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Betrug - Was passiert bei der Polizei?

3.5.2004 Thema abonnieren Zum Thema: Geld Kommen Opfer
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Betrug - Was passiert bei der Polizei?

Hallo,
ich habe einen Warenbetrug begangen (1500,- Eur) und muss nun nächsten Monat zur Polizei.

Was erwartet mich dort?

Danke im Vorraus

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Geld Kommen Opfer


17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Man wird Dich zur Tat befragen.

Du "mußt" übrigens nicht zur Polizei. Ein Beschuldigter muß nur auf Ladung eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft erscheinen, nicht aber bei der Polizei.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke.

Nun war es so, dass sich das Opfer vor ein paar Wochen bei mir gemeldet hatte und mir sagte, er habe mich angezeigt.

Ich hatte ihm daraufhin Ratenzahlungen vorgeschlagen und bin ihm nur noch 100,- Eur schuldig,
die ich noch diese Woche zahlen werde.

Wir hatten uns auch eigentlich darauf geeinigt,
dass ich ihm das Geld zurückzahlen würde und er
meinte, wenn er sein Geld zurückhätte würde er
"Polizeilich" auch nichts weiter unternehmen.

Nun stand ja, wie gesagt vor ein paar Tagen die
Polizei vor mir und sagte mir ich solle am Montag zu einer Aussage kommen.

Ich habe daraufhin das Opfer kontaktiert und er
meinte, er hätte das mit der Anzeige vergessen und dachte die Polizei würde sich nicht mehr
weiter darum kümmern.

Er hat nun bei der Staatsanwaltschaft angerufen und meinte, ich solle am Montag zur Polizei gehen,
die Wahrheit sagen, und es würde dann nicht zur Anklage kommen.

Was soll ich nun machen? Soll ich zur Polizei gehen und gestehen?

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Wir hatten uns auch eigentlich darauf geeinigt,
dass ich ihm das Geld zurückzahlen würde und er
meinte, wenn er sein Geld zurückhätte würde er
"Polizeilich" auch nichts weiter unternehmen.

Nun stand ja, wie gesagt vor ein paar Tagen die
Polizei vor mir und sagte mir ich solle am Montag zu einer Aussage kommen.

Ich habe daraufhin das Opfer kontaktiert und er
meinte, er hätte das mit der Anzeige vergessen und dachte die Polizei würde sich nicht mehr
weiter darum kümmern.


Das ist das alte Lied. Betrug ist ein "Offizialdelikt". Wenn die Polizei einmal Kenntnis davon erhalten hat, ermittelt sie. Unabhängig vom Willen des Geschädigten. Insbesondere kann der auch die Anzeige nicht zurücknehmen, wie oft fälschlich gegelubt wird Zurücknehmen kann man einen Strafantrag bei einem Antragsdelikt, aber Betrug ist wie gesagt kein solches.

Er hat nun bei der Staatsanwaltschaft angerufen und meinte, ich solle am Montag zur Polizei gehen,
die Wahrheit sagen, und es würde dann nicht zur Anklage kommen.


Auch darauf hat der Geschädigte keinen Einfluß. Es ist zwar möglich daß das Verfahren eingestellt wird, aber das entscheidet ganz alleine die StA.

An Deiner Stelle würde ich hingehen und gestehen ---> Schadensminimierung.

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#4
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Also könnte das Opfer den Strafantrag zurücknehmen, habe ich das richtig verstanden?

Und was passiert, WENN er den Strafantrag zurücknimmt?

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Nein, kann er nicht. Betrug ist kein Antragsdelikt (wo das möglich wäre), sondern ein Offizialdelikt, (und da ist es nicht möglich.)

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#6
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten.

Was würde passieren, wenn ich am Montag nicht zu der Aussage kommen würde?

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#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Dann gibt die Polizei die Akte ohne Deine Aussage an die Staatsanwaltschaft zur Entscheidung ab. Zu 98% entscheidet dann die StA nach Aktenlage ohne Deine Aussage; zu 2% legt die StA Wert auf Deine Aussage, und Du erhälst eine Vorladung der StA. Der mußt Du -im Gegensatz zur polizeilichen- auch Folge leisten. Angaben zur Sache mußt Du aber auch dort nicht machen.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#8
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich möchte aber auf keinen Fall, dass es zur Anklage kommt...
Wie kann ich das verhindern bzw. was kann ich machen, damit die Chancen auf eine Anklage gemindert werden?


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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29775 Beiträge, 16158x hilfreich)

1500 Euro Schaden und keine Anklage? Kann ich mir nicht vorstellen...

Gruß vom mümmel

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#10
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

...damit die Chancen auf eine Anklage gemindert werden?

Gestehen und einsichtig zeigen. Dann ist recht wahrscheinlich, daß die Sache im Strafbefehlsverfahren entscheiden wird, also ohne Anklage und Verhandlung. Du wirst dann praktisch im schriftlichen Verfahren verurteilt.

