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Betrug oder Ladendiebstahl?

 Von 
Megane
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)
Betrug oder Ladendiebstahl?

Einen schönen guten Tag
Ich habe einen Fehler gemacht und stehe auch dazu.
Ich habe am Vortag ein werkzeug gekauft was mir empfohlen wurde, was eigentlich nicht für meine Tätigkeit geeignet war und ist ziemlich schnell kaputt gegangen. Darauf bin ich am nächsten Tag wieder hin und habe paar Sachen gekauft und kam auf die "intelligente" Idee das richtige werkezeug in eine andere Verpackung zu legen und es normal an der Kasse zu kaufen damit ich meinen Verlust wieder gut mache...
Dumme Idee und ich wurde gleich erwischt.
Meine Frage ist nun um was für eine straftat handelt es sich. Betrug oder Ladendiebstahl und gibt es da ein unterschied in der schwere der Straftat? Das werkzeug hätte 39 Euro gekostet und ich habe es für einen Preis von 17 Euro tauschen wollen. Ich 26 habe noch nie eine Straftat begangen und dass ist mein erstes und letztes mal...
Es gab schon so ein ähnlichen fall mit einer vertauschten Festplatte. Hier hieß es: geht es dem Täter darum, den Gewahrsam ohne wissen und ohne Einverständnis des getäuschten aufzuheben, liegt kein betrug sondern diebstahl vor. Trifft das bei mir auch zu? Würde das überhaupt am Strafmaß was ändern ob betrug oder diebstahl?

Bisschen lang der Text ich hoffe man versteht es und bedanke mich jetzt schonmal für ihrer Aussagen.


-- Editier von Megane am 25.11.2016 16:12

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Ladendiebstahl Anwalt Frage Strafmaß


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1235 Beiträge, 624x hilfreich)

Nach dem Bundesgerichtshof dürfte es sich um Diebstahl handeln.

Bei diesem Fall macht es aber letztlich keinen Unterschied. Wenn es keine Vorstrafen gibt dürfte es eine Einstellung gegen Geldbuße im Bereich bis zu 300 € werden.

Schlimmstenfalls ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe von maximal 30 Tagessätzen. Das Führungszeugnis dürfte also sauber bleiben.

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#2
 Von 
Megane
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich bin mir halt nicht sicher.
Gelesen habe ich aber das Betrug strenger bestraft wird deswegen bin halt am grübeln.

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#3
 Von 
Megane
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

So nun ist ein Schreiben der Polizei angekommen in der steht das ich des Betrugs von 22 Euro beschuldigt werde.
Ich habe einen Anwalt eingeschaltet damit er mal die akte einsehen kann.
Meine nächste Frage ist nun was mache ich nachdem ich Einblick in die akte bekomme. Der Anwalt möchte Unmengen von Geld haben wenn er den Fall bis zu ende vorführt, das würde sich glaube ich nicht lohnen.
Ich bekomme so zusagen nur den Einblick damit ich weiß was mir genau vorgeworfen wird.
Muss ich den anhörungsbogen zurück schicken? Da steht das ich nach Paragraph 111 verpflichtet bin meine persönlichen Daten auszufüllen... der Anwalt meint ich soll nichts machen. Jetzt bin ich etwas durcheinander.

Wenn ich den anhörungsbogen nachdem ich akteneinsicht bekommen habe zurück schicke, besteht dann die Möglichkeit das ich selbst versuche das Verfahren einzustellen in dem ich auf den Paragraphen 153 Hinweise? Oder kommt das nicht gut rüber?

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29772 Beiträge, 16157x hilfreich)

Der Anwalt möchte Unmengen von Geld haben wenn er den Fall bis zu ende vorführt, das würde sich glaube ich nicht lohnen Eine ziemlich späte Erkenntnis - in so einem Fall einen Anwalt einzuschalten, ist einfach nur rausgeschmissenes Geld.
besteht dann die Möglichkeit das ich selbst versuche das Verfahren einzustellen in dem ich auf den Paragraphen 153 Hinweise? Oder kommt das nicht gut rüber? Sie dürfen davon ausgehen, daß der Staatsanwaltschaft die §§ 153 und 153a StPO durchaus bekannt sind.
Muss ich den anhörungsbogen zurück schicken? Nein. Damit verbauen Sie sich natürlich die Chance auf eine Verfahrenseinstellung, aber wenn Ihnen das nichts ausmacht...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#5
 Von 
Megane
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Auch für ihre Antwort herzlichen Dank.
Bisher hab ich ja noch kein Geld für den Anwalt raus geschmissen. 30 Euro für eine akteneinsicht finde ich akzeptabel und für mich persönlich ist es interessant wie so eine akte aussieht.
Deswegen habe ich ja auch gefragt weil den Anwalt nicht weiter bezahlen möchte.
Meine Frage dann etwas anders gestellt, wie soll ich mich ihrer Meinung nach am besten verhalten?
Einfach bis zum ende schweigen?
Wenn ich keine Angabe wegen dem anhörungsbogen mache stellt es keine Ordnungswidrigkeit dar?

