Beschwerde = Üble Nachrede?

27. Juni 2016 Thema abonnieren
 Von 
marcelessen
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)
Beschwerde = Üble Nachrede?

Hallo,

folgende Lapalie hat sich zugetragen.
Ich stand an der Bushaltestelle, wartete auf den Bus welcher dann auch pünktlich kam.
Er fuhr kurz ran, schaute in meine Richtung und fuhr einfach weiter ohne die Türen zu öffen. Ohne dass ich unpünktlich war oder man mich nicht sehen konnte etc. Ordnungsgemäß wartete ich. Ja genau so wie es klingt fühlte ich mich danach auch. Er fuhr ran, ich bereitete mich darauf vor einzusteigen und dass er die Türen aufmacht - und wech war er.
Ich war verblüfft und konnte es nicht glauben. Ich habe mich natürlich dann bei dem Verkehrsunternehmen via Facebook öffentlich auf der Seite und privat via Nachricht beschwert und entsprechende Konsequenzen für den Fahrer gefordert. Dieser wurde wohl befragt und heraus kam er habe mich nicht wahrgenommen, so die Rückantwort. Ja ach...:)

Ja nun frage ich mich aber, da ich das ja alles nicht beweisen kann, ob die den Spieß umdrehen können?
Dass ich gar eine Anzeige wegen übler Nachrede bekomme. Denn ich habe ja, sogar öffentlich im Internet, eine Behauptung aufgestellt welche Konsequenzen für den Fahrer haben kann ( zurecht - denn er hat mich echt stehen gelassen ohne meines Zutuhens )

Ach da hab ich mir wieder was eingehandelt. Aber soll man dann die klappe halten und alles hinnehmen nur weil man es gerade nicht beweisen kann?

Wie sieht das denn aus? Liege ich mit meinem eigenartigen Gefühl richtig? Muss ich mich sorgen? :) Also das wäre ja ein Ding..

Danke für die Antworten...

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
D_8699
Status:
Schüler
(150 Beiträge, 87x hilfreich)

Zitat (von marcelessen):
Liege ich mit meinem eigenartigen Gefühl richtig?

Nein
Zitat (von marcelessen):
Muss ich mich sorgen?

Nein
Zitat (von marcelessen):
folgende Lapalie hat sich zugetragen

Ja

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122705 Beiträge, 40167x hilfreich)

Zitat:
Dass ich gar eine Anzeige wegen übler Nachrede bekomme.

In Deutschland kann jeder jeden wegen allem anzeigen.
Ob sich Unternehemen und/oder Fahrer die Mühe deswegen machen? Zumal von den überlasteten Staatanwaltschaften bei "Kleinkram" gerne ganz eingestellt oder auf den Privatklageweg verwiesen wird.



Zitat:
Denn ich habe ja, sogar öffentlich im Internet, eine Behauptung aufgestellt welche Konsequenzen für den Fahrer haben kann

Da käme es ganz auf die Formulierung an.
Wenn da nur schalich und nüchtern geschidert wurde, dürfte das kein Problem geben.
Bei emotional auf geladenen Schilderungen schreibt man oft dinge die ungünstig sind.




Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Ich bezweifle, daß hier "welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist" (§186 StGB ) auch nur annähernd einschlägig ist. Zumal ja vermutlich mangels Kenntnis nicht mal der Name genannt wurde.

Nicht jede unbeweisbare Tatsachenbehauptung ist eine üble Nachrede.

Auf mögliche arbeitsrechtliche "Konsequenzen" für den Fahrer kommt es nicht an, jedenfalls nicht strafrechtlich.
Zumal ich bezweifle, daß er mehr als einen Rüffel zu erwarten hätte. Augenblicksversagen gibt es jeden Tag.
Zivilrechtlich könnte der Fahrer dann Regreß fordern, wenn ihm finanzielle Schäden aus der unbewiesenen Behauptung erwachsen. Dazu müßte er aber wohl nachweisen, daß diese vorsätzlich falsch erfolgte, da er aus §186 StGB gerade keine Grundlage ableiten kann für eine Forderung.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1107 Beiträge, 1210x hilfreich)

Zitat:
Zumal ja vermutlich mangels Kenntnis nicht mal der Name genannt wurde.
Darauf kann es meines Erachtens nicht ankommen. Es war eine Individualisierung über sonstige Angaben (Abfahrtzeit, Buslinie) beabsichtigt und diese ist offenbar (oder angeblich, wei weiß wie intensiv die der beschwerde nachgegangen sind) auch tatsächlich gelungen. Dabei beziehe ich mich auf die Nachricht direkt an das Unternehmen. Da braucht es den Namen im Zweifelsfall nicht. Im Übrigen sehe ich aber natürlich auch keine üble Nachrede.