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Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#11
 Von 
Profiler19740
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 2x hilfreich)

Ich kann mich dem nur anschließen, was der Streeworker schreibt. Du hast noch einen weiteren Vorteil und ich hoffe, daß Du Belege dafür hast, daß Du dem Geschädigten das Geld zurück gezahlt hast, denn die Schadensbegleichung wirkt sich strafmildernd aus.

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#12
 Von 
Sabrina1984
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
danke für die Antworten.
Ich habe es nun fast hinter mir.

Muss allerdings die Anwaltkosten bzw. Inanspruchnahme des Anwalt des Betroffenen bezahlen (es gab keine Gerichtsverhandlung).

Bekomme in den nächsten Tagen die rechnung.

Mit ca. wieviel Euro muss ich rechnen
(nur grob geschätzt)?

Danke

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#13
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Das kann Dir keiner beantworten, da keiner weiß in welchem Umfang der Anwalt tätig war.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#14
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 260x hilfreich)

Hallo, da stimmt doch irgendetwas nicht !!!
Wer hat Dir gesagt, daß alles in Ordnung ist, daß es keine Gerichtsverhandlung gibt ?
Die Polizei ? Oder der Anzeigende ?
Einstellen kann nur die Staatsanwaltschaft. Die kann zwar Auflagen machen. Aber die macht bestimmt keine Auflagen, daß Du die Anwaltskosten des Anzeigenden erstatten sollst.
Du solltest Dich ganz dringend an einen Anwalt wenden, der Deine Interessen vertritt ! Oder mit der Staatsanwaltschaft sprechen (Aktenzeichen gibt Dir die Polizei). Da läuft was verkehrt.
Allein schon ungewöhnlich, daß die Polizei zu Dir kommt und Dich zu einer Vernehmung bittet. Da ist möglicherweise mehr im Busch. Normalerweise geht das über Brief.

Wenn Du nicht aufpaßt, kannst Du sehr leicht in der U-Haft landen...

Wolfgang

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#15
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)


Allein schon ungewöhnlich, daß die Polizei zu Dir kommt und Dich zu einer Vernehmung bittet. Da ist möglicherweise mehr im Busch. Normalerweise geht das über Brief.

Bei einem Betrug ist das nicht besonders ungewöhnlich. Zumal es sich bei der Fragestellerin -wenn ich die Zahl 1984 in ihrem Nick mal als ihr Geb.datum deute- um eine "Heranwachsene" handelt. Bei Heranw. ist die persönl. Vernehmung noch eher Usus als bei Erwachsenen.

Wenn Du nicht aufpaßt, kannst Du sehr leicht in der U-Haft landen...

Woraus schliessen Sie das?

Selbst wenn das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist (was aber ja so zu sein scheint) :Welcher der Haftgründe des § 112 StPO sollte denn plötzlich "aus der Versenkung auftauchen" ?


Ich denke mir mal, der RA des Geschädigten macht seine Rechnung ganz normal auf zivilrechtlichem Weg -im Rahmen des Schadenersatzes- geltend. Die StA oder das Gericht braucht da überhaupt nicht involviert zu sein.


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#16
 Von 
guest123-57
Status:
Lehrling
(1131 Beiträge, 260x hilfreich)

Gerade die "Versenkung" ist es, die mich stutzig macht. Nach der Schilderung war das ein Warenbetrug mit einem Schaden von 1.500 Euro. Dann gab es Strafanzeige und die Einigung auf 100 Euro monatlich. Also ist das Ding ein gutes Jahr her, weil ja nur noch 100 Euro rückständig sind.
Und wenn jetzt die Polizei auftaucht und "zur Vernehmung bittet", dann drängt sich bei mir auf, daß da noch ein paar aktuelle Dinge zumindest als Verdacht im Hintergrund sind.

Und aufgrund der wohl intensiven Kontakte mit dem Geschädigten, ist eine Verdunklungsgefahr hier keineswegs sooo ferne.

Wolfgang

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#17
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29661 Beiträge, 9145x hilfreich)

Zitat

Nun war es so, dass sich das Opfer vor ein paar Wochen bei mir gemeldet hatte und mir sagte, er habe mich angezeigt.

Ich hatte ihm daraufhin Ratenzahlungen vorgeschlagen und bin ihm nur noch 100,- Eur schuldig,

die ich noch diese Woche zahlen werde.



Die Sache scheint erst ein paar Wochen alt zu sein. Von 100,-€ im Monat wurde auch nichts gesagt. Die vorherigen Raten scheinen also höher als 100,-€ gewesen zu sein, oder es wurden mehrmals im Monat 100,-€ gezahlt.

Verdunkelungsgefahr:

Gut, prinzipiell schon. Aber aus reiner Schadenswidergutmachung (incl. der dafür notwendigen Kontaktaufnahme) eine Verd.Gef. herzuleiten, halte ich nicht für sonderlich wahrscheinlich.

Zumal im JGG -was hier wohl Anwendung findet, wenn die Fragestellerin tatsächl. 1984 geboren ist- die Anforderungen zur Verhängung von U-Haft noch strenger geregelt sind, als im Erw. Recht.

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
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