will". Sollten die Sec.-Leute angeklagt werden und A als Zeuge zur Hauptverhandlung geladen werden (was zu 100% passieren würde, es sei denn die Sec.-Leute gestehen) müßte er dort erscheinen und auch wahrheitsgemäß aussagen.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
zoom1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Erstmal danke für die Antworten!

Nun mal abgesehen von dem Ermittlungsverfahren, dass gegen die Security-Leute ansteht, bleiben Person A im Grunde 2 Möglichkeiten, wenn es mich nicht täuscht.
Entweder sie gesteht den Diebstahl, oder sie wartet ab, wie sich die Sache entwickelt.

Ich schätze, dass es wohl zu einer Verfahren kommen würde, wenn sie die Sache einfach laufen lässt, ohne jetzt noch etwas zu tun. Sollte es dazu kommen, müsste sie sich wohl einen Anwalt nehmen und dennoch mit einer Entscheidung rechnen, die sie schuldig spricht.

Wenn Person A nun einfach ein Geständnis bei der Polizei vorlegt, ohne die Einschaltung eines Anwalts, spart sie auf jeden Fall mal die Kosten für diesen und eine Verhandlung ist eher unwahrscheinlich oder sollte es zu einer kommen, wäre es wohl auch ohne einen Anwalt zu lösen.

Was würdet Ihr empfehlen? Wie seht ihr die Lage? Bzw. kennt ihr noch andere empfehlenswerte Möglichkeiten? Es geht mir hier vor allem mal darum, die Kosten gering zu halten, da Person A als Azubi leider nicht das große Geld verdient.


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-- Editiert zoom1234 am 17.05.2012 01:57

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9530x hilfreich)

quote:
Entweder sie gesteht den Diebstahl, oder sie wartet ab, wie sich die Sache entwickelt.


Richtig erkannt

quote:
Ich schätze, dass es wohl zu einer Verfahren kommen würde, wenn sie die Sache einfach laufen lässt, ohne jetzt noch etwas zu tun.


Kommt auf die Beweislage an

quote:
Sollte es dazu kommen, müsste sie sich wohl einen Anwalt nehmen und dennoch mit einer Entscheidung rechnen, die sie schuldig spricht.


Einen Anwalt muß man sich nicht nehmen

quote:
Wenn Person A nun einfach ein Geständnis bei der Polizei vorlegt, ohne die Einschaltung eines Anwalts, spart sie auf jeden Fall mal die Kosten für diesen und eine Verhandlung ist eher unwahrscheinlich


Ja, eine Verhandlung ist dann eher unwahrscheinlich, sondern max. ein Strafbefehl. Der kostet 63,50 € (Gebühren zzgl. zur eig. Strafe) statt 120,00 (+ Zeugenauslagen) wie die Verhandlung.

quote:
Was würdet Ihr empfehlen? Wie seht ihr die Lage?


Wie schon gesagt, dass können Sie nur selbst entscheiden. Wenn die Beweise nicht zur Anklage reichen, wird es richtig billig. Dann kostet es näml. gar nichts. Reichen die Beweise, wäre ein Strafbefehl oder eine § 153a Einstellung mit Auflage (was halt bei einem Geständnis wahrscheinlich wäre) unter dem Strich billiger als eine Verhandlung (falls es eine geben würde).

Ein Anwalt (wenn man denn unbedingt einen nehmen wollen würde), würde die Kosten natürl. in jedem Fall sprengen.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
zoom1234
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für deine Antwort Streetworker.

Wenn Person A nun nachträglich ihre erste Aussage abändern/ergänzt und die Tat gestehen würde, wie hätte so ein Geständnis auszusehen?

1. Als erstes sollte man wohl sagen, warum man seine Meinung geändert hat. Ich denke ein schlechtes Gewissen wäre hier wohl passend (oder sollte Person A sagen, dass ihr die Wahrheit erst im späteren eingefallen ist? Das macht wohl einen unglaubwürdigen Eindruck :O).

2 Als zweites wird man wohl den Tatablauf näher beschreiben müssen ( Die Wahrheit wäre hier, dass ich mich an sie nicht erinnern kann, aber es macht wohl einen besseren Eindruck, wenn ich hier sage, dass ich sie einfach vom Tresen geklaut habe. Oder wie seht ihr das?)

3.Als zweites sollte man Reue zeigen, doch wie hat das am besten auszusehen? Reicht es, wenn man "Tut mir Leid und wird nicht mehr vorkommen sagt"?
Und soll Person A das Ganze irgendwo auf den Alkoholkonsum schieben, z.b. als Motivgrund, oder sollte sie das einfach auslassen, weil es einen "schlechten Eindruck" macht?

Wäre sehr freundlich, wenn ihr mir nochmals behilflich seien könntet.


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1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33073 Beiträge, 17330x hilfreich)

Sie sollen ein Geständnis schreiben und keine Novelle. "Ich räume den Tatvorwurf ein" genügt völlig.

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