Zitat:
Er fuhr kurz ran, schaute in meine Richtung und fuhr einfach weiter ohne die Türen zu öffen.
Ich finde es interessant, dass aus aufgrund dieses Einzelfalls so ein Fass aufmachen und sich dabei auch auf diesen Einzelfall beziehen. Was wollen Sie dem Fahrer für einen Vorwurf machen, soll er absichtlich gehandelt haben? Fahrer befinden sich in einem kleinen Dilemma. An kleinen Haltestellen irgendwo im Nirgendwo steigt keiner aus und wenn dann auch keiner an der Haltestelle steht, ergibt es schlichtweg keinen Sinn, dort zu halten oder gar die Türen zu öffnen. Wenn auf der linie nun mehrere Busse verkehren oder sich es vielleicht auch nur regnet und es an der Haltestellen ein Häuschen gibt, dann stehen dort Menschen, die nicht einsteigen wollen. Will nun keiner aussteigen, muss der Fahrer sich genau überlegen, ob es sich lohnt anzuhalten oder nicht. Dazu muss der sich die Menschen da draußen anschauen und sich fragen, ob diese wohl einsteigen wollen oder nicht. Dabei ist der Fahrer darauf angewiesen, deren verhalten zu deuten. Wenn die Person da draußen nun nicht klar zu erkennen gibt, dass sie mitfahren will, dann ist es nur überaus menschlich, wenn der Fahrer den eigentlichen Wunsch dieser Person auch mal verkennt. Alternativ hat der Fahrer sie (wo wie angegeben) überhaupt nicht gesehen. Kann auch sein, das alles geschieht schließlich im Straßenverkehr und da gab es ein "Übersehen" schon in viel brenzligeren Situationen. Und nun? **** happens.

Zitat:
Konsequenzen für den Fahrer gefordert
Und an was dachten Sie da?

Zitat:
Aber soll man dann die klappe halten und alles hinnehmen nur weil man es gerade nicht beweisen kann?
Machmal sollte man schon deshlab die Klappe halten, weil man so bei gleicher oder nur unbedeutend geringerer Wirkung deutlich weniger Stress hat und seine Nerven schonen kann.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Zitat:
Es war eine Individualisierung über sonstige Angaben (Abfahrtzeit, Buslinie) beabsichtigt und diese ist offenbar (oder angeblich, wei weiß wie intensiv die der beschwerde nachgegangen sind) auch tatsächlich gelungen.


Ich lese aus dem Eingangsbeitrag nicht heraus, daß öffentlich genaue Daten ("der 23er Bus, der um 9:24 an der Haltestelle Bubbesgraben halten sollte") angegeben wurden.

Zitat:
Dabei beziehe ich mich auf die Nachricht direkt an das Unternehmen.


Da würde dann immerhin schon mal "in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen" herausfallen, selbst wenn man dem Busfahrer Schlimmeres vorgeworfen hätte.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
marcelessen
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)

Also es war so, dass ich auf jeden Fall den Eindruck vermittelt habe mitzufahren. Ich habe ja auch mein Portemonnaie rausgeholt und stand dort entsprechend und schaute richtung Bus. Und ich wohne in einer Großsstadt. Der Bus hat bisher immer dort gehalten. Und ich war verblüfft ( mit sicherheit nicht umsonst, wenn es mein Verschulden gewesen, wäre ich dies sicher nicht gewesen ) und stinksauer in dem Moment, denn es war letzte Woche dieser eine Tag an dem es so heiß war. Ich konnte dann noch mal 20 min. dort verharren.