Ich möchte nicht noch mehr Fehler machen und bin für jeden Tipp dankbar.

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29772 Beiträge, 16157x hilfreich)

Einfach bis zum ende schweigen? Nö, gestehen, um sich die Möglichkeit der Verfahrenseinstellung nicht zu verbauen. Die wird nämlich gern davon abhängig gemacht...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29660 Beiträge, 9144x hilfreich)

Zitat:
30 Euro für eine akteneinsicht finde ich akzeptabel


Sind Sie mit dem RA befreundet, oder -wenn nicht- haben Sie das mit den 30,00 EUR schriftlich?

30,00 EUR rechnen sich für den RA näml. absolut nicht. Abzuziehen davon sind schon mal 12,00 EUR Aktenversendungsgebühr, die der RA an die Gerichtskasse zahlen muß. Bleiben noch 18,00 EUR für ihn übrig, wo noch die Umsatzsteuer zu berücksichtigen ist.

Insbesondere wenn er die Akte auch noch mit Ihnen besprechen soll/will, kann so ein Preis niemals zu Stande kommen (es sei denn -wie gesagt- man ist befreundet o.ä.)

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#8
 Von 
Megane
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 1x hilfreich)

Es ist ein bekannter, der auch meinte das er 12 Euro selbst bezahlen muss. Habe es aber auch schriftlich. Wenn ich es aber besprechen will muss er halt normal berechnen und das wird dann zu teuer meinte er.

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#9
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12729 Beiträge, 8174x hilfreich)

Zitat:
Meine Frage dann etwas anders gestellt, wie soll ich mich ihrer Meinung nach am besten verhalten?

Anhörungsbogen ausfüllen, Angelegenheit zugeben (ohne Schönfärberei und Rechtfertigungsversuche - das mit dem "Verlust wieder gut machen" also weglassen), Bedauern zeigen, versprechen, dass es nie wieder vorkommt.

Zitat:
Einfach bis zum ende schweigen?

Schweigen ist immer eine gute Idee, wenn die Sachlage unklar ist, die Polizei noch nicht alles weiß oder die Gefahr besteht, dass man sich noch tiefer reinreitet. Bei Ihnen trifft allerdings keiner dieser Punkte zu. Sie wurden auf frischer Tat erwischt. Da hat Schweigen keinen Vorteil, sondern man verpasst durch Schweigen den "Geständnis-Bonus".

Zitat:
Wenn ich keine Angabe wegen dem anhörungsbogen mache stellt es keine Ordnungswidrigkeit dar?

Sie sind verpflichtet, Angaben zu den persönlichen Daten zu machen (Name, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort), mehr nicht. Wenn die Polizei diese Daten noch nicht hätte, dann wäre die Nicht-Angebe in Anhörungsbogen eine Ordnungswidrigkeit. Ich gehe aber zu 99,9% davon aus, dass die Polizei diese Daten bereits hat, weil Sie beim "erwischt werden" bestimmt Ihren Ausweis zeigen mussten. Und dass die Polizei Ihren Namen und Ihre Adresse hat, merken Sie ja schon daran, dass man Ihnen einen korrekt adressierten Anhörungsbogen geschickt hat.

Um muemmel nochmal zu wiederholen:
Wenn Sie eine Einstellung nach §153 oder §153a StPO anstreben, dann sollten Sie den Anhörungsbogen komplett ausfüllen. Es gibt viele Staatsanwälte, die eine Einstellung nur mitmachen, wenn ein Geständnis vorliegt. Und der Anhörungsbogen ist die beste Gelegeheit, so ein Geständnis loszuwerden.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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