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Betrug in Ca 70 Fällen mit einem Ungefähren Gesamtschaden von etwa 50.000 Euro

25.3.2020 Thema abonnieren
 Von 
Skyfall1998
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Betrug in Ca 70 Fällen mit einem Ungefähren Gesamtschaden von etwa 50.000 Euro

Hallo , ich habe eine Frage bezüglich eines Guten Freundes von mir.

Er lebt seit Ende letzten Jahres auf der Flucht vor der Polizei.
Er hat von Ende 2017 bis Januar 2020 ca 70 Fälle des Betruges begangen die Schadenssumme beträgt etwa 50tausend Euro.

Er ist schon länger auf Bewährung (9Monate) und hat trotzdem riesen Mist gebaut.. die Polizei hat Mitte letzten Jahres eine Hausdurchsuchung durchgeführt und sein Handy sowie BTMG sichergestellt
(Marihuana 2 Gramm).

Kurz vor knapp hat er die flucht in ein anderes Bundesland angetreten..
Er ist sehr verzweifelt und weiss nicht mehr weiter.

Zu seiner Person er ist 21 Jahre alt und BTMG abhängig , hat im Rausch diese Straftaten begangen um sich die Drogen zu finanzieren. Er hat sich von seiner jetzt EX Freundin ausnehmen lassen und blind immer mehr Geld beschafft durch Betrug für Drogen.. hauptsächlich Marihuana.
Er wurde seit seinem 15 Lebensjahr von heim zu heim geschickt und wurde von seinen Eltern im Stich gelassen , seitdem hat die Drogensucht angefangen.

Sein Leben ist ab diesem Zeitpunkt eine Achterbahnfahrt und er möchte das das aufhört.
Er bereut Taten sehr und will dafür grade stehen und sich stellen.

Was erwartet ihn vor gericht ungefähr für eine Strafe ? und ist es noch möglich eine Rückstellung nach paragraph 35 zu bekommen ?


Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27417 Beiträge, 8008x hilfreich)

Zitat (von Skyfall1998 ):
immer mehr Geld beschafft durch Betrug für Drogen.. hauptsächlich Marihuana.

2000 Euro pro Monat für Marihuana?!



Zitat (von Skyfall1998 ):
Er bereut Taten sehr und will dafür grade stehen und sich stellen.


Gute Idee.

Zitat (von Skyfall1998 ):
Kurz vor knapp hat er die flucht in ein anderes Bundesland angetreten..


Kurz vor knapp von was?

Gibt es schon eine Anklageschrift?

Zitat (von Skyfall1998 ):
Was erwartet ihn vor gericht ungefähr für eine Strafe ?


Unmöglich vorherzusagen, da er bei einem Teil der Taten noch unter 21 war, insoweit noch Jugendrecht in Frage kommt.

Zitat (von Skyfall1998 ):
und ist es noch möglich eine Rückstellung nach paragraph 35 zu bekommen ?


Auch das lässt sich von hier aus nicht sagen. Dazu müsste auch die Bewährungsstrafe (das ist ja wohl eine Jugendfreiheitsstrafe?) rückstellfähig sein und die neue Strafe dürfte nicht über 2 Jahre gehen. Das ist eher unwahrscheinlich. Insbesondere dann, falls eine einheitliche Jugendstrafe gebildet werden sollte, also jetzt Jugendrecht angewendet wird und die alte Strafe einbezogen wird. Er könnte dann einen § 35 beantragen, wenn die Strafe auf 2 Jahre herunterverbüßt ist, er also von z.B. 3 Jahren 1 Jahr abgesessen hat.

Wobei dann immer noch die Frage ist, ob die Voraussetzungen für § 35 vorliegen. Nur bei einer Marihuana-Abhängigkeit wird § 35 eher selten gewährt. Auch eine Kostenzusage für eine entsprechende Therapie zu bekommen wird bei nur Marihuana sehr schwer. Da müsste man sich dann also schon so eine ultra-christliche Einrichtung suchen, die keine Kostenübernahme verlangen.

