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Betrug? Brille

 Von 
guest-12303.07.2019 17:58:51
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 0x hilfreich)
Betrug? Brille

Hallo,

also mich interessiert folgendes:

Person A will sich eine Sonnenbrille kaufen und geht ins Internet. Dort findet er eine Markenbrille zu einem unschlagbaren Preis. Diese erhält er, ist aber skeptisch ob es sich um ein original handelt (ohne dass dafür Gründe vorliegen, alles sieht optisch für einen Laien zu 100% aus wie ein original). Er geht zu einem Fachgeschäft. In diesem Fachgeschäft lässt er die Brille begutachten, bekommt gesagt dass diese Brille original sein müsste (Messwerte für UV stimmten und Co). Da Person A ohnehin noch eine zweite Brille kaufen möchte, fragt er ob er eine kaufen könne und Fragt ob das Geschäft eine Tiefstpreisgarantie hätte. Diese Frage wird bejaht. Da Person A nun aber ohnehin einen Günstigen Preis auf einer deutschen Onlineplattform gefunden hatte, auf der ein Händler einen ca 70% besseren Preis als das Brillengeschäft anbietet, zeigt er dieses auf seinem Handy vor und fragt ob das denn reichen würde. Die Verkäuferin geht zum Chef und fragt, dieser verlangt dass Sie in der Zentrale von einer Wettbewerbsabteilung das prüfen lässt, diese schaute sich die Seite kurz an und gab dann das "Go". Brille wird an Person A verkauft und alles ist gut. Person A erzählt davon seinen Freunden und Person B geht mit Person A nochmal zu dem Geschäft, bekommt ohne größere weitere Prüfung (wurde ja schon bei Person A gemacht) auch eine für den günstigen Preis verkauft.

Nun wollen Person C und D das Angebot auch nutzen, gehen zu einer anderen Filiale, diese ruft auch nochmal in der Wettbewerbsabteilung an (diese hat anscheinend bereits neue Informationen zu der Seite), diesmal heisst es, dass die Seite Fakeartikel verkaufen würde, bzw der Händler der den Verkauf dann durchführt. Person A war dies so nicht bewusst.

Hat Person A nun einen Betrug begangen? Durch die falsche Tatsache des reduzierten Preises auf der Website hat dieser ja schließlich einen Vermögensvorteil erzielt. Person A sah zwar den Preis auch etwas kritisch und komisch, aber es lagen ja nun keine weiteren Hinweise auf ein Fakeangebot vor. Was bedeutet dies nun Strafrechtlich?

Den Name von Person A hat sich die Verkäuferin beim ersten verkauf aufgeschrieben, ungefragt. Einfach von der EC Karte abgeschrieben.

-- Editiert von loremipsum am 19.10.2018 20:53

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Betrug Person bedeutet strafrechtlich


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84675 Beiträge, 34546x hilfreich)

Zitat (von loremipsum):
Was bedeutet dies nun Strafrechtlich?

Erst mal nichts.



Zum einen ist das mit den Fakeartikeln ja noch gar nicht bewiesen.

Zum anderen hat man das nicht vorsätzlich gemacht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
guest-12303.07.2019 17:58:51
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 0x hilfreich)

Muss Person A nicht beweisen, dass da kein Vorsatz dabei war? Bzw wie wird sowas idR. von der Staatsanwaltschaft behandelt?

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84675 Beiträge, 34546x hilfreich)

Zitat (von loremipsum):
Muss Person A nicht beweisen, dass da kein Vorsatz dabei war?

Nö, die Staatsanwaltschaft muss beweisen, dass da ein Vorsatz war.

Wobei es durchaus günstig sein kann, wenn man auch selbst Beweise für seine Unschuld hat.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28617 Beiträge, 8627x hilfreich)

Zitat:
Hat Person A nun einen Betrug begangen?

Nein. Zum einen scheitert es spätestens am Vorsatz (den müsste die StA beweisen) und zum anderen sind auch schon die objektiven TBM nicht erfüllt, da A keine "falschen Tatsachen vorgespiegelt" hat. Er hat lediglich auf ein Angebot im Internet hingewiesen, welches es tatsächlich so gab und hat eine dort(?) gekaufte Brille in dem Fachgeschäft ja sogar noch begutachten lassen.

Anderes wäre es nur, wenn A (oder ein Mittäter) selbst ein günstiges "Fake-Angebot" erstellen würde, um damit dann eine Tiefstpreisgarantie in Anspruch zu nehmen (also vorspiegeln würde, dass die originale Brille zum Preis X angeboten wird, obwohl das gar nicht der Fall ist). Auch wenn A sicher wüsste, dass es sich um ein Fake-Angebot handelt (ohne selbst daran beteiligt zu sein) könnte man über Betrug diskutieren.

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#5
 Von 
guest-12303.07.2019 17:58:51
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 0x hilfreich)

Würde solch ein Verfahren dann nicht ohnehin von der Staatsanwaltschaft nach 170 eingestellt werden, bevor Person A überhaupt etwas davon mitbekommt?

Danke für die konstruktiven Beiträge!

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28617 Beiträge, 8627x hilfreich)

Möglich...

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