Ganz sachlich war ich auch nicht. Ich schrieb öffentlich die Uhrzeit und Buslinie und auch dass ich dieses Verhalten eben für asozial und arbeitswidrig halte und es kein Wunder sei, dass die Person "nur" Busfahrer sei bei der Arbeitsmoral. Ich habe konkret eine Abmahnung gefordert. Das Ganze wurde dann an den Fahrdienstleiter weitergeleitet.

Heute hat sich das Verkehrsunternehmen auch wieder bei mir gemeldet und sich noch mal entschuldigt und gesagt das Kollegen den Fahrer sonst als sehr nett und zuverlässig beschreiben und man nun hofft dass sowas nicht noch mal vorkommt. Ich habe geantwortet, dass ich ja ansonsten zufrieden sei und ich die Angelegenheit gerne vergesse..Ich finde auch gut, dass sich das Verkehrsunternehmen eben auch um Klärung bemüht hat. Dementsprechend ist die Sache für mich dann auch vom Tisch.

Und zum Thema klappe halten...Das lag auch am Wetter, ich hatte ohnehin die Schnauze voll und dann stehe ich da bei der Hitze wie bestellt und nicht abgeholt im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich reflektiere jedoch immer alles und im Nachgang empfand ich die Beschwerde selbst als zu heftig. Und eben bei der Reflektion habe ich mich auch gefragt ob sowas nicht strafbar sein könnte, denn ich habe ja für meine Anschuldigun keinerlei Beweise. Aber was hätte ich davon ohne Sinn und Zweck mich zu beschweren? Naja. stimmt im Endeffekt wäre ich besser gefahren mit einer Entspannungsübung nach dem Vorfall und ihr hättet nichts zum antworten ;) Das öffentliche Posting habe ich auch 2-3 Tage später gelöscht, falls das wichtig ist.



-- Editiert von marcelessen am 28.06.2016 17:45

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122705 Beiträge, 40167x hilfreich)

Zitat:
auch dass ich dieses Verhalten eben für asozial und arbeitswidrig halte und es kein Wunder sei, dass die Person "nur" Busfahrer sei bei der Arbeitsmoral.

Auf Facebook oder nur an das Unternehmen?



Zitat:
Naja. stimmt im Endeffekt wäre ich besser gefahren mit einer Entspannungsübung nach dem Vorfall und ihr hättet nichts zum antworten ;)

Naja, wir könnten dann antworten, das es genau richtig war erst die Entspannungsübung zu machen und dann zu posten ... :grins:



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
marcelessen
Status:
Frischling
(42 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat:
auch dass ich dieses Verhalten eben für asozial und arbeitswidrig halte und es kein Wunder sei, dass die Person "nur" Busfahrer sei bei der Arbeitsmoral.

Auf Facebook oder nur an das Unternehmen?

Auf der Unternehmensseite UND via Nachricht..bei Facebook. für jeden sichtbar also. Wenn schon, denn schon ;) Aber der Beitrag wurde inzwischen gelöscht von mir wie gesagt.



Zitat:
Naja. stimmt im Endeffekt wäre ich besser gefahren mit einer Entspannungsübung nach dem Vorfall und ihr hättet nichts zum antworten ;)

Naja, wir könnten dann antworten, das es genau richtig war erst die Entspannungsübung zu machen und dann zu posten ... :grins:


-- Editiert von marcelessen am 28.06.2016 20:14

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Zitat:
Ich schrieb öffentlich die Uhrzeit und Buslinie und auch dass ich dieses Verhalten eben für asozial und arbeitswidrig halte und es kein Wunder sei, dass die Person "nur" Busfahrer sei bei der Arbeitsmoral.


Das dürfte noch unter Meinungsäußerung fallen und ist IMO keine Beleidigung.
"Üble Nachrede" käme ja ohnehin nur in Betracht, wenn der Busfahrer den Vorfall bestreiten würde, was er offenbar nicht tut.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Seb_Weniger
Status:
Lehrling
(1158 Beiträge, 661x hilfreich)

Zitat (von marcelessen):
dass die Person "nur" Busfahrer sei bei der Arbeitsmoral.

Aber sonst ist alles gut bei dir, oder?
Busfahrer ist ein absolut ehrenwerter Beruf mit einem sehr, sehr hohem Maß an Verantwortungsbewusstsein.
So viel Verantwortungsbewusstsein werden viele Menschen gar nicht haben!

Ich empfehle mich.

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