Der erste Schritt wäre wohl am besten, sich an eine niedrigschwellige Drogenberatungsstelle zu wenden und sich dort weiterhelfen zu lassen (Vermittlung an einen Anwalt usw.)

-- Editiert von !!Streetworker!! am 25.03.2020 03:42

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#2
 Von 
Skyfall1998
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort.

Laut seiner Aussage hat er teilweise für 100 Euro am Tag Grass gekauft zumal es für 2 Personen gekauft wurde.

Es war auch nicht nur Mariuhana sondern auch Alkohol und selten Kokain (Das ist was er mir sagte).

Er hat kurz vor seiner Flucht von Gericht eine Anklageschrift erhalten die Gewärbsmäßiger betrug in 42 Fällen lautet.
Ich schätze er hat ja auf der Flucht weiter gemacht daher kommt er laut eigener Aussage auf ca 70 Fälle.

Wir nehmen an das er aktuell schon gesucht wird durch die Polizei da die Nachbarn ihn informiert haben das die Polizei regelmäßig an seiner Meldeadresse auftaucht.

Wie Realistisch ist denn eine Verurteilung durch das Jugendstrafrecht ?

Falls das Jugendstrafrecht angewendet wird, ist es also realistisch davon auszugehen das er in jedem Fall einfährt ?

Und er möchte sich gerne stellen , wo und wie macht er das am besten ?

Bei der Polizei oder bei dem zuständigen Gericht selber ?

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(29638 Beiträge, 12077x hilfreich)

Wir haben hier keine hellseherischen Fähigkeiten. Das Ergebnsi der anstehenden Hauptverhandlung (soweit schon Anklage erhoben ist) kann aber erst einmal dahingestellt bleiben. Man kann davon ausgehen, dass derzeit mindestens ein Haftbefehl in der Welt ist. Weil er nicht zum Termin erschienen ist. Dazu kommt dann noch möglicherweise ein weiterer, sofern die neuen Straftaten zur Anzeige gekommen sind. Und es steht der Widerruf der Bewährungsstrafe im Raum. Sicher ist m.E. nur, dass er wohl jetzt sofort einsitzen geht. Und dann kann sich ein Anwalt um die Verfahren kümmern.

wirdwerden

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#4
 Von 
3113
Status:
Schüler
(417 Beiträge, 84x hilfreich)

Dein Freund ist noch jung und hat die Chance sein Leben zu ändern. Er sollte sich seinem Leben stellen. Ein Gefängnisaufenthalt ist nicht so schlimm. Dieses im anderen Bundesland auf der Flucht sein hat doch keinen Sinn.

Signatur:3113
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#5
 Von 
Heisenzwerg
Status:
Lehrling
(1371 Beiträge, 504x hilfreich)

Hier ist die strafrechtliche Komponente doch eher nachrangig.: Die Zeit kann er auf einer Ar*chbacke absitzen u. sogar noch für sich nutzen (Therapie, Ausbildung...).

Viel unangenehmer dürften die zivilrechtliche Komponente sein.: Bei einem Schaden von 50.000€, wird er den Rest seines Lebens den Schaden zurück zahlen können/dürfen/müssen.

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27417 Beiträge, 8008x hilfreich)

Zitat (von Skyfall1998 ):
Und er möchte sich gerne stellen , wo und wie macht er das am besten ?

Er kann zur nächsten Polizeidienststelle gehen und dort sagen, dass wahrscheinlich ein U-Haftbefehl gegen ihn besteht. Wenn dem so ist, behält man ihn da.

Ich würde mich aber vorher um einen Anwalt kümmern. An dem Ort, an dem er auch gemeldet ist. In Freiheit geht das schon noch um einiges besser, als aus der Haft heraus. Es liegen die Voraussetzungen für Pflichtverteidigung vor. Hatte er bei der 9-Monats-Sache einen Anwalt? Vielleicht kann er den ja wieder nehmen. Mit der Anklageschrift hingehen und darum bitten, dass der RA sich als Pflichtverteidiger beiordnen lässt.

Zitat (von Skyfall1998 ):
Wie Realistisch ist denn eine Verurteilung durch das Jugendstrafrecht ?

Kann man von hier aus nicht sagen. Kommt drauf an, ob die Mehrzahl der jetzt bereits angeklagten Taten vor oder nach dem 21. Geburtstag lag und darauf wie seine geistige Reife beurteilt wird.

Zu welchem Spruchkörper ist denn angeklagt (steht in der Anklageschrift)?

"Es wird beantragt das Verfahren vor dem...

-Jugendrichter
-Jugendschöffengericht
-Strafrichter
-Schöffengericht

...zu eröffnen."

-- Editiert von !!Streetworker!! am 25.03.2020 11:49

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27405 Beiträge, 14977x hilfreich)

und darauf wie seine geistige Reife beurteilt wird. Gilt Btm-Konsum nicht immer als Indiz für eine Reifeverzögerung (d. h., es müßte Jugendstrafrecht angewandt werden)?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(27417 Beiträge, 8008x hilfreich)

Nicht automatisch. Aber da ja meist recht wohlwollend entschieden wird, kann das schon gut klappen. Dazu muss aber halt auch die Mehrzahl der jetzt angeklagten Taten vor dem 21. Geburtstag liegen.

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#9
 Von 
palino
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 11x hilfreich)

Wenn man sich bei der Polizei stellen sollte, sollte man auf jeden Fall auch bereits seine Tasche für die Haft dabei haben. Denn nochmal nach Hause darf man wohl eher nicht.

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#10
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(29638 Beiträge, 12077x hilfreich)

Ich sehe hier drei Problemkreise: einmal die Bewährungsstrafe, da ist abzuwarten, was passiert. Dann die angeklagten Fälle, da dürfte ein Haftbefehl in der Welt sein, kann ein Vorführhaftbefehl sein. Und dann die neuen Straftaten, also die, die noch nicht zur Anklage gekommen sind. Da er erst seit kurzem auf der Flucht ist, gehe ich mal davon aus, dass diese Straftaten als Volljähriger begangen worden sind.

Da die Polizei bei ihm zu Hause ständig aufkreuzt, ist ein Haftbefehl in der Welt. Gehe einfach mal davon aus. Vielleicht sogar zwei.

Also, Tasche packen, Anwalt mandatieren, sich stellen. Das ist die einzige Chance, die ich im Augenblick sehe.

wirdwerden

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(27405 Beiträge, 14977x hilfreich)

Also, Tasche packen, Anwalt mandatieren, sich stellen. Und irgendwas organisieren, wo man im Zweifelsfall wohnen könnte. Denn wenn auch jetzt wohl kein Weg an der U-Haft vorbeiführt, könnte ja später vielleicht eine Haftverschonung drin sein - wenn klar ist, dass man dann irgendwo angemeldet wohnt und zu erreichen ist.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#12
 Von 
Skyfall1998
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Vielen Anwtorten.

Er wird seinen Anwalt Kontaktieren und sich stellen.

Wird er zu seinem Wohnort überstellt zur Verhandlung ?

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#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(29638 Beiträge, 12077x hilfreich)

Ja, natürlich. Das betrifft die Verhandlung, vor der er geflohen ist. Dann haben wir noch die andere Verhandlung, die wohl noch kommen wird (die neuen Fälle), wo die verhandelt wird, keine Ahnung. Kommt auf den Tatort an, primär, kann aber auch das Gericht des Wohnortes sein. Prinzipiell wird er immer zu den Verhandlungen an den jeweiligen Ort verschubt, sofern er einsitzt.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 26.03.2020 08:13

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